Das Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Veterinärmedizinischen Universität  ist ein biologisches Forschungsinstitut das sich dem Studium tierischen Verhaltens (Ethologie) widmet. Seit Frühjahr 2015 ist es außerdem Sitz der Österreichischen Vogelwarte/Austrian Ornithological Centre (AOC).

Foto des KLIVV Geländes
 

Aktuelles

 

Fliegenlarven putzen das Nest des Bienenfressers

Bienenfresserpärchen und ihre Jungvögel wohnen nicht alleine in ihrem Nest. Vor allem Insektenlarven quartieren sich als Mitbewohner ein. (Foto: Herbert Hoi/Vetmeduni Vienna)
Foto eines frisch geschluepften Bienenfressers [Link 1]

Ein Vogelnest beherbergt neben einem Vogelpärchen und seinem Nachwuchs auch andere Bewohner wie Insektenlarven. Diese nutzen die guten klimatischen Bedingungen und das reichliche Nahrungsangebot im Nest. Bis jetzt blieb unerforscht, ob auch die Vögel einen Vorteil aus dieser Wohngemeinschaft haben. Ein Forschungsteam um Herbert Hoi vom Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Vetmeduni Vienna konnte nun zeigen, dass Fliegenlarven im Nistplatz des Europäischen Bienenfressers als Putztrupp fungieren und Fäkalien und Futterreste verwerten. Diese „Abfallbeseitigung“ begünstigt die Entwicklung der Jungvögel und unterstützt das Nest-Ökosystem.

Der Artikel „Housekeeping by lodgers: the importance of bird nest fauna on offspring condition [Link 2]“ von Jan Kristofık, Alzbeta Darolova, Christine Hoi und Herbert Hoi wurde im Journal of Ornithology veröffentlicht.

Mehr Information [Link 3]

(Web-Redaktion am 22.11.2016)

 

Sensibles Ökosystem der großen afrikanischen Seen durch Ölförderung gefährdet

Fischer am Burundi-Ufer des Tanganjikasees (Foto Francesca Ansaloni via Wikimedia Commons)
Foto von Fischern am Tanganjikasee [Link 4]
Buntbarsche im Tanganjikasee (Foto Stefanie Schwammberger)
Foto von Buntbarschen

Trotz aller Warnungen über ihren Einfluss auf den globalen Klimawandel steigt die weltweite Nachfrage nach fossilen Energieträgern weiter an.  Nun gibt es auch um die großen afrikanischen Seen Pläne zur Ölförderung.  Zu ihnen gehören zum Beispiel der Tanganjikasee, der zweitgrößte See Afrikas,  und der Malawisee.  Anliegerstaaten dieser relativ abgelegenen und eher schwer erreichbaren Seen, sind Ruanda, Burundi, Uganda und Teile der Demokratischen Republik Kongos, Malawi, Mozambique und Tansania. Die Region zählt zu den am dichtesten besiedelten der Welt, über 107 Millionen Menschen leben dort.  Die Regierungen versprechen sich von der Öl-Exploration notwendige und riesige Einkommensquellen.

Für die fragilen Ökosysteme dieser einzigartigen Seen, die Heimat für tausende endemische Tierarten sind, und an deren Ufern eine großteils arme Bevölkerung lebt, wäre eine solche Erschließung allerdings eine große Gefahr. Ölverschmutzungen würden nicht nur die Natur, sondern auch die Lebensgrundlage dieser Menschen zerstören.  Bereits jetzt sind die See-Lebensräume durch menschliche Aktivitäten (wie Überfischung, Abholzung, Klimawandel) stark unter Druck.  Eine Gruppe von WissenschafterInnen, u.a. vom Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung, warnt davor dass Ölverschmutzung die Umwelt für Tier und Mensch in der Region endgültig zerstören könnte und argumentiert dafür, andere Pläne für eine Regionalentwicklungs im Sinne der UN-Sustainable Development Goals zu fördern.

Der Brief "Oil extraction imperils Africa's Great Lakes [Link 5]" ist am 4.11.2016 im Science Magazine erschienen.

(Web-Redaktion am 10.11.2016)

 

Wie man bei Uferschwalben die Telomere misst

Studien der Telomerverkürzung in Uferschwalben haben das Potenzial, die Kosten und Nutzen verschiedener individueller Strategien zur Bewältigung wichtiger evolutionärer und ökologischer Prozesse aufzudecken. (Foto von Andreas Trepte, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons)
Foto einer Uferschwalbe [Link 6]

Telomere sind schützende Endkappen an Chromosomen.  Sie sind von Bedeutung für die Stabilität von Chromosomen, schützen Zellen gegen den Abbau von reaktiven Sauerstoffarten.  Doch bei jeder Zellteilung werden sie verkürzt.  Die Rate des Telomerverlustes wird zunehmend als Marker für biologische Alterung und Überlebenswahrscheinlichkeit verwendet.  In Studien an vielen Organismen wurde der Telomerverlust mit erhöhtem Metabolismus, biologischem Stress und Krankheit verbunden.

ForscherInnen vom Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung und dem Institut für Umweltwissenschaften der Universität Nyíregyháza in Ungarn haben eine mitteldurchlaufende und zuverlässige Methode zur Messung der relativen Telomerlänge in Uferschwalben (Riparia riparia) validiert. Beim Test einer Population unterschiedlich alter Individuel aus Ostungarn fanden sie eine signifikante negative Beziehung zwischen relativer Telomerlänge und Alter und beobachteten einen deutlichen Abfall der Telomerlänge in älteren Altersklassen (> 4 Jahre), aber keine Beziehung zu Geschlecht oder Körpermasse. Die beschriebene Testmethode wird es erlauben, Langzeitstudien zur Telomere-Dynamik von Uferschwalben in wilden Populationen mit verschiedenen life-history und gesundheitlichen Eigenschaften durchzuführen.

Der Artikel "A Simple and Reliable Medium-Throughput Method to Measure Relative Telomere Length in Sand Martins  [Link 7]Riparia riparia [Link ]" von Steve Smith, Richard Wagner, Tibor Szép, Franz Hoelzl & Mónika Molnár ist in der Zeitschrift BioOne erschienen.

(Web-Redaktion am 7.11.2016)

 

Workshop "The Symbolic Animal - Evolution and Neuroethology of Aesthetics"

Höhlenmalerei eines Steppenbisons in der Höhle von Altamira (Replik, Museo Nacional y Centro de Investigación de Altamira, Santilla del Mar, Cantabria, Spanien) (Foto Ramessos via Wikimedia Commons)
Foto der Höhlenmalerei in Altamira [Link 8]

Vom 15.-19. Oktober 2016 fand in Erice, Sizilien, ein Workshop zum interessanten Thema "Das symbolische Tier - Evolution und Neuroethologie der Ästhetik" statt. 

Der Hauptzweck des Workshops war es die biologischen Mechanismen zu untersuchen, die der Symbolbildung und der Wahrnehmung und Wertschätzung der Schönheit zugrunde liegen, von den attraktiven Merkmalen sexuell selektierter Charakterzüge bis zu den menschlichen figurativen Künsten.

Organisiert wurde es von Leonida Fusani vom Konrad Lorenz Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Vetmeduni Vienna und Vittorio Gallese von der Universität Parma & University of London.  

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Weibliche Blaumeisen singen bei Lebensgefahr

Wenn ein Raubtier die weibliche Blaumeise bedroht, bleibt sie nicht stumm vor Schreck, sondern singt um ihr Leben. (Foto: Katharina Mahr/Vetmeduni Vienna)
Foto einer Blaumeise [Link 10]

Das Zwitschern von Singvögeln wurde lange Zeit mit der Partnersuche oder mit Konkurrenzverhalten verbunden. Die Männchen galten zudem als aktiver beim Gesang als Weibchen. Ein Forschungsteam um Herbert Hoi vom Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung zeigte nun, dass Weibchen viel gesangsfreudiger sind als bislang angenommen. Die ForscherInnen brachten erstmals den Gesang von weiblichen Blaumeisen mit der Bedrohung durch ein Raubtier in Verbindung. Damit schützen sie in erster Linie sich selbst und nicht ihr Gelege. Möglicherweise deuten die Tiere eine erhöhte Fluchtbereitschaft an indem sie dem Räuber durch ihren Gesang zeigen, dass sie ihn entdeckt haben und jederzeit flüchten können. Es bedarf aber noch weiterer Untersuchungen um die unterschiedlichen Gesangsmuster genau beurteilen zu können.

Der Artikel "Female and male Blue Tits (Cyanistes caeruleus) sing in response to experimental predator exposition [Link 11]" von Katharina Mahr, Carlo Seifert und Herbert Hoi wurde im Journal of Ornithology veröffentlicht.

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(Web-Redaktion am 24.6.2016)

 

Mehrfachpaarung bei Hausmäusen bringt weniger Nutzen als gedacht

Die Paarung mit vielen
Männchen bringt dem
Wurf einer Hausmaus
keinen Vorteil bei einer
Salmonelleninfektion.
(Foto: Kerstin Thonhauser/
Vetmeduni Vienna)
Foto von schnuppernden Mäusen [Link 13]

Weibchen können ihrem Nachwuchs bessere Überlebenschancen sichern, indem sie sich mit mehreren Sexualpartnern paaren. Im Fall von Salmonelleninfektionen bringt die Promiskuität der Mäuseweibchen dem Nachwuchs jedoch keinen Vorteil, wie ein Forschungsteam am Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung bestätigte. Die ForscherInnen fanden außerdem erstmals heraus, dass den Weibchen eine Infektion viel stärker zusetzt als ihren männlichen Artgenossen. 

Der Artikel „Does multiple paternity influence offspring disease resistance?“ von Thonhauser K.E., Raveh S., Thoß M. und Penn D.J. wurde im Journal of Evolutionary Biology veröffentlicht. [Link 14]

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(Web-Redaktion am 18.4.2016)

 

Erster Wildvogel mit österreichischem Ring markiert

Mit der Mönchsgrasmücke wurde gestern nach 103 Jahren zum ersten Mal ein Zugvogel mit österreichischen Vogelringen markiert. (Foto: Christoph Roland)
Foto einer Möchsgrasmücke [Link 16]

Am 5.4.2016 fand an der Österreichischen Vogelwarte der Vetmeduni Vienna, dem Austrian Ornithological Centre (AOC) am Wiener Wilhelminenberg die erste wissenschaftliche Beringung von Wildvögeln mit eigenen, österreichischen Ringen statt. Vogelberingung ist ein wichtiges Mittel um Daten zum Zustand der Wildvögel und ihren Wanderbewegungen zu erheben. Bisher wurde in Österreich mit deutschen Markierungsringen gearbeitet. Durch die Kennzeichnung „KLIVV.AT AUSTRIA“ ist nun 103 Jahre nach der ersten Beringung eine internationale Zuordnung zu einer heimischen Beringungs- und Forschungsstation möglich.

Pünktlich mit dem Höhepunkt des Frühjahrszuges wurde gestern als erster in Österreich beringter Wildvogel eine Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla) markiert, die ab jetzt einen kleinen Aluminiumring mit der Codierung „T 000001“ und der Aufschrift „KLIVV.AT AUSTRIA“ am Bein trägt.

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(Web-Redaktion am 6.4.2016)

 

Nachrichtenarchiv... [Link 18]

 

Kontakt

Savoyenstraße 1a, A-1160 Wien
Tel:   +43 (1) 25077-7900
Fax:  +43 (1) 25077-7941
Email KLIVV [Link 19]

Anfahrt [Link 20]


 

Vogelring gefunden? / Recovered a bird ring?

 

 

Bitte melden Sie uns Ihren Ringfund hier [Link 21].

Please report your recovery here [Link ].


 
 

Seminar am Wilheminenberg

Jeden Mittwoch im Semester findet das "Seminar am Wilhelminenberg" in unserem Haus statt, ein wissenschaftliches Kolloquium bei dem führende WissenschafterInnen aus aller Welt neueste Forschungsergebnisse präsentieren.

Seminarprogramm
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Intern [Link 23]


 

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