Forschungsschwerpunkte

Die Arbeitsschwerpunkte des Instituts beschäftigen sich hauptsächlich mit mikrobiellen Gefahren in der Lebensmittelkette und deren Beherrschung.

Die Sicherheit einer Lebensmittelkette kann auf vielen Elementen gefährdet werden und umfasst von der Bodengesundheit an alle Stufen der Veredelung bis zur Konsumentensphäre. Die Integrierung der Forschungsdisziplinen ist daher ein hohes Ziel (Siehe K Projekt PVM 1).

Eine Grundlage zur Erkennung von Gefahren stellen aussagekräftige Nachweismethoden dar. Neue Verfahren, die auf Nukleinsäureanalytik (Polymerase Kettenreaktion, Microarrays) oder immunologischen Methoden basieren, werden vom Institut entwickelt, publiziert und patentiert (siehe auch CD-MOFA).

Weiters ist das Erkennen von Kontaminationszusammenhängen (welcher Keim von wo gefährdet die Kette und den Konsumenten) von großer Wichtigkeit. DNA-Analytik ist wie in der Gerichtsmedizin ein tägliches Brot der lebensmittelhygienisch orientierten Forschung. Erkennen von Keimeintrags- und Verschleppungsrouten in und außerhalb der lebensmittel-erzeugenden Betriebe ermöglicht die Entwicklung präventiver Maßnahmen (siehe BIOTRACER  2IP; Listerienmonitoring 3). Da viele Erreger einen Kreislauf außerhalb des Lebensmittels durchlaufen, versuchen wir durch Vernetzung mit der mikrobiellen Ökologie diese Schnittstelle zu besetzen. Wir führen auch die größte Listerienstammsammlung und Datenbank in Österreich, die mehr als 10.000 Isolate umfasst.

Kontaminieren Keime Lebensmittel, dann sind sie vielerlei chemischer wie auch physikalischer Stressoren ausgesetzt (Salzen, Pökeln, Säuern, Erhitzen, Frieren etc). Keimpopulationen setzen gegen diese vom Menschen erdachten Strategien ihre enorme Fähigkeit zur Anpassung. Forschung zur Anpassung von Krankheitserregern an die Faktoren der Lebensmittelkette und die zugrundeliegenden Abwehrstrategien (Schutzmechanismen, Produktion von sekundären Metaboliten) lassen erst ihr Gefährdungspotential erkennen (Siehe Projekt TOXIGENOME 4).

Schlußendlich ist die Globalisierung der Lebensmittelproduktion ein unbestreitbares Faktum. Wir beschäftigen sich daher mit der Lebensmittelsicherheit in Entwicklungsländern und versuchen über Schulungsprogramme die Situation zu verbessern (siehe Homepage von Tierärzte ohne Grenzen Österreich 5).

Vernetzte Forschung bedingt das Einwerben von Drittmitteln. Das Institut für Milchhygiene hat seit 2000 mehr als 3.5 Mio. € Drittmittel eingeworben, die vom Wiener Wirtschafts- und Technologiefonds (WWTF), der Wiener Wirtschaftskammer (WKÖ), der Christian-Doppler Gesellschaft (CDG), der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), der Österreichischen Entwicklungshilfe (ADA) und der Europäischen Union (5, 6 und 7. Rahmenprogramm) kompetitiv eingeworben wurden.