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Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen
Wer einen Jungvogel findet, sollte zunächst beobachten, ob es sich um einen sogenannten Ästling handelt. Diese Jungvögel sind bereits befiedert und verlassen das Nest, können aber noch nicht richtig fliegen. Sie halten sich oft am Boden oder in niedrigen Sträuchern auf und werden weiterhin von ihren Eltern versorgt. In solchen Fällen ist es wichtig, den Vogel nicht mitzunehmen. Nur wenn das Tier sichtbar verletzt ist, von andren Tieren wie Katzen oder Mardern bedroht wird oder sich an einem gefährlichen Ort wie einer Straße befindet, sollte eingegriffen werden. Dann kann man den Vogel vorsichtig in ein nahegelegenes Gebüsch setzen. Verletzte Vögel sollten in eine dunkle, ruhige Box mit Luftlöchern gesetzt werden. Auf Fütterung oder Wasser sollte verzichtet werden. Anschließend ist möglichst rasch eine Einrichtung mit Expertise in Wildtierhilfe und -Rettung zu kontaktieren. Hier einige Beispiele:
MA49 Wien anrufen +43 1 4000-49090 - Notfälle außerhalb der Servicezeiten über das Wien-Telefon unter +43 1 4000
Eulen- und Greifvogelstation Haringsee +43 664/34 04 530
Tierschutzhotline Niederösterreich: 0800-000 134
Lokale Wildtierhilfen
Ein häufiges Problem ist der Vogelschlag an Fenstern. Vögel erkennen Glasflächen nicht als Hindernis und prallen dagegen. Um dies zu verhindern, helfen spezielle Klebestreifen oder Musterfolien, die an Fenstern angebracht werden können. Einzelne Greifvogelsilhouetten sind hingegen kaum wirksam. Grundsätzlich gilt: Maßnahmen außen am Fenster sind deutlich effektiver als innen angebrachte. Wir empfehlen die Klebestreifen von Seen Elements, die über das Internet erworben werden können.
Das Entfernen von Vogelnestern ist in der Regel nicht erlaubt, da Nester gesetzlich geschützt sind, insbesondere während der Brutzeit. Eine Entfernung ist nur außerhalb der Brutzeit oder mit behördlicher Genehmigung möglich, etwa wenn eine konkrete Gefährdung besteht.
Das Füttern von Vögeln ist grundsätzlich sinnvoll, wenn es richtig durchgeführt wird. Besonders im Winter kann das Nahrungsangebot knapp sein, weshalb Futterstellen eine wichtige Unterstützung darstellen. Idealerweise beginnt man bereits im Spätherbst mit der Fütterung, damit sich die Vögel an die Futterplätze gewöhnen, und führt sie über den Winter hinweg regelmäßig fort.
Entscheidend ist die Wahl des richtigen Futters: Geeignet sind unter anderem Körnermischungen, Sonnenblumenkerne, kleine Samen sowie ungesalzene Nüsse. Auch Obst, getrocknete Beeren oder Fettfutter können je nach Art angeboten werden. Wichtig ist jedoch, dass während der Brutzeit (etwa April bis Juli) auf fettreiches Futter verzichtet wird. In dieser Zeit benötigen Vögel vor allem proteinreiche Nahrung wie Insektenfutter oder Getreidesamen, da Jungvögel fettreiche Nahrung schlecht verdauen können.
Ebenso wichtig wie das Futter selbst ist die Hygiene. Klassische Vogelhäuschen sind ungeeignet, da die Tiere darin im Futter sitzen und es verunreinigen können. Besser sind Futtersäulen oder Silos, bei denen das Futter sauber und trocken bleibt. Nasses oder verschimmeltes Futter ist unbedingt zu vermeiden, da es für Vögel giftig sein kann. Auch Futterstellen und Tränken sollten regelmäßig gereinigt und mit frischem Wasser befüllt werden.
Nicht geeignet sind Lebensmittel wie Brot, gekochte Speisen, Fleisch oder gesalzene und gewürzte Produkte. Diese können den Vögeln schaden und sollten daher nicht verfüttert werden.
Zusätzlich sollte die Futterstelle sinnvoll platziert werden: in der Nähe von Sträuchern oder Bäumen als Rückzugsort, aber nicht direkt an großen Glasflächen (Kollisionsgefahr). Insgesamt gilt: Eine durchdachte, saubere und an die Jahreszeit angepasste Fütterung kann Vögel gut unterstützen – falsche Fütterung hingegen kann mehr schaden als nützen.
https://www.vetmeduni.ac.at/fileadmin/v/oeuk/News/2024/TippsFuersTier_Vogelfutter_draft03.pdf
Für die Bestimmung von Vogelarten gibt es verschiedene Hilfsmittel. Neben klassischen Bestimmungsbüchern sind auch Apps zur Vogelbestimmung sehr hilfreich. Diese eignen sich besonders gut für Einsteigerinnen und Einsteiger, aber auch für den Einsatz in Schulen oder im eigenen Garten. Beispiele sind der Kosmos Vogelführer (auch als App verfügbar), Vögel Österreichs (Leander Khiel), oder Apps wie Merlin Bird ID
Wenn ein beringter Vogel gefunden wird, liefert dies wertvolle Informationen für die Forschung. In diesem Fall sollte die Ringnummer notiert sowie Fundort und Datum & Uhrzeit festgehalten werden. Dazu gibt es online ein Formular (https://www.vetmeduni.ac.at/aoc/ringfund), welches ausgefüllt an ring@klivv.at geschickt werden soll. Als Dankeschön erhalten Sie dann einen Fundbrief mit der dokumentierten Lebensgeschichte des jeweiligen Vogels.
Krähen im Garten, die Nester plündern oder Jungvögel fressen, wirken für viele Menschen beunruhigend. Dieses Verhalten ist jedoch völlig natürlich. Krähen gehören zu den Allesfressern und nutzen während der Brutzeit gezielt energiereiche Nahrung wie Eier oder Jungvögel, um ihren eigenen Nachwuchs zu versorgen. Auch wenn es hart erscheint, ist dies ein normaler Teil des ökologischen Gleichgewichts.
Ein Eingreifen ist in der Regel weder notwendig noch erlaubt. Krähen sind geschützte Wildtiere, und das gezielte Vertreiben oder Stören – insbesondere während der Brutzeit – ist rechtlich eingeschränkt. Zudem würde ein Entfernen einzelner Tiere das natürliche Gleichgewicht nicht dauerhaft verändern.
Wer die Situation im eigenen Garten entschärfen möchte, kann indirekte Maßnahmen ergreifen. Dazu gehört, Nistmöglichkeiten für kleinere Vögel möglichst gut zu schützen, etwa durch dichte heimische Sträucher oder Hecken, die als Deckung dienen. Futterstellen sollten nicht offen und leicht zugänglich sein, da sie Krähen zusätzlich anlocken können. Auch das Vermeiden von offen herumliegenden Essensresten oder Abfällen hilft, Krähen fernzuhalten.
Wichtig ist das Verständnis, dass solche Beobachtungen Teil der Natur sind. Auch wenn einzelne Ereignisse traurig wirken, haben sie in der Regel keinen negativen Einfluss auf den Gesamtbestand der Singvögel. Ein naturnaher Garten mit ausreichend Versteckmöglichkeiten bietet die beste Unterstützung für viele Vogelarten.
Spechte werden manchmal als „Problemart“ wahrgenommen, wenn sie an Hausfassaden, Dachrinnen oder Holzverkleidungen trommeln oder hacken. Dieses Verhalten ist jedoch völlig natürlich: Spechte trommeln, um ihr Revier zu markieren und Partner anzulocken, und hacken, um nach Insekten zu suchen oder Höhlen anzulegen.
In den meisten Fällen handelt es sich also nicht um mutwillige „Zerstörung“, sondern um ein arttypisches Verhalten. Gleichzeitig sind Spechte gesetzlich geschützt, weshalb ein gezieltes Stören oder Vertreiben – insbesondere während der Brutzeit – nicht erlaubt ist.
Um Schäden zu vermeiden, können schonende Maßnahmen ergriffen werden. Das Abdecken von anfälligen Holzflächen mit widerstandsfähigen Materialien kann wirksam sein.
Langfristig ist es sinnvoll, Spechten alternative Möglichkeiten anzubieten, zum Beispiel alte Bäume oder Totholz im Garten zu belassen, sofern dies sicher möglich ist. Dort können sie ihrem natürlichen Verhalten nachgehen, ohne Gebäude zu beschädigen.
Grundsätzlich gilt: Spechte sind wichtige Bestandteile des Ökosystems, da sie Insekten regulieren und durch ihre Höhlen anderen Tierarten Lebensraum bieten. Ein konfliktarmes Zusammenleben ist daher der beste Ansatz.
Tauben werden vor allem im Siedlungsraum häufig als „Problemart“ wahrgenommen, insbesondere wegen Verschmutzungen durch Kot oder weil sie sich an Gebäuden niederlassen. Meist handelt es sich dabei um verwilderte Haustauben, die in Städten gute Lebensbedingungen vorfinden – etwa durch Nahrungsreste und geeignete Nistplätze an Gebäuden.
Ein zentrales Problem entsteht durch Fütterung: Wo regelmäßig gefüttert wird, vermehren sich Tauben stärker und bleiben dauerhaft vor Ort. Daher ist es wichtig, Tauben nicht gezielt zu füttern und auch keine Essensreste offen liegen zu lassen.
Zum Schutz von Gebäuden gibt es verschiedene tierfreundliche Maßnahmen, etwa das Anbringen von Netzen, Spikes oder gespannten Drähten an beliebten Sitz- und Nistplätzen. Diese verhindern, dass sich Tauben niederlassen, ohne ihnen zu schaden. Wichtig ist, solche Maßnahmen fachgerecht anzubringen, damit sich keine Tiere verletzen.
In vielen Städten gibt es zudem betreute Taubenschläge. Dort werden die Tiere kontrolliert gefüttert und ihre Eier teilweise gegen Attrappen ausgetauscht, um die Population langfristig und tierschutzgerecht zu regulieren.
Grundsätzlich gilt: Tauben sind Teil der urbanen Tierwelt. Statt sie zu bekämpfen, ist ein durchdachter, respektvoller Umgang – mit Fokus auf Vorbeugung und Sauberkeit – der nachhaltigste Weg, Konflikte zu reduzieren.
Bei einer Vogelwarte handelt es sich um Forschungseinrichtung, die sich mit der Beobachtung und Untersuchung von Vögeln beschäftigt. Dazu gehören Grundlagenforschung, Monitoringprogramme, Naturschutzmaßnahmen und teilweise auch Wiederansiedlungsprojekte.
Monitoring bezeichnet die systematische Erfassung von Tieren und ihren Beständen über längere Zeiträume hinweg. Dies geschieht beispielsweise durch regelmäßige Zählungen an festgelegten Standorten oder durch die Dokumentation von Brutpaaren bei Vögeln. Ziel ist es, Veränderungen in den Beständen frühzeitig zu erkennen und entsprechende Schutzmaßnahmen abzuleiten.
Der Vogelzug ist ein saisonales Phänomen, bei dem viele Vogelarten im Herbst in wärmere Regionen wie Südeuropa oder Afrika ziehen und im Frühjahr wieder in ihre Brutgebiete zurückkehren. Zur Orientierung nutzen die Vögel unter anderem die Sonne, die Sterne und das Magnetfeld der Erde. Manche Arten legen dabei beeindruckende Distanzen von mehreren tausend Kilometern zurück.
Bei uns gibt es die Möglichkeit Sichtungen von Wildtieren über die Plattform stadtwildtiere.at oder wildenachbarn.at zu melden. Diese Daten sind für Forschung und Naturschutz von großer Bedeutung.
Bei uns gibt es folgende Möglichkeiten, als freiwillige:r Helfer:in unsere Projekte zu unterstützen. Von Frühsommer bis Herbst benötigen wir Hilfe bei der Fütterung der jungen Habichtskäuze im Rahmen unseres Wiederansiedlungprojekts. Zusätzlich gibt es im Herbst auch immer viel Arbeit bei der Reinigung unserer Nistkästen. Hierbei ist jede helfende Hand willkommen. Kontaktiert uns dazu gerne via seebarn@vetmeduni.ac.at
In Österreich treten bei Wildvögeln immer wieder einige häufige Krankheiten auf, die je nach Art und Jahreszeit unterschiedlich relevant sind. Dazu gehören vor allem die Vogelgrippe, das durch Stechmücken übertragene Usutu-Virus sowie bakterielle Infektionen wie Salmonellose, die besonders an verschmutzten Futterstellen auftreten kann. Auch Parasiten (z. B. Milben) und Pilzerkrankungen kommen regelmäßig vor.
Für Privatpersonen ist vor allem wichtig: Kranke Vögel wirken oft apathisch, aufgeplustert oder zeigen ein ungewöhnliches Verhalten. Tote oder offensichtlich kranke Tiere sollte man möglichst nicht direkt anfassen – oder nur mit Handschuhen. Futterstellen sollten regelmäßig gereinigt werden, um die Ausbreitung von Krankheiten zu vermeiden. Auffällige Häufungen von kranken oder toten Vögeln können bei den zuständigen Behörden (Amtstierärztin bzw. der Amtstierarzt bei der jeweiligen Bezirksverwaltungsbehörde gemeldet werden.
Grundsätzlich gilt: Das Risiko für den Menschen ist in den meisten Fällen gering, dennoch ist ein hygienischer und vorsichtiger Umgang immer empfehlenswert.
Vögel vor dem Fenster werden manchmal als Lärmbelästigung empfunden, besonders in der Nacht oder den frühen Morgenstunden. Tatsächlich ist Vogelgesang jedoch ein gutes Zeichen, denn viele Singvogelbestände sind in Europa rückläufig, und lebendige Vogelstimmen zeigen eine intakte Umwelt an. Nester mit Jungvögeln können vorübergehend für mehr Lärm sorgen, ebenso wie gemeinschaftliche Schlafplätze. In vielen Fällen ist die Situation zeitlich begrenzt, etwa wenn Jungvögel flügge werden oder Nahrungsquellen erschöpft sind. Falls eine künstliche Futterstelle die Ursache ist, kann sie versetzt werden. Ansonsten hilft meist nur, die Situation zu akzeptieren, da alle Vogelarten gesetzlich geschützt sind und Eingriffe verboten – viele Menschen empfinden Vogelgesang langfristig sogar als bereichernd.
Wer Nisthilfen für Vögel anbringen möchte, kann diese im Fachhandel, in Baumärkten, Gartencentern oder online erwerben. Nisthilfen sind allerdings nur dort sinnvoll, wo ausreichend Nahrung vorhanden ist – naturnahe Gärten mit Struktur und ohne Pestizide sind daher besonders geeignet. Der Nistkasten sollte wettergeschützt, nicht in der prallen Sonne und das Einflugloch nach Osten oder Süden (oder Südosten) ausgerichtet sein. Zudem müssen Nistkästen mindestens einmal jährlich gereinigt werden, da sich sonst Parasiten und Krankheiten ausbreiten können. Je nach Vogelart kommen unterschiedliche Kastentypen infrage. etwa Vollhöhlen für Meisen oder Halbhöhlen für Arten wie Rotkehlchen.
Falls Sie selbst aktiv werden wollen, haben wir für die häufigsten Vogelarten Bauanleitungen für Nistkästen online auf unserer Website
https://www.vetmeduni.ac.at/aoc/aussenstelle-seebarn/nistkaesten-fuer-die-heimische-vogelwelt
Nähere Informationen zum Thema allgemein finden Sie z.B. hier:
Der Klimawandel wirkt sich zunehmend auf heimische Vogelarten aus. Steigende Temperaturen verändern Lebensräume und verschieben die Verfügbarkeit von Nahrung. Einige Zugvögel kehren früher aus ihren Winterquartieren zurück, wodurch es zu einem zeitlichen Ungleichgewicht zwischen Brutzeit und Nahrungsangebot kommen kann. Gleichzeitig breiten sich einige Arten weiter nach Norden aus, während andere, besonders spezialisierte Arten, unter Druck geraten. Auch extreme Wetterereignisse wie Hitzeperioden oder Starkregen können Bruten beeinträchtigen. Insgesamt führt der Klimawandel dazu, dass sich die Vogelwelt verändert – einige Arten profitieren, viele andere verlieren jedoch geeignete Lebensbedingungen. Naturnahe Lebensräume und strukturreiche Gärten können helfen, Vögel in dieser Entwicklung zu unterstützen.