Springe zum Hauptinhalt

Tierschutzwissenschaften und Tierhaltung befasst sich mit dem Wohlergehen von Tieren, die von Menschen gehalten werden, hauptsächlich von Nutz- und Heimtieren. Wir zielen darauf ab, den Tierschutz zu sichern und zu verbessern, indem wir wissenschaftliche Erkenntnisse schaffen und verbreiten.


Leitung

Jean-Loup Rault
Foto: M. Bernkopf/Vetmeduni

Leitung

Univ.-Prof. Jean-Loup Rault, PhD.
T +43 1 25077-4900  
E-Mail

Borbala Foris
Foto: privat

Stellvertretung

Ass.-Prof. Dr.agr. Borbala Foris
T +43 1 25077-4915  
E-Mail

 

 


Sekretariat

Zentrum für Tier­ernährung und Tier­schutz­wissen­schaften

T +43 1 25077-3201

News aus dem Zentrum

Forschung

PsittaWel: Kompass für das Papageienwohl

PsittaWel ist ein neues Instrument zur Bewertung des Wohlergehens von Papageien in Privathaltung. Entwickelt wurde es von Forschenden der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni) und der Universität Utrecht, Niederlande. Das Tool entstand im Rahmen der Dissertation von Andrea Piseddu, unter der Betreuung von Jean-Loup Rault und Yvonne van Zeeland. Ziel ist es, Tierhalter:innen zu helfen, das Wohlbefinden ihrer Papageien fundiert einzuschätzen und besser zu verstehen.

Kopf eines grün-gelben Papageis
Foto: pixabay

PsittaWel wurde über vier Jahre hinweg gemeinsam mit einem internationalen Expertengremium erarbeitet – darunter Forschende, Tierärztinnen und Tierärzte sowie zertifizierte Verhaltensberater:innen mit Schwerpunkt Tierschutz und Papageien.

Das Instrument umfasst 75 Fragen in acht Abschnitten und deckt zentrale Aspekte des Papageienwohls ab, darunter körperliche Verfassung, Haltungsumgebung, soziale Interaktionen, Verhalten, Ernährung und tägliches Management.

Jean-Loup Rault (Zentrum für Tierernährung und Tierschutzwissenschaften/Vetmeduni) erläutert, dass betreuende Personen durch das Ausfüllen des Fragebogens beurteilen können, ob die Haltungsbedingungen für ihre Papageien angemessen sind und ob die Tiere Verhaltens- oder körperliche Anzeichen zeigen, die mit positivem Wohlergehen oder potenziellen Stresssignalen verbunden sind. „PsittaWel wurde entwickelt, um eine wissenschaftlich fundierte, praxisnahe Ressource bereitzustellen, die Betreuenden hilft, das Wohlergehen der mit ihnen lebenden Papageien zu überwachen und zu verstehen – und um das Bewusstsein für deren Bedürfnisse zu schärfen“, so Rault weiter.

Anwendung, Grenzen und ethische Einordnung

Yvonne van Zeeland (Universität Utrecht) betont, dass PsittaWel kein Ersatz für professionelle Unterstützung ist: „Das Instrument soll die Arbeit von Tierärztinnen und Tierärzten sowie zertifizierten Verhaltensberaterinnen und -beratern ergänzen, nicht ersetzen. Fachliche Begleitung bleibt für Gesundheit und Wohlergehen von Papageien unerlässlich, insbesondere bei Sorgen oder Problemen.“

Papageien gehören zu den häufigsten Heimtieren, leiden jedoch oft unter Verhaltens- und Gesundheitsproblemen, da ihre komplexen Bedürfnisse schwer zu erfüllen sind. Nach Einschätzung der Forschenden kann das Tool dazu beitragen, diese Herausforderungen sowohl für aktuelle als auch für potenzielle Betreuende besser zu erfassen.

Andrea Piseddu (Zentrum für Tierernährung und Tierschutzwissenschaften/Vetmeduni) stellt klar: „PsittaWel soll die Haltung von Papageien als Heimtiere weder fördern noch rechtfertigen. Ethische Fragen zur Gefangenschaft sind und bleiben wichtig, und weitere Forschung zum Wohl von Papageien ist unerlässlich. Solange Papageien – langlebige Arten – jedoch in häuslichen Umgebungen leben, besteht ein klarer Bedarf, ihr Wohlergehen zu beurteilen und ihre Haltungsbedingungen zu verbessern, um ihnen das bestmögliche Leben zu ermöglichen.“

Das Forscherteam hofft, dass PsittaWel auch künftige Diskussionen über evidenzbasierte Leitlinien, Mindeststandards und politische Maßnahmen zum besseren Schutz von Heim-Papageien anstoßen wird.

 

Hinweis:

PsittaWel kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Das Instrument ist derzeit auf Englisch und als interaktives PDF verfügbar. Zukünftige Entwicklungen könnten mehrsprachige Versionen sowie eine Webversion oder App umfassen, um das Tool noch zugänglicher und benutzerfreundlicher zu machen.



Rückfragekontakt:
Andrea Pissedu
Zentrum für Tier­ernährung und Tier­schutz­wissen­schaften
Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni)
Andrea.Piseddu@vetmeduni.ac.at

News aus der Unit: Umfragen & Neuigkeiten

06/2026 Umfrage zu Lebensmittelkonsum, Qualitätsvorstellungen und Einstellung zu Tieren

04/2026 Podcast - KI am Schlachthof

Zum Infoservice
Informationsmaterial zur Tierhaltung
  • Haltung von Ziegen im Laufstall
  • Behornte Kühe im Laufstall
  • Merkblatt Strohmistmatratze
  • Kuhgebundene Kälberaufzucht in der Milchproduktion    
  • Katzentransport - sicher und entspannt unterwegs
  • Entspannt in der Hundezone
  • Kinder und Hunde - Tipps zum sicheren Umgang
  • Tool zur Bewertung des Wohlergehens von Papageien
Zum Informationsmaterial über Tierhaltung

Sozialverhalten

Leiter des Fachgebietes Jean-Loup Rault

Mehr zu Sozialverhalten

Tierschutzrecht und Veterinärrecht

Regina Binder

Mehr zu Tierschutzrecht und Veterinärrecht

 


Einheiten des Zentrums

Das Zentrum für Tierernährung und Tierschutzwissenschaften ist in folgende Einheiten gegliedert: