Das Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Veterinärmedizinischen Universität  ist ein biologisches Forschungsinstitut das sich dem Studium tierischen Verhaltens (Ethologie) widmet. Seit Frühjahr 2015 ist es außerdem Sitz der Österreichischen Vogelwarte/Austrian Ornithological Centre (AOC).

 
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Aktuelles

 

Weißrückenspecht als Anzeiger naturnaher Lebensräume in Europa

Weissrückenspecht Foto_Xulescu G, Creative Commons BY-SA-4.0-WikimediaCommons
Weissrückenspecht 8

Ornithologen haben Multilocus-Molekulardaten und Modelle zur Artverteilung verwendet, um die Phylogenetik und die Phylogeographie des Weißrückenspechtes zu untersuchen. Der Weißrückenspecht ist ein Anzeiger naturnaher Wälder, und hat in Österreichs Bergwäldern ein wichtiges Vorkommen in Europa. Seine Bedeutung für den Naturschutz liegt in dieser Anzeigefunktion. Er ist wie der Buntspecht, jedoch mit Lücken, über ganz Eurasien verbreitet und hat einige Inselformen im fernen Osten entwickelt. Hans Winkler et al. hatten bereits 2005 gezeigt, dass der lange falsch eingeordnete Okinawa-Specht ein unmittelbarer Verwandter des Weißrückenspechts ist. 

Die ForscherInnen betonen, dass, obwohl diese Spechtart nicht als gefährdet eingestuft ist, die höchte genetische Vielfalt in der Population im Białowieża-Wald in Polen (der letzte Überrest eines Urwaldes im Tiefland Europas) und in den Karpatenwäldern besteht. Diese naturbelassenen Gebiete schützen also die genetische Vielfalt der Weißrückenspecht Populationen - ein Hinweis auf die Wichtigkeit des Erhalt naturnaher Wälder für die Biodiversität.

Der Artikel "Phylogeography of a widespread Palaearctic forest bird species: The White-backed Woodpecker (Aves, Picidae) 9" von Jean‐Marc Pons, David Campión, Giorgio Chiozzi, Antonia Ettwein, Jean‐Louis Grangé, Łukasz Kajtoch, Tomasz D. Mazgajski, Marko Rakovic, Hans Winkler und Jérôme Fuchs wurde in der Zeitschrift Zoologica Scripta veröffentlicht.

(Web-Redaktion am 2.12.2020)

 

TV-Tipp: W wie wissen - ZDF 1

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Hausmäuse lieben Gesellschaft und haben ein komplexes Sozialleben. Nach welchen Mustern es verläuft, erforschen Wissenschaftler*innen schon länger. Ein wesentlicher Schlüssel dazu ist die geheime Sprache der Mäuse. Bei ihrer Decodierung sind Verhaltensbiolog*innen – unter anderem Doris Nicolakis und Ken Luzynski unter der Leitung von Dustin Penn und Sarah Zala vom Konrad-Lorenz-Istitut für Vergleichende Verhaltensforschung der Veterinärmedizinischen Universität Wien – gerade einen bedeutenden Schritt weitergekommen.

Am Sa., 07.11.20 lief um 16:00 Uhr im SWR 1 (Das Erste) in der Sendung W wie Wissen 10 ein Beitrag über Mäusegesang und die "Duftsprache" der Hausmäuse. Die Sendung kann in der TV-Thek jederzeit nachgesehen 11 werden. 

(Web-Redaktion am 9.11.2020)

 

Ultraschallgesänge von Mäusen enthalten charakteristische individuelle Signaturen

Hausmaus (Foto: Bettina Wernisch/Vetmeduni Vienna)
Hausmaus

Hausmäuse senden komplexe Ultraschallvokalisationen (USVs) aus, die über dem vom Menschen hörbaren Frequenzbereich liegen. Eine kürzlich am Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Vetmeduni Vienna (KLIVV) durchgeführte Studie ergab, dass die von männlichen wilden Hausmäusen emittierten USVs charakteristische individuelle Signaturen enthalten, die über die Zeit hinweg stabil sind.

USVs sind auf vielen Organisationsebenen überraschend komplex, die WissenschafterInnen fanden auf jeder von ihnen analysierten Ebene Nachweise der individuellen Identität, einschließlich der Anzahl an USVs, der durchschnittlichen Frequenz und Dauer der Gesänge, der Anzahl der verschiedenen Kategorien von USVs und sogar der Länge der stillen Intervalle zwischen den einzelnen Rufen. Darüber hinaus konnten sie mithilfe eines Algorithmus für maschinelles Lernen ungefähr 90% der Aufzeichnungen dem richtigen Individuum zuordnen. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass diese Signale möglicherweise eine wichtige Rolle für die individuelle Erkennung der Tiere spielen könnten.

Der Artikel "Ultrasonic courtship vocalizations of male house mice contain distinct individual signatures 12" von Maria Adelaide Marconi, Doris Nicolakis, Reyhaneh Abbasi, Dustin J. Penn und Sarah M.Zala wurde in Animal Behaviour veröffentlicht.

(Web-Redaktion am 4.11.2020)

 

Out of Africa: Zugvögel fliegen immer früher nach Europa

Die in Nordafrika und der Sahelzone überwinternden Arten haben ihre Zugzeit stärker nach vorne verschoben als jene, die weiter südlich, in den tropischen Wäldern Zentralafrikas, überwintern. (Foto: Gartengrasmücke (c) CISCA)
Gartengrasmücke

Als Reaktion auf den Klimawandel verschiebt sich die Frühlingswanderung vieler Zugvögel immer weiter nach vorne. Laut einer soeben von einem internationalen Forschungsteam um Ivan Maggini und Leonida Fusani vom Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung an der Vetmeduni Vienna präsentierten Studie folgt diese Änderung jedoch keinem einheitlichen Muster. Im Gegenteil, bei näherer Betrachtung ergibt sich ein vielschichtiges Bild: Wesentlich für den Start der Wanderung ist die Region des Überwinterns. 

Aus bisherigen Studien ist bekannt, dass Zugvögel ihre Frühjahrsankunft in den europäischen Brutgebieten aufgrund des Klimawandels vorverlegen. Zudem leiden jene Arten, die schlechter in der Lage sind, ihre Zugzeit anzupassen, in Europa unter einem Rückgang ihres Bestands. Naheliegend ist deshalb die Vermutung, dass die Ursache ihres Rückgangs in der Unfähigkeit liegt, den Zeitpunkt ihres Zuges anzupassen. Fusani und Maggini analysierten in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forschungsteam auf Ponza die Zugzeiten der 30 während der letzten 18 Jahre auf der Insel am häufigsten gezählten Arten. Der Klimawandel wirkt sich auf verschiedene Lebewesen auf unterschiedlichste Weise aus. In Europa begünstigt der frühere Frühlingsbeginn ein früheres Erscheinen von Insekten, was sich wiederum auf die Brutzeit der insektenfressenden Vögel auswirkt. Indem sie früher brüten, stellen sie sicher, dass sie genügend Nahrung finden, um ihre Jungen zu ernähren. Viele Zugvögel sind jedoch nicht in der Lage, jahreszeitlich veränderte, günstige Bedingungen in ihren europäischen Brutgebieten zu beobachten, weil sie den Winter Tausende von Kilometern entfernt in Afrika verbringen. Ihre innere Uhr regt sie dazu an, ihr Winterquartier zum geeigneten Zeitpunkt zu verlassen. Angesichts des Klimawandels ist daher zunehmend eine Herausforderung die Abflugzeiten so anzupassen, dass sich den Zugvögeln bei der Ankunft am Zielort Europa auch tatsächlich ein Höchstmaß an Nahrungsquellen bietet.

Der Artikel „Recent phenological shifts of migratory birds at a Mediterranean spring stopover site: species wintering in the Sahel advance passage more than tropical winterers 13“ von Ivan Maggini, Massimiliano Cardinale, Jonas Hentati Sundberg, Fernando Spina und Leonida Fusani wurde in PLOS ONE veröffentlicht.

(Web-Redaktion am 7.10.2020)

 

Steinkauz: Kleine Eule in großer Gefahr

v.l.n.r.: Wolfgang Pegler (Obmann „Wagrampur“), Richard Zink (Leiter d. Außenstelle der Österreichischen Vogelwarte), Alfred Riedl (Gemeindebund-Präsident), Rektorin Petra Winter, Mike Ulzer (Weinhof Ulzer); Foto: E. Hammerschmid
Gruppenfoto mit Steinkauzposter

Der charakteristische Ruf des Steinkauzes ist in Österreich nur mehr selten zu hören, denn die kleine Eulenart ist vom Aussterben bedroht. Durch zunehmenden Verlust an Lebensraum finden Steinkäuze nur mehr wenige Brutmöglichkeiten und passende Lebensbedingungen. Gemeinsam mit dem Verein „Wagrampur“ und engagierten Winzern in Österreichs Weinbaugebieten möchte die Österreichische Vogelwarte der Vetmeduni Vienna nachhaltig zukunftsorientierte Schutzmaßnahmen für die beinahe verschwundene Vogelart vorantreiben. Die Vogelwarte der Veterinärmedizinischen Universität Wien mit ihrer Außenstelle in Seebarn am Wagram (NÖ) bietet vogelkundiges Know-How als Basis für das „Comeback“ der kleinen Eulen. In Zusammenarbeit mit dem Verein „Wagrampur“ werden Rahmenbedingungen für die Wiederbesiedlung der Steinkäuze geschaffen.

Am 17. September 2020 fand in der Außenstelle der Österreichischen Vogelwarte in Seebarn am Wagram ein Foto- und Pressetermin anlässlich des Schutzes des Steinkauzes in Niederösterreich statt. Neben Petra Winter, Rektorin der Veterinärmedizinischen Universität Wien und Richard Zink (Leiter der Außenstelle der Österreichischen Vogelwarte) nahmen Alfred Riedl (Bürgermeister von Grafenwörth und Gemeindebund-Präsident), der Winzer Mike Ulzer (Weinhof Ulzer) sowie Wolfgang Pegler (Obmannn des Vereins „Wagrampur“) teil.

Mit einer Spende 14 können Sie helfen, den Steinkauz zu retten.

(Web-Redaktion am 18.9.2020)

 

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