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Tierisch viel los bei uns am Tag der offenen Tür der Vetmeduni

Am Samstag, 21.5. fand nach einer Corona-bedingten Pause endlich wieder der Tag der offenen Tür der Veterinärmedizinischen Universität Wien statt. Forscher:innen und Tierärzt:innen präsentierten einer breiten Öffentlichkeit mit vielfältigen Herzeige- und Mitmachstationen die Themen ihrer Arbeit. Auch unser Department war wieder vertreten und weckte bei den Besucher:innen großes Interesse. Insgesamt haben 2.700 Menschen den Vetmeduni Campus besucht und sich über die vielfältigen Aufgaben und Möglichkeiten unserer Universität informiert.

Der Tag der offenen Tür war somit wieder ein wichtiger Beitrag zu unserem Auftrag, das durch unsere Forschung gewonnene Wissen auch über die Lehre hinaus in die Gesellschaft zu tragen.

Veranstaltungsseite

 

2021-05-23

Frauen in der Wiltiermedizin & im Artenschutz - Roundtable

Im Rahmen der Veranstaltung "Women in wildlife medicine and conservation" ermöglicht Wildtier-Pathologin Annika Posautz (Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie, Abteilung Conservation Medicine, Vetmeduni) Vetmeduni-Studierenden einen informellen Informationsaustausch zu Karrieremöglichkeiten in dem Bereich Wildlife Medicine und Conservation – mit Forscherinnen, die Einblicke in ihren Werdegang geben.

Montag, 30.5.2022, 17-20h im Großen Sitzungszimmer der Veterinärmedizinischen Universität Wien, Veterinärplatz 1, 1210 Wien

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Es können 20 Personen in Präsenz teilnehmen, die Gesprächsrunde wird auch online übertragen.
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Gesprächspartnerinnen

  • Christiana Hebel – Expertin Wildtier- und Greifvogelmedizin (Vereinigte Arabische Emirate)
  • Hanna Vielgrader – Expertin Zootiermedizin (Tiergarten Schönbrunn)
  • Sylvie Rietmann – Expertin Wildlife management (Energy Changes)
  • Irene Redtenbacher – Expertin Wildlife management, animal welfare (Vier Pfoten)
  • Amélie Desvars-Larrive – Expertin One Health & Conservation medicine (Abteilung für Öffentliches Veterinärwesen und Epidemiologie, Vetmeduni)
  • Julia Zleptnig – verantwortlich für "Gender & Diversity" an der Vetmeduni (Personalentwicklung, Vetmeduni)

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Anmeldung per Mail an Annika Posautz bis 25. Mai 2022


⇢ Präsenz-Plätze werden nach dem Prinzip "first come, first served" vergeben – bitte bei der Anmeldung angeben, ob eine Präsenz- oder Online-Teilnahme bevorzugt wird. Der Link zum Stream wird mit der Anmeldebestätigung ausgeschickt.
Hinweis: Personen, die online teilnehmen, können leider nicht aktiv an der Diskussion partizipieren.

Veranstaltungsseite

 

2021-05-17

Technik trifft Natur: 2. Mallnitzer Tage

Innovationen im Wildtiermonitoring standen am 13. Mai im Fokus der 2. Mallnitzer Tage, die im Jahr 2019 aus der Kooperation der Veterinärmedizinischen Universität Wien, dem Land Kärnten und dem Nationalpark Hohe Tauern hervorgegangen waren.*

Neue Technologien eröffnen zahlreiche Möglichkeiten, Veränderungen in Ökosystemen zu beobachten, und sind aus dem Naturschutzbereich nicht mehr wegzudenken. Die Optionen im Wildtiermonitoring reichen dabei weit über das bekannte GPS-Halsband hinaus. Expert*innen aus Wien und Kärnten vermittelten den Teilnehmer*innen der 2. Mallnitzer Tage aktuelle Hightech-Methoden zur Überwachung von Wildtieren und informierten über praktischen Einsatz sowie Auswirkungen der eingesetzten Technologien.

LH Peter Kaiser:„Es freut mich, dass unter Einsatz hochtechnologischer Innovationen ein Mehrwert zum Naturschutz im Nationalpark Hohe Tauern geleistet werden kann. Auf diesem Weg ist es möglich, Tier und Natur in Bezug auf den eintretenden Klimawandel bestmöglich zu beobachten und in Enkelverantwortung mit notwendigen Maßnahmen darauf zu reagieren.“

Viele interessante Themen wurden präsentiert, unter anderem ein neues Forschungsprojekt zum Heiligenbluter Gamswild, ein Update zur Bestandsentwicklung von Eulen und Greifvögeln in Österreich, spannende Information zur Entwicklung der heimischen Vogelwelt, das Thema Drohnen, Klimawandel und Gesundheit: Zukunftsthemen im Bereich Wildtiermonitoring, sowie die Rolle der Genetik im Monitoring von Wildtierpopulationen. Ebenso wichtig waren Informationen zur Gesundheitsüberwachung von Wildtieren mit Demonstration am Schautisch, und zur Nutzung von Radiosendern bis zur Satellitentechnologie: moderne Methoden der Wildtiertelemetrie.

Otto Doblhoff-Dier, Vizerektor für Forschung und Internationale Beziehungen der Veterinärmedizinischen Universität Wien: „Ich freue mich sehr, dass die Mallnitzer Tage nach einer corona-bedingten Pause heuer wieder stattfinden konnten: Sie sind ein wichtiger Baustein in unserer VetmedRegio-Initiative, in deren Rahmen wir die Expertise unserer Universität allen Interessierten österreichweit zur Verfügung stellen.“

*Pressemitteilung Nationalpark Hohe Tauern, 13.05.2022

Vetmeduni Pressemeldung

 

Feldhasensterben: Weltweit erster Nachweis von C. turicencis bei Lagomorphen

Im Herbst 2019 wurde aus dem Nordosten Österreichs ein akutes Hasensterben gemeldet. Eine soeben erschienene Studie unter Leitung der Vetmeduni zeigt nun, dass als wahrscheinlichste Ursache eine bakterielle Infektion mit dem Erreger Cronobacter turicensis (C. turicensis) in Frage kommt. Das könnte nicht nur für den europäischen Feldhasen (Lepus europaeus) gefährlich sein: Laut den Wissenschafter:innen besteht die Gefahr einer Übertragung des Bakteriums auf den Menschen.

In ihrer Studie ging es den Forscher:innen darum, die Ursache für das Hasensterben im Jahr 2019 phänotypisch und genetisch zu untersuchen und zu charakterisieren. Das Forschungsteam konnte nachweisen, dass der auf eine Typhlokolitis (Dickdarmentzündung) zurückzuführende Tod der Feldhasen durch genetisch unterschiedliche Cronobacter turicensis-Stämme verursacht wurde. Damit handelt es sich laut den Forscher:innen um den weltweit ersten Nachweis einer klinischen Infektion bei Wildtieren, bisher wurden klinische Infektionen nur beim Menschen nachgewiesen.

„Aufgrund des Potenzials dieses Bakteriums, beim Menschen schwere Krankheiten hervorzurufen, sollte das Risiko einer Übertragung auf den Menschen gesehen werden. Insbesondere gilt das für Personen, die in direktem Kontakt mit Hasen stehen, wie Jäger:innen, Landwirt:innen oder Tierärzt:innen, so die Studien-Erstautorin Annika Posautz vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni.

Die Bakterien-Gattung Cronobacter umfasst derzeit sieben Arten und ist vor allem als allgegenwärtiger, opportunistischer Krankheitserreger bekannt, der verschiedene Lebensmittel verunreinigen kann. Besonders gefährlich sind die beiden Arten C. sakazakii und C. malonaticus, die an den meisten klinischen Cronobacter-Infektionen beim Menschen beteiligt sind und schwere Symptome wie Blutvergiftung, nekrotisierende Enteritis (Darmentzündung) und Meningitis (Gehirnhautentzündung) verursachen. Im Gegensatz zum Menschen wurden klinische Infektionen durch Mitglieder der Gattung Cronobacter bei Tieren nach Kenntnis der Autor:innen bisher noch nie berichtet.

Der Artikel „Outbreak of Cronobacter turicensis in European brown hares (Lepus europaeus)“ von Annika Posautz, Michael P. Szostak, Adriana Cabal Rosel, Franz Allerberger, Anna Stöger, Gerhard Rab, Andrea T. Feßler, Joachim Spergser, Anna Kübber-Heiss, Stefan Schwarz, Stephen J. Forsythe, Werner Ruppitsch und Igor Loncaric wurde in „Letters in Applied Microbiology“ veröffentlicht.

Vetmeduni Pressemeldung

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2021-04-05

Fachtierärztin-Diplom für Johanna Painer-Gigler und Friederike Pohlin

Johanna Painer-Gigler und Friederike Pohlin haben kürzlich die Fachtierarzt-Prüfung erfolgreich abgelegt. "Fachtierärzt:in" ist ein Titel für Tierärzt:innen, die in einem bestimmten Fachgebiet spezialisiert sind und der nach einer mehrjährigen Weiterbildung und erfolgreichen Prüfung erlangt werden kann. Unsere Veterinärmediziner:innen am Institut sind zwar alle im Bereich Wildtiere spezialisiert, der Fachtierarzt-Titel bedeutet jedoch eine zusätzliche Qualifikation.  Fachtierärzt:innen sind verpflichtet zusätzlich zur allgemeinen Fortbildungsverpflichtung mind. 10 fachspezifische Bildungsstunden pro Jahr zu erwerben.Wissenschaftliche Veröffentlichungen in einer anerkannten Fachzeitschrift sind ebenfalls vorzuweisen.

Unsere beiden Veterinärinnen haben nun erfolgreich den Titel Fachtierärtin für Zoo- und Wildtiere erlangt. Wir gratulieren unseren Kolleginnen herzlich zur bestandenen Prüfung!

2022-04-04

 

Ein neues Werkzeug für das Management von wildlebenden Huftieren - das Bejagbarkeitsmodell

Steigende Bestandeszahlen wildlebender Huftiere quer durch Europa können negative Effekte wie Schäden an Wäldern nach sich ziehen. Um diesen unerwünschten Effekten entgegenzuwirken, benötigt es ein gut abgestimmtes Wildmanagement. Jagdliche Bestandesregulierungen sind als Teil dieses Managements anzusehen. Das Problem hierbei ist, dass herkömmliche jagdliche Maßnahmen häufig das Ziel dieser Regulierung verfehlen, da Huftiere auf den Menschen reagieren und sich in für die Jagd ungeeignete Gebiete zurückziehen. Mit anderen Worten wird das Wild unsichtbar und entzieht sich der jagdlichen Greifbarkeit. Es besteht folglich ein dringender Bedarf an neuen innovativen Werkzeugen für das Management wildlebender Huftiere, um Arten wie den Rothirsch (Rotwild) wieder sichtbar und damit jagdlich regulierbar zu machen.

Im Rahmen einer Studie des Instituts für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Universität für Bodenkultur Wien, in Kooperation mit dem Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien, der Gutsverwaltung Fischhorn GmbH & Co KG sowie der Gletscherbahnen Kaprun AG wurde erstmals ein Bejagbarkeitsmodell für das Management wildlebender Huftiere in Gebirgsrevieren entwickelt. Rotwild wurde hierbei als Modellart gewählt. Die Bejagbarkeit, das heißt die Eignung einer Fläche zur Ausübung der Jagd, wurde mit einer Genauigkeit von 10 m, basierend auf Fernerkundungsdaten, Felderhebungen und Expertenwissen von Berufsjägern ermittelt. Zusätzlich wurde Rotwild mit modernen GPS-Halsbandsystemen besendert, um das Raum-Zeit-Verhalten dieser Art in Bezug auf Flächen unterschiedlicher Bejagbarkeitseignung untersuchen zu können. Die Ergebnisse konnten bestätigen, was Jägerinnen und Jäger tagtäglich in ihren Revieren beobachten. Rotwild entzieht sich dem menschlichen Auge und der jagdlichen Greifbarkeit, indem während der Schusszeit viele gut bejagbare Bereiche kaum oder nur nachts aktiv aufgesucht werden. In Kombination dazu werden schwer zugängliche Lagen und dichte Einstände, in welchen die Bejagung nicht möglich oder nur mit außerordentlich großem Aufwand durchführbar ist, vom Wild während des Tages als Rückzugsort bevorzugt genutzt. Rotwild scheint folglich eine Landschaft mit einem heterogenen anthropogenen Prädationsrisiko wahrzunehmen, welche durch Flächen unterschiedlicher Bejagbarkeitseignung geprägt ist, exakt wie es im Rahmen dieser Studie modelliert werden konnte. Dies bestätigt die Realitätsnähe des entwickelten Bejagbarkeitsmodells.

Mithilfe dieses Modells wird es zukünftig möglich sein Vorhersagen zu treffen, wohin sich Arten wie Rotwild zurückziehen, wenn der menschliche Jagddruck ansteigt. Das Modell liefert zusätzlich nützliche Erkenntnisse über die jagdliche Eignung bestimmter Standorte. Dies kann eine wertvolle Information für Personen sein, welche das jeweilige Revier nicht wie die eigene Westentasche kennen. Darüber hinaus kann das Modell als Planungsinstrument eingesetzt werden, um Jagdmethoden und -strategien möglichst effizient umsetzen zu können. Ein zukunftsorientiertes Management wildlebender Huftiere wird dadurch ermöglicht, wodurch Konflikte, ausgelöst durch diese Wildarten, reduziert werden können.

Der Text für diesen Beitrag stammt von Paul Griesberger. Den Originalblogbeitrag und den wissenschaftlichen Artikel finden Sie über die folgenden Links.

Wildlife Biology Blog

Zum wissenschaftlichen Artikel

2021-02-15