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Lehrspital und Überweisungsklinik

Das Tierspital der Vetmeduni nimmt aufgrund seiner Alleinstellung in Österreich in Lehre, Forschung und klinischer Dienstleistung eine Schlüsselrolle ein. Mit seinen Universitätskliniken gewährleistet es für seine tierischen Patienten Rund-um-die-Uhr-Versorgung, auch in Notfällen und in der Intensivbetreuung. Es ist Lehrspital für die Studierenden der Universität, zugleich Überweisungsklinik für niedergelassene TierärztInnen und private Kliniken.

Auch TierbesitzerInnen stehen die Pforten des Tierspitals für notwendige tierärztliche Leistungen und Eingriffe offen. Klinisch und wissenschaftlich anspruchsvolle Fälle bringen dabei oft wichtigen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn, letztendlich wieder zum Wohl der tierischen Patienten.

Die Vetmeduni bietet auch labordiagnostische Dienstleistungen an. Diese Services stehen dem Tierspital und seinen fünf Universitätskliniken, aber auch niedergelassenen TierärztInnen zur Verfügung.

Notfallnummern

Kleintiere:+43 1 25077-5555
Pferde:+43 1 25077-5520
Nutztiere:+43 1 25077-5232

Damit  wir  bereits  alles  für  die  Ankunft  Ihres  Notfall-Patienten vorbereiten können, bitten wir vor Einweisung oder Fahrtantritt um eine kurze telefonische Anmeldung.

Veterinärmedizinische Universität Wien
Veterinärplatz 1
1210 Wien

Zutritt für PatientenhalterInnen nur unter folgenden Bedingungen gestattet:

  • Bei Betreten des Campus und der Außenstellen der Vetmeduni Vienna muss enganliegender Mund-Nasen-Schutz (dringend empfohlen: FFP2-Masken) getragen werden. Gesichts- und Kinnvisiere sind verboten. 
    Das Tragen von FFP2-Masken ist auch für TierhalterInnen durchgehend erforderlich!
  • Halten Sie einen Mindestabstand von einem Meter (dringend empfohlen: zwei Meter) zu anderen Personen ein.
  • Melden Sie sich bei akuten Notfällen immer telefonisch vorher unter  +43 1 25077-5555 (Notfall-Nr. für Kleintiere) in der Klinik an, um Ihre Ankunft anzukündigen.

Wir bitten Sie den Anweisungen des Portier-Dienstes und des Personals Folge zu leisten.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung! 

Liebe Patientenbesitzerinnen und Patientenbesitzer, Ihre Tierklinik steht Ihnen rund um die Uhr, 7 Tage die Woche zur Verfügung.

Trotz der Lockerungen im Zusammenhang mit der CORONA-Pandemie müssen wir weiterhin sehr vorsichtig sein und daher bestimmte Regeln und Maßnahmen zur Vermeidung des CORONA-Virus bis auf Weiteres aufrechterhalten. Wir wollen damit Sie und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schützen und so die Ausbreitung von Covid-19 weiterhin nachhaltig eindämmen. Daher bitten wir sie um ihre Mithilfe und ihr Verständnis.

Update vom 06.10.2020

Folgende Punkte sind bitte zu beachten:

  • Bitte melden Sie sich bei akuten Notfällen immer telefonisch vorher unter  +43 1 25077-5555 (Notfall-Nr. für Kleintiere) in der Klinik an, um ihre Ankunft anzukündigen. So können wir schon das weitere Vorgehen vorbesprechen. Wir nehmen zum Beispiel bereits telefonisch alle nötigen Daten auf und bereiten alles für die Ankunft Ihres Tieres vor.
  • Um einen Termin für planbare Untersuchungen zu vereinbaren gelten folgende Telefonnummern:
    Interne Medizin +43 1 25077 5137
    Chirurgie +43 1 25077 5361
    Gynäkologie und Geburtshilfe +43 1 25077 5454
  • Bitte bringen Sie Ihr Tier nach Möglichkeit ohne zusätzliche Begleitperson an unsere Klinik. Sofern für den Transport notwendig (z.B. FahrerIn) kann Ihr Tier durch max. zwei Personen an die Klinik verbracht werden.
  • Bei Einfahrt auf den Campus wird das Portier-Team Sie gegebenenfalls ersuchen, eine Gesichtsmaske zu tragen und uns über Ihre Ankunft informieren, sowie ihnen anschließend den Weg weisen.
  • Auf dem Gelände bitten wir sie weiterhin stets einen Sicherheitsabstand von 1 m zu anderen Personen einzuhalten.
  • Menschenansammlungen sind zu vermeiden.
  • Bitte besuchen Sie uns nicht, wenn Sie krank sind (Fieber, Husten, Kurzatmigkeit), wenn Sie Kontakt zu einer SARS2-Coronavirus-positiv getesteten Person hatten oder sich innerhalb der letzten zwei Wochen in einem Land aufgehalten haben, für das aktuell eine Reisewarnung aufgrund des Corona Virus gilt (https://www.bmeia.gv.at/reise-aufenthalt/reisewarnungen/). Ihre Anwesenheit während der Untersuchung oder Behandlung ist derzeit leider nicht möglich.
  • Die Begleitung Ihres Tieres während des Behandlungsvorganges wird nicht immer möglich sein, da unsere Untersuchungs- und Behandlungsräume aufgrund ihrer Größe nur eine beschränkte Anzahl von Personen zulassen.
  • Derzeit ist leider auch kein Besuch Ihres Kleintieres während eines Klinikaufenthalts möglich.
  • Da aufgrund der COVID-Situation die Wartezimmer nur begrenzte Aufnahmekapazität haben kann es vorkommen, dass eventuell der/die eine oder andere im Freien warten muss.
  • Wir bitten Sie um Verständnis, dass es durch diese Sicherheitsmaßnahmen im Einzelfall zu Verzögerungen bzw. längeren Wartezeiten kommen kann.

Wir danken für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung – bleiben Sie gesund!
Ihr Team der Universitätsklinik für Kleintiere.

Update am 25.06.2021

Wir freuen uns, dass Sie uns Ihr Vertrauen schenken. Wir stehen Ihnen und Ihrem Pferd wie immer rund um die Uhr, 7 Tage die Woche zur Verfügung. Um dies zu ermöglichen, bitten wir um Ihre Mithilfe. Trotz der Lockerungen im Zusammenhang mit der CORONA-Pandemie müssen wir weiterhin sehr vorsichtig sein und daher bestimmte Regeln und Maßnahmen zur Vermeidung des CORONA-Virus bis auf Weiteres aufrechterhalten. Wir wollen damit Sie und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schützen und so die Ausbreitung des Corona Virus weiterhin nachhaltig eindämmen. Daher bitten wir sie um ihre Mithilfe und ihr Verständnis.

  • Bitte melden Sie sich immer telefonisch unter +43 (0) 1 25077 5520 in der Klinik an, um einen Termin zu vereinbaren (für planbare Untersuchungen) bzw. ihre Ankunft anzukündigen (bei Notfällen). So können wir gemeinsam das weitere Vorgehen besprechen. Wir nehmen bereits telefonisch alle nötigen Daten auf und bereiten alles für die Ankunft Ihres Pferdes vor. 
  • Bitte bringen Sie Ihr Pferd nach Möglichkeit ohne zusätzliche Begleitperson an unsere Klinik. Sofern für den Transport notwendig (z.B. FahrerIn) kann Ihr Pferd durch max. zwei Personen an die Klinik verbracht werden.
  • Auf dem Gelände der Vetmeduni bitten wir Sie weiterhin einen Sicherheitsabstand zu anderen Personen einzuhalten. 
  • Innerhalb der Gebäude der Vetmeduni besteht Maskenpflicht (aktuell: FFP2-Maske). 
  • Bitte besuchen Sie uns nicht, wenn Sie krank sind (Fieber, Husten, Kurzatmigkeit), wenn Sie Kontakt zu einer SARS2-Coronavirus-positiv getesteten Person hatten oder sich innerhalb der letzten zwei Wochen in einem Land aufgehalten haben, für das aktuell eine Reisewarnung aufgrund des Coronavirus gilt (https://www.bmeia.gv.at/reise-aufenthalt/reisewarnungen/). 
  • Ihre Anwesenheit während der Untersuchung oder Behandlung ist derzeit leider nicht möglich. 
  • Stationäre Patienten können 1 mal täglich von 1 Person/Pferd (in Ausnahmefällen 2 Personen, z.B.: Elternteil mit Kind) für 1h pro Tag besucht werden. Die Besuchszeiten sind von 16:00-19:00. Bitte beachten Sie, dass die Besuchszeiten ausschließlich für den Besuch der Tiere vorgesehen sind. Medizinische Auskünfte erhalten Sie telefonisch oder in Absprache des behandelnden Tierarztes/der behandelnden Tierärztin während der Öffnungszeiten der Klinik zwischen 08:00 und 16:00 Uhr. 

 Wir danken für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung – bleiben Sie gesund! 
 Ihr Team der Universitätsklinik für Pferde

Universitätsklinik für Kleintiere

Universitätsklinik für Pferde

Universitätsklinik für Geflügel & Fische

Universitätsklinik für Wiederkäuer

Universitätsklinik für Schweine

Veterinärmedizinische Universität Wien
Veterinärplatz 1
1210 Wien

ab Westbahnhof

  • U6 in Richtung Floridsdorf bis Floridsdorf,
  • weiter mit der Straßenbahnlinie 26 in Richtung Kagran bis Josef-Baumann-Gasse/Veterinärmedizinische UniversitätWien
    oder
    weiter mit der Straßenbahnlinie 25 in Richtung Aspern, Oberdorfstraße bis Josef-Baumann-Gasse.

ab Wien Hauptbahnhof:

  • U1 in Richtung Leopoldau bis Kagraner Platz,
  • weiter mit der Straßenbahnlinie 26 in Richtung Strebersdorf bis Josef-Baumann-Gasse/Veterinärmedizinische Universität Wien.
  • Oder:

  • U1 in Richtung Leopoldau bis Kagran,
  • weiter mit der Buslinie 27A in Richtung Hermann-Gebauer-Straße bis Veterinärmedizinische UniversitätWien
    oder
    weiter mit der Straßenbahnlinie 25 in Richtung Floridsdorf bis Josef-Baumann-Gasse.

mit Schnellbahnen:

  • S1 (Richtung Gänserndorf), S2 (Richtung Mistelbach), S3 (Richtung Hollabrunn), S15 (Richtung Floridsdorf) bis Floridsdorf,
  • weiter mit der Straßenbahnlinie 26 in Richtung Kagran bis Josef-Baumann-Gasse/Veterinärmedizinische Universität Wien
    oder
    weiter mit der Straßenbahnlinie 25 in Richtung Aspern, Oberdorfstraße bis Josef-Baumann-Gasse.

Anreise vom Flughafen Schwechat

Ein Bus (Vienna Airport Lines, Postbus) fährt vom Flughafen Wien Schwechat direkt nach Wien Donauzentrum (über Vienna International Center VIC)/U1-Station Kagran (Fahrzeit ca. 40 Minuten). Dann weiter mit der Buslinie 27A in Richtung Hermann-Gebauer-Straße bis Veterinärmedizinische Universität Wien.

Von Westen – Salzburg, Linz, St. Pölten:

  • Anreise über die A1 bis Knoten Steinhäusl; A21 in Richtung Wien Süd/Graz bis Knoten Vösendorf; A2 und A23 in Richtung Gänserndorf bis Ausfahrt Hirschstetten; in Richtung Kagran (nach links) auf Hirschstettener Straße bis Kagraner Platz (Zillgasse); nach links den Kagraner Platz entlang und geradeaus über Wagramer Straße in die Donaufelder Straße bis Josef-Baumann-Gasse. Einfahrt zur Veterinärmedizinischen Universität Wien nach ca. 300 m links (Veterinärplatz 1).
  • keine Steigung (Pferdeanhänger), jedoch Brücke (nicht für LKW höher als 3,7m geeignet)
    A1 folgen, S33, S5 und A22/E49/E59 bis Floridsdorfer Hauptstraße/B226 in Wien nehmen, auf A22/E49/E59 Ausfahrt Floridsdorfer Brücke nehmen. Weiter an der Oberen Alten Donau, Fultonstraße und dann die Donaufelder Str. bis zum Ziel.

Von Süden – Villach, Klagenfurt, Graz:

Anreise über die A2 und A23 in Richtung Gänserndorf bis Ausfahrt Hirschstetten; in Richtung Kagran (nach links) auf Hirschstettener Straße bis Kagraner Platz (Zillgasse); nach links den Kagraner Platz entlang und geradeaus über Wagramer Straße in die Donaufelder Straße bis Josef-Baumann-Gasse. Einfahrt zur Veterinärmedizinischen Universität Wien nach ca. 300 m links (Veterinärplatz 1).

Von Norden/Nordwesten – Tulln, Stockerau:

Anreise über die A22 (Donauuferautobahn), Abfahrt Floridsdorfer Brücke, gleich links einordnen und nun die A22 in die andere Richtung (stadtauswärts) bis zur nächsten Ausfahrt in Richtung Brünner Straße befahren. Kreuzung mit Brünner Straße übersetzen und gerade aus weiter in die B3 - Angyaföldstraße, bei der Einmündung in die Donaufelder Straße links in diese einbiegen, nach 100 m wieder links in die Josef-Baumann-Gasse. Einfahrt zur Vetmeduni nach ca. 300 m links (Veterinärplatz 1). Oder Anreise über die Brünner Straße, links in die B3 – Angyaföldstraße einbiegen, bei der Einmündung in die Donaufelder Straße wieder links in diese einbiegen, nach 100 m nochmals links in die Josef-Baumann-Gasse abzweigen. Einfahrt zur Veterinärmedizinischen Universität Wien nach ca. 300 m links (Veterinärplatz 1).

Von Osten – Schwechat, Hainburg:

Anreise über die A4 Ostautobahn, dann A23 in Richtung Gänserndorf bis Ausfahrt Hirschstetten; in Richtung Kagran (nach links) auf Hirschstettener Straße bis Kagraner Platz (Zillgasse); nach links den Kagraner Platz entlang und geradeaus über Wagramer Straße in die Donaufelder Straße bis Josef-Baumann-Gasse. Einfahrt zur Veterinärmedizinischen Universität Wien nach ca. 300 m links (Veterinärplatz 1).

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Universität

Zahngesundheit von Anfang an

Wer schon mal einen neugeborenen Welpen in Händen hielt, weiß: Hundebabys werden nicht nur blind, sondern auch zahnlos geboren. Der Durchbruch der Milchzähne beginnt mit der dritten Lebenswoche und dauert bis zu neun Wochen. In dieser Zeit beginnt der Welpe bereits an Sachen zu knabbern und spielerisch zu beißen. Die Zufütterung kann nun begonnen werden. Wenn die Backenzähne durchbrechen, sollten die Welpen vom Saugen an der Mutter entwöhnt sein und spätestens im Alter von acht Wochen selbstständig Nahrung aufnehmen.

Nicht jeder bleibende Zahn hat einen Milchzahnvorläufer. Die jeweils ersten vorderen Backenzähne (Prämolaren) sowie alle hinteren Backenzähne (Molaren) erscheinen erst im bleibenden Gebiss. Während dieses aus 42 Zähnen besteht, zählt das Milchzahngebiss nur 28 Zähne. „Fehlt bis zur zwölften Lebenswoche ein Milchzahn, wird höchstwahrscheinlich kein bleibender Zahn nachfolgen“, erklärt Matthias Eberspächer-Schweda, der an der Vetmeduni Vienna in der klinischen Abteilung für Kleintierchirurgie den Bereich Zahnmedizin verantwortet: „In diesem Fall bringt ein Dentalröntgen Klarheit.“

Die Milchzähne sind kleiner, dünner und deutlich spitzer als die bleibenden Zähne. Da die Milchzähne schon bald den steigenden Anforderungen des Gebisses nicht mehr gewachsen sind, wird zwischen dem dritten und siebten Lebensmonat der Zahnwechsel eingeläutet, beginnend mit den Schneidezähnen (Incisivi). Anschließend folgen die Fang- bzw. Eckzähne (Canini) und Prämolaren (vordere Backenzähne), zuletzt brechen dann die Molaren (hintere Backenzähne) durch. Mit dem Ende des siebten Lebensmonats sollte das bleibende Gebiss fertig ausgebildet sein.

Probleme im Junghundegebiss

Nicht alle Hunde besitzen alle 42 Zähne. Fehlt ein bleibender Zahn, sollte per Röntgen kontrolliert werden, ob dieser tatsächlich fehlt oder nur nicht durchbrechen konnte. „Ein oft gesehenes Problem sind nicht ausgefallene Milchzähne, obwohl der bleibende Nachfolger schon sichtbar ist. Unterbleibt die Resorption der Milchzahnwurzel, fällt der Milchzahn nicht aus und der bleibende Zahn erscheint neben dem Milchzahn. Man spricht dann von persistierenden Milchzähnen“, erklärt Judith Dörner, die als Zahnmedizinerin ebenfalls an der Klinischen Abteilung für Kleintierchirurgie der Vetmeduni Vienna arbeitet. Sogenannte Toy-Rassen und insbesondere die Fangzähne seien davon am häufigsten betroffen.

Bleibende Milchzähne als Gefahr

Die Persistenz von Milchzähnen kann viele Probleme verursachen. Häufig bilden sich durch den sehr engen Abstand zwischen persistierendem und permanentem Zahn Nischen, in denen sich Haare und Futterreste sammeln. Zahnfleischentzündungen und Probleme mit dem Zahnhalteapparat sind die Folge. Dörner empfiehlt daher, persistierende Milchzähne unbedingt zu entfernen. Da die Milchzähne im Unterkiefer nicht hinter, sondern genau außerhalb (labial) der bleibenden Zähne liegen, kann es bei persistierenden Fangzähnen im Unterkiefer dazu kommen, dass sich die bleibenden Fangzähne nicht wie üblich in ihre leicht schräg nach außen geneigte Lage bewegen können und so im schlimmsten Fall eine sogenannte Steilstellung der Fangzähne entsteht. Werden die im Weg stehenden persistierenden Fangzähne zeitnah entfernt, können sich die permanenten Canini – unterstützt durch mehrmals tägliche Massagen durch die HalterInnen – in die korrekte Lage nach außen neigen und so schmerzhafte Druckstellen im Gaumen verhindern. Wachstum des Kiefers Bei einem angeborenen zu schmalen und zu kurzen Unterkiefer wachsen bereits die Milchzähne zu steil und zu weit nach oben und verursachen schmerzhafte Wunden am Gaumen bis hin zu Drucknekrosen. Indem sich die Unterkiefereckzähne am Gaumen verhaken, kommt es zu Wachstumsstörungen der Kiefer. Der ohnehin zu kurze Unterkiefer wird so zusätzlich im Wachstum gehemmt. Daher sollten bei einer solchen Zahnfehlstellung die Milchcanini im Unterkiefer extrahiert werden.

(Ab-)Gebrochene Milchzähne – keine Bagatelle

„Die traumatische Fraktur eines Milchzahns, die aufgrund der geringen Widerstandsfähigkeit der Milchzähne und durch ausgelassenes Spielen der Welpen gar nicht so selten passiert, ist kein Bagatellbefund, sondern es besteht dringender Handlungsbedarf. Das Problem wird immer noch oft unterschätzt“, berichtet Dörner aus dem Klinikalltag. Therapie der Wahl ist die sofortige Extraktion des frakturierten Zahnes, da durch die eröffnete – beim Milchzahn besonders große – Pulpahöhle eine perfekte Eintrittspforte für Bakterien entsteht, die eine Infektion der Zahnwurzel und eine Schädigung des bleibenden Zahnkeims auslösen kann. Die Milchzahnextraktion ist grundsätzlich mit großer Vorsicht durchzuführen. Aufgrund der filigranen Form der Milchzähne können die langen, schmalen Wurzeln sehr leicht brechen.

Das Gebiss beim Hund

28 Zähne

3 Incisivi (Schneidezähne), 1 Caninus (Fang-, Eckzahn), 3 Prämolare (vordere Backenzähne) auf jeweils beiden Seiten im Ober- und Unterkiefer.

42 Zähne

3 Incisivi, 1 Caninus, 4 Prämolare und 2 Molare (hintere Backenzähne) beidseits im Oberkiefer sowie 3 Incisivi, 1 Caninus, 4 Prämolare und 3 Molare beidseits im Unterkiefer.

Fingerspitzengefühl bei der Behandlung

Unkorrekt durchgeführte Milchzahnextraktionen, andere lokale Traumata oder Infektionen im Welpenalter können zur Schädigung oder etwa zur Missbildung der bleibenden Zähne führen. Von punktuellen Defekten bis hin zu abnormen Zahnformen sind jegliche Missbildungen möglich. Bei Defekten durch Infektionserkrankungen, systemisch-metabolischen, pharmakologischen Einflüssen oder bei erblich bedingten Missbildungen sind häufig alle Zähne betroffen, wie etwa bei der sogenannten Dentinogenesis imperfecta, einer genetisch bedingten fehlerhaften oder ausbleibenden Dentinbildung. „Bei einer Staupeinfektion eines Welpen vor dem Zahnwechsel kann ein schwerer Zahnschmelzdefekt auftreten“, weist Dörner auf die Spätfolge einer Infektion mit dem gefährlichen Staupevirus hin.

Früh übt sich: Prophylaxe für Hundezähne

Für eine lebenslange Zahngesundheit muss ein Hund schon im Welpenalter an Manipulationen im Maul gewöhnt werden. Es ist daher wichtig, das Öffnen des Mauls und das Begutachten von Zähnen, Zahnfleisch und Gaumen zu trainieren und positiv zu konditionieren. Von klein auf sollten Hunde an das regelmäßige Zähneputzen gewöhnt werden. Durch die Ansammlung von Plaque und daraus resultierender Zahnsteinbildung kommt es zu Zahnfleischentzündungen und im fortgeschrittenen Fall zu einer schweren Parodontitis inklusive Lockerung der Zähne und schließlich Zahnverlust. Kleinere Hunderassen und brachyephale (kurzköpfige) Rassen sind davon häufiger und schwerer betroffen als große Hunde mit langen Schnauzen und ausreichend Platz für die Zähne. Judith Dörner rät HundehalterInnen: „Idealerweise werden die Zahnoberflächen jeden oder alle zwei Tage gereinigt. Eine wöchentliche Reinigung ist nicht ausreichend, da die Plaque- und Zahnsteinneubildung so nicht hintangehalten werden kann.“

Womit Hundezähne putzen?

Am besten geeignet sind Hundezahnbürsten oder Kinderzahnbürsten mit weichen Borsten, um das Zahnfleisch nicht zu irritieren. Manche TierhalterInnen bevorzugen Fingerlinge. Auch die für Tiere angebotenen Ultraschallzahnbürsten sind sehr effektiv. Bei der Zahnpasta ist unbedingt zu einem veterinärmedizinischen Produkt zu greifen, da Zahnpasta für Menschen aufgrund ihrer Inhaltsstoffe und ihres starken Minzgeschmacks für Hunde nicht geeignet ist.

„Obwohl die Hundezahnpasta meist nach Huhn oder Fisch riecht und schmeckt, wird sie von einigen Hunden abgelehnt – Geschmacksrichtungen wie alte Socken, tote Ratte oder frisch gedüngter Acker würden vielleicht besser ankommen“, meint Dörner mit einem Augenzwinkern. Sie rät in solchen Fällen, die Zahnpasta einfach wegzulassen und nur mit der feuchten Zahnbürste zu arbeiten, entscheidend sei der Abrieb des Zahnbelags und das sei auch ohne Zahnpasta möglich.

Besonders wichtig sind die Außenflächen der Zähne, da diese vorrangig von Zahnstein betroffen sind. Die Außenflächen sind durch einfaches Hochheben der Lefzen gut zugänglich. Um die Zähne des Unterkiefers zu erreichen, muss das Maul leicht geöffnet werden.

Kauen als Unterstützung

Kauspielzeug und -artikel sind sinnvoll, haben aber – alleine verwendet – keine ausreichende Wirkung gegen Zahnsteinneubildung. Zum Kauen ungeeignet sind Geweihe oder Hufe, da sie zu hart sind und zu Schäden am Zahnschmelz bzw. zu Absplitterungen oder gar zu Zahnfrakturen führen können. Auch Tennisbälle sollen dem Hund nicht dauerhaft angeboten werden, da sie zu einem hochgradigen „Abschmirgeln“ (Abrasion) der Zähne führen können

Das Zähneputzen kann eine regelmäßige professionelle Kontrolle und Reinigung der Zähne in Narkose mittels Ultraschall keinesfalls ersetzen. Durch effektives Zähneputzen lässt sich jedoch der Abstand zwischen den professionellen Zahnreinigungen verlängern. „Wie oft eine professionelle Zahnbehandlung notwendig ist, hängt von der Rasse, dem Alter und der individuellen Veranlagung und natürlich vom Zahnputz-Engagement der TierbesitzerInnen ab“, fasst Dörner zusammen.

Regelmäßiges Zähneputzen und eine mindestens jährliche zahnärztliche Kontrolle sind die beste Prophylaxe für gesunde Hundezähne und helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen und behandeln zu können.

Text: Judith Dörner
Redaktionelle Aufbereitung: Doris Sallaberger