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Wir beschäftigen uns in Forschung und Lehre mit der Ausbreitung und Bekämpfung von Tierseuchen, Zoonosen und Antibiotikaresistenzen, sowie deren wirtschaftlichen Auswirkungen. Dazu gehört die Entwicklung von Modellen zur Ausbreitung von durch Vektoren übertragenen Krankheiten, wie der Blauzungenkrankheit, sowie den Auswirkungen der globalen Klimaänderungen auf diese Krankheiten.

Im Bereich der Antibiotikaresistenz befassen wir uns mit dem Einfluss verschiedener Faktoren, wie z.B. der Tierhaltung und dem Hygienemanagement auf das Vorkommen und die Verbreitung von resistenten Keimen. Direkte Produktionsverluste ebenso wie die finanziellen Aufwendungen zur Reduktion einer Tierkrankheit werden im Bereich ‚Econometrics‘ betrachtet, um Aussagen zur Effizienz und Effektivität von Maßnahmen treffen zu können.

Zu unseren Kooperationspartnern zählen das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF), das Christian-Doppler-Labor für molekularbiologische Lebensmittelanalytik, die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), sowie Unternehmen aus der Wirtschaft.


News

Universität

Gelungener Auftakt: VetmedTalk – Afrikanische Schweinepest im Fokus

Am 21. April 2021 lud die Vetmeduni zu ihrem neuen Wissensformat VetmedTalk. Unter dem Motto „Heute verstehen. Morgen verändern.“ widmete sich die erste Ausgabe der Online-Veranstaltung der Afrikanischen Schweinpest (ASP), die für den Menschen ungefährlich ist, jedoch eine große Bedrohung für heimische Schwarzwild- und Hausschweinpopulationen darstellt. Hochkarätige ExpertInnen aus Bereichen der klinischen Praxis, Wildtierökologie und Virologie, Jagdwirtschaft sowie dem Landesveterinärwesen boten einen 360-Grad-Blick auf das Thema ASP und beleuchteten zudem die Auswirkungen, die ein Seuchenausbrauch in Österreich auf LandwirtInnen und KonsumentInnen hätte.

Bei der Afrikanischen Schweinepest (ASP) handelt es sich um eine hoch ansteckende Infektionskrankheit, die sowohl Wild- als auch Hausschweine befällt. Ist ein Tier infiziert, verläuft die Krankheit zu 100 Prozent tödlich. Bis dato ist Österreich von der ASP verschont geblieben. Allerdings bricht die Viruserkrankung in Nachbarländern wie Ungarn und der Slowakei immer wieder aus. Jüngst kam die Afrikanische Schweinepest auch in Deutschland vor. Die ASP steht also sprichwörtlich vor den Toren Österreichs. Einer optimalen Vorbereitung auf einen möglichen großflächigen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest kommt deshalb besondere Bedeutung zu.

Wissenstransfer im Online-Format

Walter Arnold (Leiter des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie, Vetmeduni), Andrea Ladinig (Leiterin der Universitätsklinik für Schweine, Vetmeduni), Leopold Obermair (Wildtierökologe, Berufsjäger und Geschäftsführer-Stv. des NÖ-Jagdverbandes), Christina Riedl (Amtstierärztin und Leiterin der Abt. für Veterinärangelegenheiten u. Lebensmittelkontrolle NÖ) sowie Till Rümenapf (Leiter des Instituts für Virologie, Vetmeduni) boten eine spannende und interessante Diskussion rund um unterschiedliche Aspekte und Wissenswertes zur Afrikanischen Schweinepest. Durch die Veranstaltung führte Bernhard Weingartner, Wissenschaftskommunikator und Initiator der Science Slams Österreich.     

Im Fokus des VetmedTalks stand neben der Komplexität des ASP-Virus und seiner Herkunft u. a. auch die wesentliche Rolle des Menschen bei der Virusübertragung. Denn die Ansteckung bei (Wild-)Schweinen erfolgt nicht nur durch direkten Kontakt von empfänglichen Tieren mit infizierten Artgenossen oder mittels Aufnahme von befallenem Aas. Wildschweine können sich auch durch das Fressen von kontaminierten Lebensmittelresten, die achtlos in der Natur entsorgt wurden, anstecken. Darüber hinaus kann das ASP-Virus monatelang beispielsweise in Wurst oder anderen Schweineprodukten ansteckend bleiben.

Weiters wurden prophylaktische Maßnahmen und die notwendigen Schritte im Falle eines ASP-Ausbruchs in Österreich aufgezeigt und die dramatischen wirtschaftlichen Auswirkungen für SchweinehalterInnen sowie für die Lebensmittelindustrie verdeutlicht. Denn bisher gibt es keine Möglichkeit der Immunisierung von Wild- bzw. Hausschweinen durch eine Impfung gegen die Afrikanische Schweinepest. Somit stellt diese Viruserkrankung eine ernstzunehmende Bedrohung für Tier und Mensch gleichermaßen dar. Ist ein Schweinezuchtbetrieb von ASP betroffen, gilt das Keulen des gesamten Tierbestandes als alternativlos – mit allen wirtschaftlichen und psychischen Auswirkungen für die SchweinehalterInnen.

An einem Strang ziehen

Eine optimale Vorbereitung auf einen möglichen Seuchenausbruch, die Sensibilisierung der Bevölkerung und Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen in Schweinebetrieben sowie die tatkräftige Unterstützung der heimischen Jägerschaft zur Reduktion von Schwarzwildpopulationen sind wesentliche Werkzeuge im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest – so lautete der gemeinsame Tenor. Denn die Frage ist nicht „ob“, sondern „wann“ es in Österreich zu einem ASP-Ausbruch kommt.

Zur Presseaussendung

Nachschau: Der VetmedTalk zum Thema „Afrikanische Schweinepest“ auf YouTube

Vorschau: Der nächste VetmedTalk zum Thema „Gesunde und sichere Lebensmittel“ wird Ende Juni 2021 stattfinden.

 

Über VetmedTalk:

Die VetmedTalk-Reihe „Heute verstehen. Morgen verändern.“ ist Teil der Schwerpunktkommunikation der Vetmeduni Vienna im Sinne der Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen. Mehr dazu hier

Alle Themengebiete der VetmedTalks betreffen die Herausforderungen unserer Zeit und sollen zeigen, welchen Beitrag die Veterinärmedizinische Universität Wien mit ihrer Expertise für eine nachhaltige Gesellschaft von Morgen leistet.