Insektenallergien: das große Krabbeln, 19.02.2019

Nicht nur Menschen erleiden allergische Symptome gegen Insekten. Auch andere Säuger, wie etwa Katze, Hund oder Pferd, sind davon betroffen. Ein neues europäisches Positionspapier unter der Federführung des Messerli Forschungsinstitutes fasste nun das Wissen zu Allergien gegen Insekten bei Tier und Mensch zusammen.

Insekten können auf verschiedene Routen Allergien auslösen. Die am besten erforschte Variante in Tier und Mensch ist die durch Stiche ausgelöste Allergie gegen Insektengifte. Sie ist auch jene Allergie, welche schwerwiegende Symptome bis hin zum anaphylaktischen Schock, auch im Tier, auslösen kann. Stiche sind schwer zu vermeiden, daher ist die Allergen-Immuntherapie zur spezifischen Desensibilisierung hier die erste Wahl.

Für Allergisierung gegen Insekten über Einatmung gibt es im Tier wenig Evidenz. Dafür aber umso mehr beim Menschen, und zwar im Bereich der Berufsallergien bei Arbeitern in der Insektenzucht für Tierfutter von Fischen und Reptilien. Auch in der Forschung werden Insekten wie Drosophila immer wichtiger. Möglicherweise spielt in diesen beruflichen Situationen auch die Sensibilisierung über die Haut eine Rolle.

In jüngster Zeit kommt auch der moderne Trend zu essbaren Insekten als Allergieauslöser in Betracht. Mehlwürmer, Heuschrecken, Grillen und Heimchen werden sowohl in ursprünglicher Form als auch verarbeitet von Menschen als alternative Proteinquelle genutzt, aber auch im Tierfutter für Hunde, Fische und Hühner werden sie bereits eingesetzt. Das vermutlich hohe Allergiepotential –auch im Sinne von Kreuzreaktionen untereinander, aber auch mit Hausstaubmilben und Shrimps- ist dabei weder für Mensch und noch weniger für unsere Haus- und Farmtiere auch nur annähernd geklärt.

Besonders im Bereich der Diagnose und Therapie zeigt sich auch, dass für viele Insekten –besonders auch solche, welche im Zuge des Klimawandels nun auch in unseren geographischen Breiten auftreten- für eine genaue Diagnosestellung die notwendigen Extrakte oder Moleküle fehlen, in weiterer Folge auch für die Therapie.

Die Veröffentlichung weist daher vor allem auch auf den Bedarf von weiteren vergleichenden Studien zu den Mechanismen, der Diagnose und den richtigen Maßnahmen bei Insektenallergien hin.

Das europäische Positionspapier “EAACI position paper: Comparing insect hypersensitivity induced by bite, sting, inhalation or ingestion in human beings and animals” von Pali-Schöll I, Blank S, Verhoeckx K, Mueller RS, Janda J, Marti E, Seida AA, Rhyner C, DeBoer DJ, Jensen-Jarolim E wurde im Journal “Allergy” publiziert. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/all.13722 1

Foto: (c) Messerli Forschungsinstitut
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