Das Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Veterinärmedizinischen Universität  ist ein biologisches Forschungsinstitut das sich dem Studium tierischen Verhaltens (Ethologie) widmet. Seit Frühjahr 2015 ist es außerdem Sitz der Österreichischen Vogelwarte/Austrian Ornithological Centre (AOC).

 
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Aktuelles

 

Out of Africa: Zugvögel fliegen immer früher nach Europa

Die in Nordafrika und der Sahelzone überwinternden Arten haben ihre Zugzeit stärker nach vorne verschoben als jene, die weiter südlich, in den tropischen Wäldern Zentralafrikas, überwintern. (Foto: Gartengrasmücke (c) CISCA)
Gartengrasmücke

Als Reaktion auf den Klimawandel verschiebt sich die Frühlingswanderung vieler Zugvögel immer weiter nach vorne. Laut einer soeben von einem internationalen Forschungsteam um Ivan Maggini und Leonida Fusani vom Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung an der Vetmeduni Vienna präsentierten Studie folgt diese Änderung jedoch keinem einheitlichen Muster. Im Gegenteil, bei näherer Betrachtung ergibt sich ein vielschichtiges Bild: Wesentlich für den Start der Wanderung ist die Region des Überwinterns. 

Aus bisherigen Studien ist bekannt, dass Zugvögel ihre Frühjahrsankunft in den europäischen Brutgebieten aufgrund des Klimawandels vorverlegen. Zudem leiden jene Arten, die schlechter in der Lage sind, ihre Zugzeit anzupassen, in Europa unter einem Rückgang ihres Bestands. Naheliegend ist deshalb die Vermutung, dass die Ursache ihres Rückgangs in der Unfähigkeit liegt, den Zeitpunkt ihres Zuges anzupassen. Fusani und Maggini analysierten in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forschungsteam auf Ponza die Zugzeiten der 30 während der letzten 18 Jahre auf der Insel am häufigsten gezählten Arten. Der Klimawandel wirkt sich auf verschiedene Lebewesen auf unterschiedlichste Weise aus. In Europa begünstigt der frühere Frühlingsbeginn ein früheres Erscheinen von Insekten, was sich wiederum auf die Brutzeit der insektenfressenden Vögel auswirkt. Indem sie früher brüten, stellen sie sicher, dass sie genügend Nahrung finden, um ihre Jungen zu ernähren. Viele Zugvögel sind jedoch nicht in der Lage, jahreszeitlich veränderte, günstige Bedingungen in ihren europäischen Brutgebieten zu beobachten, weil sie den Winter Tausende von Kilometern entfernt in Afrika verbringen. Ihre innere Uhr regt sie dazu an, ihr Winterquartier zum geeigneten Zeitpunkt zu verlassen. Angesichts des Klimawandels ist daher zunehmend eine Herausforderung die Abflugzeiten so anzupassen, dass sich den Zugvögeln bei der Ankunft am Zielort Europa auch tatsächlich ein Höchstmaß an Nahrungsquellen bietet.

Der Artikel „Recent phenological shifts of migratory birds at a Mediterranean spring stopover site: species wintering in the Sahel advance passage more than tropical winterers 8“ von Ivan Maggini, Massimiliano Cardinale, Jonas Hentati Sundberg, Fernando Spina und Leonida Fusani wurde in PLOS ONE veröffentlicht.

(Web-Redaktion am 7.10.2020)

 

Steinkauz: Kleine Eule in großer Gefahr

v.l.n.r.: Wolfgang Pegler (Obmann „Wagrampur“), Richard Zink (Leiter d. Außenstelle der Österreichischen Vogelwarte), Alfred Riedl (Gemeindebund-Präsident), Rektorin Petra Winter, Mike Ulzer (Weinhof Ulzer); Foto: E. Hammerschmid
Gruppenfoto mit Steinkauzposter

Der charakteristische Ruf des Steinkauzes ist in Österreich nur mehr selten zu hören, denn die kleine Eulenart ist vom Aussterben bedroht. Durch zunehmenden Verlust an Lebensraum finden Steinkäuze nur mehr wenige Brutmöglichkeiten und passende Lebensbedingungen. Gemeinsam mit dem Verein „Wagrampur“ und engagierten Winzern in Österreichs Weinbaugebieten möchte die Österreichische Vogelwarte der Vetmeduni Vienna nachhaltig zukunftsorientierte Schutzmaßnahmen für die beinahe verschwundene Vogelart vorantreiben. Die Vogelwarte der Veterinärmedizinischen Universität Wien mit ihrer Außenstelle in Seebarn am Wagram (NÖ) bietet vogelkundiges Know-How als Basis für das „Comeback“ der kleinen Eulen. In Zusammenarbeit mit dem Verein „Wagrampur“ werden Rahmenbedingungen für die Wiederbesiedlung der Steinkäuze geschaffen.

Am 17. September 2020 fand in der Außenstelle der Österreichischen Vogelwarte in Seebarn am Wagram ein Foto- und Pressetermin anlässlich des Schutzes des Steinkauzes in Niederösterreich statt. Neben Petra Winter, Rektorin der Veterinärmedizinischen Universität Wien und Richard Zink (Leiter der Außenstelle der Österreichischen Vogelwarte) nahmen Alfred Riedl (Bürgermeister von Grafenwörth und Gemeindebund-Präsident), der Winzer Mike Ulzer (Weinhof Ulzer) sowie Wolfgang Pegler (Obmannn des Vereins „Wagrampur“) teil.

Mit einer Spende 9 können Sie helfen, den Steinkauz zu retten.

(Web-Redaktion am 18.9.2020)

 

Regenbogenfischen können bei Studien zur Anpassung an den Klimawandel helfen

Karmin Regenbogenfische (Foto Eileen Kortright (Roan Art), Wikimedia Commons CC BY 2.5)
Karmin Regenbogenfisch 10

Bei steigenden lokalen Temperaturen versuchen einige Tiere und Pflanzen, in günstigere Klimaregionen zu wandern. Menschliche Aktivitäten wie Landwirtschaft und Urbanisierung zerstören und fragmentieren jedoch Lebensräume. Viele Arten können daher nicht in bessere Lebensräume wandern.

Arten mit höherer „adaptiver Resilienz" halten mit größerer Wahrscheinlichkeit mit Klimaveränderungen Schritt und können langfristig überleben. Ein internationales Forschungsteam, darunter Steve Smith, der Leiter des Genetiklabors am Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung, untersuchten drei ähnliche Arten von Regenbogenfischen aus verschiedenen Klimaregionen Australiens: die Subtropen, die Wüste und die gemäßigte Region. Die Forscher fanden einen starken Zusammenhang zwischen genetischen Reaktionen und Hitzetoleranz. Die subtropischen Arten dieser Fische zeigten eine viel größere Anpassungsfähigkeit an höhere Temperaturen als die Arten aus der gemäßigten Zone. Die Auswirkungen der Studie können auf viele nicht wandernde Tiere und Pflanzen ausgedehnt werden, die aufgrund des Klimawandels unter Druck stehen.

Der Artikel "Adaptation of plasticity to projected maximum temperatures and across climatically defined bioregions 11" von Jonathan Sandoval-Castillo, Katie Gates, Chris J. Brauer, Steve Smith, Louis Bernatchez und Luciano B. Beheregaray ist in der Zeitschrift PNAS erschienen.

(Web-Redaktion am 13.7.2020)

 

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