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Die perfekte Welle – wie Waldrappe beim Fliegen Energie sparen

Viele Vögel nützen zur Fortbewegung den Wellenflug. Phasen mit schnellen Flügelschlägen, bei denen die Vögel an Höhe gewinnen, wechseln sich mit Gleitphasen ab. Ein von der Vetmeduni (Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna sowie Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensorschung) geleitetes Forschungsteam – in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Waldrappteam in Mutters (Tirol), der ETH Zürich, der Universität Wien und der Vetsuisse in Bern – wies nun anhand von Daten aus GPS-Sendern erstmalig nach, dass Waldrappe mit dieser Flugtechnik ihren Energiebedarf deutlich senken.

Vögel haben während ihres Fluges einen außergewöhnlich hohen Energiebedarf. Ein sichtbares Flug-Merkmal mancher Arten ist der Wechsel zwischen Flattern und Gleiten, wodurch sie Energie sparen sollen. Empirische Belege für einen energetischen Nutzen gab es bisher jedoch nicht. Um das zu ändern, statteten die Forscher:innen vom Menschen aufgezogene Waldrappe (Geronticus eremita) für ihre Wanderungsbewegung mit GPS-Datenloggern aus. Die Wissenschafter:innen überwachten damit die Position der Vögel, die Flügelschläge, die dynamische Gesamtkörperbeschleunigung und die Herzfrequenz als Maßgröße für den Energieverbrauch.

Der Waldrapp ist ein etwa gänsegroßer Ibis und war einst in Europa ein häufig verbreiteter Vogel. Durch intensive Bejagung starb er jedoch in Mitteleuropa im 17. Jahrhundert aus. Im Rahmen des Europäischen LIFE+EU-Projektes, das unter anderem vom WWF unterstützt wird, soll der Waldrapp wieder als echter Zugvogel in Mitteleuropa, Spanien und Italien angesiedelt werden.

Der Artikel „Empirical Evidence for Energy Efficiency Using Intermittent Gliding Flight in Northern Bald Ibises“ von Ortal Mizrahy-Rewald, Elisa Perinot, Johannes Fritz, Alexei L. Vyssotski, Leonida Fusani, Bernhard Voelkl und Thomas Ruf wurde in „Frontiers in Ecology and Evolution“ veröffentlicht.

Zum wissenschaftlichen Artikel

2022-07-07

 

Naturschatz im Weingarten: Steinkauzknachwuchs bei Ulzer

Dank des Projekts der Österreichischen Vogelwarte (Vetmeduni/Uni Wien) in der AOC Außenstelle Seebarn gibt es nun Steinkauz Nachwuchs im Weingarten der Winzer Ulzer. Der Steinkauz ist eine streng geschützte Vogelart, dessen Population schon stark dezimiert war. In Seebarn gibt es mittlerweile in der Region Schmidatal-Pulkautal-Wagram-Kremstal wieder rund 50 Steinkauzpaare, auch dank der Nistkästen die im Weingarten der Familie Ulzer in Zusammenarbeit mit dem Ornithologen Dr. Richard Zink von der österreichischen Vogelwarte aufgestellt wurden.

In einem der Nistkästen fand der Forscher sogar sechs Küken, obwohl Steinkäuze normalerweise zwischen zwei und vier Jungvögel aufziehen. Die Seebarner Winzer Andreas und Michael Ulzer haben sich mit bereits elf Nistkästen im Weingarten an dem Steinkauzprojekt beteiligt, und auch in ihrer Weingartenhütte haben sich bereits Steinkauzpaare eingenistet.  Ihren Stolz auf dieses Projekt bezeugen die Winzer sogar mit einem eigens dafür kreierten Wein: dem Steinkauzwein Athene (Grüner Veltliner), der im Weingarten bei der Hütte wächst.

Richard Zink hofft nun auf die Beteiligung zusätzlicher Weinbauern in der Region für das Schutzprojekt. Immerhin haben auch die Winzer etwas davon: Steinkäuze fressen ein bis zwei Mäuse pro Tag, und auch Weinschädlinge wie Maikäfer und größere Insekten.

Mehr über das Steinkauzprojekt

2022-06-20

Monitoring der Gartenvögel Niederösterreichs in der Garten Tulln

An 12 Terminen werden am Standort Die Garten Tulln Singvögel im Rahmen eines Monitoringprojektes gefangen, beringt und vermessen. Prof. Leonida Fusani (Universität Wien/Vetmeduni Vienna) und seine Mitarbeiterin Petra Pesak, MSc (Universität Wien) konnten dank finanzieller Unterstützung des Landes Niederösterreich und gemeinsam mit den Kooperationspartnern Die Garten Tulln und dem Biodiversitätshub der Donau-Uni Krems die Projektidee „Gartenvögel Niederösterreich“ realisieren. Die Untersuchungen zielen darauf ab, die Auswirkungen von Klimaveränderungen und der veränderten Kulturlandschaften auf die Vogelwelt besser zu verstehen. Durch die Beringung bzw. den Fang und Wiederfang individuell markierter Vögel können die Ornitholog:innen Rückschlüsse auf Artenvielfalt und Bestandsveränderungen ziehen. Darüber hinaus soll die neue Initiative auch das Bewusstsein der Bevölkerung zur ökologischen Bedeutung des Gartens stärken und hautnahe Einblicke in eine wissenschaftliche Methode gewähren.

Besucher:innen der Garten Tulln können daher an folgenden Terminen jeweils zur vollen Stunde bei der Vogelberingung zusehen: 02.06., 14.06., 22.06., 30.06., 13.07., 22.07., 03.08., 11.08. und 24.08.

2022-05-30