Moritz Friedrich Röll (1849 - 1853)


Mit M. F. Röll trat eine überaus profilierte Persönlichkeit auf den Plan, die für die Tierärztliche Hochschule im 19. Jahrhundert durch die einschneidende Gestaltung der Studien-pläne und der Hochschul- organisation von nachhaltigster Bedeutung war.
Er war von großer Vielseitigkeit, die dazu führte, das er 1852 Professor für Spezielle Pathologie, Medizinische Klinik und Arzneimittellehre bestellt wurde. Seine wissenschaftlichen Wurzeln steckten in den klinischen Disziplinen, insbesondere bei der Seuchenlehre und -bekämpfung. 1847 wurde er zum Landestierarzt in Böhmen ernannt.

Auch nach der Berufung an die Lehrkanzel in Wien blieb er der Seuchenlehre treu. Ein Lehrbuch der Speziellen Pathologie und Therapie der Haustiere erschien 1852 und wurde in mehrere Sprachen übersetzt. 1852 wurde er zum Studiendirektor bestellt. Das Buch - Die Tierseuchen - erschien 1881und erlangte große Bedeutung.
Beim ersten internationalen Tierärztekongress in Hamburg 1863 nahm er eine führende Stellung ein. 1865 organisierte er den 2. Internationalen Tierärztekongress in Wien.

 

Andreas Bruckmüller (1853-1874)

Bruckmüller übernahm 1853 den Lehrstuhl für Pathologische Anatomie, Physik, Chemie und Botanik. Seine Vielseitigkeit fand in der Abfassung zahlreicher Bücher ihren Niederschlag. So verfasste er ein Lehrbuch des Pflanzenbaues, ein Lehrbuch der Botanik, ein Lehrbuch der Physik, sowie ein Lehrbuch der Chemie. Als sein bedeutendstes Werk gilt das „Lehrbuch der pathologischen Zootomie der Hausthiere“, welches wohl als das erste moderne Lehrbuch der Veterinärpathologie angesehen werden darf. Unter Bruckmüller erfuhr die pathologisch-anatomische Sammlung eine beträchtliche Vergrößerung.

Das 1850 begründete Museum wies im Jahre 1875 bereits 2762 Präparate auf.
Bis 1871 blieben die Fächer Pathologische Anatomie, Physik, Chemie und Botanik vereinigt. Von diesem Jahr an trug Bruckmüller Pathologische Anatomie, Allgemeine Pathologie und Therapie sowie gerichtliche Veterinärkunde vor.
1874 trat er in den Ruhestand.

 

Franz Zahn (1874 - 1879)


Über seine Tätigkeit auf dem Gebiet der pathologischen Anatomie ist bekannt, dass er sich
mit der Pathologie der infektiösen Krankheiten befaßte.
Von ihm stammt wohl das erste Lehrbuch der gerichtlichen Veterinärmedizin - Lehrbuch der Gerichtlichen Thierheilkunde - (1876).



 

Richard Korzil (1879 - 1880)


Ihm war nur eine kurze Wirkungszeit beschieden. Über seine Tätigkeit auf dem Gebiet der pathologischen Anatomie ist nichts bekannt. Er war seit 1877 Dozent für Fleischbeschau und Begründer des heutigen Institutes für Fleischhygiene.





 

Johannes Csokor (1881 - 1909)


Mit ihm gelangte wieder eine dynamische Persönlichkeit an die Lehrkanzel. Er war vielseitig interessiert und begabt und beschäftigte sich vorwiegend mit infektiösen Krankheiten (Rotz, Tuberkulose, Aktinomykose, Botryomykose, Tollwut, Geflügelpocken u.a.). Er widmete sich ausgiebig der experimentellen Pathologie, wodurch dem Institut ein Zubau für Versuchs- tierstallungen zu verdanken ist. Bis 1906 hatte er einen Lehrauftrag für Fleischhygiene inne.

Er verfaßte ein sehr umfangreiches - Lehrbuch der Gerichtlichen Tierheilkunde - (1896), das auch heute noch eine ergiebige Quelle der Information ist. Seine künstlerische Begabung fand ihren Niederschlag in zahlreichen eigenhändig gestaltete Moulagen, die noch erhalten sind, sowie in zahlreichen, von ihm mit größter Akribie verfertigten Zeichnungen zur Darstellung von Parasiten und deren Lebenszyklen.

 

Rudolf Hartl (1909 – 1932)


Er beschäftigte sich überwiegend mit infektiösen Krankheiten, wobei ihm eine gründliche Ausbildung auf dem Gebiete der Bakteriologie zustatten kam. Bakteriologische Unter- suchungen wurden nunmehr am Institut selbst vorgenommen. Auch parasitologische Untersuchungen wurden ausgiebig am Institut angestellt.

Hartl war sehr akribisch, was ihn an Publikationen hinderte. Seine ganze Liebe galt dem pathologisch anatomischen Museum, das er wohl zu dem umfangreichsten im deutschen Sprachraum ausbaute und das noch heute erhalten ist.

 

Rudolf Baumann (1934 – 1956)


Er war zunächst Extraordinarius, dann von 1936 – 1937 als Ordinarius in Ankara. Wie sein Vorgänger war er höchst akribisch und skeptisch. Auch er bezog Bakteriologie und Parasitologie in seinen Arbeitsbereich ein.

Neben der fast schon traditionellen Beschäftigung mit seuchenhaften Krankheiten (Mareksche Krankheit, Teschener Schweinelähmung, Salmonellose des Pferdes, Anaerobierinfektionen, Geflügelpocken), befaßte er sich aber auch mit anderen Themen ( Tumoren, Spätrachitis des Hundes, Osteomyelitis der jungen Schäferhunde, Myxödem, Zwergwuchs). Er baute das pathologisch- anatomische Museum weiter aus.

 

Harro Köhler (1957 –1987)


Er befaßte sich mit Geflügelkrankeiten und Aufzuchtproblemen beim Geflügel (Infektiöse Bronchitis, Mykoplasmose, Enzephalomalazie, Aviäre Enzephalomyelitis, Infektiöse Synovitis, Aflatoxinvergiftung bei Enten u.a.). Aus diesem Arbeitsgebiet resultierte ein Lehrbuch der Geflügelkrankheiten (gem. mit E. Gratzl). Ein weiterer Schwerpunkt war die Befassung mit Schweinekrankheiten (Coli-enteritoxämie, Durchfallerkrankungen, Intoxikationen nach Eisendextranapplikation u.a.).

Breiten Raum nahm die Erforschung der Kalzinoses des Rindes ein. Auch die vergleichende Pathologie fand Eingang durch Untersuchung Tierkörper von Tieren des Tiergartens Schönbrunn. Immunpathologie und Elektronenmikroskopie wurden in die Institutstätigkeit einbezogen. Köhler war Mitherausgeber bei 2 Auflagen eines Lehrbuches der Allgemeinen Pathologie, einem Handbuch der Speziellen pathologischen Anatomie der Haustiere, einem Lehrbuch der Gerichtlichen Veterinärmedizin sowie am Lehrbuch „Pathologie der Haustiere„. Baulich erfuhr das Institut einedurchgreifende Umgestaltung.

 

Hugo Burtscher (1988 - 1996)


Unter seiner Leitung wurden die Arbeiten besonders auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten  fortgesetzt. Es erschienen zahlreiche Publikationen über infektiöse Krankheiten beim Kaninchen (z.B. RHD), Fleischfresser (Parvovirusinfektion), Schwein, Wiederkäuer und Vögel. In seiner Amtszeit wurden die aufwendigen Planungen für den Neubau intensiviert und schließlich erfolgreich zu Ende gebracht.

Mit der Übersiedlung in den Neubau im Jahre 1996 ging eine lange Ära zu Ende. Im gleichen Jahr emeritierte Prof. Burtscher und Frau Prof. Elisabeth Mayerhofer (Vorstand der Klinik für Röntgenologie) übernahm bis 1999 die provisorische Leitung des Institutes.

  

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