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Das Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Veterinärmedizinischen Universität  ist ein biologisches Forschungsinstitut das sich dem Studium tierischen Verhaltens (Ethologie) widmet. Seit Frühjahr 2015 ist es außerdem Sitz der Österreichischen Vogelwarte/Austrian Ornithological Centre (AOC).

 
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Aktuelles

 

Zum Singen motiviert – die Rolle des sexuellen Primings bei Mäusen

Hausmäuse, Foto: Bettina Wernisch
Hausmäuse, Foto: Bettina Wernisch

Während der Balz setzen Männchen unterschiedlicher Tierarten – darunter Insekten, Amphibien, Vögel und Säugetiere – oft auf Lautäußerungen, um Weibchen anzulocken. Bei Balzgesängen von Mäusemännchen handelt es sich jedoch um Ultraschallgesänge (Ultraschall-Vokalisationen, USVs), die das menschliche Gehör nicht wahrnehmen kann. Um die USVs der männlichen Nager zu untersuchen und charakteristische Merkmale der verschiedenen Rufe sichtbar zu machen, verwenden WissenschafterInnen spezielle Mikrofone und Spektrogramme. Ein Forscherteam rund um Dustin Penn und Sarah Zala vom Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung (Vetmeduni Vienna) entwickelte nun eine verbesserte Methode zur Automatisierung des Nachweises von USVs. Damit möchten die WissenschafterInnen nun herausfinden, wie man Mäusemännchen zum “Singen” bringt.

Der Artikel “Primed to vocalize: wild-derived male house mice increase vocalization rate and diversity after a previous encounter with a female 8” von Sarah M. Zala, Doris Nicolakis, Maria Adelaide Marconi, Anton Noll, Thomas Ruf, Peter Balazs und Dustin J. Penn wurde in Plos one veröffentlicht.

Mehr Info 9

(Web-Redaktion am 14.12.2020)

 

Weißrückenspecht als Anzeiger naturnaher Lebensräume in Europa

Weissrückenspecht Foto_Xulescu G, Creative Commons BY-SA-4.0-WikimediaCommons
Weissrückenspecht 10

Ornithologen haben Multilocus-Molekulardaten und Modelle zur Artverteilung verwendet, um die Phylogenetik und die Phylogeographie des Weißrückenspechtes zu untersuchen. Der Weißrückenspecht ist ein Anzeiger naturnaher Wälder, und hat in Österreichs Bergwäldern ein wichtiges Vorkommen in Europa. Seine Bedeutung für den Naturschutz liegt in dieser Anzeigefunktion. Er ist wie der Buntspecht, jedoch mit Lücken, über ganz Eurasien verbreitet und hat einige Inselformen im fernen Osten entwickelt. Hans Winkler et al. hatten bereits 2005 gezeigt, dass der lange falsch eingeordnete Okinawa-Specht ein unmittelbarer Verwandter des Weißrückenspechts ist. 

Die ForscherInnen betonen, dass, obwohl diese Spechtart nicht als gefährdet eingestuft ist, die höchte genetische Vielfalt in der Population im Białowieża-Wald in Polen (der letzte Überrest eines Urwaldes im Tiefland Europas) und in den Karpatenwäldern besteht. Diese naturbelassenen Gebiete schützen also die genetische Vielfalt der Weißrückenspecht Populationen - ein Hinweis auf die Wichtigkeit des Erhalt naturnaher Wälder für die Biodiversität.

Der Artikel "Phylogeography of a widespread Palaearctic forest bird species: The White-backed Woodpecker (Aves, Picidae) 11" von Jean‐Marc Pons, David Campión, Giorgio Chiozzi, Antonia Ettwein, Jean‐Louis Grangé, Łukasz Kajtoch, Tomasz D. Mazgajski, Marko Rakovic, Hans Winkler und Jérôme Fuchs wurde in der Zeitschrift Zoologica Scripta veröffentlicht.

(Web-Redaktion am 2.12.2020)

 

TV-Tipp: W wie wissen - ZDF 1

screenshot 12

Hausmäuse lieben Gesellschaft und haben ein komplexes Sozialleben. Nach welchen Mustern es verläuft, erforschen Wissenschaftler*innen schon länger. Ein wesentlicher Schlüssel dazu ist die geheime Sprache der Mäuse. Bei ihrer Decodierung sind Verhaltensbiolog*innen – unter anderem Doris Nicolakis und Ken Luzynski unter der Leitung von Dustin Penn und Sarah Zala vom Konrad-Lorenz-Istitut für Vergleichende Verhaltensforschung der Veterinärmedizinischen Universität Wien – gerade einen bedeutenden Schritt weitergekommen.

Am Sa., 07.11.20 lief um 16:00 Uhr im SWR 1 (Das Erste) in der Sendung W wie Wissen 12 ein Beitrag über Mäusegesang und die "Duftsprache" der Hausmäuse. Die Sendung kann in der TV-Thek jederzeit nachgesehen 13 werden. 

(Web-Redaktion am 9.11.2020)

 

Ultraschallgesänge von Mäusen enthalten charakteristische individuelle Signaturen

Hausmaus (Foto: Bettina Wernisch/Vetmeduni Vienna)
Hausmaus

Hausmäuse senden komplexe Ultraschallvokalisationen (USVs) aus, die über dem vom Menschen hörbaren Frequenzbereich liegen. Eine kürzlich am Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Vetmeduni Vienna (KLIVV) durchgeführte Studie ergab, dass die von männlichen wilden Hausmäusen emittierten USVs charakteristische individuelle Signaturen enthalten, die über die Zeit hinweg stabil sind.

USVs sind auf vielen Organisationsebenen überraschend komplex, die WissenschafterInnen fanden auf jeder von ihnen analysierten Ebene Nachweise der individuellen Identität, einschließlich der Anzahl an USVs, der durchschnittlichen Frequenz und Dauer der Gesänge, der Anzahl der verschiedenen Kategorien von USVs und sogar der Länge der stillen Intervalle zwischen den einzelnen Rufen. Darüber hinaus konnten sie mithilfe eines Algorithmus für maschinelles Lernen ungefähr 90% der Aufzeichnungen dem richtigen Individuum zuordnen. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass diese Signale möglicherweise eine wichtige Rolle für die individuelle Erkennung der Tiere spielen könnten.

Der Artikel "Ultrasonic courtship vocalizations of male house mice contain distinct individual signatures 14" von Maria Adelaide Marconi, Doris Nicolakis, Reyhaneh Abbasi, Dustin J. Penn und Sarah M.Zala wurde in Animal Behaviour veröffentlicht.

(Web-Redaktion am 4.11.2020)

 

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