Nachrichtenarchiv 2014

 

Denise Aydinonat erhält den Heimtierpreis 2014

Denise Aydinonat erhält den Heimtierpreis 2014. (Foto: Ernst Hammerschmid)
Foto von Denise Aydinonat uns KollegInnen bei der Preisverleihung 1

Die Gesellschaft der Freunde der Veterinärmedizinischen Universität Wien verlieh im Rahmen der heutigen akademischen Feier Preise an drei JungforscherInnen. Der Heimtierpreis 2014 ging an Denise Aydinonat.  Die Forscherin hat in ihrer Dissertation aus dem Institut für Medizinische Biochemie und dem Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung gezeigt, dass sozial unterforderte Graupapageien aus Einzelhaltung kürzere Telomere aufweisen, als Papageien, die in Paaren gehalten werden 2. Die Arbeit ist für die Heimtierhaltung von großer Bedeutung. Titel der Dissertation: "Impact of Social Deprivation on Telomere Length in African Grey Parrots".  Wir gratulieren!

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(Web-Redaktion am 12.12.2014)

 

Liebe auf den ersten Riecher – Vögel wählen ihre Partner nach dem Geruch aus

Je weiter entfernt verwandt die Eltern, desto fitter ihre Nachkommen. (Foto: Joel White)
Foto von zwei sich paarenden Möwen 4

Von vielen Tierarten ist bekannt, dass der Körpergeruch bei der Partnerwahl eine Rolle spielt. Der Duft des potenziellen Partners verrät, wie gut das Immunsystem zum eigenen passt. Es gilt das Prinzip: Je unähnlicher ein Paar, desto fitter werden seine Nachkommen sein. Forschende vom Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung an der Vetmeduni Vienna haben erstmals herausgefunden, dass sich auch Vögel bei der Partnerwahl von ihrer Nase leiten lassen. In einer aktuellen Studie in Nature’s Scientific Reports zeigen die WissenschafterInnen, dass ähnlich duftende Dreizehenmöwen auch ähnliche Immun-Gene besitzen.    Der Artikel “Preen secretions encode information on MHC similarity in certain sex-dyads in a monogamous seabird 5” wurde im Online Journal Scientific Reports veröffentlicht.

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(Web-Redation am 28.11.2014)

 

Risikomanagement im Tierreich – Eltern verteidigen ihren Nachwuchs nicht um jeden Preis

Junge Blaumeisen sind anderen Gerahren ausgesetzt als ihre Eltern. (Foto: Katharina Mahr / Vetmeduni Vienna)
Foto von frisch geschlüpften Vogelbabys im Nest 7

Eltern wollen für ihre Nachkommen nur das Beste. Ob das tatsächlich immer der Realität entspricht, haben Forschende der Vetmeduni Vienna an Blaumeisen untersucht. Katharina Mahr und Kollegen vom KLIVV gingen der Frage nach, ob die Vögel wirklich alles riskieren, um ihre Jungen vor Feinden zu schützen. Das Resultat: Eltern wägen ab. Nicht nur das Risiko für die Jungen, sondern auch das eigene Risiko spielen für die Eltern bei der Nestverteidigung eine Rolle. Die Ergebnisse sind im Journal Proceedings of the Royal Society B  8 veröffentlicht.

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(Web-Redaktion am 12.11.2014)

 

Als Autodidakt zum anerkannten Verhaltensforscher - 100 Jahre Otto Koenig

V.l.n.r.: Institutsleiter Walter Arnold, Rektorin Sonja Hammerschmid, Leiter der Hochschulsektion des BMWFW Elmar Pichl und Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Eva Weißmann. (Foto: Ernst Hammerschmid / Vetmeduni Vienna)
Fotos von Institutsleiter Walter Arnold, Rektorin Sonja Hammerschmid, Leiter der Hochschulsektion des BMWFW Elmar Pichl und Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Eva Weißmann vor der neuen Gedenktafel 10

Am Wiener Wilhelminenberg wurde am 23.10.2014 der 100. Geburtstag von Otto Koenig gefeiert. Der Naturforscher und –schützer begründete nach dem 2. Weltkrieg mit seiner Frau Lilli die „Biologische Station Wilhelminenberg“, das heutige Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Vetmeduni Vienna.  Für ihre Forschung hielten Otto und Lilli Koenig zahlreiche Tiere in Volieren, Aquarien und Gehegen auf dem großzügigen Institutsgelände. Dieser Ansatz der wissenschaftlichen Untersuchung von Wildtieren in menschlicher Obhut, zusammen mit deren Studium im natürlichen Lebensraum, wird bis heute am Wilhelminenberg fortgesetzt.  Die Universität würdigt das Lebenswerk Otto und Lilli Koenigs im Rahmen eines Festaktes und mit der Enthüllung einer Otto und Lilli Koenig-Gedenktafel. 

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 (Web-Redaktion am 23.10.2014)

 

Erste universitäre Vogelwarte in Österreich eröffnet

Fusani wird die Abteilung für Ornothologie am KLIVV leiten. (Foto: Michael Bernkopf / Vetmeduni Vienna)
Foto von Prof. Fusani 12

Seit 1. September 2014 ist Leonida Fusani Professor für Physiologie mit Schwerpunkt Ornithologie an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Seine Professur wird als Double Appointment gemeinsam mit der Universität Wien geführt. Am Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung leitet er die Abteilung für Ornithologie und die Österreichische Vogelwarte. Die Physiologie und das Verhalten der Vögel stehen im Zentrum von Fusanis Forschung. Der studierte Biologe ist auf der Suche nach den evolutionsbiologischen Ursprüngen des Verhaltens. Dabei verbindet Fusani Erkenntnisse aus der klassischen Verhaltensforschung mit jenen aus der Hormonforschung und den Neurowissenschaften.

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(Web-Redaktion am 15.10.2014)

 

Lichterwald statt Wienerwald - Wie künstliches Licht das Liebesleben der Vögel verändern könnte

Blaumeisen-Junges (Foto K. Mahr)
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Der natürliche Tag- und Nachtrhythmus ist für Vögel ein wichtiger Zeitgeber. Die Tiere wissen, wann es beispielsweise Zeit ist sich zu Paaren, zu Brüten, auf Futtersuche oder auf Wanderschaft zu gehen. Wird dieser natürliche Rhythmus durch künstliches Licht „verschmutzt“, ändern sich möglicherweise auch die natürlichen Verhaltensweisen der Tiere. Genau das untersuchen Katharina Mahr und Herbert Hoi vom Konraz-Lorenz Institut für Vergleichende Verhaltensforschung.  Die Ergebnisse könnten in Zukunft dazu beitragen, negative Effekte auf das Leben der Tiere und das gesamte Ökosystem im Wienerwald möglichst gering zu halten. Das Forschungsprojekt läuft seit Beginn dieses Jahres und wird von der Hochschuljubiläumsstiftung der Stadt Wien gefördert.

(Web-Redaktion am 6.8.2014)

 

Warum verpaaren sich Mäuseweibchen mit mehreren Männchen? Um die genetische Vielfalt scheint es jedenfalls nicht zu gehen

Wissenschaftler ließen weiblichen Mäusen zwischen zwei Männchen wählen und führten dann genetische Vaterschaftsanalysen an den Nachkommen durch, um die Rate der multiplen Vaterschaft im Wurf zu errechnen. (Foto: K. Thonhauser)
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Es wird oft vermutet, dass sich weibliche Mäuse mit mehreren Männchen paaren (Polyandrie), um die genetische Vielfalt des Nachwuchses zu erhöhen.  Eine Studie am Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung hat gezeigt, dass die genetische Ähnlichkeit potenzieller Partner keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit der multiplen Verpaarung von weiblichen Hausmäusen hatte.  Ob die getesteten Weibchen selbst geringe oder höhere genetische Vielfalt hatten spielte dabei auch keine Rolle.  Durchschnittlich stammten 29% der Jungen von verschiedenen Vätern - dies stimmte mit früheren Tests an Wildpopulationen überein. Die Ergebnisse der Studie unterstützen also nicht die genetische Vielfalts-Hypothese.

Der Artikel  "Multiple paternity does not depend on male genetic diversity 16" von K.E. Thonhauser, S. Raveh und D.J. Penn wurde in der 2014 Ausgabe der Zeitschrift Animal Behaviour 17 veröffentlicht. 

(Web-Redaktion am 6.6.2014)

 
 

4200 Besucher am Tag der offenen Tür

Viele Besucher am Infostand des Department für Integrative Biologie und Evolution (Foto K. Svadlenak)
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BesucherInnen konnten am Tag der offenen Tür (24.5.2014) am Hauptcampus der Veterinärmedizinischen Universität Wien wieder einmal hinter die Kulissen blicken und an Führungen und Vorträgen teilnehmen, oder via interaktiver Ausstellungen mehr über die Forschung an der Universität erfahren.  Diesmal war das Motto "Rund um Mensch und Tier".  Auch das Department für Integrative Biologie und Evolution war mit interessanten Beiträgen zur Wildtierforschung vertreten. Das Interesse war groß - 4200 BesucherInnen nahmen am vielfältigen Angebot der Vetmeduni an diesem Tag teil.

(Web-Redaktion am 26.05.2014)

 

 

Rechenaufgabe: größer oder kleiner? – Welcher Gruppe Stichlinge sich anschließen ist kontextabhängig.

Dreistachlige Stichlinge bevorzugen größere Schwärme. (Foto: Ron Offermans, Creative Commons)
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Schwarmverhalten ist bei Tieren weit verbreitet. Ein wichtiger Grund, sich vorzugsweise in Gruppen aufzuhalten, ist die Verringerung der Gefahr für den einzelnen, gefressen zu warden: Je größer die Gruppe, desto besser der Schutz des Einzelnen vor Beutegreifern.  Fische eignen sich gut, um experimentell die Ursache vom Schwarmverhalten zu untersuchen. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Fische größere Gruppen bevorzugen.  Allerdings haben die meisten Studien bisher relativ kleine Gruppen untersucht.  In freier Wildbahn hingegen kommen Gruppengrößen von bis zu mehreren Hunderten von Individuen vor.   Nun haben Forscher vom KLIVV und Kollegen die Präferenzen von Dreistachligen Stichlingen untersucht und festgestellt, dass sich Testfische in der Regel tatsächlich lieber größeren Schwärmen anschließen, allerdings nur bis zu einem gewissen Grad: war der Unterschied zwischen zwei Schwärmen relativ gering, zeigten sie keine dezidierte Vorliebe mehr.

Der Artikel “Context-dependent group size preferences in large shoals of three-spined sticklebacks 20” von T. Thünkena, M. Eigsterb und J. Frommen ist in der Zeitschrift  Animal Behaviour 21 im März 2014 erschienen.

(Web-Redaktion am 25.4.2014)

 

Parasiten treiben die genetische Vielfalt an, aber behindert dieser Prozess die evolutionäre Divergenz ihrer Wirte?

Forscher untersuchten Atlantikkärpflinge (Poecilia mexicana) im mexikanischen Cueva del Azufre System. (Foto: Michael Tobler)
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Die Gene des Major Histocompatibility Complex (MHC ), der die Immunerkennung von Parasiten kontrolliert, sind sehr vielfältig, aber es ist nicht ganz klar, wie diese genetische Vielfalt bei natürlicher Auslese erhalten bleibt. Ein interdisziplinäres Team von Wissenschaftern vom Konrad -Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Vetmeduni Vienna und vier weiteren Universitäten, wollte herausfinden, ob Parasiten für die MHC- Diversität verantwortlich sind, und ob die Anpassung an lokale Parasiten die genetische Divergenz zwischen den verschiedenen Wirtspopulationen fördert. Der Artikel “Selection from parasites favours immunogenetic diversity but not divergence among locally adapted host populations 23” von M. Tobler, M. Plath, R. Riesch, I. Schlupp, A. Grasse, G. K. Munimanda, C. Setzer, D. Penn und Y. Moodley ist am 12.4.2014 online in der Zeitschrift Journal of Evolutionary Biology erschienen.

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(Web-Redaktion am 15.4.2014)

 

Über kurz oder lang: Einsamkeit schädigt Erbmaterial

Graupapageien sind sehr soziale Vögel. Bei alleine gehaltenen Graupapageien kann sich die soziale Isolation negativ auf DNA-Reparatur auswirken. (Foto: Denise Aydinonat)
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VeterinärmedizinerInnen und Biologen haben herausgefunden, dass einzeln gehaltene Graupapageien kürzere Telomere aufweisen, als jene, die mit einem Partner leben. Telomere sind Schutzkappen an den Enden der Chromosomen, die sich bei jeder Zellteilung verkürzen. Mit den nun vorliegenden Ergebnissen konnte die Hypothese bestätigt werden, dass sich sozialer Stress negativ auf die Zellalterung auswirkt. In Zukunft könnte die Telomerlänge als Marker bei der Messung von Stress Anwendung finden. Der Artikel "Social Isolation Shortens Telomeres in African Grey Parrots (Psittacus erithacus erithacus)" 26 von D. Aydinonat, D. Penn, S. Smith, Y. Moodley, F. Hoelzl, F. Knauer und F. Schwarzenberger wurde im Journal PLOS ONE 26 veröffentlicht.

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(Web-Redaktion am 5.4.2014)

 

Es bleibt in der Familie: Spatzen paaren sich mit genetisch verwandten Partnern

Hausspatzen bei der Paarung (Foto: J.M.Garg)
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Die adaptiven Funktionen der Partnerwahl bereiten Verhaltensökologen nach wie vor Kopfzerbrechen. Man würde meinen, dass Weibchen genetisch unterschiedliche Partner wählen sollten, um die genetische Vielfalt der Nachkommen zu maximieren und Inzucht zu vermeiden. Doch in einigen Fällen scheinen Weibchen genetisch ähnliche Männchen zu bevorzugen. Dies könnte von Vorteil für den Nachwuchs sein, wenn eine Population genetisch gut an besondere lokale Umweltbedingungen angepasst ist.  Eine Kooperationsstudie zwischen dem Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung und der Universität von Burgund hat erforscht, ob die Paarungsmuster von Hausspatzen durch genetische Faktoren beeinflusst werden. Der Artikel “Females tend to prefer genetically similar mates in an island population of house sparrows 29” von Coraline Bichet, Dustin J Penn, Yoshan Moodley, Luc Dunoyer, Elise Cellier-Holzem, Marie Belvalette, Arnaud Grégoire, Stéphane Garnier and Gabriele Sorci ist im März 2014 in der Zeitschrift BMC Evolutionary Biology 30 erschienen.  Er wurde als "editor´s choice" Artikel gekürt.

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(Web-Redaktion am 04.04.2014)

 

Wie man in der Verhaltensforschung tückische Fehleinschätzungen vermeidet

Fahlstirnschwalben leben von Natur aus in unterschiedlich großen Gruppen. (Foto: Ken Thomas)
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Ob das Verhalten von Tier und Mensch genetisch bestimmt ist oder im Laufe des Lebens erlernt wird, ist eines der spannendsten Themen der Evolutionsbiologie. Forschende der Vetmeduni Vienna haben herausgefunden, dass einige VerhaltensforscherInnen bei der Interpretation ihrer Daten bisher in zwei statistische Fallen getappt sind. Ob Vögel eher in kleinen oder größeren Kolonien brüten, war bis vor kurzem noch der Genetik zugeschrieben. Jedoch könnten die Ergebnisse auch zufällig entstanden sein. Der Aufruf zur Neuinterpretation alter und neuer verhaltensbiologischer Studien wurde im Journal Scientific Reports  33veröffentlicht.

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(Web-Redaktion am 25.02.2014)

 

Drum prüfe, wer sich bindet – Freie Partnerwahl macht Junge stark gegen Infektionen

Die Wahl des Sexualpartners ist von lebenswichtiger Bedeutung.
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Die Partnerwahl spielt nicht nur in der Welt der Menschen eine tragende Rolle. Auch Mäuse wählen ihre Partner auf Basis bestimmter Kriterien. Forschende vom KLIVV fanden nun heraus, dass sogar das Überleben der Nachkommen von dieser Wahl abhängt. Mäuseweibchen, die sich mit dem Partner ihrer Wahl paaren, bringen Junge zu Welt, die besser mit Infektionen umgehen können. Die Forschungsergebnisse wurden heute im Journal BMC Evolutionary Biology veröffentlicht und wurde sogar als "editor´s choice" Artikel gewählt.

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(Web-Redaktion am 23.1.2014)