Autologe Blutprodukte: ACS, PRP

Der Einsatz von autologen Blutprodukten ist eine verbreitet angewendete Technik in der regenerativen Medizin.

Autologous conditioned serum (ACS)

Degenerative Gelenkserkrankungen werden vermehrt mit autologem konditioniertem Serum (ACS) behandelt. Bei der Verarbeitung des patienteneigenen Blutes kommt es zur Aktivierung und Freisetzung aktiver Substanzen, die zum einen aus intrazellulären Reservoirs mobilisiert und zum anderen neu produziert werden. Die im ACS vorhandenen Zytokine sind vermutlich noch viel breiter gefächerter als bisher bekannt. Es wird daher angenommen, dass der klinische Effekt von ACS nicht nur einem einzigen Bestandteil zugerechnet werden kann, sondern auf der Wirkung vieler Komponenten basiert. ACS Therapien haben einen schmerzstillenden wie auch entzündungshemmenden Effekt. Die Wirkung wird auf die selektive Konzentration bestimmter entzündungshemmender Zytokine und Wachstumsfaktoren aus dem Patientenblut zurückgeführt. Unter anderem wird dem Interleukin-1 Rezeptor Antagonist (IL-1ra) eine tragende Rolle zugesprochen. Bei degenerativen Geschehen ist die lokale Konzentration an IL-1ra zu gering um Knorpel-, Sehnen- oder Rückenmarksdestruktion zu verhindern. Es wird angenommen, dass ein Überschuss von IL-1ra im Vergleich zu IL1 notwendig ist um alle IL1 Rezeptoren zu blockieren.

Autologous Conditioned Serum (ACS) wird durch Inkubation von venösem Blut mit “medical grade glass beads” erzeugt. Leukozyten aus dem peripheren Blut produzieren entzündungshemmende Zytokine die im Serum akkumulieren. Nach einem Zentrifugationsschritt wird das ACS in die gewünschte Region gespritzt. Es werden 3 aufeinanderfolgende Applikationen im Abstand von etwa 2 Wochen direkt in die betroffene Region empfohlen. 

Platelet rich plasma (PRP)

Eine andere sehr beliebte, regenerativ-medizinische Methode ist die Therapie mit „Platelet Rich Plasma“. Diese Technik basiert auf der Nutzung der Wachstumsfaktoren und Zytokine aus der intrazellulären α-Granula von Blutplättchen. Einige dieser wichtigen Proteine sind „Platelet-Derived Growth Factor“, „Transforming Growth Factor-β“, „Fibroblast Growth Factor“, „Epithelial Growth Factor“, „Insulin-Like Growth Factor“ und „Platelet-Derived Angiogenesis Factor“. Durch die Aktivierung der Blutplättchen werden diese Faktoren ausgeschieden und wirken stark chemotaktisch sowie direkt und indirekt gewebsregenerativ. Blutplättchen und weiße Blutzellen produzieren den größten Anteil der oben genannten bioaktiven Moleküle. Beide Zelltypen spielen eine zentrale Rolle bei der Wundheilung. Vereinzelt sind aber auch einige Stammzellen und Erythrozyten enthalten. Der Einsatz von PRP ist eine verbreitet angewendete Behandlungsform in der Sehnentherapie.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass autologe Blutprodukte in erster Linie Heilungsprozesse unterstützen. Darüber hinaus besitzen sie noch andere klinisch relevante, biologische Eigenschaften, die aber erst weiter untersucht werden müssen.

  
 

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