Sakerfalken nehmen Nisthilfen auf Strommasten gut an

11.03.2015 - BirdLife, die Austrian Power Grid AG (APG) und die Vetmeduni Vienna betreiben seit Jahren ein Sakerfalken-Artenschutzprojekt. Im Rahmen des Projekts werden Nisthilfen auf Strommasten im Burgenland und in Niederösterreich montiert. Die Brutplätze scheinen sehr beliebt zu sein. 2014 wurde ein neues Rekordjahr: 31 Sakerfalken-Brutpaare brachten es auf 47 Jungvögel. Und die neue Brutsaison 2015 hat bereits begonnen. Die bedrohte Vogelart ist in Österreich wieder heimisch.

Mitte der 1970er-Jahre galt der Sakerfalke in Österreich beinahe als ausgestorben. Mittlerweile konnte durch ein Artenschutzprojekt der Bestand auf gutem Niveau stabilisiert werden. Als ursprünglicher Steppenvogel ist dieser Großfalke auf weite und nahrungsreiche Ebenen angewiesen. Erschwerend für die Reproduktion: Sakerfalken bauen selbst keinen Horst, sondern nutzen verlassene Nester anderer Arten mit Überblick auf die Umgebung. Aufwind für die positive Entwicklung der heimischen Sakerfalken-Population hat in den letzten Jahren vor allem die Montage künstlicher Nisthilfen auf Starkstrommasten gebracht.

Die ersten Nisthilfen wurden bereits 2007 montiert. Das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna und BirdLife Österreich führen gemeinsam seit 2010 eine Brutzeiterhebung des Sakerfalken durch. Unterstützt wird das Projekt von der Austrian Power Grid AG (APG), die das Projekt nicht nur finanziert, sondern auch die Montage der Nisthilfen auf ihrem Leitungsnetz ermöglicht.

Im Rahmen des Artenschutzprojekts Sakerfalke werden Nisthilfen auf APG-Stromleitungen im Burgenland und in Niederösterreich montiert. Und die Strommasten scheinen als Brutplätze sehr beliebt zu sein. „Mit Nisthilfen auf den durchschnittlich 50 Meter hohen Leitungsmasten bieten wir der seltenen Falkenart eine sichere Alternative zu ihren natürlichen Brutplätzen“, erklärt Dr. Richard Zink vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna und wissenschaftlicher Leiter des Nisthilfenprogramms den Erfolg der künstlich geschaffenen Brutplätze. „In den Nisthilfen war der Bruterfolg auch im Jahr 2014 wieder erfreulich – fast jeder zweite österreichische Jungfalke flog aus einer der Nisthilfen im APG-Leitungsnetz aus“, so Zink. Horste auf Hochspannungsmasten waren sogar die beliebtesten Brutplätze der seltenen Greifvögel. 14 der 31 gezählten Brutpaare legten ihre Eier in den APG-Nisthilfen ab.

Das erfolgreiche Projekt soll daher fortgeführt werden. Die APG will weiterhin, wo immer dies sinnvoll und möglich ist, Strommasten mit den beliebten Nistplätzen ausstatten. „Es ist uns ein großes Anliegen, unsere Anlagen mit Rücksicht auf Naturräume zu planen und zu bewirtschaften. Es freut uns ganz besonders, wenn wir mit der Montage weiterer Nisthilfen unseren Beitrag zur Förderung des weltweit bedrohten Sakerfalken leisten können“,  meint Sven Aberle, APG-Experte im Bereich des ökologischen Trassenmanagement. „Im Rahmen unseres ökologischen Trassenmanagement untersuchen wir laufend neue Möglichkeiten, den Lebensraum bedrohter Tier- und Pflanzenarten positiv zu beeinflussen. Gemeinsam mit unseren Partnern BirdLife und der Vetmeduni Vienna haben wir noch das eine oder andere neue Schutzprojekt in der Pipeline.“

„Die Entwicklung des Sakerfalken-Bestands in Österreich stimmt uns sehr positiv“, lässt Gábor Wichmann, stellvertretender Geschäftsführer von BirdLife Österreich wissen. „Um dauerhaft erfolgreich zu sein, müssen Artenschutzprojekte nachhaltig angelegt werden. Das Nisthilfen-Projekt als wesentlicher Teil eines in Kooperation mit der APG und der Vetmeduni Vienna ist ein gutes Beispiel für eine langfristig erfolgversprechende Zusammenarbeit, die eine win-win-Situation für alle Partner bedeutet.“

Zum Sakerfalken-Video. [Link 1]

 

Weitere Informationen


 

Pressefotos

Die Nisthilfen werden in durchschnittlich 50 Meter Höhe montiert. (Foto: Franz Kovacs)
Der Sakerfalke gehört weltweit zu den gefährdetsten Greifvogelarten. (Foto: Franz Kovacs)
Der Sakerfalke zählt zu den größten und schwersten Arten innerhalb der Unterfamilie der Eigentlichen Falken. (Foto: Richard Zink/Vetmeduni Vienna)

 

Rückfragehinweis

Dr.rer.nat. Richard Zink
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Dr.rer.nat. Susanna Kautschitsch
T +43 1 25077-1153
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