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FIWI Jahresbericht 2018

Der Jahresbericht für das Jahr 2018 kann durch Klick auf das Bild heruntergeladen werden.
Cover Foto des FIWI Jahresbericht 2018

 

 

 

 

Aktuelles

 

Die sozialen Netzwerke junger Wildschweine

Junge Wildschweinbachen im Forschungsgehege (Foto C. Bieber)
Drei Wildschweinbachen nebeneinander 1

Die Wildschweinpopulationen nehmen in ganz Europa stark zu. Obwohl Details zur Populationsdynamik und zum Fortpflanzungspotential dieser Art bekannt sind, ist unser Wissen über die soziale Struktur und die möglichen Auswirkungen der Jagd auf diese Struktur nur unzureichend bekannt. Wie wirkt es sich z.B. aus, wenn gezielt alte Tiere aus einer Gruppe geschossen werden und nur junge Tiere übrigbleiben? Ziel dieser Studie war es daher zu untersuchen wie sich die soziale Struktur von jungen Wildschweinen, in Abwesenheit von Alttieren, entwickelt. Dazu untersuchte ein Team am FIWI das Gruppierungsverhalten einjähriger Wildschweinweibchen in zwei Freigehegen.

Durch intensive Verhaltensbeobachtungen von März – August im Folgejahr und mit anschließender Auswertung durch eine Soziale Netzwerkanalyse (SNA) konnte eine Forschungsgruppe um Claudia Bieber neue Erkenntnisse zur Sozialstruktur der einjährigen Wildschweinweibchen erlangen.  Sie beobachteten, dass die Weibchen während des Untersuchungszeitraums stabile Gruppen bildeten, obwohl ältere Weibchen, d.h. Leittiere, nicht vorhanden waren. Interessanterweise bildeten Individuen in einem größeren Gehege mit mehr Wildschweinen auch mehr Gruppen – die Gruppengröße blieb relativ gleich. Es spielte keine Rolle, ob die Tiere verwandt waren, sofern die anfängliche Aggression überwunden wurde (Nachbarschaft in Gewöhnungsgehegen).  Außerdem zeigen Wildschweinweibchen unterschiedliche Konnektivität innerhalb des sozialen Netzwerks einer Population.

Mehr Information 2

Zum Originalartikel 3

(Web-Redaktion am 10.7.2019)

 

Wenn es auf den Almen pfeift

Ein Murmeltier hält Wache (Foto Maximilian Narr, via Wikimedia Commons)
Foto von einem Murmeltier vor seinem Bau 4

Wandert man derzeit in höheren alpinen Lagen herum, kann es einem gut passieren, dass man angepfiffen wird.  Denn derzeit tummeln sich die Murmeltiere, die einen Großteil ihres Lebens in unterirdischen Bauen verbringen, auf den Almen und futtern sich einen Winterspeck an.   Wenn Sie Gefahr wahrnehmen, wie zum Beispiel einen Steinadler, dann warnen sie ihre Artgenossen mit einem durchdringenden Pfiff.  Man hat festgestellt, dass sie sogar verschiedene Signale für verschiedene Gefahren einsetzen. 

Wie Walter Arnold vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie aufgrund jahrelanger Forschungsarbeit weiß, bevorzugen die Murmeltiere bestimmte Pflanzen, wie zum Beispiel den Alpen-Klee, Alpen-Mutterwurz oder das ungleichblättrige Labkraut.  Das liegt vor allem daran, dass diese Pflanzen ihnen essenzielle Fettsäuren, vor allem Omega-6 Fettsäuren, liefern, und je mehr sie davon aufnehmen, desto besser können sie später im Winterschlaf ihre Körpertemperatur absenken.  Das wiederum ist wichtig um Energie zu sparen.

Ab Ende September verschwinden die Murmeltiere nämlich bereits wieder von den Bergwiesen  und verschließen ihren Bau von innen.  Dann legen sie sich zwecks Wärme eng aneinander und zehren von ihren Fettvorräten.  Sie fahren ihren Stoffwechsel herunter, und so schaffen sie es, mit gelegentlichem erwachen aus dem tiefen Torpor, den alpinen Winter ohne Nahrungsaufnahme zu überstehen - bis zu sieben Monate lang.

Ein interessanter Artikel über das Alpenmurmeltier ist, mit wissenschaftlicher Beratung von Walter Arnold, soeben in der Zeitschrift Landlust  5(Landlust Ausgabe Juli/August 2019)erschienen.

Zum Landlust Artikel "Mit Pfiff" 6 (mit freundlicher Genehmigung der Redaktion)

(Web-Redaktion, 3.7.2019)

 

Ungewöhnliche Einblicke: Die Wüste Gobi aus den Augen eines Khulans

Wildesel in der Wüste Gobi, Foto © P. Kaczensky
Foto von Wildeselherde in der Wüste Gobi 7
Schau mir in die Augen, Kleines. (Foto: Camera collar)
Foto eines Eselkopfes mit einem Kamerahalsband aufgenommen 8

 

Für den wirksamen Schutz bedrohter Tierarten ist es wichtig ihre Lebensweise möglichst genau zu kennen. Ein internationales Forschungsteam unter dem Lead der Vetmeduni Vienna stattete deshalb einen im östlichen Teil der Wüste Gobi lebenden Wildesel – einen sogenannten Khulan – mit einem neuartigen Kamerahalsband aus. Die nun veröffentlichten Ergebnisse des Forschungsprojekts sind vielversprechend: Neben einem deutlichen Erkenntnisgewinn für die Wissenschaft und den Artenschutz bietet die innovative Technologie auch der breiten Öffentlichkeit spannende neue Einblicke in die Lebensweise von Wildtieren.

Bereits bisher war es möglich, das Leben von Wildtieren mittels GPS-Technologie nahezu in Echtzeit nachzuverfolgen und wichtige, unverfälschte Umweltdaten aus dem natürlichen Habitat der Tiere zu erhalten. Die auf diese Weise erfassten Daten bergen jedoch das Risiko, dass wichtige Umweltvariablen oder Ereignisse in der Lebensgeschichte der Tiere nicht dokumentiert werden. Ein Umstand, der besonders wichtig ist bei Tieren mit großen nomadischen Bewegungen – wie den von den ForscherInnen untersuchten Khulanen.  Die AutorInnen der Studie haben einen Teil der mit dem Kamerahalsband gemachten Bilder verwendet, um ihre wissenschaftliche Veröffentlichung durch eine Version im beliebten StoryMap-Format 9 zu ergänzen.

Der Artikel „Through the eye of a Gobi khulan – Application of camera collars for ecological research of far-ranging species in remote and highly variable ecosystems 10“ von Petra Kaczensky, Sanchir Khaliun, John Payne, Bazartseren Boldgiv, Bayarbaatar Buuveibaatar und Chris Walzer wurde in PLOS ONE veröffentlicht.

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(Web-Redaktion, 19.6.2018)

 

Wichtiger Schritt der Evolution entdeckt: Körperwärme ohne Muskelzittern

Säugetiere erhalten mit braunem Fettgewebe auch in kalten Umgebungen ohne Muskelzittern eine optimale Körpertemperatur aufrecht (Foto © Julia Nowack)
Wildschweinbache mit Frischlingen in Gehege 12

Die eigene Körpertemperatur unabhängig von der Außentemperatur, also endotherm regulieren zu können, war ein wichtiger Schritt in der Evolution vieler Säugetiere und Vögel. Damit diese Wärme überhaupt produzieren können, spielt neben dem sogenannten Muskelzittern vor allem das braune Fettgewebe der Tiere eine wichtige Rolle. Der Haken daran: Nur rund 20% der endothermen Vögel und Säugetiere besitzen dieses spezielle Körperfett. Einer Forschungsgruppe vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna gelang es nun erstmals nachzuweisen, dass ein dritter Mechanismus tief drinnen im Muskelgewebe ohne jegliches Muskelzittern ausreicht, um neugeborenen Säugetieren ohne braunes Fettgewebe das Überleben trotz kalter Außentemperaturen zu sichern. Laut den ForscherInnen könnte es sich bei diesem Mechanismus um einen wichtigen Puzzlestein der evolutionären Entwicklung einer Vielzahl von Wirbeltieren handeln.

Der Artikel „Muscle nonshivering thermogenesis in a feral mammal 13“ von Julia Nowack, Sebastian Vetter, Gabrielle Stalder, Johanna Painer, Maria Kral, Steve Smith, Minh Hien Le, Perica Jurcevic,Claudia Bieber, Walter Arnold und Thomas Ruf wurde in Scientific Reports veröffentlicht.

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(Web-Redaktion, 17.6.2019)

 

Was Knochen erzählen

Rothirsche im Forschungsgehege (Foto C. Beiglböck)
Zwei Rothirsche auf einer grünen Wiese

Ontogenese ist die Entwicklungsgeschichte eines Organismus in seinem eigenen Leben.  Das Studium der Skelettochronologie, also dem Zählen der konzentrischen Wachstumsringe in einem Knochenquerschnitt, und des Knochengewebes als Aufzeichnung von Informationen über ontogenetische Stadien und Ereignisse wird häufig zur Verbesserung des Wissens über die Lebensverläufe (life history) von ausgestorbenen und noch vorhandenen Wirbeltieren verwendet. Im Vergleich zu Dinosauriern und vorhandenen Reptilien hat die Knochenhistologie von Säugetieren wenig Beachtung gefunden. In einer Forschungskollaboration zwischen dem Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie und dem Institut Català de Paleontologia Miquel Crusafont (ICP) in Barcelona wurde zum ersten Mal das Knochen- und Zahnalter mit histologischen Knocheneigenschaften und life history-Stadien in ontogenetischen Reihen von Rotwild kalibriert. Wir stützen uns bei der Studie der spanischen Hirschen auf die bekannte life history von älteren österreichischen Rothirschen aus Gehegehaltung.  Die Daten zeigen, dass weibliche Hirsche beider Unterarten früher zur Skelettreife gelangen als männliche Hirsche. Zu diesem Zeitpunkt sind der epiphysäre Verschluss (bei Femora und Tibia) und der Zahndurchbruch vollständig und lange Knochen beginnen, ein äußeres Grundgerüst abzulagern. Die Ergebnisse zeigen auch, dass das Erreichen der Fortpflanzungsreife bei Rothirschen geringfügig vor der Skelettreife erfolgt.

Der Artikel “Calibration of life history traits with epiphyseal closure, dental eruption and bone histology in captive and wild red deer 15” von Teresa Calderón, Daniel DeMiguel, Walter Arnold, Gabrielle Stalder und Meike Köhler wurde in Journal of Anatomy veröffentlicht.

(Web-Redaktion, 1.6.2019)

 

Guter Winterschlaf dank Winterspeck

Saisonale Anpassungen in Körperfett ermöglichen den Winterschlaf (Foto Jon M. Arnemo)
Winterschlafender Braunbär mit halb geöffneten Augen im Schnee

Manche Menschen würden gerne den Winter durchschlafen - ganz wie es die tierischen Winterschläfer jedes Jahr tun. Winterschlafende Bären senken dabei ihre Körpertemperatur nur geringfügig (2–5 ° C) auf einen Wert zwischen 30 ° C und 36 ° C. Die Rolle der Körperfettzusammensetzung im Winterschlaf wurde nun erstmals in wilden Braunbären von einem internationalen Team unter der Leitung von Forschern der Universität Straßburg und des Forschungsinstitus für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna untersucht. Die beiden wichtigsten Befunde: Ungesättigte Fettsäuren spielen im Winterschlaf eine wichtige Rolle und die Zusammensetzung der Fettspeicher großer Winterschläfer ist derjenigen kleiner Winterschläfer sehr ähnlich.  Wie Sylvain Giroud und seine Mitautorinnen und Autoren herausfanden, ist die Veränderung der Lipidzusammensetzung offenbar ein evolutionär konserviertes Phänomen des Winterschlafes, das unabhängig von der Körpermasse und Körpertemperatur der Tiere zu sein scheint.

Der Artikel “Lipidomics Reveals Seasonal Shifts in a Large-Bodied Hibernator, the Brown Bear 16” von Sylvain Giroud, Isabelle Chery, Fabrice Bertile, Justine Bertrand-Michel, Georg Tascher, Guillemette Gauquelin-Koch, Jon M. Arnemo, Jon E. Swenson, Navinder J. Singh, Etienne Lefai, Alina L. Evans, Chantal Simon und Stéphane Blanc wurde in Frontiers in Physiology veröffentlicht.

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(Web-Redaktion, 16.5.2018)

 

Wenn Hasen Bauchweh haben

Europäischer Feldhase (Lepus europaeus) Foto ©Tatiana AdobeStock
Feldhase in einer Blumenwiese

Immer häufiger werden beim Europäischen Feldhasen Erkrankungen des Verdauungstrakts festgestellt. Der Grund sind oftmals Veränderungen der aus Mikroorganismen bestehenden Darmflora, dem sogenannten Mikrobiom. Über die Ursachen dafür war bisher wenig bekannt. Eine soeben erschienene Studie unter der Leitung von Gabrielle Stalder vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna zeigt nun erstmals, dass für die Veränderungen in der Zusammensetzung der Darmbakterien lebensraumbedingte Umweltfaktoren verantwortlich sein könnten. Die geographische Lage und damit potentiell verbundene Umweltfaktoren haben einen erheblich größeren Einfluss auf die Zusammensetzung der Mikrobiota als Wirtsfaktoren.   Aus den Studienergebnissen lassen sich neue Hypothesen ableiten, welche eine Erklärung für einige an Populationsschwankungen von Feldhasen beteiligten Faktoren geben.  Diese Forschung an der Schnittstelle von Darmgesundheit und Landnutzung in Bezug auf den Europäischen Feldhasen und potentiell anderer Arten, die von einer schnellen Änderung oder intensiven Nutzung ihres Lebensraums betroffen sind, ist wichtig für das Verständnis des Einflusses von Umweltfaktoren auf das Mikrobiom im Darm und damit auf die Gesundheit von Feldhasen. An der Studie war auch das Institut für Lebensmittelsicherheit, Lebensmitteltechnologie und öffentliches Gesundheitswesen beteiligt.

Der Artikel „Gut microbiota of the european Brown Hare (Lepus europaeus)“  18von G. L. Stalder, B. Pinior, B. Zwirzitz, I. Loncaric, D. Jakupović, S. G. Vetter, S. Smith, A. Posautz, F. Hoelzl, M. Wagner, D. Hoffmann, A. Kübber-Heiss und E. Mann wurde in Scientific Reports veröffentlicht.

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(Web-Redaktion, 25.4.2019)

 

 

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Seminar am Wilheminenberg

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Seminarprogramm 29


 

Begleitschreiben für Fallwild

Screenshot eines Formulars Zur Einreichung von Fallwild 30

Das Begleitschreiben für Fallwild können Sie hier 30 runterladen.


 

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