Erste Veterinärsachverständigen-Tagung in Österreich

Organisator Alexander Trittthart begrüßt im Festsaal der Vetmeduni Vienna die 140 TeilnehmerInnen der ersten Veterinärsachverständigen-Tagung Österreichs. (Foto: © vet.event)

Organisator Alexander Trittthart begrüßt im Festsaal der Vetmeduni Vienna die 140 TeilnehmerInnen der ersten Veterinärsachverständigen-Tagung Österreichs. (Foto: © vet.event

Von 20. bis 21. Oktober 2016 fand im Festsaalgebäude der Veterinärmedizinischen Universität Wien die erste Tagung für Veterinärsachverständigen in Österreich statt. Die 140 teilnehmenden AmtstierärztInnen, gerichtlich beeideten Veterinärsachverständigen, TierärztInnen und JuristInnen bildeten sich in zahlreichen Fachvorträgen und Workshops weiter. Für Networking sowie fachlichen und persönlichen Austausch gab es ebenfalls zahlreiche Möglichkeiten.

Für die spezielle Gruppe der Veterinärsachverständigen waren passende Weiterbildungsangebote bis vor Kurzem Mangelware. Ende Oktober 2016 fand die erste österreichische Tagung für Sachverständige im Gebiet der Veterinärmedizin am Campus der Vetmeduni Vienna statt. Organisiert wurden die beiden Tage mit insgesamt 22 ReferentInnen von Alexander Tritthart, selbst Jurist, Veterinärmediziner und Veterinärsachverständiger, und in Zusammenarbeit mit vetevent. „Die Nachfrage an speziellen Fortbildungen für Veterinärsachverständige wurde mir immer wieder in Gesprächen mit meinen Kolleginnen und Kollegen vor Augen geführt. Mit der konkreten Planung dieser Tagung habe ich dann vor zirka eineinhalb Jahren begonnen“, erläutert Tritthart. „Die 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Österreich und Deutschland, die sich über den Stand der veterinärmedizinischen Wissenschaft informieren wollen, verdeutlichen den enormen Bedarf an solchen Weiterbildungen.“

Hilfe bei der rechtlichen Entscheidungsfindung

Veterinärsachverständige müssen, neben einer kommissionellen Prüfung, zehn Jahre Berufserfahrung aufweisen, körperlich und geistig geeignet sowie vertrauenswürdig sein. Sie dienen RichterInnen oder Verwaltungsorganen als Hilfe, um für die Beurteilung notwendige, fachlich komplizierte Sachverhalte verständlich darzulegen. Weiters fungieren sie als hochwertiger Teil der Beweisführung ein einem Prozess.

Veterinärsachverständige gliedern sich in zwei Gruppen: Amts- und Gerichtssachverständige. Grundsätzlich ist jede/r TierärztIn ein/e Sachverständige/r (siehe Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch ABGB §1299) und unterliegt damit in ihrem oder seinem Fachgebiet einem höheren Sorgfaltsmaßstab als DurchschnittsbürgerInnen. Im Zuge eines Verwaltungsverfahrens, zum Beispiel bei einem Fall von Tierhortung (Animal Hoarding), kommen Amtssachverständige, in der Regel AmtstierärztInnen, die den Sachverhalt aufnehmen und begutachten, zum Einsatz. Bei straf- oder zivilrechtlichen Verfahren, wie zum Beispiel bei Schadenersatzforderungen gegen Tierärztinnen und Tierärzte, werden meist allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige vom Gericht zur Begutachtung beauftragt. Diese müssen sich laufend re-zertifizieren, was einen hohen Qualitätsstandard sichert.

Vielfältige Tagungsthemen

Bei der jetzigen ersten Veterinärsachverständigen-Tagung gab es einen allgemeinen Teil Block zu den Themen Sachverständigenhaftung, Begutachtung und aktuellen Entscheidungen am ersten Veranstaltungstag. Der zweite Tag teilte sich in spezielle Workshops und Vorträge für Amts- und Gerichtssachverständige.

Der Block für Gerichtssachverständige enthielt zahlreiche Vorträge von LeiterInnen der Universitätskliniken der Vetmeduni Vienna, meist zur „lex artis“-Situation, also zum aktuellen Sorgfaltsmaßstab, in ihrem jeweiligen veterinärmedizinischen Fachgebiet.

Für Amtssachverständige gab es unterschiedlichste Themen, beispielsweise von der Rechtslage bei Tierschutzvergehen, Qualzucht, über Aktuelles rund um die Biene und die Unterbringung gefährlicher Reptilien bis hin zum Stallklima in der Landwirtschaft.

Die Tagung entstand in Kooperation mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien, dem Österreichischen Verband für AmtstierärztInnen (ÖVA), dem Hauptverband der Gerichtssachverständigen und VMM – Veterinär Medizin Management. Künftig soll die Tagung im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfinden, das nächste Mal also 2018.

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