Die Beziehung von Imitation und Empathie bei Menschen und Hunden (WWTF CS11-005)

 

Ludwig Huber (University of Veterinary Medicine Vienna, Messerli Research Institute), Claus Lamm (University of Vienna), Christian Windischberger (Medical University of Vienna)

Dieses Projekt thematisierte ein äußerst langanhaltendes und wesentliches Problem in den kognitiven Wissenschaften: den Zusammenhang zwischen Kognition und Emotion. Die Herangehensweisen an diese Frage wurden durch zwei wichtige Entdeckungen angetrieben: a) die Erkenntnis, dass das Verständnis von Handlung und Imitation eng mit dem Verständnis von Emotion und mit Empathie verbunden sind; b) die Entdeckung von fundierten bidirektionalen Zusammenhängen zwischen prosozialen Einstellungen und Imitation, einschließlich Kooperation und sozialer Entwicklung. Genauer gesagt, neuere Belege legen nahe, dass man durch die Imitation anderer direkten Zugang zu deren mentalen Repräsentationen erhält, und dass die unbeabsichtigte Tendenz der Menschen, die Gesten und Angewohnheiten voneinander zu imitieren, soziale Interaktion erleichtert. Bemerkenswert ist, dass sich das letztere Phänomen scheinbar nicht auf Menschen beschränkt, da Affen ähnliche Effekte zeigen.

Allerdings sind die ultimaten und proximaten Mechanismen, die den Zusammenhang zwischen Imitation und prosozialem Verhalten vermitteln, noch lange nicht geklärt. Das grenzt unser Verständnis darüber gravierend ein, wie von anderen imitiert zu werden prosoziale Einstellungen erzeugt und wie derartige Einstellungen Imitation hervorrufen – und dabei möglicherweise eine positive Feedback-Schleife bilden, die die Bildung und Aufrechterhaltung von Kooperation fördert.

Die spezifischen Forschungsfragen des Projekts lauteten daher: 1) Was sind die proximaten neuronalen Mechanismen und Verhaltensmechanismen, die dem Effekt der Imitation durch andere auf Empathie und prosoziales Verhalten zu Grunde liegen, und wie sind sie entstanden? 2) Ist der Zusammenhang zwischen Prosozialität und Imitation uni- oder bidirektional? 3) Gibt es Belege für diese Zusammenhänge in einer Nicht-Primaten-Arten (Hunde) und unter welchen Umständen zeigen sie sich?