Citizen Science Award 2019 - Schwalbenprojekt ausgezeichnet

Dr. Richard Zink und Projektmitarbeiterin Janette Siebert, MSc mit den Gewinnern (Foto OeAD GmbH/APA-Fotoservice/Schedl)
Gruppenfoto der Projektleiter und Gewinner 1

Auch dieses Jahr hatten Interessierte im Rahmen des Citizen Science Awards 2019 2 die Möglichkeit, bei Forschungsprojekten in ganz Österreich mitzuforschen. Die engagiertesten Citizen Scientists wurden auch in diesem Jahr vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMBWF) und dem Österreichischen Austauschdienst (OeAD) im Rahmen einer feierlichen Festveranstaltung am 19. November 2019 mit dem Citizen Science Award ausgezeichnet.

Das Projekt der Österreichischen Vogelwarte "Flugkünstler gesucht - Schwalbe gesehen 3?" war eines der sieben prämierten Projekte. Ziel des Projektes war es, das Vorkommen von Mehl- und Rauchschwalben im Bezirk Tulln zu erforschen. Citizen Scientists - sowohl teilnehmende Schulklassen als auch Einzelpersonen - konnten dabei mit Kamera oder Smartphone Schwalben und ihre Nester fotografieren und ihre Beobachtungen auf der Webplattform Wilde Nachbarn 4 eintragen.

Am Citizen Science Award-Tag hatten interessierte Schulklassen die Möglichkeit im Rahmen eines Workshops mehr über die Vogelwelt in Stadt und Land zu erfahren sowie einen Blick hinter die Kulissen der verschiedenen Nisthilfen und Vogelnester zu werfen. Die feierliche Festveranstaltung fand anschließend im Festsaal der Universität Wien statt. Attraktive Sachpreise für zwei Einzelpersonen und ein Preisgeld für die gewinnende Schulklasse des BG/BRG Tulln (NÖ) wurden dabei vergeben. Gewonnen haben dabei die Personen bzw. Schulklasse mit der höchsten Punkteanzahl für gemeldete Schwalbennester.

(Web-Redaktion, 20.11.2019)  

 

Seltene Waldammer im Zentrum Wiens gesichtet!

Im Botanischen Garten der Universität Wien konnten bisher 67 Vogelarten nachgewiesenen werden. Diese Waldammer ist allerdings ein sehr seltener Fund. (Foto © Christian Schulze)
Portraitfoto einer Waldammer 5

Am 2. November konnte im Botanischen Garten der Universität Wien eine Waldammer im Rahmen des Programms „Integriertes Wintergast-Monitoring" beobachtet und beringt werden. Die Waldammer ist ein Brutvogel der borealen Nadelwaldzone mit einem Verbreitungsgebiet, das sich von Skandinavien über das nördliche Russland bis hin zur Beringstraße erstreckt. Ihre Überwinterungsgebiete liegen im südlichen Teil Ostasiens. In Mitteleuropa tritt die Art nur als außerordentlich seltener Irrgast in Erscheinung. Es handelt sich nunmehr um den siebenten Nachweis für Österreich und den ersten Nachweis dieser global als gefährdet eingestuften Art für Wien.

Dr. Christian H. Schulze von der Abteilung für Tropenökologie und Biodiversität der Tiere (Universität Wien) nimmt mit seinem Team am Monitoringprogramm teil und führt dafür Vogelberingungen für wissenschaftliche Zwecke im Botanischen Garten der Universität Wien durch.  Grüne Inseln, wie sie der botanische Garten mitten in der Großstadt darstellen, sind wichtige Lebensräume für Vögel und andere Wildtiere und tragen so zum Artenschutz bei.

Das Wintervogel-Monitoring-Programm wurde von der österreichischen Vogelwarte erstellt, welche es auch österreichweit koordiniert und die dafür verwendeten  Markierungsringe zur Verfügung stellt.

(Web-Redaktion, 6.11.2019)  

 

Rupfen - sortieren - bestimmen - im Federkunde Seminar an der AOC Außenstelle in Seebarn

Für Laien sind Federn oft schwer voneinander zu unterscheiden. (Foto © Richard Zink)
Bildschirmpräsentation von Vogelfedern mit Vortragendem 6

Gelegentlich finden wir beim Spazierengehen lose Federn am Boden - manchmal eine einzelne Feder, manchmal ein paar zusammen. Es stellt sich immer die Frage: Welcher Vogel hat diese Federn verloren?  Federkundige Expertinnen und Experten können anhand der kleinsten Details einzelner Federn die Vogelart bestimmen.

Am 19. Oktober fand in der Außenstelle Seebarn der österreichischen Vogelwarte ein Seminar zur Bestimmung von Vogelfedern statt.  Neben einer Einführung zur Feder- und Gefiederkunde und Vorträgen zu rechtlichen Bestimmungen, z.B. für Federsammler, gab es auch praktische Übungen.  Experten und Interessierte konnten sich im Bestimmen und Messen von Vögeln, sowie im Messen und Waschen von Federn üben. Ein kleines Federquiz rundete den Workshop ab.

(Web-Redaktion, 21.10.2019)  

 
 

Riskantes Schlafen mit verstecktem Kopf spart Energie bei nachtaktiven Zugvögeln

Gartengrasmücke (Foto Biillyboy, Wikimedia Commons)
Gartengrasmücke

Schlafen mit dem Kopf nach hinten ins Gefieder gesteckt ist eine verbreitete Verhaltensweise, die die meisten Vogelarten zeigen. Wissenschafter vom Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Vetmeduni Vienna und der Universität Wien fanden nun heraus, dass das Verstecken des Kopfes während der Nachtruhe den Wärmeverlust bei Zugvögeln reduziert und deren Energiereserven dadurch geschont werden. Allerdings bedingt das Schlafen auf Sparflamme auch Risiken für die Vögel: Durch die gedrosselte Stoffwechselrate und Reaktionsgeschwindigkeit laufen sie Gefahr, leichte Beute zu sein.

Nächtlich ziehende Singvögel, die das Mittelmeer überqueren, um den europäischen Kontinent zu erreichen, legen oft einen Zwischenstopp auf Inseln nahe der Küste ein, bevor sie ihre Reise fortsetzen. Durch detaillierte Beobachtungen von Gartengrasmücken, die gerade auf einer dieser Rast-Inseln angekommen waren, fand ein Team um Leonida Fusani heraus, dass die Schlafhaltung der Grasmücken von ihrer physiologischen Kondition abhängt.

Diese Erkenntnisse erlauben eine neue Sicht auf die Funktion der Schlafposition von Vögeln, sowie auf die ökologischen und physiologischen Herausforderungen denen Zugvögel ausgesetzt sind.

Der Artikel „Sleeping unsafely tucked in to conserve energy in a nocturnal migratory songbird 7“ von Andrea Ferretti, Niels C. Rattenborg, Thomas Ruf, Scott R. McWilliams, Massimiliano Cardinale und Leonida Fusani wird heute in Current Biology veröffentlicht.

Mehr Info 8

(Web-Redaktion, 19.8.2019)

 
 

Genetisches Zeugnis des Aussterbens

Blauracke auf Insektenjagd (Foto David Grabovac – via Wikimedia Commons)
Blauracke mit Insekt im Schnabel 9

Aufgrund des großflächigen Lebensraumverlusts haben die Zahlen von Blauracken (Coracias garrulus) im Laufe des 20. Jahrhunderts in Teilen ihres europäischen Verbreitungsgebiets rapide abgenommen. In Österreich gab es ab 2017 nur noch eine vollständig isolierte Reliktpopulation von zwei Zuchtpaaren und einigen wenigen Nichtbrütern in der Steiermark, verglichen mit etwa 270 Paaren in den 1950er Jahren. Im Jahr 2018 wurden überhaupt keine Brüter aufgezeichnet. Seit 2002 sind alle Nestlinge und erwachsenen Vögel in Österreich beringt. In der vorliegenden Studie wurden genetische Daten basierend auf Blutproben von Nestlingen der letzten Jahre gesammelt und mit Museumsproben aus der Vergangenheit und mit Vögeln aus dem gesamten europäischen Verbreitungsgebiet verglichen, um einen ersten vorläufigen phylogeografischen Datensatz für die Art zu erhalten. Die Tests zeigten eine Abnahme der genetischen Vielfalt im Laufe der Zeit in Österreich. Diese Ergebnisse bestätigen den Verdacht auf genetische Drifteffekte aufgrund des schnellen Populationsabbaus und der geringen Populationsgröße dieser Reliktpopulation. Die Ergebnisse zeigen auch, dass die österreichischen Blauracken Teil einer ehemals kontinuierlichen europäischen Population sind.  Diese Erkenntnis ebnet den Weg, die derzeitige Reliktpopulation mit Vögeln aus Osteuropa anzureichern („genetische Rettung“).

Dear Artikel Witnessing extinction: Population genetics of the last European Rollers (Coracias garrulus) in Austria and a first phylogeographic analysis of the species across its distribution range 10 von Carina Nebel, Kerstin Kadletz, Anita Gamauf, Elisabeth Haring, Peter Sackl, Michael Tiefenbach,  Hans Winkler und Frank E. Zachos ist im Journal of Zoological Systematics and Evolutionary Research erschienen.

(Web-Redaktion, 8.7.2019)

 
 

Erfolge bei der Wiederansiedlung des Habichtskauz

Stephan Pernkopf, Petra Winter, Richard Zink und Alfred Riedl mit einem Habichtskauz. Foto © NLK Reinberger
Stephan Pernkopf, Petra Winter, Richard Zink und Alfred Riedl mit einem Habichtskauz 11

Ein Jahrzehnt ist seit der Freilassung der ersten 22 Jungeulen im Jahr 2009 vergangen. Aktuell leben in Niederösterreich wieder 30 gesicherte Habichtskauz-Paare, nachdem die Vogelart spätestens seit den 1950er-Jahren in Österreich als ausgestorben galt. Das langjährige gemeinsame Engagement von Forstwirtschaft, Naturschutz und Jagd zeigt Wirkung. Bei einer Festveranstaltung in der niederösterreichischen Außenstelle Seebarn der Österreichischen Vogelwarte/Vetmeduni Vienna wurde am 17. Juni 2019 Bilanz über die bisher erfolgreiche verlaufende Wiederansiedlung gezogen.

Projektleiter Richard Zink zeigt sich optimistisch, dass die Habichtskäuze eine veritable Chance haben, sich wieder langfristig in Österreich anzusiedeln. Dafür sind auch Maßnahmen durch Forst- und Landwirtschaft hilfreich. Der Habichtskauz fühlt sich in strukturreichen Laub-Mischwäldern mit einheimischen Baumarten ausgesprochen wohl.

Basis für die Nachzucht der Jungeulen ist ein internationales Zuchtnetzwerk. In Österreich besteht eine langjährige Kooperation mit dem Tiergarten Schönbrunn und 12 weiteren Zoos und Zuchtstationen. Diese unterstützen das Projekt und stellen ihre Jungtiere für die Freilassung zur Verfügung.

Mehr Info 12

(Web-Redaktion, 18.6.2019)

 

BeringerInnen-Kurs Ausbildungsmodul I

Ausbildungsmodul I 2019
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Von 20.-24. Mai veranstaltete die österreichische Beringungszentrale heuer erstmals das Ausbildungsmodul I für angehende BeringerInnen.

Der Kurs am Wiener Wilhelminenberg bot den NeueinsteigerInnen neben theoretischen Inhalten auch die Möglichkeit, erste praktische Erfahrungen in Vogelfang und –beringung zu sammeln.

Das Interesse und die Motivation der TeilnehmerInnen blieb selbst vom Dauerregen unbeeindruckt - das Team der Beringungszentrale bedankt sich daher auf diesem Wege herzlich für die gute Mitarbeit und die tolle Stimmung beim Kurs!

 

Sensationeller Fang beim Vogel-Monitoring am Wilhelminenberg: Wiener Buntspecht knackt beinahe Altersrekord

12 Jahre altes Buntspecht-Weibchen (© Johannes Hloch)

Ende Jänner 2019 ist der österreichischen Beringungszentrale am Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung (KLIVV) mit einem beringten Buntspecht ein ganz besonderer Vogel ins Netz gegangen: ein Buntspecht-Weibchen mit dem beachtlichen Alter von mindestens 12 Jahren!

Aus den Daten des langjährigen Monitoringprogrammes geht hervor, dass der Vogel bereits im Jahr 2008 am KLIVV beringt wurde. Das ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass die durchschnittliche Lebenserwartung dieser Vogelart 7 bis 8 Jahre beträgt und dass der derzeitige Altersrekord bei wildlebenden Buntspechten bei 12 Jahren und 8 Monaten liegt!

Wie es der Zufall so wollte, war genau an diesem Tag ein professioneller Fotograf vor Ort, der die schöne Specht-Dame auch gleich noch gebührend porträtieren konnte. Das Buntspecht-Weibchen war übrigens noch sehr fit, es bleibt also zu hoffen, dass es den Wiener Wilhelminenberg noch länger unsicher macht und vielleicht sogar den aktuellen Altersrekord bricht.

(Web-Redaktion, 6.2.2019)

 

4. BeringerInnen-Tagung

Zahlreiche BeringerInnen - von Jung bis Alt - trafen sich am Samstag, 16. Februar 2019 zur vierten Tagung der Österreichischen Vogelwarte im Haus der Natur in Salzburg. 

Neben dem aktuellen Jahresbericht der Österreichischen Vogelwarte sowie allfälligen Beringerangelegenheiten hielt Jan von Rönn, Leiter der Beringungszentrale der Schweizerischen Vogelwarte Sempach, einen äußerst informativen Vortrag zur Auswertung von Beringungs- und Wiederfunddaten. Ebenso boten die beiden Präsentationen aus den Reihen der ehrenamtlichen BeringerInnen über Steinkauz und Steinschmätzer einen tollen Einblick in artspezifische Beringungsprojekte.

Das Team der Vogelwarte bedankt sich bei allen TeilnehmerInnen und Vortragenden sowie dem Gastgeber für die gelungene Veranstaltung und den netten Ausklang beim gemeinsamen Abendessen!

TeilnehmerInnen der 4. Österreichischen Beringertagung (Foto: Stefan Graf)
Foto von Teilnehmerinnen der 4. österreichischen Beringertagung
 

BeringerInnen-Kurs Ausbildungsmodul I

Der Kurs ist mittlerweile ausgebucht, es gibt leider keine freien Plätze mehr!

Die Österreichische Beringungszentrale bietet für Neulinge im Rahmen der BeringerInnen-Ausbildung zwei Kursmodule an. Das „Ausbildungsmodul I“ zu den Grundlagen der Vogelberingung und der Beringung von Nestlingen wird von Mo., 20. Mai bis Fr. 24. Mai 2019 am Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung am Wiener Wilhelminenberg stattfinden. Das vorläufige Programm sowie nähere Informationen zum Kurs finden Sie hier 14.

Wir bitten um verbindliche Anmeldung bis spätestens 15. April 2019 per Email an aoc(at)klivv.at.

Da die TeilnehmerInnenzahl limitiert ist, werden Kursplätze nach dem Zeitpunkt der Anmeldung vergeben.