FIWI Jahresbericht 2016

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Cover Foto des FIWI Jahresbericht 2016

 

 

 

 

 

Aktuelles

 

Neue Strategien zur Behandlung chronischer Nierenleiden kommen aus der Tierwelt

In der Biomimetik versucht man Vorgänge in der Natur, etwa warum Bären nicht an chronischer Nierenkrankheit erkranken, zu entschlüsseln und für die Medizin nutzbar zu machen. (Foto: Georg Rauer)
Foto eines Braunbären im Wasser [Link 1]

Bewährte Strategien der Natur nachzuahmen und damit Lösungen für menschliche Herausforderungen zu suchen, macht Biomimetik zu einem innovativen Ansatz. Auch die medizinische Forschung kann davon profitieren, wie internationale ExpertInnen verschiedener Fachbereiche gemeinsam mit einer Wildtierärztin und Wildtierbiologen vom Department für Integrative Biologie und Evolution der Vetmeduni Vienna nun für die chronische Nierenkrankheit aufzeigen. Dafür wollen sie zukünftig Mechanismen untersuchen, die bei bestimmten Tierarten Muskeln, Organe und Knochen in  Extremsituationen, zum Beispiel während des Winterschlafs, schützen.

Der Artikel “Novel treatment strategies for chronic kidney disease: insights from the animal kingdom [Link 2]” von Peter Stenvinkel, Johanna Painer, Makoto Kuro-o, Miguel Lanaspa, Walter Arnold, Thomas Ruf, Paul G. Shiels und Richard J. Johnson wurde in Nature Reviews veröffentlicht.

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(Web-Redaktion, 19.2.2018)

 

Wenn Gänse die Heizung "zurückdrehen": Vögel optimieren Energieverbrauch mit Körpertemperatur und Herzschlagrate

Graugänse passen Körpertemperatur und Herzschlagrate an das jahreszeitliche Klima an und optimieren dadurch ihren Energieverbrauch. (Foto: Konrad Lorenz Forschungsstelle/Uni Wien)
Graugans Familie mit Jungen im Teich [Link 4]

Freilebende Graugänse passen ihre Körpertemperatur und Herzschlagrate an die jahreszeitlichen Erfordernisse an und optimieren so ihre Energiebilanz. Diese Forschungsergebnisse publizierte Walter Arnold vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna gemeinsam mit Claudia Wascher und Kurt Kotrschal von der Konrad Lorenz Forschungsstelle der Universität Wien aktuell in Scientific Reports. Im Winter "sparen" die Tiere ihre Energiereserven, um diese dann vor allem in die Fortpflanzung zu "investieren".

Der Artikel "Free-living greylag geese adjust their heart rates and body core temperatures to season and reproductive context [Link 5]" von Claudia Wascher, Kurt Kotrschal und Walter Arnold wurde in Scientific Reports veröffentlicht.

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(Web-Redaktion, 1.2.2018)

 

Säugetiere legen in der Kulturlandschaft kürzere Strecken zurück

Bei der Studie flossen die Daten verschiedener Säugetierarten ein. Unter anderem wurden auch die Daten der Forschung an der FIWI Abteilung Conservation Medicine über die Bewegungen von Wildeseln in der mongolischen Steppe erfasst. (Foto P. Kaczensky)
Galoppierende Wildeselherde in der Steppe [Link 7]

Im Durchschnitt gehen Säugetiere in stark vom Menschen veränderten Landschaften zwei- bis dreimal kürzere Strecken als in naturnahen, oder Wildnisgebieten. Diese Ergebnisse wurden heute von einem internationalen Team unter Mitwirkung von Petra Kaczensky vom Forschungsinstitu für Wildtierkunde und Ökologie (Abteilung Conservation Medicine) der Vetmeduni Vienna und Leitung des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum und der Goethe-Universität Frankfurt, in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht. Es ist das erste Mal, dass dieses Thema auf globaler Ebene und für viele verschiedene Arten gleichzeitig untersucht wurde. Die AutorInnen betonen, dass diese Ergebnisse weitreichende Folgen für Ökosysteme und damit auch für die Gesellschaft haben können.

Die meisten Säugetiere sind täglich unterwegs, auf Nahrungssuche, um einen Partner zu finden oder auf der Suche nach einem Unterschlupf. Einige größere Säugetiere, wie z.B. Zebras, wandern in der Regel über längere Distanzen, während kleinere Säugetiere, wie Hasen, in der Regel kürzere Strecken zurücklegen. Das interdisziplinäre Forschungsteam hat nun gezeigt, dass das Ausmaß dieser Wanderbewegungen in vom Menschen veränderten Landschaften stark reduziert ist. In intensiv vom Menschen genutzten Gebieten legen Säugetiere nur halb bis ein Drittel der Entfernungen zurück die sie in naturbelassenen Gebieten bewältigen.

Der Artikel  ”Moving in the Anthropocene: Global reductions in terrestrial mammalian movements [Link 8]”  von Marlee A. Tucker et al. wurde am 25.1.2018  in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht.

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(Web-Redaktion, 26.1.2018)

 

Jagdhunde könnten versteckte Überträger der Infektionskrankheit Tularämie sein

Jagdhunde infizieren sich häufiger mit Tularämie-Erregern als gedacht. (Foto: Elli Winter/ moorhunde.de)
Jagdhund läuft mit einem Fasan im Maul [Link 10]

Tularämie, die auch als „Hasenpest“ bezeichnet wird, ist eine für Wildtiere, wie Hasen, Wildkaninchen oder Nagetiere, zumeist tödlich verlaufende Krankheit. Als Zoonose stellt sie jedoch auch für den Menschen ein hohes Gesundheitsrisiko dar.  Obwohl der Kontakt mit kontaminiertem Blut oder Fleisch JägerInnen zur Hochrisikogruppe macht, ist kaum untersucht, wie regelmäßig sich Jagdhunde anstecken. Vor allem bei Jagdhunden, die ähnlich wie Jägerinnen und Jäger, direkt mit infizierten Wildtieren, etwa beim Apportieren, in Kontakt kommen, ist die Frage berechtigt, wie regelmäßig sich gerade diese Vierbeiner mit den Erregern anstecken.

Ein Team von Forschenden um Annika Posautz vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna hat nun mit einer an österreichischen Hunden durchgeführten Blutuntersuchung und einer positiven Quote von sieben Prozent eine relevante Häufigkeit von Infektionen bestätigt. Damit könnte sich auch die Diskussion verstärken, ob sich hinter den meist symptomlosen Tieren ein zusätzliches Ansteckungsrisiko für den Menschen verbirgt. Diese Frage muss aber erst durch weitere Studien analysiert werden.

Der Artikel „Seroprevalence of Francisella tularensis in Austrian Hunting Dogs [Link 11]“ von Annika Posautz, Miklós Gyuranecz, Béla Dénes, Felix Knauer, Helmut Dier und Christian Walzer wurde in Vector-Borne and Zoonotic Diseases veröffentlicht.

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(Web-Redaktion, 19.1.2018)

 

Ein multinationaler Ansatz zum Schutz von Luchspopulationen in Europa: 3Lynx

Der eurasische Luchs war einst in ganz Europa weit verbreitet. In vielen Gebieten wurden Luchse aber von Menschen ausgerottet. Dieses Projekt betrifft die böhmisch - bayerische Luchs- Population und die dinarische bzw. Alpine Population. Es handelt sich um kleine isolierte Populationen. Alle wurden durch Wiedereinführung von Tieren aus der Karpaten-Population etabliert. (Foto P. Kaczensky)
Luchs im Schnee [Link 13]

Der Eurasische Luchs ist eine stark gefährdete Art, die durch nationale Gesetze und die Habitat-Richtlinie der EU geschützt ist. Die Hauptbedrohung für das Überleben von Luchsen sind illegale Tötungen aufgrund mangelnder Akzeptanz und die Fragmentierung von Lebensräumen, die die Migration behindern. Darüber hinaus behindern nicht harmonisierte (nationale) Monitoring- und Managementmaßnahmen einen koordinierten Ansatz. Die Herausforderung besteht darin, Luchsüberwachung, -schutz und -management in eine gemeinsame Strategie auf transnationaler Ebene zu integrieren.Das 3Lynx-Projekt, bei welchem das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie als Projektpartner mitwirkt, wird dies tun, indem zum Schutz dreier Luchspopulationen im Raum Österreich, Tschechische Republik und Bayern, sowie Slowenien und Italien, die Kapazitäten von verantwortlichen Akteuren durch Erfahrungen, den Austausch von Daten und Instrumenten und durch die Einführung eines harmonisierten Luchs-Monitorings auf Populationsebene verbessert werden. Das Projekt wird auch ein Instrument sein, um die wichtigsten Interessengruppen, nämlich Jäger und Förster, bei der Erhaltung des Luchses aktiv zu beteiligen.

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(Web-Redaktion, 15.12.2017)

 

Der Wildesel kehrt zurück in die Steppen Kasachstans

Die erste Gruppe von Kulan, die in einer Einzeunung im Altyn-Emel-Nationalpark gefangen wurden. (Foto: John Linell/NINA)
Wildesel laufen im Gehege [Link 15]

Zum ersten Mal in mehr als einem Jahrhundert durchstreifen Kulane - oder asiatische Wildesel - jetzt die zentralen Steppen von Kasachstan. TierärztInnen der Abteilung für Conservation Medicine der Vetmeduni Vienna leisteten technische Unterstützung bei der Übersiedlung der ersten neun Tiere.

Am 24. Oktober 2017 wurde eine erste Gruppe von Tieren in ein Akklimatisierungsgehege am Rande des Altyn Dala-Schutzgebiets in Zentral-Kasachstan gebracht. Die Tiere waren 1200 Kilometer mit dem Hubschrauber vom Altyn-Emel-Nationalpark im Südosten des Landes transportiert worden. Sie sollen im Frühjahr freigelassen werden. Dies ist der erste Schritt in einem mehrjährigen Projekt, das darauf abzielt, die gesamte Bandbreite großer Pflanzenfresser in diesem einzigartigen Steppenlebensraum wiederherzustellen.  Kulane lebten einst im Mittleren Osten und in Zentralasien - vom Mittelmeer bis zum Osten der Mongolei. Während der letzten zwei Jahrhunderte wurde ihre Verbreitung dramatisch auf weniger als 3% ihres früheren Lebensraumes reduziert.  

Das aktuelle Projekt zielt darauf ab, 30-40 Kulane in den nächsten 3-4 Jahren von Altyn Emel in die zentralen Steppen zu bringen.

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(Web-Redaktion, 14.11.2017)

 

Geklärte Verwandtschaftsverhältnisse bei Wienerwald Habichtskäuzen

Aktuellsten Untersuchungen zufolge sind unsere Freiland-Brutvögel im Schnitt 5 Jahre alt. Über die letzten Jahre stieg das Durschnittsalter stetig an, was zeigt, dass die Verpaarungen von Dauer sind und die Sterblichkeitsrate im Rahmen bleibt. (Foto © Jessica Winter)
Foto von einem Habichtskauz im Wald [Link 17]

Die Genetik erlaubt uns Tiere eindeutig zu identifizieren und Einblick in die Verwandtschaftsverhältnisse zu erhalten. Auf diese Weise ließen sich heuer 9 von 10 Habichtskauz-Brutpaaren im Wienerwald, also in Summe 18 Altvögel zweifelsfrei bestimmen.

Das 10. Brutpaar blieb inkognito. Aus der Genetik der Jungtiere des Paares konnten wir jedoch schließen, dass es sich bei den Altvögeln um keine von uns freigelassenen Eulen handelt. Wir nehmen an, dass sie von uns unentdeckt im Biosphärenpark Wienerwald zur Welt gekommen sind.  Das dürfte in der Vergangenheit schon öfter der Fall gewesen sein. Nicht alle Bruten werden vom Wiederansiedlungsteam entdeckt. Deswegen streifen möglicherweise ein paar mehr Eulen durch den Wienerwald und das Wildnisgebiet Dürrenstein als unsere auf Mindestzahlen beruhenden Schätzungen vermuten lassen. Auch an den Freilassungsplätzen tauchen immer wieder Besucher auf (siehe Video [Link 18]).

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(Web-Redaktion, 31.10.2017)

 

 

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