Einfluss früher Erfahrungen auf physikalische Kognition von Hunden (FWF P21418)

Corsin Müller, Stefanie Riemer, Zsófia Virányi, Ludwig Huber, Friederike Range

In einer Reihe von Studien haben Hunde bei Aufgabenstellungen im sozialen Bereich (v.a. in Interaktionen mit Menschen) sehr gut abgeschnitten. Hingegen ist ihr Verständnis kausaler Zusammenhänge offenbar weniger gut ausgeprägt. Im Vergleich sind Menschenaffen bei physikalischen Aufgaben deutlich erfolgreicher, sie sind den Hunden aber bei Tests zum Verständnis sozialer Vorgänge unterlegen. Dieser Gegensatz wird oft durch den speziellen Selektionsdruck erklärt, dem Hunde im Laufe der Domestikation ausgesetzt waren: Selektion auf die Fähigkeit, mit Menschen zu kooperieren und deren kommunikative Signale zu deuten.

Die kognitiven Fähigkeiten eines Individuums sind jedoch nicht nur von evolutionären Prozessen beeinflusst, sondern auch von Erfahrungen, die das Tier im Laufe des Lebens gesammelt hat. Wir untersuchen den Einfluss früher Erfahrungen auf die Fähigkeit von Hunden, physikalische Problemstellungen zu bewältigen. Dazu bieten wir einer Gruppe von Hundewelpen eine Reihe von Spielzeugen an, die ihnen die Möglichkeit geben, etwas über physikalische Regeln zu lernen. Wenn diese Hunde erwachsen sind, konfrontieren wir sie mit einer Reihe von klassischen Problemlösungsaufgaben, um zu testen, ob sie im Vergleich mit einer Kontrollgruppe verbesserte kognitive Fähigkeiten im physikalischen Bereich entwickelt haben.

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