Molekulare Epidemiologie von Pneumocystis carinii f. sp. suis in österreichischen Schweineherden

Pneumocystis spp. zählen zu den Pilzen und können in einer großen Anzahl von Säugetieren Pneumonien verursachen. Bei Mensch und Ratte wurde eine hohe Infektionsrate festgestellt, aber auch beim Schwein konnte Pneumocystis in 51% der Schweine mit Lungenentzündung und in 73% der Schweine ohne respiratorische Symptome nachgewiesen werden. Beim Menschen kann die Kolonisation der Lunge mit Pneumocystis zu verschiedenen potentiell wichtigen klinischen Effekten, wie zum Beispiel der Entstehung einer akuten Pneumonie, der Übertragung auf andere Menschen oder der Beteiligung an der Entstehung von Lungenkrankheiten führen. Die Schweinehaltung unterscheidet sich von Haltungsbedingungen anderer Tierarten dadurch, dass verschiedene Altersgruppen gemeinsam in einem Stall gehalten werden. Dieser Faktor fördert das Auftreten von polymikrobiell bedingten Krankheiten und gerade Atemwegserkrankungen verbreiten sich sehr leicht und stellen eine der wichtigsten Krankheitsursachen dar. Daten aus Voruntersuchungen zeigten, dass Pneumocystis ein förderlicher Kofaktor polymikrobiell bedingter respiratorischer Erkrankungen sein kann. Vor allem die Infektion von jungen Schweinen kann von wirtschaftlicher Bedeutung sein, da Entwicklungsdefizite, die früh im Leben auftreten, nur schwer ausgeglichen werden können.

Derzeit ist das Genom von Pneumocystis carinii f. sp. suis (im vorliegenden Antrag als Pneumocystis suis bezeichnet) nahezu unbekannt. Durch die Sequenzierung des gesamten Pneumocystis suis-Genoms werden nicht nur dessen Struktur, sondern auch Informationen über metabolische und andere biologische Eigenschaften verfügbar. Wir planen, diese Daten in weiterer Folge mit jenen von anderen Pneumocystis-Spezies zu vergleichen. Die Charakterisierung des Genoms wird zu einem besseren Verständnis der Entstehung und Entwicklung der Pneumocystis-Pneumonie beim Schwein beitragen und die Richtung für die Entwicklung neuer Strategien die Diagnose, Behandlung und Prävention betreffend vorgeben. Die Untersuchung von Pneumocystis jirovecii beim Menschen zeigte, dass die jeweilige Pilzkonzentration in den Lungen abhängig vom jeweiligen Pneumocystis-Genotyp, aber auch vom Vorliegen bestimmter Koinfektionen stark variieren kann. Neben der Sequenzierung des Pneumocystis suis-Genoms planen wir die Ermittlung der Heterogenität dieses Erregers. Die Analyse von Proben aus verschiedenen Betrieben eröffnet die exzellente Möglichkeit zu untersuchen, ob unterschiedliche Pneumocystis suis-Genotypen existieren. Außerdem können mögliche Assoziationen zwischen diesen Genotypen und der Pneumocystis suis-Konzentration, dem Alter der Tiere, klinischen Symptomen und bestimmten Koinfektionen sowie die Pneumocystis suis-Epidemiologie auf Herdenbasis evaluiert werden.

Mitarbeiter:
Univ.-Prof. Dr. Herbert Weissenböck 1
Priv.-Doz. Dr. Christiane Weissenbacher-Lang 2

Kooperationspartner:
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Sipos, Universitätsklinik für Schweine, Veterinärmedizinische Universität Wien 3
Prof. Dr. Liang Ma, Critical Care Medicine Department, NIH Clinical Center, Bethesda, Maryland, USA  4
Dr. Ousmane Cissé, Critical Care Medicine Department, NIH Clinical Center, Bethesda, Maryland, USA 4

Projektzeitraum: 09/2018 – 08/2021

Finanzierung:
FWF - Fonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung 5

 

Neuroprotektion nach Herzstillstand

Trotz intensiver Forschung bleibt Herzstillstand eine der häufigsten Todesursachen der modernen Gesellschaft. Nur sehr wenige Patienten überleben einen Herzstillstand mit gutem neurologischem Outcome. Am Tiermodell (Ratte und Schwein) werden die Auswirkungen von Herzstillstand und Reperfusion auf das Gehirn untersucht. Als therapeutische Ansätze werden unterschiedliche Reanimationsarten und milde Hypothermie getestet.

Beteiligte Mitarbeiter:
Univ.-Prof. Dr. Peter Schmidt, Dipl.ECVP 6

Kooperationspartner:
Dr. Sandra Högler, Abteilung für Labortierpathologie, Vetmeduni Vienna 7
Prof. Sterz, Dr. Wolfgang Weihs, Department für Notfallmedizin, Med.Uni.Vienna 8
Prof. Sipos, Klinik für Schweine, Vetmeduni Vienna 3
Catharina Duvigneau, Institut für Biochemie, Vetmeduni Vienna 9

Finanzierung:
FWF - Fonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung 10
Hochschuljubiläumsstiftung der Stadt Wien 11
AKH 12

 

Pathologie, Pathogenese und Epidemiologie neuartige ("emerging") Infektionskrankheiten

Im Rahmen der Diagnostik übermittelte tote Tiere stellen häufig das Initialereignis bei der Erkennung und weiteren Nachverfolgung neuartiger Krankheiten dar (Beispiele: Usutu Virus Infektion und West Nile Virus Infektion in Österreich).

Darauf aufbauend werden in manchen Fällen Überwachungs- und Monitoringprogramme initiiert, im Rahmen welcher Daten zur Inzidenz, Epidemiologie und generellen Bedeutung neu auftretender Krankheiten erhoben werden.

Beteiligte Mitarbeiter:
Univ.-Prof. Dr. Herbert Weissenböck, Dipl.ECPHM 13
Priv.-Doz. Dr. Christiane Weissenbacher-Lang 2

Kooperationspartner:
Institut für Virologie 14
Veterinärmedizinische Mikrobiologie, Universität Budapest 15
Institute of Vertebrate  16Biology, Czech Academy of Sciences 16
Universitätsklinik   17
für Schweine 17
AGES 18

  

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