Offene PhD oder Postdoc Position (f/m)

Characterization of the immunogenome in domestic, wild and extinct old world camelids - Details runterladen.


 

FIWI Jahresbericht 2016

Der Jahresbericht für das Jahr 2016 kann durch Klick auf das Bild heruntergeladen werden.
Cover Foto des FIWI Jahresbericht 2016

 

Aktuelles

 

Vetmeduni Vienna Tag der offenen Tür 2017 am 10.6.

Viele Wissenschafter und Wissenschafterinnen sowie Studierende unseres Departments standen Besuchern Rede und Antwort. (Foto K. Svadlenak/Vetmeduni Vienna)
Foto der Informationsstände des Dept.5 am Tag der offenen Tür 2017 [Link 1]

Besucherinnen und Besucher konnten am Tag der offenen Tür hinter die Kulissen der Veterinärmedizinischen Universität Wien blicken.  Auch von den beiden Forschungsinstituten des Departments für Integrative Biologie und Evolution wurden wieder viele spannende Wildtier-relevante Themen präsentiert.  Zusätzlich zu unserem Infostand konnten sich Besucher zum Speed-Dating mit unseren ForscherInnen  ins Science Café [Link 2] begeben.  Dort erklärten WissenschafterInnen z.B. alles über Dromedare und Trampeltiere,  Farben im Tierreich, oder über "Kobolde der Nacht" .  Zudem konnten junge Besucher mit unserem Team allerlei Tierisches zeichnen und basteln.

Das gesamte Programmheft  [Link 3]gibt es über den weiterführenden Link.

(Web-Redaktion, 12.6.2017)

 

Nachruf auf Senator h.c. SC i.R. Wilhelm Grimburg

Senator h.c. SC i.R. Wilhelm Grimburg

Am 27. Mai 2017 ist Sektionschef i.R. Dr. Wilhelm Grimburg im 95. Lebensjahr verstorben. Die Veterinärmedizinische Universität Wien erinnert in großer Dankbarkeit an ihren Ehrensenator. Mit seinem außergewöhnlichen Engagement für die Wildtierforschung trug er wesentlich zur Gründung des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde und Ökologie bei, heute eine der besten Forschungseinrichtungen der Veterinärmedizinischen Universität, die international hohe Anerkennung genießt. Ohne Wilhelm Grimburgs Wirken in seiner aktiven Zeit als Chef der Forschungssektion des damaligen Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung gäbe es das Forschungsinstitut mit seinen besonderen Möglichkeiten für exzellente Wildtierforschung nicht.

Es ist Wilhelm Grimburg zu verdanken, dass am Wiener Wilhelminenberg in den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden des Schlosses Wilhelminenberg eine hervorragende Infrastruktur für das Forschungsinstitut geschaffen wurde, mit großem finanziellem Aufwand der Republik Österreich. Die Stadt Wien stellt diese Liegenschaft als Eigentümerin gegen einen symbolischen Anerkennungszins zur Verfügung, ebenso wie das ca. 45 ha große Forschungsgehege im angrenzenden Wienerwald, und dies seit dem Umzug des Forschungsinstitutes im Jahr 1982 aus völlig unzureichenden Kellerräumen in der Linken Bahngasse, dem ehemaligen Standort der Veterinärmedizinischen Universität Wien, an den neuen Standort Wilhelminenberg. Wilhelm Grimburg trug maßgeblich dazu bei, dass diese Unterstützung der Wildtierforschung durch die Stadt Wien zustande kam und bis heute trägt.

Ohne Wilhelm Grimburgs Wirken gäbe es auch die einmalige Konstruktion des Forschungsinstitutes nicht, nämlich dessen gemeinsamen Betrieb durch die Republik Österreich – in der Rechtsnachfolge durch die Veterinärmedizinische Universität nach Inkrafttreten des UG 2002 – und der Gesellschaft zur Förderung des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde und Ökologie. Dieser Verein trägt mit den Beiträgen seiner Mitglieder, von Sponsoren, der Österreichischen Jägerschaft, der Stadt Wien, des Landes Niederösterreich und des Bundes seit 1977 maßgeblich zur Finanzierung der interdisziplinären Wildtierforschung des Forschungsinstitutes bei. Wilhelm Grimburg fungierte nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst als Sektionschef noch viele Jahre als Geschäftsführer der Fördergesellschaft und als Mitglied des Präsidiums. In Anerkennung seiner Verdienste verlieh ihm die Fördergesellschaft 2001 die Ehrenmitgliedschaft.

Mit Senator h.c. Sektionschef i.R. Wilhelm Grimburg verlieren das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie und die Veterinärmedizinische Universität Wien einen maßgeblichen Proponenten und Unterstützer. Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet und werden sein Andenken gebührend ehren.

 

Siebenschläfer: Kein Gebietswechsel für mehr Bucheckern, lieber sesshaft und gut versorgt

Bucheckern sind nur in Mastjahren reichlich vorhanden. Siebenschläfer meiden daher reine Buchenwälder. Die langlebigen Nager setzen auf stets verfügbare Nahrung in Gebieten mit mehr Nadelbäumen und einzelnen Buchen. (Foto: Jessica Cornils/Vetmeduni Vienna)
Foto von Siebenschläfern mit Jungen in Nestbox [Link 4]

Nagetiere wie der Siebenschläfer brauchen energiereiche Baumsamen zum Fortpflanzen und als Jungtier um Fettreserven für den ersten Winterschlaf aufzubauen. Diese wichtige Nahrungsquelle steht ihnen aber nicht jedes Jahr zur Verfügung. Buchen etwa bilden ihre Samen nur in sogenannten Mastjahren, um Energie zu sparen. Siebenschläfer passen sich diesem Zyklus auch mit einer pragmatischen Wahl ihres Territoriums an. Forschende vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna zeigten nun erstmals in einer Langzeitstudie, dass die Siebenschläfer Gegenden mit vielen Buchen meiden. Sie bevorzugen Gebiete mit einer ausgewogenen Mischung zwischen Nadelbaum und Buchenanteil. Mit der alternativen Futterquelle können die Nager magere Zeiten überbrücken ohne das Gebiet wechseln zu müssen. In den Mastjahren finden die Siebenschläfer aber immer noch genug Bucheckern vor um sich fortzupflanzen und ihre Jungen zu versorgen.

Der Artikel   „Edible dormice (Glis glis) avoid areas with a high density of their preferred food plant – the European beech“ [Link 5] von Jessica S. Cornils, Franz Hölzl, Birgit Rotter, Claudia Bieber und Thomas Ruf wurde im Fachjournal Frontiers in Zoology veröffentlicht.

Mehr Info [Link 6]

(Web-Redaktion am 24.5.2017)

 

Fußgeruch mit Signalwirkung

Grafische Zusammenfassung. Die Studie zeigt, dass Braunbären Pedaldrüsen haben, die einen spezifischen und sexuell dimorphen Duft erzeugen und Verhaltensmuster im Zusammenhang mit der Pedalmarkierung zeigen. (Zeichnungen Katarzyna Chrząścik. Für Scientific Reports 7, Artikel Nummer 1052, Fig.4)
Graphische Darstellung der Studie zu Bärenfüßen [Link 7]

Braunbären wandern in der Wildnis weite Strecken und sind dabei nicht territorial  Sie verbreiten allerdings offenbar Geruchssignale via Fußabdruck.  Das haben nun Forschende aus Polen, Spanien und Österreich herausgefunden.  Sie entdeckten in den Schweißdrüsen der Bärentatzen 26 verschiedene chemische Komponenten, wobei 6 davon ausschließlich bei den Männchen aufgefunden wurden.  Die Bären legen außerdem von Zeit zu Zeit eine besondere Gangart ein, eine Art „Markierungstanz“, bei dem sie tiefe Fußabdrücke erzeugen.  Die WissenschaftlerInnen schließen daraus, dass der Fußgeruch in der Bärenwelt zur Kommunikation zwischen artgleichen Individuen dient, wobei der Geruch eine olfaktorische und der Fußabdruck selbst eine visuelle Nachricht darstellen könnte.  Chemische Signale gibt es auch bei vielen anderen Säugetieren.  Sie können Information über Identität, Geschlecht, Territorium, sozialen Status, Reproduktionsbereitschaft oder Gruppenzugehörigkeit ausdrücken.  Zusätzlich zu ihren Fußsohlen verwenden Bären auch andere Methoden, um ihren Geruch zu hinterlassen, wie z.B. das Reiben an Bäumen.  Der Markiergang wurde besonders zur Paarungszeit häufig beobachtet.  Es ist daher wahrschienlich, dass er auch dazu dient, weiblichen Bären Auskunft über die Attraktivität möglicher Partner zu geben.

Geleitet wurde die Studie von Agnieszka Sergiel und Nuria Selva von der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Johanna Painer vom Department für Integrative Biologie und Evolution hat die Bärenproben zur histologischen Untersuchung beschafft.

Der Artikel “Histological, chemical and behavioural evidence of pedal communication in brown bears [Link 8]” von Agnieszka Sergiel, Javier Naves, Piotr Kujawski, Robert Maślak, Ewa Serwa, Damián Ramos, Alberto Fernández-Gil, Eloy Revilla, Tomasz Zwijacz-Kozica, Filip Zięba, Johanna Painer & Nuria Selva wurde in Scientific Reports veröffentlicht.

Hier können Sie ein kurzes Video [Link 9] zur Studie sehen.

(Web-Redaktion am 23.5.2017)

 

ARTEMIS Preis für Wissenschaft 2017 geht an Walter Arnold vom FIWI

Walter Arnold bei der Preisverleihung (Foto Georg Hofer/Der Anblick)
Foto von Walter Arnold bei der Preisverleihung [Link 10]

Bei der zweiten großen „ARTEMIS – Galanacht der Jagd" wurde am 4. Mai der ARTEMIS Preis für Wissenschaft an O.-Univ.Prof. Dr. Walter Arnold, vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna verliehen.  ARTEMIS versucht durch proaktive Kommunikation eine Brücke zu schlagen zwischen jagender und nicht jagender Bevölkerung.  Der Verein Artemis-Charity greift mit den Erlösen der Galanacht Kindern aus Familien oder alleinerziehender Mütter unter die Arme.  Preise wurden unter anderem für Innovation & Technologie, für Wissenschaft, für Förderer der Jagd und für Wirtschaft vergeben. 

Wissen um die Gesundheit, Bedürfnisse und Verhaltensweisen von Wildtieren ist für Jäger von großer Bedeutung, da es die Ausübung und Methoden der Jagd beeinflussen kann.  Prof. Arnolds mehr als  30-jährige Erfahrung in der Wildtierforschung und seine Bereitschaft, sein Wissen in populärwissenschaftlichen Medien an Jäger und Jägerinnen und eine breite Öffentlichkeit heranzutragen haben maßgeblich zum Verständnis der Wildtierbiologie beigetragen.   So hat er mit seinem Team zum Beispiel erforscht, dass der Energiebedarf von Wildtieren während des Jahres enorm variiert, was Auswirkungen auf Wildtiermanagement (z.B. Fütterungen) hat.    Prof. Arnold betonte bei der Preisvergabe, dass er die Laudatio stellvertretend für das gesamte Forschungsteam am FIWI entgegennehme.

Award Zeremonie bei Jagd und Natur.tv ansehen [Link 11]

(Web-Redaktion am 11.5.2017)

 

Plattform StadtWildTiere „goes nuts“ und national beim neuen Citizen Science Award

Eichhörnchen sind wilde Mitbewohner aller Landeshaupt- städte und deshalb die erste nationale Citizen Science Initiative der Plattform StadtWildTiere. (Foto: S. Marchart/ stadtwildtiere.at)
Rotbraunes Eichhörnchen [Link 12]
Das Fell der Nager kann von rot bis schwarz unterschied- liche und auch Mischfarben haben. Die Fellfarbe ist daher ein wichtiger Punkt beim Eintragen einer Beobachtung. (Foto: S. Marchart/ stadtwildtiere.at)
Dunkelbraunes Eichhörnchen [Link 13]

Die Plattform www.stadwildtiere.at [Link 14] von WildtierbiologInnen des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna startet eine neue Initiative. Konnten HobbyforscherInnen bislang nur Beobachtungen von Wildtieren im Wiener Stadtgebiet melden, sind beim neuen Citizen Science Award Projekt erstmals BürgerInnen aller neun Landeshauptstädte teilnahmeberechtigt. Das Wildtier, das es dabei zu beobachten gilt, ist das Eichhörnchen. Neben der Chance auf Preise für einzelne HobbyforscherInnen gibt es auch eine Kategorie für Schulklassen, sowie die Kür zur Eichhörnchen-Hauptstadt Österreichs. Ab 1. Mai heißt es deshalb auf der Plattform „Hörnchen zählen – Hauptstadt wählen“.

Um Eichhörnchen beobachten zu können, muss man sich nicht mit Nachtbildkamera ausrüsten oder auf die Dämmerung warten. Die Nager sind ausschließlich tagaktiv. Besonders gute Chancen hat man in kleinen Wäldern, in Parkanlagen oder auf Friedhöfen. Ideale Lebensbedingungen bieten alte, lichte Baumbestände die miteinander verbundenen sind. Diese Voraussetzung können auch Innenhöfe im Stadtgebiet bieten. Die Anwesenheit der wilden Nachbarn verraten Tannenzapfen ohne Schuppen am Boden oder angeknabberte Nussschalen. Auch die Nester der kleinen Nager, Kobel genannt, können ein Hinweis auf ein Eichhörnchen sein. Sie richten sich diese in den Baumkronen mit kleinen Zweigen, Gräsern und anderem Nestmaterial ein.

Startschuss für das neue, nationale Citizen Science Award Projekt ist der 1. Mai. Die Anmeldung ist direkt über die Website der Plattform möglich, dort sind auch die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme und zusätzliche Informationen über Eichhörnchen zu finden. Teilnahmeschluss ist der 30. Juni. Bis dahin gilt es „Hörnchen Zählen – Hauptstadt wählen“, aber auch jede andere Wildtiersichtung im urbanen Raum kann weiterhin auf der Plattform gemeldet werden.

Mehr Info [Link 15]

(Web-Redaktion am 28.4.2017)

 

Genetische Untersuchungen von paläontologischen, historischen und modernen Proben klaeren die evolutionaere Verwandschaftsbeziehungen in der Gruppe der Eurasischen Wildesel

Felsmalereien von Wildeseln [Link 16]
Asiatische Wildesel teilen sich seit langer Zeit den Lebensraum in Europa und Asien mit dem Menschen, doch die Verwandtschafts- beziehungen zwischen den verschiedenen Arten und Unterarten war bisher umstritten. Fotos (c) P. Kaczensky (südliche Gobi, Mongolei)
Foto von 3 Kulanen [Link 17]

Die Phylogenie (d.h. Evolutionsgeschichte von Organismen) der vermuteten Arten und Unterarten in der Gruppe der Eurasischen Wildesel ist bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts umstritten. Das Verbreitungsgebiet dieser in Europa und Asien einst weit verbreiteten Gruppe aus der Pferdefamilie ist inzwischen extrem geschrumpft und stark fragmentiert. Um die evolutionären und geschichtlichen Prozesse zu verstehen, die zur gegenwärtigen Verbreitung und genetischen Zusammensetzung der Gruppe der Eurasischen Wildesel geführt haben, ist es notwendig auch die Vergangenheit mit einzubeziehen. Forscherinnen und Forscher, darunter Petra Kaczensky und Chris Walzer vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna haben die genetische Vielfalt und die Verwandtschaftsbeziehungen sowohl ausgestorbener als auch bestehender Populationen aus den letzten 100.000 Jahre untersucht.

Die ForscherInnengruppe untersuchte Proben von
paläontologischen, historischen und modernen Tieren aus Europa und Asien. Die Verwendung eines kurzen, hochvariablen Abschnitts des mitochondrialen Genoms erlaubte erstmals auch die Berücksichtigung der genetischen Informationen aus extrem schlecht erhaltenen paläontologischen Proben. Die daraus abzuleitenden Verwandtschaftsbeziehungen platzierten alle nicht-afrikanischen Wild-Esel in elf genetisch und geografisch klar abgegrenzte Gruppen (Claden). Die Ergebnisse widersprechen der gegenwärtigen taxonomischen Unterteilungen der Gruppe der Asiatischen Wildesel in bisher drei verschiedene Arten. Die neuen Daten platzieren sowohl den ausgestorbenen europäischen Wildesel (E. hydruntinus), sowie den Kiang, (E. kiang), innerhalb des Asiatischen Wildesels (Equus hemionus) und damit auf die gleiche Ebene wie die aktuell unterschiedenen Unterarten Dziggetai, Khur, Onager, Kulan und dem ausgestorbenen syrischen E. h. hemippus.

Das neue Verständnis der phylogeographischen Organisation des Asiatischen Wildesels ist eine wichtige Grundlage zur Klärung weiterer taxonomischer Fragen dieser bisher wenig untersuchten Equidenart. Auch Fragen zum ehemaligen Verbreitungsgebiet, dem Zusammenhang und Austausch von Individuen aus verschiedenen Populationen, und dem Einfluss von
Klimaveränderungen in der Vergangenheit können damit in einen neuen Kontext gebracht werden und dazu beitragen, Schutzstrategien für die verbleibenden Populationen des Asiatischen Wildesels zu verbessern.

Der Artikel “Taming the late Quaternary phylogeography of the Eurasiatic wild ass through ancient and modern DNA [Link 18]” wurde in der Zeitschrift  PLOS ONE veröffentlicht.

(Web-Redaktion am 26.4.2017)

 

Ein überraschender Unterschied in der Prävalenz der Amyloidkrankheit in zwei wildlebenden Feldhasenpopulationen

Feldhase (Lepus europaeus), Foto von Jean-Jacques Boujot -CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons
Foto eines Feldhasen [Link 19]

Amyloidose ist eine Gruppe von Krankheiten, in denen sich aufgrund von Protein-Fehlfaltungen im Gewebe abnorme Proteine, bekannt als Amyloid-Fibrillen, aufbauen. Amyloid-Protein kann sich in vielen Teilen von menschlichen und tierischen Körpern ansammeln und das Funktionieren der verschiedenen Organe beeinträchtigen. Die systemische Amyloidose wurde noch nicht oft in europäischen Feldhasen beschrieben. Ein Team von Wildtierpathologen unter der Leitung von Annika Posautz vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI) der Vetmeduni Vienna hat insgesamt 594 Hasen aus verschiedenen Populationen in Niederösterreich und Norddeutschland (auf der Insel Pellworm) sowie in Gehegen gehaltene Hasen am FIWI untersucht. Sie führten eine Pathohistologie aller Organe und eine Immunhistochemie durch. Sie fanden heraus, dass 22% der niederösterreichischen Population unterschiedliche Grade von Amyloidablagerungen zeigte, aber nur 5,4% der Pellworm-Population, und keiner der gefangenen gezüchteten Hasen. Leber, Milz, Nieren und bei einigen Tieren der Dünndarm waren betroffen. Keines der betroffenen Tiere zeigte klinische Anzeichen einer Erkrankung vor dem Tod. Der Gesundheitszustand der beiden freilebenden  Hasenpopulationen unterschied sich nicht wesentlich genug, um den Unterschied in der Amyloid-Prävalenz zwischen ihnen zu erklären. Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um zu eruieren, ob unterschiedliche Umweltbedingungen wie Klima, Lebensraum und Nähe zu Vieh und Wildvögeln die Entwicklung der Erkrankung beeinflussen können.

Der Artikel “Different population – different prevalence or, what is going on in the European brown hare (Lepus europaeus) [Link 20]” von Annika Posautz, Anna Kübber-Heiss (FIWI) und Per Westermark (Department of Immunology, Genetics and Pathology, Uppsala University) wurden in der Zeitschrift Amyloid veröffentlicht.

(Web-Redaktion am 25.4.2017)

 

Risiko der Übertragung heimischer Parasiten durch Marderhunde ist höher als durch Waschbären

Marderhunde sind näher verwandt mit heimischen Füchsen und stellen somit das größere Risiko als Überträger von Parasiten wie dem Fuchsbandwurm dar. (Foto: Tanja Duscher/Vetmeduni Vienna)
Foto eines Marderhundes [Link 21]

Die in Europa stetig wachsende Zahl von Waschbär und Marderhund rückt die beiden Neozoen auch als Wirte für Krankheitserreger in den Fokus von Parasitologen. Ein Forschungsteam der Vetmeduni Vienna analysierte nun Proben der beiden Wildtiere in Österreich. Der mit dem Fuchs näher verwandte Marderhund dient als zusätzlicher Überträger heimischer Parasiten, wie dem Fuchsbandwurm oder Trichinen, also auch für den Menschen relevanten Krankheiten, neben dem heimischen Fuchs dar. Der Waschbär ist dagegen aufgrund seiner ursprünglichen Herkunft aus Gehegehaltung noch weitgehend frei von gefährlichen Parasiten. Der Artikel "The raccoon dog (Nyctereutes procyonoides) and the raccoon (Procyon lotor)—their role and impact of maintaining and transmitting zoonotic diseases in Austria, Central Europe [Link 22]" der Forscher und Forscherinnen vom Institut für Parasitologie, vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie, und von der AGES wurde in der Fachzeitschrift Parasitology Research veröffentlicht. 

Mehr Info [Link 23] 

(Web-Redaktion am 06.04.2017)

 

ALPBIONET2030 – Schutz für den Alpenraum

Das Projekt ALPBIONET2030 soll zukünftig Strategien zum Schutz der Ökosysteme und Artenvielfalt liefern und unterstützen. (Foto: Karin Svadlenak-Gomez)
Foto vom Lech Fluss bei Weissenbach [Link 24]

Schutzgebiete und damit zusammenhängende Naturachsen – Landschaften, die Wildtiere durchqueren können – bilden als "ökologischer Verbund" die Grundlage für den Schutz von Lebensraum und Artenvielfalt in den Alpenregionen. Solche überregionale Natur-Netzwerke erhalten nun durch das Projekt ALPBIONET 2030, das von der Europäischen Union gefördert wird, zusätzliche Unterstützung. In unterschiedlichen Arbeitspaketen sollen zukünftig Voraussetzungen zur Umsetzung ökologischer Verbundmaßnahmen und nationaler Biodiversitätsstrategien im gesamten Alpenraum verbessert werden. Die Abteilung Conservation Medicine des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna übernimmt dabei die Leitung des Arbeitspakets zur Analyse und Verbesserung alpiner Wildtiermanagement-Strategien, sowie der Erarbeitung von standardisierten forensischen Methoden, die bei der Bekämpfung von wildtierbezogener Kriminalität hilfreich sein sollen.

Mehr Info im Newsartikel der Vetmeduni [Link 25]

Interne Projekt Website [Link 26]

(Web-Redaktion am 14.03.2017)

 

Neues FWF Projekt zu mehrfach ungesättigten Fettsäuren und saisonaler Anpassung

Eine Hirschkuh wartet am Eingang der automatischen Fütterungsstation (Foto M. Habe)
Foto einer Hirschkuh am Futterautomaten [Link 27]

Kürzlich ist das neue vom FWF finanzierte Forschungsprojekt "Mehrfach ungesättigte Fettsäuren und saisonale Anpassung [Link 28]" angelaufen.   Bedeutende saisonale Veränderungen der Stoffwechselintensität und der Körpertemperatur scheinen bei Säugetieren und Vögeln weitverbreitet zu sein, ebenso wie die damit verbundene Anpassung der Zellmembranen. Die spezifischen Effekte mehrfach ungesättigter Fettsäuren legen nahe, dass die Fettsäurenzusammensetzung von Zellmembranen sich saisonal verändert, weitgehend unabhängig von der direkten Zufuhr essentieller Fettsäuren mit der Nahrung.  In der aktuellen Studie werden die Effekte essentieller Fettsäuren auf die saisonale Anpassung von Rothirschen untersucht. 

Das Projekt wird geleitet von Univ.Prof. Dr. Walter Arnold, Leiter des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie. 

(Web-Redaktion am 10.02.2017)

 

Neues FFG Projekt zur Thermoregulation beim Wildschwein soll wichtige Erkenntnisse für das Wildtiermanagement in Zeiten des Klimawandels bringen

Säugende Wildschweinbache mit Frischlingen (Foto Sebastian Vetter)
Foto einer Bache mit Frischlingen [Link 29]

Ein neues von der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG finanziertes Forschungsprojekt soll helfen, die Populationsdynamik von Wildschweinen in Zeiten des Klimawandels besser zu vestehen.  Das Projekt "Wildtiermanagement im Klimawandel: Untersuchungen zur Thermoregulation beim Wildschwein [Link 30]" untersucht wie sich die Körpertemperatur von Wildschweinen im Jahreszyklus verändert. Zudem wird analysiert wie sich extreme Hitzeperioden oder Kälteeinbrüche auf die Körpertemperatur auswirken.  Auch der Effekt des Energiehaushaltes auf das Überleben und die Reproduktion soll erfasst werden.  Gleichzeitig beobachten die Forscherinnen und Forscher Verhaltensanpassungen und Aktivitätsmuster der Wildschweine unter verschiedenen klimatischen Bedingungen.  Als langfristiges Ziel sollen die gewonnenen Ergebnisse aus dieser Grundlagenforschung als Basis für eine Entwicklung von Managementstrategien dienen.

Das Projekt wird geleitet von Dr. Claudia Bieber vom Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie. 

(Web-Redaktion am 09.02.2017)

 

 

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Seminar am Wilheminenberg

Jeden Mittwoch im Semester findet das "Seminar am Wilhelminenberg" in unserem Haus statt, ein wissenschaftliches Kolloquium bei dem führende WissenschafterInnen aus aller Welt neueste Forschungsergebnisse präsentieren.

Seminarprogramm
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Begleitschreiben für Fallwild

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Das Begleitschreiben für Fallwild können Sie hier [Link ] runterladen.


 

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