Der Kea

 1

 

Nestor notabilis, oder Kea (ausgesprochen [kiː.ə]; Māori: [kɛ.a]), ist ein höchst-sozialer, endemischer Vogel der Neuseeländischen Alpen. Der Name ist auf den Laut des Kontaktrufes der Vögel zurückzuführen. Kea gehören zur Papageienfamilie Strigopidae, einer alten Gruppe, die vor 80 Millionen Jahren, vor der Ausbreitung der anderen Papageien, von diesen gespalten wurde.

Diese oliv-grünen Papageien sind die größten flugfähigen Landvögel, die es in Neuseeland noch gibt (45-50cm Kopf-Schwanz-Länge, 700-1000g Körpergewicht). Die „Clowns der Berge“ leben einzig auf der Südinsel Neuseelands, und großteils an der Baumgrenze der Scheinbuchenwälder (Nothofagus). Obwohl sie auch bis auf Meerespiegelhöhe angetroffen werden können (West Coast Region), sind sie eine der wenigen Papageienvögel der Welt, die alpine Regionen bewohnen, und die einzigen die auch im Winter dort verbleiben.

Diese Papageien sind opportunistische Omnivoren von denen bekannt ist, dass sie von mehr als 100 verschiedenen Pflanzensorten in ihrem Habitat fressen, von vielen davon nur spezifische Teil z.B. die ausgegrabenen Wurzeln. Mehrere Eigenschaften der Kea, i.e. die Neigung zur Suche nach neuen Futterquellen, ein hoher Grad an Opportunismus, Aasfress- und Jagdverhalten, führten dazu dass Schafe, die in den Hochlandschaften der Neuseelandalpen angesiedelt worden sind, als potenzielle Futterquellen gesehen wurden. Im 19 Jahrhundert haben deshalb weit übertriebene Verluste an Schafen durch Kea die Regierung dazu animiert die Keulung der Spezies zu unterstützen, wodurch mehr als 150.000 getötet worden sind, bevor sie 1986 Schutzstatus erhielten. Moderne Schätzungen reichen von 2000-5000 Kea, die in der Wildnis noch leben.  

Sie leben in sozialen Gruppen mit wechselnder Zusammensetzung (sogenannte Fissions-Fusionsgruppen) und haben eine verlängerte Jugendperiode (3-7 Jahre) bevor sie lang-dauernde Paare bilden. Kea brüten in natürlichen unterirdischen Bauen, wo das Weibchen vier Eier hinein legt. Brüten, Nestpflege und das Füttern der Jungtiere werden nur durch das Weibchen gemacht, während dessen das Männchen nach Futter sucht und mehrmals am Tag zu Eingang des Nestes kommt, um das Weibchen zu füttern. 3 Monate nach dem Schlupf werden die Jungtiere flügge und sammeln sich dann, zusammen mit den Eltern, oft an gemeinsamen sozialen Treffpunkten mit Gruppen anderer Jungtiere und Subadulten, wie auch anderen Familien. Der Großteil der einzigartigen Verhaltenweisen des Keas resultieren von den komplexen sozialen Interaktionen, die ihren Tagesablauf an diesen Stellen ausmachen, wie z.B. gemeinsame Futtersuche und Spielverhalten.

Mehrere Faktoren tragen dazu bei, dass der Kea eine ideale Spezies für Kogitions- und Verhaltensforschung darstellt. Kea sind höchst neophil, wahrscheinlich wegen des geringen Prädationsdruck in ihrer Entstehungsgeschichte in Neuseeland und nähern sich deshalb neuen Objekten/Versuchsaufbauten mit einer unmittelbaren Neugier, die in der Vogelwelt ihresgleichen sucht. Die lange Jugendphase und hohe Lebenserwartung (bis zu 40 Jahre) sind beides Faktoren die theoretisch zur Selektion von hoher kognitiven Flexibilität und erhöhter sozialer Lernfähigkeit betragen, während ihr Futtersuchverhalten sie zu einer höchst-explorativen Spezies macht. Letztlich führt die ständig wechselnde Zusammensetzung ihrer sozialen Gruppe zur Evolution einer hohen Kapazität an toleranten, sozialen Interaktionen, nicht zuletzt ihr ausgebreitetes Spielverhalten (möglicherweise das Komplexeste aller Vögel).

 

Kea Conservation Trust 2

 

Kea Lab