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Die reproduktiven Vorteile von großen männlichen Fischen

Bei Moskitofischen aus der Gattung Gambusia sind die Männchen kleiner als die Weibchen – manchmal nur halb so groß. Biolog*innen sind bisher davon ausgegangen, dass kleinere Männ-chen zumindest teilweise Vorteile bei der Fort-pflanzung haben. Forschende des Transregio-Sonderforschungsbereichs NC3 der Universität Bielefeld, unter ihnen auch Bora Kim die nun am Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhalentsforschung forscht, haben nun in einer Übersichtsarbeit nachgewiesen, dass sich größere Moskitofisch-männchen jedoch besser fortpflanzen können: Sie können sich zum Beispiel besser gegen Rivalen durchsetzen, produzieren mehr Spermien und werden von den Weibchen bevorzugt. Ihre Ergebnisse stellen die Wissenschaftler*innen heute (7. Juli) in der Fachzeitschrift Journal of Animal Ecology vor.

Der Artikel "Male size and reproductive performance in three species of livebearing fishes (Gambusia spp.): a systematic review and meta-analy-sis" von Bora Kim, Nicholas Patrick Moran, Klaus Reinhold, Alfredo Sánchez-Tójar ist im Juli im Journal of Animal Ecology erschienen.

2021-07-07

 

Sechs Seeadler besendert – Population im Aufwind

Vor 20 Jahren galt Österreichs Wappentier hierzulande noch als ausgerottet. Mittlerweile ist die Seeadler-Population auf etwa 45 Brutpaare angewachsen. Ein großer Naturschutzerfolg, der auf den strengen europaweiten Schutz zurückgeht. Wesentlicher Bestandteil davon ist das Forschungs- und Schutzprogramm der Naturschutzorganisation WWF (World Wide Fund for Nature). Im Rahmen dessen konnten heuer sechs Jungadler in Niederösterreich und im Burgenland mit GPS-GSM-Sendern ausgestattet werden. Wichtige Kooperationspartner bei der Besenderung der heurigen Jungtiere sind der Nationalpark Donau-Auen und die Esterhazy Betriebe GmbH. Gemeinsam mit dem WWF wurde an drei Standorten besendert – in den Donau-Auen, westlich des Neusiedlersees entlang des Leithagebirges sowie im Reservat des WWF in den March-Thaya-Auen. 

Die federleichten Telemetrie-Datenträger beeinflussen die Adler nicht in ihren Bewegungen und fallen nach drei bis vier Jahren von selbst wieder ab. Zusätzlich an den Beinen befestigte Ringe der Österreichischen Vogelwarte sorgen dafür, dass die Tiere ein Leben lang identifiziert werden können.

Zur Pressemeldung des WWF

2021-06-22

Fitte Zugvögel: Gezielter Schutz der Brustmuskulatur

Einem Schutzmechanismus von Zugvögeln ist nun ein europäisches Forschungsteam unter Leitung der Vetmeduni Vienna (Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung) auf die Spur gekommen. Demnach sind Wachteln in der Lage, ihre Brustmuskeln bei ihren Wanderungsflügen gezielt vor oxidativem Stress zu schützen. Die ForscherInnen gehen davon aus, dass dieser Mechanismus ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die Zugvögel ihre weiten Flüge überhaupt erfolgreich bewältigen können.

Der Artikel „Controlled expression of the migratory phenotype affects oxidative status in birds“ von Valeria Marasco, Manrico Sebastiano, David Costantini, Gianni Pola und Leonida Fusani wurde im Journal of Experimental Biology veröffentlicht.

2021-03-30

 

Wanderungen österreichischer Mönchsgrasmücken enträtselt

Die Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla) ist in Europa – und auch in Österreich – eine der häufigsten Singvogelarten. In ihrem Verbreitungsgebiet zeigen die kleinen Vögel eine Vielzahl an unterschiedlichen Wanderungsstrategien.  Ivan Maggini und Wolfgang Vogl, Experten der Österreichischen Vogelwarte (Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung, Vetmeduni Vienna), untersuchten in Kooperation mit KollegInnen aus Deutschland (Max-Planck-Institut für Evolutionäre Biologie, Plön) diese Wanderungsstrategien mittels Geolokatoren, die am Körper der Vögel angebracht werden. Bei der Studie fanden die WissenschaftlerInnen heraus, dass einige Populationen der Mönchsgrasmücke in Großbritannien überwintern. Es scheint, dass Mönchsgrasmücken die günstigeren Klimabedingungen in Großbritannien sehr schnell entdeckt und ihr Wanderungsverhalten innerhalb kurzer Zeit entsprechend angepasst haben.

Laut Maggini und Vogl zeigt diese Untersuchung, wie die weit verbreitete Mönchsgrasmücke dabei hilft, die Flexibilität und das Anpassungsvermögen von ziehenden Vogelarten an sich rasch ändernde Umweltbedingungen zu verstehen.

Der Artikel “Individual variability and versatility in an eco-evolutionary model of avian migration” von Delmore K. et al. wurde in Proceedings of the Royal Society B veröffentlicht.

2021-03-22