Kleintierchirurgie

 
 

Chirurgische Beratung

Durch ein erfahrenes Ärzteteam bietet die Klinik für Kleintiere der Vetmeduni Vienna höchstmögliche Expertise in allen medizinischen Bereichen. Somit ist eine unabhängige Orientierungshilfe in Bezug auf medizinische Verfahren, Operationen, Operationsrisiken, Arztwahl und zweite Meinung gewährleistet. Darüber hinaus stehen die Experten der Kleintierchirurgie, Augen- und Zahnheilkunde Patientenbesitzern, deren Schützlinge sich einer Re-Operation unterziehen müssen, beratend zur Seite.
Gerade bei operativen Eingriffen ist die Entscheidung niemals einfach. Vielleicht werden Sie sich fragen:

  • Benötigt mein Tier den empfohlenen Eingriff?
  • Gibt es alternative Operations- oder Therapiemethoden?
  • Wie hoch ist das Narkoserisiko?

Es ist richtig, die empfohlenen Verfahren kritisch zu hinterfragen, schließlich tragen Sie die Verantwortung für das Wohlergehen Ihres Lieblings.
Das erfahrene Ärzteteam der Abteilung für Kleintierchirurgie, Augen- und Zahnheilkunde kann Ihnen Entscheidungen nicht abnehmen, sie jedoch auf dem Weg zu Ihrer Entscheidung bestmöglich unterstützen und begleiten.
Im Rahmen eines Ambulanz-Termines wird Ihr Tier untersucht und alle bereits im Vorfeld erhobenen Befunde gesichtet. Bei Bedarf können zur Diagnosesicherung auch weitere Untersuchungsmethoden wie Computertomographie, Magnetresonanztomographie, Doppler-Ultraschall oder spezielle Labortests kurzfristig bereitgestellt werden. Anhand der vorliegenden Untersuchungsergebnisse werden in einem ausführlichen Beratungsgespräch die Behandlungsmöglichkeiten, die Behandlungsrisiken und die Kosten der jeweiligen Behandlung besprochen.

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Lahmheitsdiagnostik

Die meisten orthopädischen Patienten werden mit einer Lahmheit oder mit Schmerzäußerungen bei passiver oder aktiver Bewegung vorgestellt. Um die bestmögliche Behandlung auswählen zu können, muss das orthopädische Problem exakt identifiziert werden.

Da unsere Patienten nicht sagen können "wo der Schuh drückt", gehört es zu den Aufgaben der Tierärztin / des Tierarztes, den schmerzhaften Bereich zu lokalisieren. Eine sorgfältige Anamnese, eine gründliche allgemeine klinische Untersuchung und eine spezielle orthopädische Untersuchung sind notwendig, um die Lokalisation der Knochen- oder Weichteilveränderungen als Ursache der Lahmheit einzugrenzen.

Bei der orthopädischen Untersuchung soll durch Abtasten der Knochen- und Weichteilstrukturen und durch spezielle Provokationsproben die Ursache der Lahmheit bzw. der Schmerzen nach Möglichkeit auf einen Bereich (zum Beispiel ein Gelenk) eingegrenzt werden. In den meisten Fällen wird im Anschluss an die orthopädische Untersuchung eine weitere Abklärung mittels Röntgen, Ultraschall, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRI) angeschlossen. Durch diese bildgebenden Verfahren können die im Rahmen des orthopädischen Untersuchungsganges gestellten Verdachtsdiagnosen bestätigt und somit ein optimaler Behandlungsplan für Ihr Tier erstellt werden.

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Weichteilchirurgie

Abdominale Chirurgie (Bauchhöhlenchirurgie)

 
 

Es gibt viele Indikationen für die Eröffnung der Bauchhöhle. Die Spanne reicht von elektiven Eingriffen wie Kastrationen über die diagnostische Eröffnung der Bauchhöhle bis zur Notoperation im Falle einer Magendrehung, Milzruptur oder eines Fremdkörpers im Magendarmtrakt.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer Laparotomie (Eröffnung der Bauchhöhle in der Mediane) und einer Laparoskopie (Intervention mittels Endoskop 32).

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Laparotomie

 
 
Das Röntgenbild zeigt einen aufgeblähten und im Uhrzeigersinn gedrehten Magen
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Dabei wird die Bauchdecke aufgeschnitten, um auf diese Weise den Zugang zu den Bauchorganen zu ermöglichen. In der Kleintierchirurgie wird am häufigsten der Schnitt in der Mittellinie durchgeführt. Dieser Vorgang wird Coeliotomie genannt. Abhängig davon, wo der Schnitt platziert wird, unterscheidet man zwischen der präumbilicalen (vor dem Nabel), umbilicalen (in der Nabelgegend) und der postumbilicalen (nach dem Nabel) Coeliotomie. Nach der Eröffnung der Bauchhöhle führt der Chirurg den klinisch indizierten Eingriff durch.

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Gastropexie

 
 
Laterale Gastropexie (aus Small Animal Surgery - Online-Ausgabe)
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Gastropexie ist eine chirurgische Methode, um den Magen an der Bauchwand zu befestigen. Sie wird bei Tieren, die an einer Magendrehung leiden, angewendet. Der gedrehte Magen wird zuerst in die physiologische Lage gebracht und dann seitlich an der Bauchwand angenäht.

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Eingriffe an der Leber

 

 
 

Bei der Leberchirurgie unterscheidet man zwischen Eingriffen an der Leber (z.B. Leberresektion, Leberbiopsie), Eingriffen an den Gallenwegen (Cholezystektomie, Cholezystoduodenostomie) und an der Blutversorgung der Leber (Sanierung des portosystemischen Shuntes).

Leberresektion bezeichnet die Entfernung eines Leberteiles (Leberlappen). Die Teilentfernung der Leber kann sowohl durch gutartige (intrahepatische Abszesse, Zysten) als auch durch bösartige Erkrankungen erforderlich werden. Die Leberbiopsie wird oft laparoskopisch gemacht.

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Hochgradig gefüllte Gallenblase und Gallenperitonitis
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Cholezysto- duodenostomie; Verbindung zwischen der Gallenblase und dem Zwölffingerdarm (Duodenum)
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Cholezystektomie ist die Entfernung der pathologisch veränderten Gallenblase (Gallenblasenwandnekrose, bösartige Erkrankungen).

Bei der Cholezystoduodenostomie/Cholezystojejunostomie wird eine Verbindung zwischen der Gallenblase und dem Dünndarm hergestellt.  Sie wird bei Tieren, die an einer Verstopfung des Hauptgallenganges leiden, angewendet, um den freien Abfluss der Galle zu gewährleisten.

Der Portosystemische Shunt ist eine Blutgefässanomalie. Das ist eine nach der Geburt verbliebene Verbindung zwischen Pfortadernsystem und der Vena cava. Das Blut umgeht teilweise die Leber und auf diese Weise gelangen die Toxine aus dem Magendarmtrakt in den Kreislauf. Diese Verbindung wird vorsichtig stufenweise abgebunden. Ein vollkommener Verschluss erfolgt erst durch eine leichte entzündliche Reaktion, die nach der Operation geschieht.

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Mehr über Portosystemischen Shunt 37

(Weiterleitung auf die eigene Website der Kleintierchirurgie Vetmeduni Vienna)

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Perinealhernie

 
 

Eine Hernie ist grundsätzlich ein sog. "Bruch" (wie z.B. ein Leistenbruch (=Inguinalhernie)), bei dem es zu einem Vorfall von Organen oder Gewebe aus dem Bauchraum durch eine Öffnung der Muskelschichten kommt.

Die Perinealhernie ist ein solcher Vorfall, der im Perineum oder Damm auftritt, das ist das Gebiet zwischen dem After und den äußeren Geschlechtsorganen. Durch eine Schwächung der dortigen Muskulatur, dem sogenannten Diaphragma pelvis, welches den Enddarm seitlich unterstützt, kommt es zu einer Ausbuchtung des Enddarms auf die Seite hin, bzw. bei fortgeschrittenen Fällen zum Vorfall von Fettgewebe und Bauch- bzw. Beckenorganen (Dünndarm, Harnblase, Prostata) unter die Haut.

Die Perinealhernie kommt hauptsächlich bei Hunden in mittleren/älteren Jahren vor, bei Katzen ist sie sehr selten. Bei den Hunden sind in über 90% der Fälle unkastrierte Rüden und besonders häufig die Rassen Boston Terrier, Welsh Corgie, Pekinese, Collie, Boxer, Pudel, Dackel, Kelpie und Old English Sheepdog betroffen.
Weibliche Tiere haben ein stärker ausgeprägtes Diaphragma pelvis, das ist der Grund warum Hündinnen ausgesprochen selten an einer Perinealhernie erkranken.

 

 

Mehr über Perinealhernie 38

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Eingriffe am Darm

 
 

Enterotomie

Die Enterotomie ist eine chirurgische Intervention am Darm, wobei die Darmwand eröffnet wird. Sie wird häufig zur Entfernung eines Fremdkörpers aus dem Darminneren verwendet. Nach der Entfernung des Fremdkörpers wird die Darmwand verschlossen.

Enterektomie

Die Enterektomie bezeichnet die Entfernung (Resektion) eines Darmteiles. Indikationen dafür können unter anderem eine Darmnekrose (verursacht durch Ileus bzw. Volvulus) oder eine Umfangsvermehrung im Darm sein. Der veränderte Darmabschnitt wird entfernt und die restlichen Darmenden verbunden (Anastomose).

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Eingriffe an der Milz

 

 
 
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Splenektomie

Unter einer Splenektomie versteht man die Entfernung der Milz. Eine der Hauptindikationen dafür ist die Milzruptur und eine daraus entstandene akute Blutung. Ein Trauma oder ein aufgebrochener Milztumor können diese akute Situation verursachen. Eine prompte Operation ist erforderlich. Bei diesem Eingriff werden die Blutgefäße, die die Milz mit Blut versorgen, abgebunden und die Milz entfernt. Die Milz wird zur pathohistologischen Untersuchung eingeschickt. Die Prognose ist stark von dieser Untersuchung abhängig.

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Zwerchfellruptur
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Reparatur einer Zwerchfellruptur/Zwerchfellhernie

Eine Ruptur des Zwerchfells ensteht häufig durch ein Trauma. Durch diese Zwerchfelldefekte fallen die Organe aus der Bauchhöhle in den Brustkorb vor. Die Sanierung eines solchen Defektes erfolgt oft übers Abdomen.

Nephrektomie

Unter einer Nephrektomie versteht man eine chirurgische Entfernung der Niere. Als Indikationen für eine Nephrektomie gelten unter anderem: Nierentumore, zystisch veränderte Nieren.

Adrenalektomie

Eine Adrenalektomie bezeichnet die Entfernung der Nebenniere. Dies ist oft durch Nebennierentumoren oder durch Nebennierenvergrösserung (und daraus folgende hormonelle Auswirkungen) erforderlich.

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Onkologische Chirurgie (Chirurgie zur Krebsbehandlung)

 

Im Kampf gegen den Krebs

 

 
 

Auch bei unseren Haustieren zählen maligne (bösartige) Tumoren zu den häufigsten Todesursachen. Grundsätzlich kann jedes Gewebe im Sinne eines Tumors entarten. Zu den häufigsten Tumorformen bei Hund und Katze zählen Neoplasien (Neubildungen) der inneren Organe, des Bewegungsapparates und der Haut. Das Wissen um diese Tumoren hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt und Krebsformen die noch vor nicht all zu langer Zeit als nicht therapierbar galten können heute mit verhältnismäßig guten Prognosen therapiert werden. Die Kleintierklinik der VetmedUni Vienna bietet mit ihren modernst ausgestatteten Serviceeinrichtungen die Möglichkeit die optimale Therapie für Ihren Liebling zu gewährleisten.

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Diagnostik

 
 

Eine umfassende und gut abgesicherte Diagnose ist im Falle einer Tumorerkrankung ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung. Um einen bösartigen Tumor von gutartigen Tumoren oder Schwellungen anderer Genese differenzieren zu können ist der erste Schritt der Diagnostik meist eine Biopsie. Man versteht darunter die Entnahme von wenigen Zellen oder kleiner Gewebestücke die in weiterer Folge gefärbt und mikroskopisch beurteilt werden. Während die Biopsie Aufschluss über die Zellform bzw. Zellart in einer Schwellung gibt müssen zusätzliche diagnostische Verfahren angewandt werden um die Ausdehnung eines Tumors in einem Gewebe bzw. im gesamten Körper beurteilen können. Dieses, so genannte Tumorgrading bzw. Tumorstaging sind unabdingbare Bestandteile der modernen Tumortherapie. Sowohl die Prognose als auch die Wahl der adäquaten Therapieform können nur mit dem Wissen um die Tumorart bzw. der Tumorausdehnung erstellt werden. Die Kliniken der VetmedUni Vienna bieten in diesem Bereich eine umfassende Ausstattung mit Magnetresonanztomographie (MR), Computertomographie (CT), Röntgen, Ultraschall, Endoskopie, Zytologie und Pathohistologie.

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Operationsverfahren

 
 

Gerade im Kampf gegen maligne Tumoren ist eine umfassende Operationsplanung und eine intensive Zusammenarbeit zwischen Onkologie, Radiologie und Chirurgie ein wesentlicher Faktor zum Erfolg.
Die chirurgische Behandlung ist bei vielen Tumoren die primäre Therapieform. Grundsätzlich wird zwischen einer palliativen (lindernden) und einer kurativen (heilenden) Chirurgie unterschieden. Während die palliative Chirurgie bei fortgeschrittenen Tumorstadien zur Senkung der Tumorlast und damit zur Verminderung von Schmerzen eingesetzt wird, ist das Ziel einer kurativen Therapie die möglichst vollständige Entfernung eines vorliegenden Tumors.
Ziel dieser, oft sehr aufwändigen, Eingriffe ist neben der Tumorresektion aber auch die geringst mögliche Schädigung der umliegenden Strukturen bzw. des Gesamtorganismus. Biopsien der Inneren Organe, aber auch die Entfernung von bestimmten Tumoren im Brust- und im Bauchraum werden mittels Endoskopie durchgeführt. Die Abteilung für Kleintierchirurgie verfügt zu diesem Zweck über ein breites Instrumentarium an verschiedenen Endoskopen und mit Prof. Gilles Dupré über einen der, in diesem Verfahren, erfahrensten Chirurgen Europas.

Ein weiteres Teilgebiet der Tumorchirurgie beschäftigt sich mit der Entfernung von Tumoren die mit der Haut in Verbindung stehen. Während bei benignen (gutartigen) Tumoren der Haut und Unterhaut oft eine einfache Entfernung des Tumors kurativ ist bedarf es bei der Entfernung von malignen Tumoren oft aufwendiger OP-Verfahren.
Je nach Tumortyp muss von der eigentlichen Umfangsvermehrung ausgehend ein zusätzlicher Sicherheitsrand von 2-3cm mit entfernt werden. Dieser Sicherheitsrand dient dazu mikroskopisch feine Tumorausläufer zu entfernen. Dies gewährleistet zwar größtmögliche Sicherheit bei der Entfernung von malignen Tumoren, andererseits entstehen dadurch intraoperativ große Hautdefekte die durch einen herkömmlichen Wundverschluss nicht zu decken sind. Um diese Wundbereiche spannungsfrei zu verschließen werden an unserer Klink verschiedene Verfahren der plastischen Chirurgie eingesetzt.

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Erweiterte Therapieformen

 
 

Um auch bei hochaggressiven Tumoren den bestmöglichen Therapieerfolg sicherstellen zu können wird fallweise eine erweiterte Therapie angeraten. Die Klinik für Kleintierchirurgie der VetmedUni Vienna bietet hier in enger Zusammenarbeit mit der ebenfalls an der Universität beheimateten Abteilung für Onkologie sowohl verschiedene Chemotherapieformen als auch eine Bestrahlungstherapie an.

 

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Operationen im Kopf-Hals-Bereich

 
 

Operationen in diesem Bereich nehmen einen wichtigen und großen Anteil unseres chirurgischen Services ein. In dieses Gebiet fallen sämtliche Operationen am Auge, als auch unterschiedliche Eingriffe im Zahn- und Kieferbereich.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Kopf- und Halschirurgie ist die umfassende Behandlung des Brachycephalensyndroms, sowie verschiedene chirurgische Lösungen bei chronischen, langwierigen und schwer behandelbaren Ohrenentzündungen.

Auch bei verengter Luftröhre und kollabiertem Kehlkopf gibt es chirurgische Möglichkeiten für Ihr Tier.

 

Atemnotsyndrom bei kurzköpfigen Hunderassen - Brachycephalensyndrom

 
 

Bei kurznasigen Hunderassen (z.B. Mops, Bulldogge, Shar-Pei, Boston Terrier, ...) ist das Schnarchen ein bereits früh hörbares Zeichen, das auf ein viel komplexeres Krankheitsgeschehen hinweist. Die Ursache ist eine anatomische und funktionelle Missbildung der oberen Atemwege und des oberen Verdauungstraktes. Das Schnarchen entsteht dabei durch Turbulenzen des Luftstroms entlang des entzündeten und verengten Halses.

Die häufigsten Veränderungen, die zu diesem sogenannten Brachycephalensyndrom führen können, sind verengte Nasenlöcher und ein vergrößertes Gaumensegel. Die dadurch bedingte Einengung der oberen Atemwege führt zu Leistungsintoleranz, häufigem Erbrechen und schwerer Atemnot bis hin zum Ersticken.

Durch eine frühe Diagnose und Behandlung kann der entstehende Teufelskreis unterbrochen und die Lebensqualität Ihres Hundes deutlich verbessert werden!

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Mehr über Atemnotsyndrom bei kurzköfigen Hunderassen - Brachycephalensyndrom
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Trachealkollaps

 
 
Kasten A
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Der Trachealkollaps ist eine Erkrankung des Hundes bei der es, durch ein Zusammenklappen (Kollaps) der Luftröhre (lat.: Trachea) zu einem teilweisen Verschluss kommt.

Hervorgerufen wird dieses Krankheitsbild meistens durch eine Schwäche der Luftröhrenknorpel bzw. der so genannten trachealen Membran.

Die Ursache für diese Knorpelschwäche (Chondromalazie) ist weitgehend unbekannt. Die Erkrankung betrifft hauptsächlich kleinwüchsige Hunderassen, wie den Yorkshire Terrier. Bei cirka einem Viertel aller Patienten mit Trachealkollaps treten bereits in den ersten sechs Monaten Atembeschwerden auf. Der Zeitpunkt des Auftretens von klinischen Beschwerden kann durch mehrere Faktoren stark beeinflusst werden. (siehe Kasten A).

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Mehr über Trachealkollaps
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Orthopädische Chirurgie

 

Arthroskopie

 
 

Die Arthroskopie, also die endoskopische Untersuchung von Gelenken, ist ein sich schnell entwickelnder Bereich in der Veterinärmedizin. Das Verfahren findet sowohl im Rahmen der Diagnostik, wie z.B. bei Hunden mit chronischer Lahmheit, als auch der Therapie, z.B. bei Patienten mit Gelenksknorpeldefekten, Anwendung.

Zum Einsatz kommt ein mit neuester Technik ausgestatteter Storz HD Turm sowie verschiedene Spezialoptiken mit Durchmessern von 1,9 mm bis 2,7 mm.

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Frakturversorgung

 
 

Bei der Behandlung von Patienten mit Frakturen muss zuerst das Gesamtbild des Patienten erfasst und in der Folge ein darauf abgestimmter Behandlungsplan erstellt werden. Primär erfolgt die Stabilisierung des Patienten und die Behandlung von lebensbedrohlichen Verletzungen. Insbesondere Lungenverletzungen und Verletzungen von inneren Organen sind häufige Begleitverletzungen bei Patienten mit Frakturen nach Trauma.

Bedingt durch die unterschiedlichen Patientengrößen und die Vielzahl an Frakturmöglichkeiten umfasst die Versorgung von Knochenbrüchen bei Kleintieren einen weiten Themenbereich. An der Kleintierchirurgie der Vetmeduni Vienna werden alle gängigen Frakturversorgungstechniken wie Verplattung, Nagelung, Verschraubung und externe Fixation gemäß den neuesten Standards der Medizin angeboten. Durch die große Auswahl an lagernden Implantaten ist die optimale Versorgung der Patienten zu jedem Zeitpunkt gewährleistet.

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Operationen am Kniegelenk

 
 
Das Kniegelenk in der Seitenansicht. Das vordere Kreuzband ist gerissen und der Oberschenkel- knochen übt Druck auf den Schienbeinkopf aus. Die Menisken werden gequetscht.
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Das Kreuzband

Das vordere Kreuzband stabilisiert zusammen mit dem hinteren Kreuzband, den Seitenbändern, der Gelenkkapsel und der Muskulatur der Hintergliedmaße das Kniegelenk. Wenn das vordere Kreuzband reißt, ist das Kniegelenk instabil und in der Bewegung üben die Rollkämme des Oberschenkelknochens einen starken Schub auf die Oberfläche des Schienbeinkopfes, das Tibiaplateau aus. In Folge kann es zu einer Dehnung der Gelenkkapsel und zur Zerreißung der Menisken kommen. Um das Kniegelenk zu stabilisieren, kann eine so genannte Tibial Plateau Leveling Osteotomie (TPLO), ein operativer Eingriff am Knie, durchgeführt werden.

 
Das Wagenmodell: auf der schiefen Ebene muss der Wagen durch ein Seil gehalten werden und drückt auf den Bremsklotz.
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Das Wagenmodell: die schiefe Ebene ist angehoben und Seil und Bremsklotz sind zur Fixierung des Wagens nicht mehr nötig.
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Die Operation

Ziel der Operation ist das Ausgleichen der Neigung des Tibiaplateaus. Damit wird der Schub auf das Tibiaplateau verringert und das Kniegelenk ist während der Bewegung stabil. Das vordere Kreuzband ist somit nicht mehr nötig.

Der Vorgang lässt sich mit einem Wagen vergleichen, der auf einer schiefen Ebene steht und mit einem Seil befestigt ist. Der Wagen stellt dabei die Rollkämme des Oberschenkelknochens dar, das Seil soll für das Kreuzband und die schiefe Ebene für das Tibiaplateau stehen. Der Wagen versucht die Ebene herab zu rollen und übt einen Zug auf das Seil aus. Wird die schiefe Ebene angehoben hat der Wagen nicht mehr die Tendenz herab zu rollen, das Seil zum halten des Wagens ist nicht mehr nötig.

Bei der Operation wird das Kniegelenk eröffnet. Die Reste des Kreuzbandes werden entfernt. Sind die Menisken verletzt, müssen sie teilweise entfernt werden.

Anschließend wird mit einer Säge ein halbkreisförmiger Schnitt durch den Schienbeinkopf gelegt. Der Schienbeinkopf und das Tibiaplateau werden rotiert und das Tibiaplateau angehoben. Der Schienbeinkopf wird mit einer Metallplatte in dieser Position fixiert.

 
Das Kniegelenk nach der Operation. Das Tibiaplateau ist angehoben. Die Metallplatte hält den Schienbeinkopf in Position.
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Nach der Operation

Der Hund beginnt meist 24 Stunden nach der Operation das Bein vorsichtig zu belasten, zwei Wochen nach der Operation kann das Bein gut belastet werden. Eine Röntgenuntersuchung erfolgt sechs bis acht Wochen nach der Operation, die vollständige Heilung ist nach zwei Monaten zu erwarten. Anschließend sollten einmal jährlich Röntgenuntersuchungen des Kniegelenks erfolgen.

 

Welche Komplikationen können auftreten?

Wie bei jedem operativen Eingriff sind auch hier Komplikationen nicht ausgeschlossen. Nach der Operation kann es zu einer Infektion des Kniegelenks kommen. Die Schrauben und die Metallplatte können sich lockern, der Schienbeinkopf kann brechen und das gerade Kniescheibenband kann gezerrt werden.

 

Operationen am Hüftgelenk

 

Was ist Hüftgelenksdysplasie?

 

 
 

Die Hüftgelenkdysplasie oder "HD" ist eine schwere pathologische Veränderung, welche die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit eines Hundes stark beeinträchtigen kann.

normale Hüftgelenke
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dysplastische Hüftgelenke
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Hüftgelenk mit Arthrose
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Wann ist eine Diagnose möglich?

 

 
 

Die Dysplasie ist zum Zeitpunkt der Geburt des Welpen noch nicht vorhanden - sie bildet sich während des Wachstums aus. Eine definitive Aussage über die Freiheit von HD ist erst am Ende der Wachstumsphase des Skeletts möglich (bei den meisten Rassen ab einem Jahr und 1,5 Jahren bei Riesenrassen). Während eine HD Freiheit also erst am Ende der Wachstumsphase attestiert werden kann, ist es bereits im Laufe der Wachstumsphase möglich eine sich entwickelnde Dysplasie des Hüftgelenks festzustellen. Die ersten Veränderungen am Knorpel zeigen sich zwischen 3 und 4 Monaten. Selten zeigen diese jungen Hunde eine Lahmheit, dass liegt einerseits am noch geringen Körpergewicht des Hundes und andererseits an der anfänglich noch vorhandenen Fähigkeit des Gelenksknorpels Verletzungen zu tolerieren.
Darum sollte jeder Hundewelpe, der zu einer Rasse mit erhöhtem Risiko gehört, früh untersucht werden, um eine potentielle Prädisposition zur Hüftgelenkdysplasie festzustellen und ihr Fortschreiten einzuschränken.

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Wie funktioniert die frühe HD-Diagnostik?

 

 
 

Ein einfaches Röntgenbild ohne genaue Untersuchung der Lockerheit des Gelenkes erlaubt keine vertrauenswürdige Prognose und führt oft dazu, dass auch Junghunde für HD-frei erklärt werden, die später eine schwere Form der Hüftgelenksdysplasie entwickeln.
Die frühe Beurteilung des Hüftgelenks sollte im Rahmen einer speziellen klinisch orthopädischen Untersuchung und einer statischen und dynamischen Röntgenuntersuchung stattfinden. Ziel ist es die ersten Anzeichen der Krankheit zu erkennen und die Form und Lockerheit des Gelenks zu quantifizieren.

 

Therapie

 

 
 
DAR-Aufnahme (Beurteilung des Pfannendaches)
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Frog-Aufnahme (Beurteilung der Pfannentiefe)
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In leichten Fällen ist es möglich über die Haltungsbedingungen/Management des Welpen während der Wachstumsphase einzugreifen, mit Verhaltensrichtlinien und Kontrolle der Fütterung.
In mittelgradigen Fällen kann es angezeigt sein chirurgisch einzugreifen, wobei die Operation bei sehr jungen Hunden weniger invasiv ausfällt als die Operation, die später nötig ist um die Tendenz zur HD rückgängig zu machen.
In hochgradigen Fällen kann aggressivere Chirurgie notwendig sein um die Entwicklung einer Arthrose zu verhindern oder zu reduzieren.

Erkennt man die Krankheit in ihrem Anfangsstadium ist es möglich die Entwicklung des Hüftgelenks zu steuern und so fortschreitende Knorpelschäden und die folgende arthrotischen Degenerationserscheinungen zu reduzieren oder ganz zu vermeiden.

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Mehr über HD
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(Weiterleitung auf die eigene Website der Kleintierchirurgie Vetmeduni Vienna)

 
 

Endoskopie (minimal invasive Chirurgie)

Ein Endoskop ist ein Gerät, mit dem Körperhöhlen untersucht werden können. Ursprünglich für die humanmedizinische Diagnostik entwickelt, ermöglicht es heute den direkten, optisch kontrollierten Zugang zu einer Vielzahl von inneren Organen ohne offenen chirurgischen Eingriff.

Der Bereich der Kleintierendoskopie hat sich heute zu einem sehr vielfältigen Gebiet entwickelt, mit Indikationen in der Diagnostik, Chirurgie und Orthopädie. Die Kleintierchirurgie der Vetmeduni Vienna bietet ein breites Spektrum an Operationen für die verschiedenen Indikationen an.

 

Laparoskopie (endoskopische Untersuchung der Bauchhöhle)

Die häufigsten Indikationen für die Laparoskopie bei Hunden sind heute Biopsien von Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse oder von Tumoren. Andere diagnostische Indikationen sind Bauchtraumata, Nachuntersuchungen und röntgenologisch sichtbare Veränderungen. Laparoskopische Chirurgie wird zum Beispiel für Ovarektomien (Kastration von Hündinnen) durchgeführt.

Die Kleintierchirurgie der Vetmeduni Vienna bietet neben der herkömmlichen Endoskopie mit 2-3 Minizugängen auch eine 1-Loch Technik an. Dieses neue Verfahren gelangt routinemäßig zum Beispiel bei der Kastration von Hündinnen zum Einsatz. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass nur ein ca. 1cm langer Schnitt gesetzt werden muss um die gesamte Operation durchzuführen.

 

Cystoskopie (endoskopische Untersuchung der Harnröhre und der Harnblase)

Diese Untersuchung ist bei einer großen Anzahl von Kleintierpatienten mit chronischer Harnblasenentzündung, verändertem Harn oder Harnabsatz, Traumata oder abnormen röntgenologischen Befunden angezeigt. Im Zuge der Untersuchung können sowohl Proben entnommen, als auch Missbildungen, wie ektopische Harnleiter, oder Tumore diagnostiziert werden.

 

Otoskopie (endoskopische Untersuchung der Ohren)

Die Häufigkeit von Erkrankungen des äußeren Gehörganges beim Hund und die leichte Zugänglichkeit machen die Endoskopie in diesen Fällen zu einer idealen Untersuchungsmethode. Im Zuge der endoskopischen Untersuchung wird der gesamte Gehörgang gereinigt, das Trommelfell inspiziert und - falls notwendig - Proben zur weiteren Untersuchung entnommen.

 

Rhinoskopie (Nasenspiegelung)

Die Rhinoskopie kann bei Hunden und Katzen mit verschiedenen Symptomen angezeigt sein, z.B. bei Nasenausfluss, chronischem Niesen, Nasenbluten, Fremdkörperverdacht und röntgenologisch sichtbaren Veränderungen.

 

Thorakoskopie (endoskopische Untersuchung des Brustraumes)

Diese minimalinvasive Technik ermöglicht einen diagnostischen und therapeutischen Zugang, ohne dass der Brustkorb ganz eröffnet werden muss. Die Visualisierung der Strukturen im Brustkorb ist durch die Vergrößerung und die gute Beleuchtung durch das Thorakoskop oft einer normalen Eröffnung des Brustkorbes (Thorakotomie) überlegen. Postoperativ haben die Tiere weniger Schmerzen als nach einer Thorakotomie, was diese Methode für Biopsieentnahme, Tumorstaging sowie chirurgischen Interventionen wie Perikardektomien, Lungenlappenresektionen, Fremdkörper- oder Tumorentfernung attraktiv macht.

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Neurochirurgie

Die Neurochirurgie umfasst alle Operationen im Bereich des Gehirns, des Rückenmarks und der Nerven. Die häufigsten Indikationen für neurochirurgische Eingriffe sind Bandscheibenvorfälle, Kopf- und Wirbelsäulentraumata, Tumore und angeborene Missbildungen im Bereich der Halswirbelsäule.

Die Kleintierchirurgie, Augen- und Zahnheilkunde der Vetmeduni Vienna bietet in Zusammenarbeit mit dem Institut für Bildgebende Diagnostik 54, der Ambulanz für Neurologie der Abteilung Interne Medizin Kleintiere 55 und der Ambulanz für Physiotherapie und Akupunktur 56 ein umfassendes Programm von der Diagnose über den chirurgischen Eingriff bis zur postoperativen Rehabilitationstherapie.

 

Bandscheibenvorfall

Bandscheibenvorfall ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen beim Hund (betrifft etwa 2% von allen Erkrankungen).

Unter einem Bandscheibenvorfall versteht man die komplette oder teilweise Verlagerung der Bandscheibe, die meist durch eine Degeneration der Bandscheibe (mit dem Alter ändert sich die Konsistenz der Bandscheibe), seltener durch ein Trauma verursacht wird. Ursächlich wird eine genetische Prädisposition vorausgesetzt, ob auch physische Belastungen eine Rolle spielen, ist schwierig zu beurteilen. Meistens tritt der Vorfall sehr plötzlich auf, wenn der Hund springt oder eine abrupte Bewegung beim spielen macht.

Etwa 84-86% kommt im thorakolumbalen Bereich vor, davon 75% zwischen Th11-L2.

Die klinischen Symptome (von Schmerzen bis zur Lähmung) hängen von verschiedenen Faktoren ab:

  • Menge des ausgetretenen Bandscheibenmaterials
  • Kraft, mit der Bandscheibenmaterial in den Wirbelkanal eindringt.

Um die Diagnose, den Behandlungsplan und die Prognose stellen zu können müssen verschiedene klinische und spezielle Untersuchungen ausführlich durchgeführt werden.

Nach der Lokalisation des Problems in der Wirbelsäule und/oder im Rückenmark (klinisch-neurologische Untersuchung) sind Spezialuntersuchungen nötig, um die Natur der Läsion näher zu charakterisieren. Diese sind in erster Linie Bildgebende Verfahren. In einem Leerröntgen (einfache Rö-Untersuchung) können schon einige Veränderungen sichtbar gemacht werden (z.B. Frakturen/Luxationen, Veränderungen der Wirbelstruktur, Missbildungen). Ist die Diagnosestellung mit dieser Technik nicht möglich, bzw. muss das Ausmaß einer Rückenmarkserkrankung näher festgestellt werden, wird die Diagnostik erweitert: Entnahme und Untersuchung des Liquor cerebrospinalis (Gehirnflüssigkeit) dient der Feststellung einer primären entzündlichen Erkrankung bzw. einer sekundären entzündlichen Reaktion (Tumor, Bandscheibenerkrankungen). Mithilfe des CT, MRI und der Myelografie (Kontrastmittelstudie des WS-Kanals) bzw. Myelo-CT kann in den meisten Fällen die Läsion charakterisiert werden. Sollte das nicht der Fall sein, bzw. tauchen unsichere Befunde auf, kann die Biopsie weitere Aufschlüsse liefern oder die Diagnose muss als klinische Verdachtdiagnose im Ausschlussverfahren gestellt werden (Rückenmarkinfarkt, degenerative Rückenmarkserkrankungen).

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Klinische Klassifikation:

  • Grad 1.
    - nur Schmerzen
  • Grad 2.
    - Schmerzen, Propriozeptionsdefizite, Ataxie, Parese
  • Grad 3.
    - Parese, nicht mehr gehfähig
  • Grad 4.
    - Paraplegie, Tiefensensibilität vorhanden
  • Grad 5.
    - Paraplegie, ohne Tiefensensibilität

Die Prognosestellung erfolgt nach Art der Läsion, aber auch nach den klinischen Symptomen (Lokalisation und Ausmaß der Gewebezerstörung). Bei vollständiger Lähmung und abwesenden Reflexen ist die Prognose generell vorsichtiger zu stellen. Zur Prognosestellung dient auch die Beurteilung der Schmerzempfindung: ist keine Schmerzempfindung mehr vorhanden, ist die Prognose als vorsichtig bis schlecht zu bezeichnen. Ausnahmen sind akute Zustände, die mit starker Flüssigkeitsansammlung im Rückenmark einhergehen.

Generell führt eine Kompression des Rückenmarks zu Durchblutungsstörungen und Hypoxie (Sauerstoffmangel) der Nervenzellen. Die Reversibilität des Rückenmarkschadens ist indirekt proportional zur Dauer der Kompression. Ein "Absterben" von Nervenzellen kann relativ rasch entstehen und ist nicht mehr rückgängig zu machen.

Therapie:

Die Behandlung kann konservativ oder chirurgisch erfolgen.

Konservative Behandlung

ist sinnvoll nur bei Hunden mit leichter Symptomatik. Mit absoluter Boxenruhe hofft man auf Bildung einer Fibrose und Vernarbung des vorgefallenen Materials. Das Tier wird in einem engen Käfig oder einem sehr engen Raum gehalten, damit es so viel wie möglich liegt. Dreimal am Tag lässt man den Hund für kurze Zeit aus dem Käfig, damit er Urin und Kot absetzen kann. Diese Bewegungseinschränkung sollte mindestens 3-4 Wochen dauern; danach sollte wieder langsam mit der Bewegung begonnen werden. Am besten wäre ein stationärer Klinikaufenthalt. Bei kleinen Hunden besteht die Möglichkeit, die Boxenruhe zu Hause in einer Transportbox zu gewährleisten. Während der Immobilisierungsperiode ist eine Verabreichung vom Schmerzmittel anzuraten. Diese medikamentöse Therapie ist nur sinnvoll, wenn das Tier absolut ruhig!! gehalten wird. Durch die Verminderung der Schmerzen könnte sich der Hund zu heftig bewegen und so die Situation drastisch verschlimmern.

Chirurgische Behandlung

besteht in der Dekompression des Rückenmarks durch Eröffnung des Wirbelsäulenkanals. Verschiedene Techniken wurden beschrieben, prinzipiell erlauben sie den Sitz der Kompression zu erreichen und das vorgefallene Material aus dem Wirbelkanal zu entfernen. Eine intensive Betreuung einschließlich Physiotherapie ist nach der Operation notwendig.

Bei Hunden bei denen seit mehr als 48 Stunden keine Schmerzempfindung mehr vorhanden ist, wird von einem chirurgischen Eingriff abgeraten.

Das auftreten von weiteren Bandscheibenvorfällen ist möglich. Besonders die vor und hinter der Operationsstelle liegenden Bandscheiben sind gefährdet, da sie die Funktion der fehlenden übernehmen müssen.

 

 

Prognose

 

konservativ %chirurgisch %
Grad I.10097
Grad II.8495
Grad III.8493
Grad IV.8195
Grad V.764 (bis 48 h.)
Rezidive40-503-23

 
 

Notfallchirurgie

Unter den Begriff Notfallchirurgie fallen alle chirurgischen Eingriffe, die ohne längere Operationsplanung - meist innerhalb der ersten Stunden nach der Vorstellung des Patienten - durchgeführt werden.

Die Gründe für Notoperationen sind variabel. Lebensbedrohliche Erkrankungen wie Magendrehungen oder Darmverschlüsse, aber auch akute Erkrankungen, die im zeitlichen Verlauf zu dauerhaften Schäden an einzelnen Organen oder Organsystemen führen - zum Beispiel Bandscheibenvorfälle - können eine umgehende chirurgische Versorgung notwendig machen.

Das primäre Ziel der Notoperation ist somit in den meisten Fällen das Überleben des Patienten bzw. die Sicherstellung einer möglichst raschen Behebung der Organschädigung. Vor der Operation erfolgt, je nach Zustand des Patienten, eine Kreislaufstabilisierung und die für die Operation bzw. die Narkose notwendigen Untersuchungen (Blutuntersuchungen, Röntgen usw.) Erst wenn der Kreislauf bzw. der Allgemeinzustand des Patienten soweit hergestellt bzw. der Patient "narkosefähig" ist, wird die Narkose eingeleitet und der Patient nach der OP-Vorbereitung in den Operationssaal verbracht. Vor allem nach Notoperationen ist die optimale Nachversorgung des Patienten oft ein entscheidender Faktor des Behandlungserfolges.

Die Kleintierchirurgie der Vetmeduni Vienna bietet zusammen mit der Klinik für Anästhesie und perioperative Intensivmedizin 365 Tage pro Jahr / 24 Stunden pro Tag ein optimales Service von der Erstversorgung durch unsere Notambulanz, über die Operation, bis hin zur Nachbetreuung in unserer Intensivstation.

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Services der Kleintierchirurgie

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