Publikation: Empfindlichkeit gegen ungerechte Behandlung liegt Wölfen und Hunden im Blut

Nicht nur Hunde, sondern auch Wölfe reagieren, ähnlich wie Menschen oder Primaten, auf ungleiche Behandlung. Das bestätigt eine neue Studie von VerhaltensforscherInnen der Vetmeduni Vienna. Im Versuch weigerten sich Wölfe und Hunde mitzuarbeiten, wenn nur der Partner mit einem Leckerli belohnt wurde oder sie selbst ein minderwertigeres bekamen. Da dieses Verhalten bei Wölfen wie bei Hunden gleichwertig ausgeprägt ist, ist diese Sensibilität gegenüber ungleicher Behandlung kein Effekt der Domestikation, wie bislang vermutet, sondern eine vererbte Fähigkeit gemeinsamer Vorfahren. Die Ergebnisse wurden in Current Biology veröffentlicht.

Weitere Information [Link 1]

 

Kakadus passen auf ihre Werkzeuge auf

Nur wenige Tierarten so wie Neukaledonische Krähen oder einige Primaten können Werkzeuge benutzen. Noch weniger können sie diese selbst herstellen. Eine Vogelart, der Goffin-Kakadu, schafft es dagegen, sich diese beiden Fähigkeiten ohne Erbanlagen selbst beizubringen. Forschende der Vetmeduni Vienna und der Universität Wien zeigten nun, dass die schlaue Papageienart ein weiteres Talent beim Umgang mit Werkzeugen hat.

 

Weitere Informationen  [Link 2]

 

Vortrag bei Open Science: Tierversuche – Fakten, Werte und Konflikte

Samuel Camenzind hielt im Rahmen der Fortbildung für PädagogInnen des Vereins Open Science einen Vortrag zum Thema "Tierversuche für die biomedizinische Forschung aus verschiedenen Perspektiven".
Thema seines Vortrags war, dass die "Notwendigkeit von Tierversuchen" als naturwissenschaftliche, rechtliche oder moralische Notwendigkeit verstanden werden kann, wobei unterschiedliche Ansprüche zum Ausdruck gebracht werden.
Es wurde erläutert, dass die praktische Notwendigkeit der Naturwissenschaft, bestimmte Zwecke (z. B. Wissen) durch bestimmte Mittel (Tierversuche) zu erreichen, alleine noch kein Argument ist, das Tierversuche legitimiert – vielmehr wird dies durch rechtliche und moralische Imperative entschieden. Die Rolle der (Tier-)Ethik besteht unter anderem darin, Transparenz zu schaffen, indem Fakten von (impliziten) Normen und Wertvorstellungen unterschieden werden.

Unterstützt wird Open Science u.a. vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft und der Stadt Wien.

Weitere Informationen zu Open Science [Link 3]

 

Heuschrecke, Zikade, Käfer und Co. am Teller: neue Leitlinie für essbare Insekten des BMGF gemeinsam mit Vetmeduni Vienna

Die einen ekeln sich davor, für andere wiederum sind sie ein wertvolles Nahrungsmittel. Der Trend Insekten als Nahrungs- und Genussmittel für Menschen, statt nur als Tierfuttermittel zu verwenden, hat auch Österreich erreicht. Viele der Tiere gelten aufgrund ihres hohen Nährstoffgehaltes als gesund. Als mögliche, neue Nahrungsmittel müssen sie jedoch zum Schutz der Konsumenten als essbar gekennzeichnet sein und bestimmte Sicherheitskriterien erfüllen. ForscherInnen des Messerli Forschungsinstitutes warnen auch vor dem Allergiepotential von essbaren Insekten. Diese Vorgaben wurden nun vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF) in einer Leitlinie zusammengefasst. Damit kann zukünftig die Sicherheit beim Verzehr der essbaren  Insekten, auch im Hinblick auf bislang unerforschte Allergierisiken, gewährleistet werden.

Insekten werden im europäischen Raum bislang entweder wie die Bienen als nützlich, oder zumeist als ekelig oder lästig empfunden. In anderen Teilen der Welt, wie in Afrika oder Asien, gelten sie dagegen, aufgrund des hohen Eiweißgehalts, als proteinreiche Nahrungsquelle oder Delikatesse. So findet man auf asiatischen Märkten viele Stände, die frittierte Heuschrecken, Zikaden oder Käfer als Snack anbieten. Insekten werden aber mittlerweile auch in Europa und somit Österreich immer öfter als Nahrungs- oder Genussmittel angeboten.

Wie bei jedem Nahrungsmittel müssen jedoch Sicherheit und Verträglichkeit gewährleistet, sowie das Gesundheitsrisiko für den Konsumenten, etwa durch Giftstoffe oder Allergene, abschätzbar sein. Essbare Insekten werden innerhalb der EU als sogenanntes „Novel-Food“ eingestuft, da sie vor dem 15. Mai 1997 nicht in nennenswertem Umfang in der Europäischen Union verzehrt wurden. Ihre Sicherheit muss vor einem Inverkehrbringen erst belegt werden.

Österreichischer Leitfaden für Handel und Verzehr essbarer Insekten
Ganze Insekten und ihr Inverkehrbringen als Lebensmittel fällt erst ab 1. Jänner 2018 unter die Novel Food Verordnung (EU) 2015/2283). Aufgrund einer Übergangsfrist müssen sie auch erst mit Beginn 2020 ein Zulassungsverfahren durchlaufen, um ihre Sicherheit zu belegen. Damit war es nötig, für bis dahin bereits vertriebene, ganze essbare Insekten eine eindeutige Regelung zu erstellen. Das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF) beauftragte deshalb eine Arbeitsgruppe unter der Mitarbeit von Isabella Pali-Schöll, Allergieexpertin des interuniversitären Messerli Forschungsinstitutes der Vetmeduni und MedUni Wien, mit der Erstellung einer Leitlinie.

In dieser neu veröffentlichten Leitlinie ist festgehalten, dass für Insekten als Nahrungsmittel ihre Erkennbarkeit gegeben sein muss. Auf der Verpackung sollen außerdem Hinweise zu Art und Verarbeitung angegeben werden. Selbstverständlich muss auch die mikrobiologische und toxikologische Sicherheit der essbaren Insekten gewährleistet sein.

Nahrungsmittelallergien durch Insekten noch unerforscht, Kreuzreaktionen bei Allergikern möglich
„Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das mögliche Allergiepotential von proteinreichen Insekten“, sagt Isabella Pali-Schöll von der Abteilung für Komparative Medizin (Leitung: Erika Jensen-Jarolim) des Messerli Forschungsinstitutes Wien. Es besteht laut der Expertin für Nahrungsmittelallergien ein hohes Risiko, dass Patienten mit Allergie gegen Krustentiere wie Shrimps, oder gegen Hausstaubmilben eine Kreuzreaktion gegen Insekten wie Mehlwürmer und Wanderheuschrecke erleiden können. „Die Erforschung weiterer Kreuzreaktionen sowie den Einfluss der Verarbeitung von Insekten untersuchen wir gerade in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur Wien“, so Pali-Schöll. Die konkrete Zahl zu Nahrungsmittelallergien gegen Insekten ist derzeit völlig unbekannt.(20.4.2017)

Service: Link zur neuen Leitlinie [Link 4]

 [Link 5]
 

Publikation: Menschen, Tiere und Aristoteles

Der gesamte englische Artikel ist hier [Link 6] zu finden.

 

Publikation: Elefanten wissen wann ihr Körper ein Hindernis darstellt

 [Link 8]
  

Informationen für JournalistInnen

Rückfragen:

Jennifer Bentlage, MSc.
 [Link 9]

Tel.: +43 1 25077-2681