Mikroökologische Schutznischen in Lebensmitteln: Internalisierung und Persistenz stressinduzierter Bakterien in Hefen und Potenzial zur Reaktivierung im Gastrointestinaltrakt
Im Projekt soll geprüft werden, inwieweit pathogene Bakterien unter Stress lebensmittelassoziierte Hefen als mikroökologische Schutznischen nutzen können, indem sie internalisiert werden und temporär persistieren. So könnten sie nach Verzehr kontaminierter Lebensmittel aus stressreichen Umgebungen in den Verdauungstrakt gelangen, dort bei für sie günstigeren Bedingungen freigesetzt und reaktiviert werden. Diese bislang unerforschte Hypothese eröffnet ein neues Forschungsfeld an der Schnittstelle zwischen Lebensmittelsicherheit und Mikroökologie. Das Projekt schafft Grundlagenwissen zu mikrobiellen Schutzmechanismen und Interaktionen und bereitet weiterführende Forschung zur Persistenz und Übertragung von Pathogenen vor.
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Mikrobiologische Qualität veganer Produkte
Der starke Trend zu veganen Produkten ließ den deutschen Markt für rein pflanzliche Lebensmittel 2018–2020 um 97 % wachsen. Laut VO (EG) Nr. 178/2002 tragen Lebensmittelunternehmer die Verantwortung für die Sicherheit ihrer Erzeugnisse. Mangels belastbarer Referenzdaten zur produkttypischen, gesundheitlich unbedenklichen Mikrobiota veganer Lebensmittel ist eine objektive mikrobiologische Qualitätsbeurteilung derzeit kaum möglich. Das Projekt schließt Datenlücken mittels mikrobiologischer und molekularbiologischer Analysen gekühlter, nicht durcherhitzter Fleisch-, Ei- und Milchersatzprodukte (auf Soja-, Weizen- und Erbsenbasis). Untersucht werden relevante Pathogene, Toxinbildner, Verderbserreger und Sporenbildner. Ergebnisse unterstützen die Lebensmittelüberwachung, Hersteller und Handel bei der Bewertung mikrobiologischer Befunde und helfen, das gesundheitliche Risiko für VerbraucherInnen durch mikrobiologische Kontamination nachhaltig zu senken.
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OHDK-Novel strategies for mitigating the risk posed by antibiotic resistance in Listeria monocytogenes along the food chain and at bedside
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Workshop on Development of Consultancy Strategies toMitigate Heat Stress and Reduce Airborne Emissions inCattle Housing Systems and Fast and Reliable “In-field”Diagnosis of Zoonotic Pathogens and AntibioticResistance
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COST CA22166 - Safety in the Game Meat Chain
Die Jagd wird in Europa von rund 7 Millionen Personen ausgeübt, doch Wissen zur Lebensmittelsicherheit von Wildfleisch und entlang der Warenkette Wild ist begrenzt. Trotz geringem Marktanteil erscheinen nahezu monatlich RASFF-Meldungen. Die COST Aktion „Safety in the Game Meat Chain“ fördert im transnationalen, multidisziplinären One-Health-Ansatz den Austausch und die Harmonisierung europäischer Standards. Über vier Jahre werden Jagdausübung und Verarbeitung, Vertriebswege, chemische und biologische Gefahren sowie Wissensvermittlung bearbeitet. Stakeholder aller Kettenglieder werden fortlaufend informiert. Das Netzwerk sammelt und bewertet länderspezifische Praktiken, Standards, Rechtsvorgaben und Gefahren. Verbraucher:innen werden zum sicheren Umgang aufgeklärt. Ziel ist höheres Niveau von Lebensmittelsicherheit und Konsumentenschutz in Europa.
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Bioprospektion, Wirkungsweise & Biosynthese von Phykotoxinen
Marines Phytoplankton spielt eine zentrale Rolle im Ökosystem: so baut es Kohlendioxid ab, produziert Sauerstoff und dient als Nahrungsgrundlage für viele Tieren. Außerdem bieten sie eine reichhaltige, weitgehend unerforschte Quelle neuer Verbindungen (u.a. Medikamente). Neben den positiven Eigenschaften können manche Arten jedoch schädliche Algenblüten verursachen und deren Toxine können lebensmittelrelevant sein. Das ICH-NEURO-MET-Projekt vereint Gruppen in Frankreich (CEA-Saclay, Institut Pasteur) und Österreich (Vetmeduni) und hat zum Ziel neuartige fischtoxische und neurotoxische Verbindungen zu entdecken, deren Struktur aufzuklären, Wirkmechanismen zu bestimmen und Biosynthesewege zu entschlüsseln. Die erhaltenen Ergebnisse sind eine wichtige Grundlage für den Toxinnachweis und die Lebensmittelsicherheit, sowie könnten in Zukunft als Therapeutika angewendet werden.
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Antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften von Cricketproteinhydrolysaten auf Darmstammzellen von Schweinen
2022 bestätigte die EFSA die Sicherheit von Produkten aus Acheta domesticus; die EU ließ sie als neuartige Lebensmittel zu. Grillenprotein liefert hochwertiges Eiweiß, Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe. Cricket‑Proteinhydrolysate (CPH) könnten antimikrobiell und entzündungshemmend wirken; ihre Effekte auf Enterobakterien und Darmstammzellen (ISCs) sind jedoch unzureichend untersucht. Das Projekt prüft antibakterielle Eigenschaften von CPHs sowie Schutz- und Entzündungshemmung bei toxin‑stimulierten Schweine‑ISCs. In Thailand hergestelltes CPH wird in Wien gegen Salmonella spp. und E. coli getestet; CPH-ISC‑Assays erfolgen in Bangkok. Ergebnisse könnten nachhaltige, bioaktive Verbindungen für Darmgesundheit liefern, One‑Health fördern und internationale Partnerschaften stärken, bei zugleich umweltfreundlicher Grillenzucht als Lebensmittelquelle anerkannt.
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Kältetolerante Clostridium spp. in Fleisch: Datenerhebung und Implementierung von Maßnahmen zur Vermeidung der Lebensmittelverschwendung durch Lebensmittelverderb sowie zur Erhöhung der Qualität und Sicherheit von Fleischprodukten in Österreich
Fleischherstellung verbraucht enorme Ressourcen; jeder Fleischverlust bedeutet wirtschaftliche Einbußen und Umweltbelastung. Hauptursache ist mikrobielle Kontamination entlang der Kette von Schlachtung, Zerlegung, Verarbeitung, Verpackung, Lagerung, Transport und Verkauf bis zum Verbraucher. Vakuumverpackung und Kühllagerung verlangsamen Verderb durch mesophile Aerobier, begünstigen jedoch kältetolerante obligate Anaerobier (z. B. Clostridium spp.). Diese Nischenkeime verursachen Verpackungsaufblähung durch CO2- und H2-Bildung sowie käsigen Verderbsgeruch. International ist das Problem verbreitet; in Deutschland sind circa 53 % vakuumverpackter Fleischproben belastet. Das Projekt erhebt österreichweit Daten entlang der Produktionskette, prüft Toxinbildung und Sporenresistenz gegen zugelassene Reinigungs- und Desinfektionsmittel und entwickelt Maßnahmenpläne sowie Reinigungsprotokolle für kritische Stellen der Betriebe.
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