FIWI Jahresbericht 2015

Der Jahresbericht für das Jahr 2015 kann durch Klick auf das Bild heruntergeladen werden.
Cover Foto des FIWI Jahresbericht 2015

 

 


 

Aktuelles

 

Im Zaun gefangen: Die Zunahme von Grenzzäunen in Eurasien erfordert ein Umdenken im Wildtiermanagement

Die Wanderbewegungen von Wildeseln in der Gobi werden durch Grenzzäune abgeschnitten. (Foto P. Kaczensky)
Foto von Wildeseln am Grenzzaun [Link 1]
Zäune können für Wildtiere tödliche Hindernisse darstellen. (Foto Dejan Kaps)
Foto eines toten im Zaun verfangenen Rothirschen [Link 2]

Zusammengenommen 35,000 - 30,000 Kilometer Drahtzaun und Schutzwälle sichern die Grenzen zahlreicher Länder in Osteuropa und Zentralasien. Diese Zäune töten Wildtiere die sich in ihnen verheddern, stellen Barrieren für saisonale Wildtierwanderungen dar, und verhindern den Austausch zwischen benachbarten Populationen. Die langfristige Konsequenz besonders für Arten mit großen Raumbedarf oder wandernden Alten sind eine verminderte Überlebensfähigkeit und geringere Flexibilität um z.B. auf den Klimawandel zu reagieren. Die Zunahme von Grenzzäunen zwingt uns daher die bisherigen grenz-übergreifenden Artenschutzmaßnahmen zu überdenken.

Petra Kaczensky vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie präsentiert gemeinsam mit KollegInnen an diversen internationalen Forschungseinrichtungen erstmals eine Übersicht über die aktuelle Situation und die daraus entstehenden Herausforderungen auch für den Artenschutz.

Der Artikel "Border security fencing and wildlife: the end of the transboundary paradigm in Eurasia? [Link 3]" von Linnell, J.D.C., Trouwborst, A., Boitani, L., Kaczensky, P., Huber, D., Reljic, S., Kusak, J., Majic, A., Skrbinsek, T., Potocnik, H., Hayward, M.W., Milner-Gulland, E.J., Buuveibaatar, B., Olson, K.A., Badamjav, L., Bischof, R., Zuther, S. & Breitenmoser, U.   ist in der internationalen Zeitschrift PLoS Biology erschienen.

(Web-Redaktion am 22.6.2016)

 

Antibiotikaresistenzen in Wildtieren

In einem Mufflon wurden Antibiotika-resistente Bakterien gefunden. (Foto Petra Karstedt (User admin at tiermotive.de) CC BY-SA 2.0 , via Wikimedia Commons)
Foto eines Mufflons

Infektionen mit Antibiotika-resistenten Bakterien werden in der Medizin zum immer größeren Problem.  Aber nicht nur Menschen sind davon betroffen.  Forscher am Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie haben gemeinsam mit KollegInnen von der Arbeitsgruppe für Klinische Mikrobiologie und Tierhygiene  europäische Mufflons auf die Präsenz resistenter Bakterien untersucht und wurden dabei fündig.  Da es sich dabei um wildlebende Mufflons handelte, die nicht durch Antibiotika behandelt worden waren, ist es wahrscheinlich, dass Wildtiere multi-resistenten Keime, wie z.B. die gefundenen  aus der Familie der Enterobacteriaceae,  aus ihrem natürlichen Umfeld, in dem sich auch Menschen regelmäßig aufhalten, aufnehmen.  Bereits davor hatte ein Team um Dr. Chris Walzer dokumentiert, dass sowohl ziehende Saatkrähen als auch die in Österreich ansässigen Aaskrähen multiresistente Keime in sich tragen.  Auch in vielen anderen untersuchten Wildtierarten wurden diese gefunden.  Der ORF hat darüber berichtet [Link 4].

Der Artikel "Characterization of ESBL- and AmpC-Producing and Fluoroquinolone-Resistant Enterobacteriaceae Isolated from Mouflons (Ovis orientalis musimon) in Austria and Germany [Link 5]" von Igor Loncaric , Christoph Beiglböck, Andrea T. Feßler, Annika Posautz, Renate Rosengarten, Chris Walzer, Ralf Ehricht, Stefan Monecke, Stefan Schwarz, Joachim Spergser und Anna Kübber-Heiss wurde im Mai 2016 in der internationalen Zeitschrift PLOS One veröffentlicht.

(Web-Redaktion am 10.6.2016)

 

Schüchterne Wildschweine sind manchmal die besseren Mütter

Bei ausreichendem Nahrungsangebot werden mehr Frischlinge von den schüchternen Bachen großgezogen. (Foto: Sebastian Vetter/Vetmeduni Vienna)
Foto von Bache mit Frischlingen [Link 6]

Die Persönlichkeit von Wildschwein-Müttern kann sich auf das Wohlergehen ihrer Jungen auswirken. Das hat ein Team vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI) der Vetmeduni Vienna herausgefunden. In einer mehrjährigen Studie über die Strategien von Wildschweinen bei der Fortpflanzung haben Sebastian Vetter und KollegInnen untersucht, ob und unter welchen Umständen sich der Charakter der Wildschweine auf die Anzahl ihrer großgezogenen Jungen auswirkt. Das Ergebnis: Wenn ausreichend Nahrung zur Verfügung steht, ziehen scheue Wildschwein-Mütter mehr Frischlinge groß als risikofreudige und aggressive Bachen. Wird das Nahrungsangebot, wie zum Beispiel Eicheln, hingegen knapper, dann verschwindet der Vorteil für die scheuen Bachen.

Der Artikel „Shy is sometimes better: personality and juvenile body mass affect adult reproductive success in wild boars, Sus scrofa [Link 7]” von Sebastian G. Vetter, Constanze Brandstätter, Marie Macheiner, Franz Suchentrunk, Hanno Gerritsmann, Claudia Bieber wurde im Journal Animal Behaviour veröffentlicht.

Mehr Info [Link 8]

(Web-Redaktion am 3.6.2016)

 

Neues Buch über die wilden Verwandten der Pferde

Das neue Fachbuch "Wild Equids" ist eine umfassende Informationsquelle zu den wilden Verwandten der Pferde, wie den Zebras. (Foto: Petra Kaczensky/Vetmeduni Vienna)
Foto von Zebras im Wasser [Link 9]

Wildlebende Pferdeartige (Equiden) wie Zebras, Wildesel und Wildpferde sind eine bedrohte, aber wenig bekannte Gruppe der Einhufer. Hauspferd und Esel sind uns besser vertraut als ihre wilden Artgenossen, über die erstaunlich wenig bekannt ist. In ihrem aktuell erschienen Buch „Wild Equids“ fassen daher die AutorInnen Petra Kaczensky vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna und Jason Ransom vom US National Park Service aktuelle, internationale Studienergebnisse von WildpferdeexpertInnen zusammen. Das Buch vernetzt Informationen über Verhalten, Lebensweise, Raumnutzung, Genetik mit Konzepten zu ihrem Schutz. Es hebt auch die Rolle des Menschen hervor und erklärt wichtige Schlüsselwörter, wie die unterschiedliche Interpretation von „wild“. Das englische Fachbuch ist aktuell im Johns Hopkins University Press Verlag erschienen.

Mehr Info [Link 10]

(Web-Redaktion am 1.6.2016)

 

"Wildwechsel" zum Hören

Die Sendereihe „Flaneur und Distel" von Radio FRO 105,0 begibt sich einmal im Monat auf wilde Streifzüge durch die Landschaft vor der Haustür.
Logo der Sendung Flaneur und Distel [Link 11]

Der Sender Radio FRO 105,0 [Link 12] hat im Rahmen der Sendereihe Flaneur und Distel [Link ] eine Sendung mit Wissenschaftern vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI) produziert: über Wildtiere, die in die Stadt ziehen, Menschen, die sich dazu entschließen, im Bauwagen zu wohnen und Bären, die einen Anwalt haben.  Der Wildtierbiologe Richard Zink erklärt, warum sich Füchse, Dachse, Biber und Wildschweine zwischen Stadtpark, Wohnsiedlung und Schrebergarten wohl fühlen, und warum auch Stadttiere wild bleiben sollen. Tierfreunde ermuntert er, ihre Beobachtungen auf der Webseite Stadtwildtiere  [Link 13]zu melden und einzutragen.

Auch unser "Bärenanwalt" Georg Rauer erzählt in der Sendung von der Rückkehr der Braunbären in die österreichischen Wälder und von ihrem mysteriösen Verschwinden. Er beschreibt wie unterschiedlich die Charaktere der Bären sind und wie menschliches Fehlverhalten aus ihnen Problembären macht.

Erstmals ausgestrahlt wurde die Sendung am 9. Mai 2016 um 20:00, sie kann im Cultural Broadcasting Archive online [Link 14]  angehört werden.

(Web-Redaktion am 11.5.2016)

 

Ursprung der heutigen Dromedare entdeckt

Kamele werden seit jeher als Transportmittel in Wüstenregionen verwendet. Nun ist ihr Ursprung aufgeklärt (Foto: Raziq Kakar)
Foto einer Kamelkaravane [Link 15]
PNAS Cover der Ausgabe vom 14.6.2016 [Link 16]

Das renommierte Fachjournal „Proceedings of the National Academy of Sciences“, kurz PNAS, hat für die Coverstory der aktuellen Ausgabe das Thema „Domestication and dispersal of Arabian camels“ und damit den wissenschaftlichen Artikel von Pamela Burger, Mitarbeiterin des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna, ausgewählt. Das Cover [Link 17] der Ausgabe ziert daher themengerecht, ein Kamel.

Einhöckrige Dromedare wurden über 3.000 Jahre als Transportmittel in Wüstenregionen genutzt. Bisher war unbekannt, in welcher Region der Mensch Dromedare domestizierte und welches Erbgut sich dabei durchsetzte. Einem Team um Pamela Burger gelang es nun, diese Wissenslücken zu füllen. Mit Proben von knapp 1.100 lebenden Dromedaren sowie von Knochenfunden wilder, einhöckriger Kamele konnten sie den Ursprung des domestizierten Dromedars auf der Südostküste der Arabischen Halbinsel festmachen. Die ForscherInnen bewiesen außerdem, dass das Dromedar im Gegensatz zu vielen andern Haustieren eine hohe genetische Vielfalt behalten hat. Dadurch haben Kamele den Vorteil, sich an widrige Umstände und Klimaveränderungen anzupassen.

Der Artikel “Ancient and modern DNA reveal dynamics of domestication and cross-continental dispersal of the dromedary” erschien im Fachjournal PNAS. [Link 18]  [Link ]

Mehr Information [Link 19]

(Web-Redaktion am 10.5.2016)

 

 

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