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Willkommen bei der Bestandsbetreuung für Wiederkäuer an der Vetmeduni!

Im Mittelpunkt unserer Tätigkeit stehen Lehre, Forschung und der gezielte Wissenstransfer in die Praxis – für eine präventive, nachhaltige Herdengesundheit. Wir verbinden evidenzbasierte Forschung mit praxisnaher Ausbildung und entwickeln gemeinsam mit Partnerbetrieben Lösungen im Bereich des Tiergesundheitsmanagements, der Haltung, Biosicherheit, sowie Fütterung.

Schwerpunkte liegen auf Fruchtbarkeit, Stoffwechselmanagement, Euter- und Klauengesundheit sowie der Aufzucht. Ziel ist es durch strukturiertes Monitoring und klare, umsetzbare Maßnahmen Tierwohl, Betriebssicherheit und Ressourceneffizienz zu stärken. Erkenntnisse aus Projekten und Lehre fließen laufend in die Praxis zurück – und umgekehrt. So entsteht ein lebendiges Netzwerk.


Leitung

Melanie Schären-Bannert
Foto: T. Suchanek/Vetmeduni

Leitung der Bestandsbetreuung für Wiederkäuer

Univ.-Prof. Dr.sc.agr. Melanie Schären-Bannert, PhD. Dipl.ECBHM
T +43 1 25077-2118   5296  
E-Mail

Karen Wagener
Foto: T. Suchanek/Vetmeduni

Stellvertretung

Priv.-Doz. Assoz.Prof. Dr.med.vet. Karen Wagener, Dipl.ECAR
E-Mail


Foto: Michael Bernkopf/Vetmeduni

Lehre

Wir bilden Tierärzt:innen aus, und sind auch in anderen Ausbildungsgängen aktiv.

Pipette, Petrischalen und Laborutensilien
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Forschung

Unser Team und unsere Forschungsschwerpunkte.

News aus dem Zentrum

Forschung

Klimawandel: Verändertes Nahrungsangebot für Siebenschläfer im Wienerwald

Eine über fast 20 Jahre reichende Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien erforschte den Einfluss des Klimawandels auf die Buchenmast und die daraus resultierenden Folgen für den Siebenschläfer. Demnach sind die Auswirkungen im heimischen Wienerwald bereits heute eindeutig feststellbar – sowohl für die Buchen wie auch für die Winterschlaf haltenden Nagetiere. Die Mastjahre mit hoher Samenproduktion der Buchen folgen einem zweijährigen Rhythmus, resultierend in einem stark unterschiedlichen Angebot an Bucheckern, welche eine wichtige Ressource für Siebenschläfer sind. In Zukunft erwarten die Forscher:innen eine weitere Zuspitzung der Situation, insbesondere im Fall eines völligen Ausfalls der Buchen-Mast.

Siebenschläfer auf Ast
Foto: Thomas Suchanek/Vetmeduni

Der Klimawandel wirkt sich direkt und indirekt auf Arten aus. Das Ausmaß dieser Auswirkungen variiert je nach Art und Kontext. Insbesondere vermutet die Wissenschaft, dass indirekte Auswirkungen für die Konsumenten von pulsierenden, also zyklischen Ressourcen stärker zum Tragen kommen. Vor diesem Hintergrund untersuchte ein Team des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI) der Vetmeduni im Wienerwald frei-lebende Siebenschläfer (Glis glis). Konkret erhoben sie, wie sich höhere durchschnittliche Lufttemperaturen im Zusammenhang mit dem Klimawandel auf die Mast der Europäischen Buche (Fagus sylvatica) auswirken und wie sich diese Veränderung in der Lebensgeschichte von Siebenschläfern niederschlägt. Dazu analysierten die Wissenschafter:innen über einen Zeitraum von 17 Jahren die Daten von insgesamt 2.530 Individuen. Erhoben wurden zudem Lufttemperaturdaten und – als Maß für die Samenproduktion – Pollendaten der Europäischen Buche.

Wienerwald-Buche: Dramatisch verändertes Nahrungsangebot

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Anstieg der mittleren Lufttemperatur mit einer Verschiebung der Pollenproduktion der Buche einherging. In den letzten Jahren führte das zu einem zweijährigen Mastzyklus (im Vergleich zu einem unregelmäßigen Zyklus in der Vergangenheit) mit einer Abfolge von Jahren mit sehr hoher und sehr geringer Samenverfügbarkeit“, berichtet Studien-Erstautor Lukas Hochleitner vom FIWI. Der veränderte Zyklus der Mastereignisse verringerte die Gesamtüberlebensrate von einjährigen Siebenschläfern (sog. Jährlingen) signifikant. Allerdings blieb die Gesamtüberlebensrate der erwachsenen Tiere stabil. Parallel dazu stieg die Wurfgröße in beiden Altersklassen (Jährlinge und Adulte) signifikant an. „Darüber hinaus unterschieden sich die Überlebenswahrscheinlichkeiten in den beiden Altersklassen zwischen Jahren mit großem Nahrungsanbot (Mast) und solchen mit geringem Nahrungsanbot (Mastausfall)“, so Hochleitner weiter.

Massive Auswirkungen auf Leben und Überleben von Siebenschläfern

„Die von uns erfasste dramatisch veränderte Samenproduktion der Buche belegt die massiven Auswirkungen für Tiere, die auf ein pulsierendes Nahrungsmittelangebot angewiesen sind. Unsere Ergebnisse deuten beispielsweise stark darauf hin, dass temperaturbedingte Veränderungen im Mastzyklus der Buche Auswirkungen auf den Kompromiss zwischen Fortpflanzung und Überleben bei Siebenschläfern haben“, sagt Hochleitner.

Mit ihren Erkenntnissen liefert die Studie erste Einblicke in die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf das komplexe System von Samenproduzenten und Samenkonsumenten. Völlig unklar ist laut den Wissenschafter:innen allerdings, was ein möglicher zukünftiger Zusammenbruch der Buchen-Mast in gemäßigten Waldökosystemen bewirken wird.

 

Der Artikel „Indirect effects of higher mean air temperature related to climate change on major life-history traits in a pulsed-resource consumer“ von Lukas Hochleitner, Shane Morris, Maximilian Bastl, Thomas Ruf und Claudia Bieber wurde in „Scientific Reports“ veröffentlicht.

 

Wissenschaftlicher Artikel


Rückfragekontakt:
Lukas Hochleitner MSc.
Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI)
Veterinärmedizinische Unversität Wien (Vetmeduni)
lukas.hochleitner@vetmeduni.ac.at