FWF–Projekt: Immuntherapie bei equinen Tumoren

Motivbild Sarkoide

Multiple Sarkoide auf der Brust eines Warmblut-Wallachs

Der Wissenschaftsfonds FWF hat per Ende Feber 2008 ein vom Departments für Kleintiere und Pferde der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni Vienna) und der Universitätsklinik für Dermatologie der Medizinischen Universität Wien (MUW) eingereichtes dreijähriges „Translational Research Project“ bewilligt. Damit kann sich nun die Antragstellerin und Projektleiterin Dr. Sabine Brandt von der Klinik für Pferde intensiv mit der Etablierung einer Immuntherapie Papillomavirus-induzierter equiner Tumoren befassen.

„2 bis 8 Prozent aller Pferde erkranken an lokal aggressiven Hauttumoren, so genannten Sarkoiden. Obwohl nicht metastasierend, können sie das Wohl und den Nutzen erkrankter Tiere erheblich beeinträchtigen und zu nachhaltigen wirtschaftlichen Schäden führen. Sarkoide werden durch bovine Papillomaviren (BPV) der Typen 1 und 2 induziert, sind schwer zu therapieren und neigen zur Rezidivierung“, erklärt Dr. Brandt. Aus diesem Grund wird bereits seit Mai 2006 an der Klinik für Pferde im Rahmen eines geförderten Projekts erfolgreich an der Evaluierung einer Impfprophylaxe gearbeitet. „Parallel dazu haben wir im September 2007 das nun bewilligte Projekt beim FWF eingereicht, welches darauf abzielt, eine neue Art der Sarkoidtherapie zu entwickeln, die auf das Auslösen einer zellulären Immunantwort gegen das Tumor-induzierende Virus basiert“. Mit Erfolg: Die Förderung dieses Projekt wurde nun in einem Umfang von 249.165 Euro vom FWF bewilligt.

Das Translational Research Project wird an der Klinik für Pferde, kooperierenden VUW-Instituten sowie dem AKH Wien mit fachlicher Unterstützung der Firma Greenhills Biotechnology durchgeführt und beinhaltet eine Dissertanten- sowie eine halbe Postdoc-Position. „Im Wesentlichen besteht die Hauptherausforderung darin, die transformierenden Onkogene des BPV in einen viralen Expressionsvektor einzubauen. Eine Studie in gesunden Pferden soll im Anschluss die postulierte Unbedenklichkeit der verschiedenen Konstrukte untermauern und Aufschlüsse hinsichtlich der Immunantwort geben, welche durch die verschiedenen Vakzinekandidaten induziert wird. Im Hamstermodell soll dann die immuntherapeutische Wirkung der Konstrukte in variabler Kombination untersucht werden. Die viel versprechendsten Vakzine-Kandidaten sollen im Anschluss bei austherapierten Sarkoidpferden eingesetzt werden. Erhaltene Erkenntnisse sollen in die Erforschung und Therapie humaner, Papillomavirus-induzierter Tumoren einfließen“, so die Expertin abschließend.

Weiterführende Informationen:

Brandt, S., Haralambus, R., Schoster, A., Kirnbauer, R., and Stanek, C. Peripheral blood mononuclear cells represent a reservoir of bovine papillomavirus DNA in sarcoid-affected equines. J. Gen. Virol., in press (impact factor 3,11).

Brandt, S., Haralambus, R., Shafti-Keramat, S., Steinborn, R., Stanek, C., and Kirnbauer, R. A subset of equine sarcoids harbours viral capsid protein-associated BPV-1 DNA. Virology, in press, Epub ahead of print: 2008 april 3 (impact factor 3,75)

(Web-Redaktion am 22.04.2008)

Kategorie: Lehre, Forschung [Link 1], Startseite, Tierspital

Acrobat Reader zum Anzeigen von PDF Dokumenten hier kostenlos downloaden [Link 7]