Heuschrecke, Zikade, Käfer und Co. am Teller: neue Leitlinie für essbare Insekten des BMGF gemeinsam mit Vetmeduni Vienna

Die einen ekeln sich davor, für andere wiederum sind sie ein wertvolles Nahrungsmittel. Der Trend Insekten als Nahrungs- und Genussmittel für Menschen, statt nur als Tierfuttermittel zu verwenden, hat auch Österreich erreicht. Viele der Tiere gelten aufgrund ihres hohen Nährstoffgehaltes als gesund. Als mögliche, neue Nahrungsmittel müssen sie jedoch zum Schutz der Konsumenten als essbar gekennzeichnet sein und bestimmte Sicherheitskriterien erfüllen. ForscherInnen des Messerli Forschungsinstitutes warnen auch vor dem Allergiepotential von essbaren Insekten. Diese Vorgaben wurden nun vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF) in einer Leitlinie zusammengefasst. Damit kann zukünftig die Sicherheit beim Verzehr der essbaren  Insekten, auch im Hinblick auf bislang unerforschte Allergierisiken, gewährleistet werden.

Insekten werden im europäischen Raum bislang entweder wie die Bienen als nützlich, oder zumeist als ekelig oder lästig empfunden. In anderen Teilen der Welt, wie in Afrika oder Asien, gelten sie dagegen, aufgrund des hohen Eiweißgehalts, als proteinreiche Nahrungsquelle oder Delikatesse. So findet man auf asiatischen Märkten viele Stände, die frittierte Heuschrecken, Zikaden oder Käfer als Snack anbieten. Insekten werden aber mittlerweile auch in Europa und somit Österreich immer öfter als Nahrungs- oder Genussmittel angeboten.

Wie bei jedem Nahrungsmittel müssen jedoch Sicherheit und Verträglichkeit gewährleistet, sowie das Gesundheitsrisiko für den Konsumenten, etwa durch Giftstoffe oder Allergene, abschätzbar sein. Essbare Insekten werden innerhalb der EU als sogenanntes „Novel-Food“ eingestuft, da sie vor dem 15. Mai 1997 nicht in nennenswertem Umfang in der Europäischen Union verzehrt wurden. Ihre Sicherheit muss vor einem Inverkehrbringen erst belegt werden.

Österreichischer Leitfaden für Handel und Verzehr essbarer Insekten
Ganze Insekten und ihr Inverkehrbringen als Lebensmittel fällt erst ab 1. Jänner 2018 unter die Novel Food Verordnung (EU) 2015/2283). Aufgrund einer Übergangsfrist müssen sie auch erst mit Beginn 2020 ein Zulassungsverfahren durchlaufen, um ihre Sicherheit zu belegen. Damit war es nötig, für bis dahin bereits vertriebene, ganze essbare Insekten eine eindeutige Regelung zu erstellen. Das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF) beauftragte deshalb eine Arbeitsgruppe unter der Mitarbeit von Isabella Pali-Schöll, Allergieexpertin des interuniversitären Messerli Forschungsinstitutes der Vetmeduni und MedUni Wien, mit der Erstellung einer Leitlinie.

In dieser neu veröffentlichten Leitlinie ist festgehalten, dass für Insekten als Nahrungsmittel ihre Erkennbarkeit gegeben sein muss. Auf der Verpackung sollen außerdem Hinweise zu Art und Verarbeitung angegeben werden. Selbstverständlich muss auch die mikrobiologische und toxikologische Sicherheit der essbaren Insekten gewährleistet sein.

Nahrungsmittelallergien durch Insekten noch unerforscht, Kreuzreaktionen bei Allergikern möglich
„Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das mögliche Allergiepotential von proteinreichen Insekten“, sagt Isabella Pali-Schöll von der Abteilung für Komparative Medizin (Leitung: Erika Jensen-Jarolim) des Messerli Forschungsinstitutes Wien. Es besteht laut der Expertin für Nahrungsmittelallergien ein hohes Risiko, dass Patienten mit Allergie gegen Krustentiere wie Shrimps, oder gegen Hausstaubmilben eine Kreuzreaktion gegen Insekten wie Mehlwürmer und Wanderheuschrecke erleiden können. „Die Erforschung weiterer Kreuzreaktionen sowie den Einfluss der Verarbeitung von Insekten untersuchen wir gerade in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur Wien“, so Pali-Schöll. Die konkrete Zahl zu Nahrungsmittelallergien gegen Insekten ist derzeit völlig unbekannt.(20.4.2017)

Service: Link zur neuen Leitlinie [Link 1]

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Publikation: Menschen, Tiere und Aristoteles

Der gesamte englische Artikel ist hier [Link 3] zu finden.

 

Publikation: Elefanten wissen wann ihr Körper ein Hindernis darstellt

 [Link 5]
 

Passivrauchen: Acrolein hemmt Immunabwehr und kurbelt so Tumorwachstum an

Allein in Österreich sterben zwei bis drei Personen täglich als Folge des Passivrauchens, bei Haustieren ist die Rate bislang unbekannt. Acrolein aus dem Seitenstromrauch haben nun Franziska Roth-Walter et al. als Verursacher des Versagens der Immunabwehr gegen Tumoren durch Passivrauchen erstmals identifiziert: Es stimuliert nämlich die T-regulatorischen Zellen über den Arylhadrocarbon-Rezeptor. 

Publikation:
Janus-faced Acrolein prevents allergy but accelerates tumor growth by promoting immunoregulatory Foxp3+ cells: Mouse model for passive respiratory exposure.
Franziska Roth-Walter, Cornelia Bergmayr, Sarah Meitz, Stefan Buchleitner, Caroline Stremnitzer, Judit Fazekas , Anna Moskovskich , Mario A. Müller , Georg A. Roth, Krisztina Manzano-Szalai, Zdenek Dvorak , Alina Neunkirchner  & Erika Jensen-Jarolim.

Scientific Reports 7:45067 | DOI: 10.1038/srep45067 LINK [Link 6]
Meduni Press release HERE [Link 7]

 [Link 8]
 

Publikation Hundeforschung: Du siehst etwas, was ich nicht seh

Menschen sind in der Lage, das Verhalten anderer durch Zuschreibung mentaler Zustände zu interpretieren. Indem sie die Perspektive des anderen einnehmen, können sie deren Gefühle, Bedürfnisse und Absichten vermuten und sich darauf einstellen. Im Tierreich ist diese Fähigkeit der mentalen Zuschreibung (englisch Theory of Mind) sehr umstritten. KognitionsbiologInnen des Messerli Forschungsinstitutes der Vetmeduni Vienna konnten nun mit einem neuen Testverfahren beweisen, dass Hunde nicht nur erkennen können, ob ein Mensch eine Futterquelle im Blick hat und daher weiß, wo Futter versteckt wurde. Sie können dieses Wissen auch anwenden, um Hinweise von Menschen richtig zu interpretieren und für sie nicht sichtbares Futter zu finden. Diese Fähigkeit der Perspektivenübernahme ist ein wichtiger Baustein sozialer Intelligenz und hilft den Vierbeinern, sich in unserer menschlichen Umwelt zu behaupten. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Animal Cognition veröffentlicht.

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Publikation Keaforschung: Lachen ist auch beim Bergpapagei ansteckend

Sobald wir Kichern oder Lachen, kann das bei unseren Mitmenschen die gleiche positive Emotion auslösen. Denn, wie jeder weiß, Lachen ist ansteckend. Andere Säugetiere wie Schimpansen oder Ratten können bei ihren Artgenossen genauso positive Emotionen durch ihr Verhalten auslösen. Forschende der Vetmeduni Vienna wiesen diese Eigenschaft nun erstmals auch bei einem Vogel, dem intelligenten Bergpapagei, Kea, nach. Wenn die neuseeländischen Papageien alleine oder miteinander spielen, stoßen sie Laute aus, die andere Keas zum Spielen animieren. Diese Vögel sind damit nachweislich die erste Tierart außer den Säugetieren, die Artgenossen emotional, wie beim Lachen, „anstecken“ können. Die Studie wurde in Current Biology veröffentlicht.

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Informationen für JournalistInnen

Rückfragen:

Jennifer Bentlage, MSc.
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Tel.: +43 1 25077-2681