Infoservice

In diesem Bereich finden Sie alle nützlichen Informationen.

 

Aufnahme und Entlassung

Für die Aufnahme eines Patienten sind folgende Formalitäten erforderlich:

  • Erstellung eines Aufnahmescheins
  • Unterschrift der volljährigen Besitzerin/des volljährigen Besitzers bzw. der volljährigen Überbringerin/des volljährigen Überbringers
  • Kopie ihres/seines Lichtbild-Ausweises
  • Anzahlung von 30 % der geschätzten Kosten

Bei der Abholung/Entlassung eines stationär aufgenommen Patienten ist der Restbetrag (Bar, Bankomat, Kreditkarte) zu entrichten.

 

Pferde, die aus dem Ausland an die Universitätsklinik verbracht werden

Information für PferdehalterInnen, deren Pferd(e) aus dem Ausland (inklusive Mitgliedstaaten der Europäischen Union) an die Universitätsklinik für Pferde verbracht werden:

Wir weisen darauf hin, dass der Transport von Pferden aus dem Ausland ausschließlich mit Equiden-Pass und einer gültigen amtstierärztlichen Gesundheitsbescheinigung erfolgen darf.

Wir ersuchen Sie daher, sowohl den Equiden-Pass als auch die gültige amtstierärztliche Gesundheitsbescheinigung bei der Ankunft an der Vetmeduni Vienna vorzuweisen. Ohne diese Dokumente dürfen wir Ihr Tier nicht aufnehmen.

Weitere Informationen:

 

Stationäre Betreuung

Sollte eine stationäre Aufnahme erforderlich sein, stehen große, helle Innenboxen in den Stallungen sowie Isolierboxen für Patienten mit Verdacht auf ansteckende Erkrankungen zur Verfügung. Sollte der Gesundheitszustand Ihres Pferdes dies zulassen, ist Paddockgang möglich. Gegebenenfalls können Pferde auch von der Besitzerin/dem Besitzer in der Reithalle bewegt werden. Gefüttert wird bedarfsgerecht 3x täglich.

Intensive Care Unit (ICU):
Intensivpatienten werden auf der "Intensive Care Unit" rund um die Uhr überwacht und versorgt. Für Pferde mit Frakturen oder gestörtem Stehvermögen stehen entsprechende Spezialboxen (Polsterung, Hängegurtsysteme, Kran) zur Verfügung.

Aus- und Verladen:
Das Ausladen erfolgt auf großzügigen Parkplätzen. Pferdeanhänger können auf dem Universitätsgelände geparkt werden.

Auskünfte zu Patienten und Besuchsmodalitäten:

Auskünfte über den Gesundheitszustand werden nach Abschluß der Patientenbehandlungen sowie in kritischen Fällen bei Veränderung des Zustandes erteilt. Eingestellte Pferde können täglich von 15:00-19:00 Uhr besucht werden. Wir bitten um Verständnis, dass TierpflegerInnen, StudentInnen und PraktikantInnen keine Auskunft über die Patienten geben dürfen.

Sollten Sie Fragen haben und gerade keine Tierärztin/kein Tierarzt vor Ort sein, haben Sie jederzeit die Möglichkeit, diesen telefonisch oder über eine Gegensprechanlage im Stall zu erreichen.

 
Auf dem Weg in die Klinik (Foto: © M.Bernkopf / Vetmeduni Vienna)
 

An der Universitätsklinik für Pferde sind genug Parkplätze für Anhänger und LKWs vorhanden. Während der Ambulanzzeiten (Mo-Fr, 0800 – 1600h) melden Sie sich bitte in der „Zentralen Annahme“ der Pferdeklinik bevor Sie Ihr Pferd ausladen. Unsere Rezeptionisten nehmen dann Ihre und die Daten Ihres Pferdes auf. Ein Pferdepfleger hilft Ihnen danach beim Entladen und stellt sicher, dass Sie mit Ihrem Pferd zur richtigen Ambulanz oder zum richtigen Stall finden. Auf Wunsch helfen Ihnen die Pfleger auch beim Einladen.

 

Information zur Infektion von Pferden mit dem Equinen Herpesvirus 1

 

Herpesvirusinfektionen (EHV-1 – equines Herpesvirus-1) können bei hochtragenden Stuten Aborte auslösen, aber auch zu Atemwegsinfektionen und Erkrankungen des Nervensystems führen. Die EHV-1-Infektion wird als Tröpfcheninfektion über direkten Pferdekontakt, aber auch durch verunreinigte Gegenstände und Personen auf andere Pferde übertragen. Über eine begrenzte Zeit ist auch eine Ansteckung durch die Viren in der Umgebungsluft möglich. Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten von Symptomen) ist i.d.R. kurz (24-48 h), kann aber abhängig von individuellen Faktoren sehr variabel sein. Insbesondere bei Aborten sind Inkubationszeiten von mehr als 14-21 Tagen keine Seltenheit.

 

Symptome

Bei allen Ausbrüchen von EHV-1-Infektionen ist das Auftreten von Erkrankungen des Nervensystems (neurologische Verlaufsformen) bei bis zu 30 % der Pferde möglich. Die anfänglichen klinischen Symptome sind unspezifisch. Typischerweise zeigen betroffene Pferde eine kurze Fieberphase, diese kann allein auftreten oder in Kombination mit Atemwegssymptomen (Nasenausfluss). Bei der neurologischen Verlaufsform zeigen die Pferde einige Tage nach der ersten Fieberphase Koordinationsstörungen (Ataxie). Harn- und Kotabsatzschwierigkeiten können zusätzlich auftreten und gehen meist mit einer zweiten Temperaturerhöhung (in Folge einer Virämie) einher. Die neurologischen Symptome können sich rasch bis hin zum Festliegen verschlechtern. Innerhalb von 24 bis 48 Stunden stabilisiert sich der Zustand der Patienten in der Regel.

 

Vorgehen

Bei Verdacht einer Herpesvirusinfektion ist es wichtig, das betroffene Pferd sofort zu isolieren und frühzeitig Untersuchungen zur Sicherung der Diagnose einzuleiten. Der Isolationsstall sollte möglichst weit entfernt von den Plätzen mit hohem Verkehrsaufkommen an Menschen und Tieren (Ställe, Reitplätze, Reithalle) liegen. Die Kontaktpferde sollten in ihren Ställen verbleiben und der Kontakt mit anderen Tieren unterbunden werden. Solange die Diagnose EHV-1–Infektion bei dem erkrankten Pferd noch nicht durch ein positives PCR-Ergebnis gesichert ist, sollten gemeinsam verwendete Flächen wie Reithallen, Reitplätze etc. von den Kontaktpferden nur zu Zeiten genutzt werden, in denen keine anderen Pferde dort sind.

Es sollte geklärt werden, ob das erkrankte Pferd Kontakt zu anderen Pferden hatte, bei denen eine EHV-1-Infektion bestand. Auch andere Infektionskrankheiten sind häufig durch direkten Kontakt von Pferd zu Pferd übertragbar und müssen ausgeschlossen werden. Daher ist die Isolation fieberhafter Pferde in jedem Fall anzuraten.

Treten bei einem Pferd Fieber, Atemwegssymptome (Nasenausfluss) und/oder neurologische Symptome auf, sollte umgehend ein Tierarzt hinzugezogen werden und der Transport des betroffenen Pferdes sowie seiner Kontaktpferde sollte unbedingt vermieden werden. Bis die Diagnose durch Laboruntersuchungen gesichert ist, sollte jeglicher Pferdeverkehr in und von dem betroffenen Betrieb unterbleiben. Offensichtlich gesunde Pferde, die dem Virus ausgesetzt waren, können als Virusträger die Infektion an andere Pferde übertragen, wenn sie z.B. auf einem Lehrgang oder Turnier in Kontakt mit anderen, bislang gesunden, Pferden kommen.

Auch bei den klinisch unauffälligen Pferden sollten stressauslösende Situationen (anstrengende Arbeit usw.) vermieden werden, da Stress ein die Infektion begünstigender und vor allem den klinischen Verlauf potenziell verschlechternder Faktor ist.

Es sollte eine Desinfektion potenziell kontaminierter Ställe, Pferdetransporter und Gerätschaften durchgeführt werden. EHV-1 kann in der Umgebung über mehrere Wochen infektiös bleiben, ist aber gut durch übliche Desinfektionsmittel zu inaktivieren. Geeignet sind beispielsweise Phenol- oder Detergens-haltige Präparate. Auch Menschen, die mit EHV-1-infizierten Pferden Kontakt haben, können als Überträger des Virus dienen. Darum ist Händewaschen und ein Wechsel der Kleidung nach dem Kontakt zu erkrankten Pferden essentiell zur Unterbindung der weiteren Ausbreitung der Erkrankung. Menschen, die mit erkrankten Pferden in Kontakt waren sind nicht gefährdet, da die Erkrankung nicht vom Pferd auf den Menschen übertragbar ist.

 

Maßnahmen durch den Tierarzt
Zur möglichst raschen Diagnosefindung sollte der untersuchende Tierarzt Blut (mit EDTA zur Koagulationshemmung) und einen Nasentupfer in Virusisolationsmedium zum Virusnachweis durch Anzucht bzw. PCR-Verfahren entnehmen und an ein geeignetes Labor einsenden.
Zusätzlich sollte eine serologische Untersuchung eingeleitet werden, bei der der Antikörpertiter in zwei Serumproben im Abstand von 10 bis 21 Tagen bestimmt wird. Ein Titeranstieg um i.d.R. mindestens das Vierfache des Ausgangswertes ist diagnostisch für eine Erkrankung. Liegt bei einer einzelnen Titerbestimmung der Titer mindestens bei 1:1024 ist eine akute EHV-Infektion sehr wahrscheinlich.

Sobald der Nachweis einer EHV-1-Infektion erbracht ist, müssen Quarantänemaßnahmen ergriffen werden um eine weitere Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern. Dazu ist eine Quarantäne aller Pferde des gesamten Stalls notwendig. Direkt mit den erkrankten Pferden in Kontakt stehende Pferde sollten engmaschig überwacht werden und es sollte zweimal täglich die Körperinnentemperatur bestimmt werden. Bei Auftreten von Fieber, Nasenausfluss oder neurologischen Symptomen, sollte eine PCR-Untersuchung auf EHV-1 durchgeführt werden.

Einmal EHV-1-positiv getestete Pferde sollten nach Abklingen der klinischen Symptome erneut per PCR auf EHV-1 getestet werden bis das PCR-Ergebnis negativ ist. Da erkrankte Pferde bis mehrere Wochen nach Abklingen klinischer Symptome noch Virus ausscheiden können, sollte die Quarantäne erst 28 Tage nach Auftreten des letzten Erkrankungsfalls aufgehoben werden. Alternativ kann die Quarantänezeit auf 14 Tage verkürzt werden, wenn im Anschluss an diese Quarantänezeit in Nasentupfern aller Pferde, die per realtime PCR-Untersuchungen an zwei bis vier aufeinanderfolgenden Tagen untersucht wurden, keine Virus-DNA nachgewiesen wurde.

Impfungen

Bislang existiert kein Impfstoff, der zuverlässig einen Schutz vor Infektion induziert. Der Nutzen der Impfung besteht vielmehr darin, den Schweregrad der Erkrankung und die Menge an ausgeschiedenem Virus bei geimpften Pferden zu reduzieren um die Ansteckungsgefahr für andere Pferde zu reduzieren.

Im Falle eines Ausbruchs kann die Booster-Vakzinierung von Pferden im Bestand, die keinen Kontakt zu erkrankten Tieren haben und hatten, klinisch gesund sind und in der PCR-Untersuchung negativ auf EHV-1 getestet wurden, möglicherweise vorteilhaft sein, sofern die letzte EHV-Impfung mindestens 90 Tage zurück liegt. Es ist nicht beschrieben, dass dieses Vorgehen zu Komplikationen geführt hat. Kontakttiere zu EHV-1-erkrankten Pferden und Pferde mit gestörtem Allgemeinbefinden sollen eher nicht geimpft werden.

Die wichtigsten Maßnahmen um eine Ausbreitung der EHV-1-Infektion zu verhindern sind die konsequente Durchführung der Isolations- und Quarantänemaßnahmen und die strikte Einhaltung der Hygieneregeln im Umgang mit betroffenen Pferden und potenziell kontaminierten Gegenständen. Die Impfung ist ausdrücklich integraler Teil der Hygienemaßnahmen.

  

Notfall-Nummer für Pferde

T +43 1 25077-5520

Unter dieser Nummer erreichen Sie uns rund um die Uhr!

Anreise zur Vetmeduni Vienna 3 (Veterinärplatz 1, 1210 Wien)