Das Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Veterinärmedizinischen Universität  ist ein biologisches Forschungsinstitut das sich dem Studium tierischen Verhaltens (Ethologie) widmet. Seit Frühjahr 2015 ist es außerdem Sitz der Österreichischen Vogelwarte/Austrian Ornithological Centre (AOC).

 
 1 2 3 4 5 6 7
 

Aktuelles

 
 

Regenbogenfischen können bei Studien zur Anpassung an den Klimawandel helfen

Karmin Regenbogenfische (Foto Eileen Kortright (Roan Art), Wikimedia Commons CC BY 2.5)
Karmin Regenbogenfisch 8

Bei steigenden lokalen Temperaturen versuchen einige Tiere und Pflanzen, in günstigere Klimaregionen zu wandern. Menschliche Aktivitäten wie Landwirtschaft und Urbanisierung zerstören und fragmentieren jedoch Lebensräume. Viele Arten können daher nicht in bessere Lebensräume wandern.

Arten mit höherer „adaptiver Resilienz" halten mit größerer Wahrscheinlichkeit mit Klimaveränderungen Schritt und können langfristig überleben. Ein internationales Forschungsteam, darunter Steve Smith, der Leiter des Genetiklabors am Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung, untersuchten drei ähnliche Arten von Regenbogenfischen aus verschiedenen Klimaregionen Australiens: die Subtropen, die Wüste und die gemäßigte Region. Die Forscher fanden einen starken Zusammenhang zwischen genetischen Reaktionen und Hitzetoleranz. Die subtropischen Arten dieser Fische zeigten eine viel größere Anpassungsfähigkeit an höhere Temperaturen als die Arten aus der gemäßigten Zone. Die Auswirkungen der Studie können auf viele nicht wandernde Tiere und Pflanzen ausgedehnt werden, die aufgrund des Klimawandels unter Druck stehen.

Der Artikel "Adaptation of plasticity to projected maximum temperatures and across climatically defined bioregions 9" von Jonathan Sandoval-Castillo, Katie Gates, Chris J. Brauer, Steve Smith, Louis Bernatchez und Luciano B. Beheregaray ist in der Zeitschrift PNAS erschienen.

(Web-Redaktion am 13.7.2020)

 

Goldbandpipra: Verhaltensflexibilität eines Athleten

Goldbandpipra (Manacus vitellinus), Foto © Elisa Perinot
Goldbandpipra Vogel 10

Menschen, wie auch Tiere reagieren auf Veränderungen der Umwelt mit Verhaltensflexibilität, die ihnen dabei hilft, sich an neue Situationen und Umstände anzupassen oder neue Verhaltensweisen zu erlernen. Judith Janisch, Elisa Perinot und Leonida Fusani vom Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Vetmeduni Vienna und dem Department für Verhaltens- und Kognitionsbiologie der Universität Wien erforschten diesen Aspekt in Zusammenhang mit einem der außergewöhnlichsten Paarungsverhalten des Tierreiches - dem Paarungstanz der Goldbandpipra. Dabei fanden sie heraus, dass die Vögel eine genaue Abfolge von Sprungsequenz in ihrem Paarungstanz beibehalten, aber genug Flexibilität besitzen, um sich einer plötzlichen Umweltveränderung anzupassen. Die Studie zeigte zudem, dass die Grundlage dieses Verhaltens motorisches Lernen sein könnte, welches zum ersten Mal im Zusammenhang mit komplexen Paarungsverhalten festgestellt wurde.

Der Artikel „Behavioural flexibility in the courtship dance of golden-collared manakins, Manacus vitellinus 11" von Judith Janisch, Elisa Perinot und Leonida Fusani wurde in Animal Behaviour veröffentlicht.

Mehr Information 12

(Web-Redaktion, 9.7.2020)

 

 

Lebwohl, Matteo Griggio - ein Nachruf

"Wenn ich sterben müsste,- ich hatte ein wundervolles Leben!" (Matteo Griggio)

Alles Fotos (c) KLIVV
Porträt von Matteo Griggio 13
Matteo und Kollegen vor den Spatzenvolieren des Hauses
Herbert Hoi mit Matteo Griggio und Attila 14
Adieu, Matteo
laufender Mann am Meer 15

In tiefer Betroffenheit müssen wir einen großen Verlust für das Konrad-Lorenz-Institut bekannt geben. Mit Matteo Griggio haben wir einen hervorragenden Wissenschaftler, guten Freund, praktisch ein Familienmitglied verloren. Fast ein Jahrzehnt war Matteo Teil des wissenschaftlichen Teams des Konrad-Lorenz-Instituts. Er hat seine langen Aufenthalte in Österreich, am KLIVV immer sehr genossen.

In seinem Herzen war er aber immer Italiener! So war er sehr glücklich, als er in Italien an seiner Heimatuniversität in Padua eine Stelle als Professor annehmen konnte.

Während seiner Zeit am KLIVV trug er maßgeblich dazu bei das Institut zu einem florierenden wissenschaftlichen "Hot Spot" zu machen und schuf mit seinem Charme und seiner Liebenswürdigkeit ein soziales Umfeld, in dem man gerne arbeitete.

Er war an der Beantwortung spezifischer Fragen interessiert und wusste dazu die Einrichtungen des KLIVV für viele Experimente zu nutzen. Er war immer wissbegierig, interessierte sich für viele Themen, und „eroberte“ vom KLIVV aus für seine Forschungszwecke viele Orte auf der ganzen Welt.

Matteo Griggio war durch und durch Wissenschaftler. Seine Leidenschaft galt der Verhaltensökologie, insbesondere den Vögeln. Mit Enthusiasmus und Leidenschaft stürzte er sich in die Wissenschaft, in der er international anerkannt und sehr erfolgreich war.

Begeisterung und Leidenschaft waren die treibende Kräfte in seinem Leben, -interessiert, aufgeschlossen und liebenswürdig war er beliebt, wo immer er auftauchte. Fast alle seine Wünsche wurden wahr, sein Traumberuf als Verhaltensforscher in seiner geliebten Heimatstadt Padua, viele Studentinnen und Studenten, Kooperationspartner, sein eigenes Haus und ein Hund...

Matteo war glücklich,- die Worte: "Wenn ich sterben müsste,- ich hatte ein wundervolles Leben!" ...stammen von ihm...

Plötzlich und unerwartet haben wir Matteo verloren - in seinem 44. Lebensjahr. Am 14. Mai 2020 verstarb er in seinem Haus in Padua als sein Herz zu schlagen aufhörte.

Er hinterlässt eine große Lücke in der Wissenschaft und in unseren Herzen, aber Matteo ist nicht völlig verschwunden, sein Schaffen lebt weiter. Heute sind seine Studentinnen und Studenten über die ganze Welt verteilt, repräsentieren ihn und stellvertretend für ihn, seine Ideen und Gedanken.

Wir werden ihn nie vergessen!

Matteo wir vermissen dich!

Un abbraccio, bye, bye

Herbert im Namen des KLIVV Teams

 

Sexuelle Konflikte bei Enten – ein evolutionäres Wettrüsten

Bei Enten geht es nicht immer so friedlich zu (Foto © Thomas Schilling)
Entenpaar im Wasser 16

Bisher galt bei Enten (Anatidae) die Annahme „Großer Penis, Zwangskopulation, große Eier“. Eine aktuelle Studie unter Leitung des Konrad-Lorenz-Instituts für Vergleichende Verhaltensforschung an der Veterinärmedizinischen Universität Wien konnte diese Hypothese nun widerlegen. Demnach scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein: Penislänge und Eigröße korrelieren negativ, je größer der Erpel-Penis, desto kleiner sind also die Enteneier. Dies deutet darauf hin, dass das evolutionäre Wettrüsten mit Zwangskopulationen auf der einen Seite und anatomischen Gegenmaßen auf der anderen bei Enten nicht unbeschränkt weitergehen kann.

Der Artikel „The role of female investment in a sexual arms race 17“ von Bernd Leisler und Hans Winkler wurde im Fachmagazin Journal of Avian Biology veröffentlicht.

Mehr Information 18

(Web-Redaktion, 27.04.2020)

 

 

Schöne Stimmen machen Mäuse sexy

Hausmaus (Mus musculus musculus), Foto © Bettina Wernisch/ Vetmeduni Vienna
Hausmaus im Labor 19

Die Männchen vieler Arten verwenden Balzrufe, um potenzielle Partner anzuziehen – auch Hausmäuse. In einer soeben veröffentlichten Studie konnten ForscherInnen des Konrad-Lorenz-Instituts für Vergleichende Verhaltensforschung der Vetmeduni Vienna anhand wilder Hausmäuse (Mus musculus musculus) nun erstmals zeigen, dass Balzrufe von der genetischen Verwandtschaft abhängig sind und den Fortpflanzungserfolg vorhersagen können. Erstautorin Doris Nicolakis erklärt die praktische Relevanz dieser neuen Erkenntnis: „Unsere Ergebnisse sind für die Zucht nützlich. Die USV-Emission lässt sich verwenden, um Zuchtpaare während ihres ersten Kontakts zu screenen und so ihre spätere Latenz für die Fortpflanzung und den Fortpflanzungserfolg zu antizipieren..." 

Der Artikel "Ultrasonic vocalizations in house mice depend upon genetic relatedness of mating partners and correlate with subsequent reproductive success 20“ von Doris Nicolakis, Maria Adelaide Marconi, Sarah M. Zala und Dustin J. Penn wurde in Frontiers in Zoology veröffentlicht.

Mehr Information 21

(Web-Redaktion, 20.04.2020)

 

 

Verschoben! Tagung der Fachgruppe Spechte der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft, 30. Okt. bis 1. Nov. 2020, Wien

Buntspecht (Foto © Johannes Hloch)
Buntspecht 22

UPDATE: Die ursprünglich für Ende März 2020 geplante Tagung wurde aufgrund der Corona/Covid-19 Krise verschoben.  Sie findet voraussichtlich from 30. Okt. bis 1. Nov. 2020 in Wien statt. 

In der Fachgruppe Spechte haben sich innerhalb der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft e.V. (DO-G) sowohl Spezialisten als auch Spechtinteressierte zusammengeschlossen. Sinn der Fachgruppe ist es, eine Plattform für den Austausch von Untersuchungsergebnissen zu haben, sie zu diskutieren und Anregungen für weitere Arbeiten zu geben. Daneben ist die Vernetzung von an Spechten und am Wald interessierten Personen ein ebenso wichtiges Anliegen der Spechtgruppe.

Das Motto der 30. Tagung ist „Spechte als Kulturfolger und Stadtbewohner“.

 

Mehr Information und Anmeldung 23

(Web-Redaktion, 16.3.2020)

 

 

Nachrichtenarchiv... 24

 

Kontakt

Savoyenstraße 1a, A-1160 Wien
Tel:   +43 (1) 25077-7900
Fax:  +43 (1) 25077-7941
Email KLIVV

Anfahrt 25


 

Vogelring gefunden? / Recovered a bird ring?

 

 

Bitte melden Sie uns Ihren Ringfund hier 26.

Please report your recovery here 26.


 
 

Spechttagung 2020

Buntspecht (Foto von W. Vogl)

Tagung der Fachgruppe Spechte der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft

Verschoben 30. Okt. - 1. Nov. 2020, Wien

Mehr Information  23

 


Zum Seitenanfang

 
 

Intern 27