Der Einfluss verschiedener Sattelunterlagen auf die Passform eines zu weiten Sattels

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Pferd und Reiter im Trab während der Messung
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Die Verwendung eines Sattels mit zu weiter Kammer ist im Reitsport häufig bei jungen Pferden notwendig und bei solchen, bei denen es zu einer Atrophie der Rückenmuskulatur durch längere Krankheit gekommen ist. In dieser Studie sollte untersucht werden, ob es Satteldecken gibt, die eine zu weite Kammer vorübergehend verengen und dadurch eine Sattelanpassung bewirken können.

Methode:

Es wurden 18 Pferde verschiedener Rassen auf dem Laufband (Mustang 2200, Fa. Kagra) im Schritt und Trab unter demselben Reiter gemessen. Jedem Pferd wurde ein Dressursattel des gleichen Fabrikats (Sattlerei Niedersüß) mit zu weiter Kammer aufgelegt und nach einer Vergleichsmessung ohne Satteldecke wurden vier Satteldecken aus verschiedenen Materialien (Geldecke, Lederdecke, Baumwolldecke mit Moosgummiauflage, Rentierfelldecke) getestet.

Zur Dokumentation der kinematischen Daten wurden Pferd und Reiter mit reflektierenden Markern beklebt, deren Bewegungen von einem Highspeed-Videosystem (Motion Analysis, Santa Rosa, CA) aufgezeichnet wurden. Die kinetischen Daten wurden mit einer elektronischen Satteldruckmessdecke (Pliance Mobile-16HE, Novel GmbH, München) aufgenommen.

Ergebnis:

Bei jeder Satteldecke konnte im Einzelfall sowohl eine signifikante Verbesserung wie auch eine Verschlechterung der Sattelpassform nachgewiesen werden.

Die Anpassung eines zu weiten Sattels mit Hilfe einer Satteldecke kann deshalb nur individuell und auf das jeweilige Pferd abgestimmt erfolgen, abhängig von Alter, Rasse, Rückenform, Bemuskelung und Trainingszustand des Pferdes.

 

  
 

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