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Wir trauern um Friedrich Bauer

Unser Kollege und Freund Univ.-Prof.Dipl.-Ing.Dr. techn. Friedrich Bauer ist am 25. Februar 2021 plötzlich und unerwartet verstorben.

Fritz Bauer schloss das Studium der Bio- und Lebensmittelchemie 1977 ab und promovierte 1982. Er begann seine wissenschaftliche Tätigkeit 1978 am Institut für Fleischhygiene der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Diesem Institut blieb er nicht nur bis zur Pensionierung treu, sondern wirkte auch in Lehre und Forschung bis zuletzt mit. Als Universitätslehrer war er auch im Department für Ernährungswissenschaften der Universität Wien lange Jahre tätig.

Sein wissenschaftliches Interesse deckte ein breites Spektrum der Lebensmittelchemie ab. Während frühe Arbeiten sich mit Nachweismethoden für Lebensmittelzutaten und –zusätzen befassten, wandte sich sein Interesse bald der Tierartenidentifizierung in Fleischwaren zu, worüber er auch 1992 seine Habilitationsarbeit verfasste. Wesentliche Arbeiten für dieses Thema konnte er während eines Forschungsjahres 1986–1987 an der Bundesanstalt für Fleischforschung in Kulmbach (Deutschland) durchführen. Die dort geschlossenen Freundschaften überdauerten die Jahre.

In den folgenden Jahrzehnten wurde von ihm die Bildung von Eiweißabbauprodukten – „biogenen Aminen“ – in Lebensmitteln erforscht, die Bedeutung als Indikatoren für Frische oder Verderb von Lebensmitteln haben, aber auch gesundheitliche Beeinträchtigungen auslösen können. Zahlreiche Veröffentlichungen, Präsentationen und betreute Dissertationen und schließlich die Mitwirkung in zwei EU-Projekten zeugen von seiner bis zuletzt großen Begeisterung für dieses Forschungsgebiet, wobei er an der Vernetzung der Sichtweisen der Lebensmittelhygiene und der Physiologie wesentlich mitwirkte.

Der zweite große Forschungszweig war das Studium der Fettoxidation in Lebensmitteln, mit einem Schwerpunkt auf pro-oxidativen Faktoren. Den antioxidativen Effekt des Pökelns hat er nicht nur erforscht, sondern dieses Wissen vielen Studierenden vermittelt.

Seine Tätigkeit als Lebensmittelgutachter (seit 1993) und seit 2000 als Mitglied der Kommission zur Herausgabe des Lebensmittelbuches, Vorsitzender der Unterkommission „Fleisch- und Fleischerzeugnisse“, als Vorstands- und Beiratsmitglied wissenschaftlicher Gesellschaften hat ihn zum Fachmann in allen Facetten der Fleischwissenschaft und -wirtschaft gemacht. Das Netz von beruflichen Bekanntschaften und echten Freundschaften reichte dabei weit über Österreich hinaus. So war er auch als Delegierter der Europäischen Vereinigung für Chemische und Molekulare Wissenschaft und als Vorsitzender der Sektion Lebensmittelchemie des „Liaison Centre for the Meat Processing Industry in the EU“ (CITRAVI) tätig.

Seine Expertise wurde auch von der Deutschen Landwirtschaftlichen Gesellschaft (DLG) geschätzt, die ihn als ersten Österreicher zum wissenschaftlichen Leiter der DLG-Qualitätsprüfung für die Produktgruppe der Kochwürste und -schinken ernannte und ihn 2012 mit einer Ehrenmedaille würdigte. Sein Blick für das Wesentliche, seine Besonnenheit und Bescheidenheit haben ihn ausgezeichnet.

In all diesen Jahren war Fritz Bauer ein vorbildlicher und uneigennütziger Mentor, hat viele Studierende, DiplomandInnen und DissertantInnen ausgebildet, ihnen ein tiefgreifendes Verständnis vermittelt und war uns allen als immer hilfsbereiter Kollege bekannt. Wir werden ihn als Freund und Kollegen vermissen.

Unser Mitgefühl gilt auch den Angehörigen, aus deren Mitte er unvermittelt gerissen wurde. Der anlässlich des Eintretens geäußerte Wunsch „ad multos annos“ ist leider nicht wahr geworden. Umso mehr werden wir uns bemühen, dem Verstorbenen ein ehrendes Andenken zu bewahren.

Text von Gabriele Flekna, Friederike Hilbert, Peter Paulsen im Namen aller Kolleginnen und Kollegen.

Link zur VetDoc: CV, Publikationen, Präsentationen, betreute Hochschulschriften von Friedrich Bauer 

Wir trauern um Hans Hiesberger

Unser liebenswerter Kollege und Freund, Dr. med.vet. Johann Hiesberger, ist am 30.01.2008 nach schwerem Leiden im 52. Lebensjahr von uns gegangen.

Er war durch das Studium der Veterinärmedizin, seine Assistententätigkeit an den Instituten Milch- und Fleischhygiene, sowie die Betreuung diverser wissenschaftlicher Projekte am ehemaligen Institut für Fleischhygiene eng mit unserer Universität verbunden.

Seine Verlässlichkeit und hohe Intellektualität machten ihn zu einer wichtigen Stütze des Instituts. Seine Liebenswürdigkeit und Loyalität verbunden mit großer Bescheidenheit waren typisch für den Menschen Hans Hiesberger. Er hinterlässt eine große Lücke. Ruhe in Frieden lieber Hans.