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Alte Wiener Bäume tun dem Habichtskauz gut

Seit 20 Jahren geht es mit dem Habichtskauz in Österreich wieder aufwärts. Diese große charismatische Eulenart wurde Mitte des 20. Jahrhunderts im ganzen Land als ausgestorben deklariert - aufgrund von Habitatsverlust und Abschüssen. Derzeit gibt es wieder in etwa 45 brütende Paare in freier Wildbahn, davon ca. ein Drittel in Wien.

Diese erfreuliche Entwicklung ist das Resultat eines von Dr. Richard Zink im Jahr 2009 initiierten Wiederansiedelungsprojekts, das äußerst erfolgreich verläuft. Seit Projektstart wurden 460 Jungvögel aus Zucht freigelassen. Begleitet wird das Projekt von einem kontinuierlichen Monitoring-Programm, bei dem auch der genetische Fingerabdruck jedes Tieres in einer Datenbank gespeichert wird. So können auch individuelle Vögel im Freiland beobachtet und ihr Bruterfolg dokumentiert werden. Webcams gewähren Einblicke in Nistkästen, und Fußringe mit Sendern ermöglichen die Nachverfolgung der Bewegungen der Tiere. Manche von ihnen fliegen bis zur tschechisch-bayerischen Grenze oder nach Slowenien und finden dort Anschluss an bestehende Habichtskauzpopulationen. Diese Vermischung ist wichtig, um die genetische Vielfalt, und damit die Resilienz der österreichischen Population, zu erhöhen.

In Wien geht es den Eulen besonders gut. Im Lainzer Tiergarten, wo es viel alten Baumbestand gibt, findet der Habichtskauz ideale Brutbedingungen, denn die Eulen nisten gerne in Baumhöhlen. Aber auch in anderen Gebieten, wo der Wald weniger naturnah bewirtschaftet wird, haben die Tiere eine neue Chance bekommen.  Richard Zink und sein Team bringen seit 2011 Nisthilfen (ideal sind z.B. ausgediente städtische Müllbehälter, die hoch auf Bäumen montiert werden) im Wienerwald an.

Bis das Überleben der großen Eulen in Österreich langfristig gesichert ist, wird es noch mehrere Jahre dauern, aber die Chancen stehen dank der Bemühungen von Biologen und der hohen gesellschaftlichen Akzeptanz gut.

Mehr Information zum Projekt gibt es auf der Habichtskauz Website.

2021-09-28

 

Sechs Seeadler besendert – Population im Aufwind

Vor 20 Jahren galt Österreichs Wappentier hierzulande noch als ausgerottet. Mittlerweile ist die Seeadler-Population auf etwa 45 Brutpaare angewachsen. Ein großer Naturschutzerfolg, der auf den strengen europaweiten Schutz zurückgeht. Wesentlicher Bestandteil davon ist das Forschungs- und Schutzprogramm der Naturschutzorganisation WWF (World Wide Fund for Nature). Im Rahmen dessen konnten heuer sechs Jungadler in Niederösterreich und im Burgenland mit GPS-GSM-Sendern ausgestattet werden. Wichtige Kooperationspartner bei der Besenderung der heurigen Jungtiere sind der Nationalpark Donau-Auen und die Esterhazy Betriebe GmbH. Gemeinsam mit dem WWF wurde an drei Standorten besendert – in den Donau-Auen, westlich des Neusiedlersees entlang des Leithagebirges sowie im Reservat des WWF in den March-Thaya-Auen. 

Die federleichten Telemetrie-Datenträger beeinflussen die Adler nicht in ihren Bewegungen und fallen nach drei bis vier Jahren von selbst wieder ab. Zusätzlich an den Beinen befestigte Ringe der Österreichischen Vogelwarte sorgen dafür, dass die Tiere ein Leben lang identifiziert werden können.

Zur Pressemeldung des WWF

2021-06-22

Fitte Zugvögel: Gezielter Schutz der Brustmuskulatur

Einem Schutzmechanismus von Zugvögeln ist nun ein europäisches Forschungsteam unter Leitung der Vetmeduni Vienna (Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung) auf die Spur gekommen. Demnach sind Wachteln in der Lage, ihre Brustmuskeln bei ihren Wanderungsflügen gezielt vor oxidativem Stress zu schützen. Die ForscherInnen gehen davon aus, dass dieser Mechanismus ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die Zugvögel ihre weiten Flüge überhaupt erfolgreich bewältigen können.

Der Artikel „Controlled expression of the migratory phenotype affects oxidative status in birds“ von Valeria Marasco, Manrico Sebastiano, David Costantini, Gianni Pola und Leonida Fusani wurde im Journal of Experimental Biology veröffentlicht.

2021-03-30