Allobates femoralis

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Pfeilgiftfrösche (Dendrobatidae) sind eine neotropische Froschfamilie mit etwa 300 verschiedenen Arten, die sich stark vom weitläufig verbreiteten Frosch-Stereotyp unterscheiden.

Sie sind tagaktiv, zeigen meist hohe Territorialität und legen ihre Eier an Land ab. Viele Arten weisen eine auffällig bunte Färbung auf, was meist mit hoher Toxizität dieser Arten verbunden ist, und für potentielle Räuber abschreckend wirken soll. Das Dilemma terrestrisch abgelegter Eier, die sich zu aquatischen Kaulquappen entwickeln - welche mit ihren Kiemen nur im Wasser atmen können - wurde bei diesen Fröschen durch einen erhöhten Einsatz der Eltern (Brutpflege) "gelöst".

Adulte Frösche transportieren ihre geschlüpften Kaulquappen huckepack quer durch den Regenwald zu Wasserstellen, und müssen dabei meist ziemlich große Entfernungen zurücklegen.

 
Transport der Kaulquappen
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Allobates femoralis, ist ein ungiftiger Vertreter der Pfeilgiftfrösche und weist eine eher kryptische Hautfärbung auf. Diese Art hat sich jedoch als ideales Modell zur Untersuchung von Paarungs- und Brutpflegestrategien erwiesen.

Allobates femoralis ist in Amazonien und dem Guyana-Schild weit verbreitet. Während der Brutperiode sind die Männchen hoch territorial und senden einen lauten Anzeigeruf aus, um paarungsbereite Weibchen anzulocken als auch männlicher Konkurrenten fernzuhalten.

Die Weibchen entscheiden, wann und mit wem sie sich paaren wollen. Sie nähern sich potentiellen Partnern an und nach erfolgreicher Kontaktaufnahme beginnt ein sehr ausgedehntes und komplexes Balzverhalten. Während der Balz führt das Männchen das Weibchen durch sein Territorium und zeigt ihr verschiedene mögliche Eiablageplätze - ein Vorgang, der viele Stunden dauern kann! Nachdem das Gelege abgelegt wurde, verlässt das Weibchen das Territorium des Männchens und kehrt zu ihrer Sitzwarte zurück.

Das Männchen verbleibt in seinem Territorium und transportiert die Kaulquappen nach dem Schlupf nach ca 3 Wochen zu geeigneten Wasserstellen. Die Kaulquappen werden in verschiedensten von mittelgroßen terrestrischen Wasserstellen wie Überschwemmungsflächen, wassergefüllte Senken, Palmwedel und Löcher in umgestürzten Bäumen abgelegt, die sich bis zu 200 m von den Territorien der Männchen entfernt befinden.

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