Akupunktur

 

Nadeln helfen heilen

"Traditionelle chinesische Medizin" und "Akupunktur" sind Schlagworte, die in letzter Zeit im Bereich der Humanmedizin immer öfter zu hören sind. Aber auch innerhalb der Veterinärmedizin hat die Akupunktur zunehmend an Bedeutung gewonnen. Sie wird mehr und mehr als Behandlungsoption gesehen, was zu einer gesteigerten Forschungstätigkeit auf diesem Sektor geführt hat. Das wiederum bringt ein verbessertes Verständnis ihrer Wirkmechanismen und damit auch ihrer Anwendungsgebiete mit sich.

 

 

Die Traditionelle chinesische Medizin (TCM) ist eine sehr ganzheitlich orientierte Wissenschaft, die sich hauptsächlich mit Nahrung ("Ernährung nach den 5 Elementen"), Kräuterrezepturen und natürlich mit der Akupunktur beschäftigt. Der Name "Akupunktur" leitet sich von der lateinischen Bezeichnung für Nadel ("acus") und Einstich ("punctura") ab obwohl die eigentliche Übersetzung aus dem Chinesischen soviel wie "Stechen" und "Brennen" (Shen Shiu) bedeutet. Die Akupunktur wird im östlichen Raum beim Menschen seit Jahrtausenden erfolgreich eingesetzt. Die ersten Hinweise auf ihren Einsatz im Bereich der Veterinärmedizin finden sich um 900 v. Chr., wo ein General Pferde, die damals von großer Bedeutung für die Kriegführung waren, mittels Akupunktur behandelt haben soll. Ab dem 19. Jahrhundert wurden auch in Europa erste Schriften über Akupunktur bei Mensch und Tier veröffentlicht. In Österreich war es hauptsächlich der Tierarzt Dr. Kothbauer, der mit dazu beigetragen hatte die Veterinärakupunktur hierzulande zu etablieren und der sie auch wissenschaftlich beleuchtete.

 

Wie wirkt Akupunktur und was bewirkt sie?

Der Grundgedanke der Traditionellen chinesischen Medizin besagt, dass allen Krankheiten ein energetisches Ungleichgewicht zugrunde liegt. Durch das Einstechen feinster Nadeln an bestimmten Punkten entlang von Energieleitbahnen, sogenannten Meridianen können solche Disharmonien im Körper ausgeglichen werden. Die Akupunktur wirkt durch physische Reize, entweder durch den Stich einer Nadel oder auch durch Laserakupunktur auf genau definierten Hautarealen. Durch diese Reize verändern sich verschiedene biochemische und physiologische Zustände, die sich positiv auf das Gleichgewicht innerhalb des Körpers auswirken und so Störungen beheben können.

Einige wichtige Wirkungen der Akupunktur sind:

  • Verbesserte Durchblutung
  • Freisetzung zahlreicher Neurotransmitter und Neurohormone (unter anderem werden Endorphine – körpereigene schmerzlindernde Substanzen – ausgeschüttet)
  • Stimulierung des Immunsystems und des Nervensystems
 

Technik der Akupunktur

Auf den ersten Blick mag die Akupunktur, bei der Nadeln in bestimmte Punkte gestochen werden als relativ einfache Methode erscheinen. Aber ihr liegt eine umfassende  Wissenschaft zugrunde. Es gibt über 1000 Akupunkturpunkte, zahlreiche Regeln für die Auswahl der Punkte und viele verschiedene Techniken der Stimulation der Punkte. Neben dem "Nadeln" gibt es auch die Möglichkeit Akupunkturpunkte zu Lasern, was vor allem im Kopfbereich eine gute Alternative darstellt. Aber auch durch Injektion von Flüssigkeiten, sogenannte "Aku-Injektion" können Akupunkturpunkte gereizt werden. Desweiteren gibt es noch die Technik der "Moxibustion", einer lokalen Wärmeapplikation. Bei den Nadeln wiederum gibt es beträchtliche Unterschiede in Bezug auf Länge und Durchmesser.

 

Indikationen

Das Wesen der Akupunktur beruht, wie bereits erwähnt darauf, das gestörte Gleichgewicht zwischen konträren Funktionszuständen im Körper wiederherzustellen. Generell kann gesagt werden, dass die Akupunktur bei allen funktionellen, reversiblen Krankheiten angewendet werden kann. Sie kann gestörte Organfunktionen wieder normalisieren.

Zusammenfassend einige Erkrankungen bei denen Akupunktur erfolgversprechend ist:

Funktionelle Störungen des Bewegungsapparates:      

  • Schmerzen allgemein
  • Gelenkserkrankungen wie z.B. Arthrosen
  • Muskelverspannungen
  • Sehnenerkrankungen

Innere Organerkrankungen:

  • Gastritis
  • Enteritis, Kolitis (Durchfall)
  • Obstipation (Verstopfung)
  • Stoffwechselstörungen
  • Urogynäkologische Erkrankungen (z.B.: Harninkontinenz, Scheinträchtigkeit)

Weitere Indikationen:

  • Notfallsituationen
  • Hauterkrankungen
  • Allgemeine Immunstimulation
  • Postoperative Rehabilitation
  • Zusätzlich zu medikamentellen Therapien (mit dem Ziel der Reduktion von Arzneimitteln und somit auch deren Nebenwirkungen)

Es muss allerdings deutlich hervorgehoben werden, dass alles was bereits zerstört ist durch die Akupunktur nicht wieder geheilt werden kann. Generell muss aber festgestellt werden, daß die Akupunktur bei sachgemäßer Anwendung eine wirklich gute und nebenwirkungsfreie Therapiemöglichkeit darstellt.

 
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