OneHealth als Weltanschauung

Im Jahr 2004 fand der Begriff „Klimawandel“ erstmals im Wörterbuch  Erwähnung – heute vergeht kaum ein Tag, an dem man nicht mit dem Thema konfrontiert wird. Die Einflüsse und Auswirkungen sind vielfältig und betreffen Mensch, Tier und Umwelt. In diesem Zusammenhang ist ein „ONE HEALTH“- Ansatz essenziell.  Mehr dazu lesen Sie im Interview 1 mit Abteilungsleiter Univ.Prof. Dr. Chris Walzer, erschienen im Magazin Vetmed 01/2020. 

 

Warum die Bekämpfung von Pandemien einen OneHealth Ansatz erfordert

Zu diesem spannenden Thema gibt es z.B. hier 2 eine Reihe von relevanten Artikeln.

 

Die "Berlin Prinzipien"

Die "Berliner Prinzipien 3" sind das Ergebnis einer Tagung, die 2019 vom Auswärtigen Amt der Deutschen Regierung und der in den USA ansässigen Wildlife Conservation Society, in der Abteilungsleiter Dr. Chris Walzer derzeit Direktor für globale Gesundheit ist, organisiert wurde. Thema war „Ein Planet, eine Gesundheit, eine Zukunft“. Die Konferenz befasste sich mit der Frage, wie die menschliche Entwicklung und die Eingriffe in die Natur Bedrohungen für Mensch, Tier und Umwelt hervorrufen. Die Konferenzteilnehmer gaben die Berliner Grundsätze als Aufruf zum Handeln heraus.

 
DIE BERLINER PRINZIPIEN
 
Wir fordern die Staats- und Regierungschefs der Welt, Regierungen, die Zivilgesellschaft, die globalen Gesundheits- und Naturschutzgemeinschaften, Hochschulen und wissenschaftliche Institutionen, Unternehmen, FinanzleiterInnen und InvestmentinhaberInnen auf:


1) Erkennen und Ergreifen von Maßnahmen, um die wesentlichen gesundheitlichen Verbindungen zwischen Menschen, Wildtieren, domestizierten Tieren und Pflanzen sowie der gesamten Natur aufrechtzuerhalten; und die Erhaltung und den Schutz der biologischen Vielfalt zu gewährleisten, die mit intakten und funktionierenden Ökosystemen verwoben ist und die entscheidende grundlegende Infrastruktur für Leben, Gesundheit und Wohlbefinden auf unserem Planeten darstellt;

2) Maßnahmen zu ergreifen, um starke Institutionen zu entwickeln, die das Verständnis der Gesundheit von Mensch und Tier mit der Gesundheit der Umwelt verbinden und in die Umsetzung soliden wissenschaftlich fundierten Wissens in Politik und Praxis zu investieren;

3) Maßnahmen zur Bekämpfung der gegenwärtigen Klimakrise zu ergreifen, die neue ernsthafte Bedrohungen für die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt schafft und bestehende Herausforderungen verschärft;

4) anzuerkennen, dass Entscheidungen in Bezug auf Land-, Luft-, Meeres- und Süßwassernutzung sich direkt auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen, Tieren und Ökosystemen auswirken und dass Veränderungen in Ökosystemen in Verbindung mit einer verringerten Widerstandsfähigkeit zu Verschiebungen bei der Entstehung, Verschärfung und Ausbreitung übertragbarer und nicht übertragbarer Krankheiten führen; und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um diese Auswirkungen zu beseitigen oder zu mildern;

5) adaptive, ganzheitliche und zukunftsweisende Ansätze zu entwickeln zur Erkennung, Prävention, Überwachung, Kontrolle und Abschwächung neu auftretender / wiederauflebender Krankheiten, und zur Verschärfung übertragbarer und nicht übertragbarer Krankheiten, die die komplexen Zusammenhänge zwischen Arten, Ökosystemen und der menschlichen Gesellschaft einbeziehen. Dies muss unter vollständiger Berücksichtigung schädlicher wirtschaftlicher Treiber und perverser Subventionen geschehen;

6) Maßnahmen zu ergreifen, um die Perspektiven des Schutzes der biologischen Vielfalt sowie die menschliche Gesundheit und das Wohlbefinden sinnvoll zu integrieren, wenn Lösungen für Bedrohungen durch übertragbare und nicht übertragbare Krankheiten entwickelt werden;

7) Sektorübergreifende Investitionen in die globale Gesundheitsinfrastruktur für Menschen, Nutztiere, Wildtiere, Pflanzen und Ökosysteme zu erhöhen, sowie in internationale Finanzierungsmechanismen zum Schutz von Ökosystemen, entsprechend der Schwere der Entstehung / des Wiederaufkommens und der Verschärfung übertragbarer und nicht übertragbarer Krankheiten die das Leben auf unserem Planeten bedrohen;

8) die Kapazitäten für sektorübergreifende und transdisziplinäre Gesundheitsmonitoring zu verbessern und einen klaren, zeitnahen Informationsaustausch zu ermöglichen, um die Koordinierung der Reaktionen zwischen Regierungen und NRO, Gesundheit, Wissenschaft und anderen Institutionen, Industrie und anderen Interessengruppen zu verbessern;

9) partizipative, kooperative Beziehungen aufzubauen zwischen Regierungen, NRO, indigenen Völkern und lokalen Gemeinschaften bei gleichzeitiger Stärkung des öffentlichen Sektors, um den Herausforderungen der globalen Gesundheit und des Schutzes der biologischen Vielfalt zu begegnen; und

10) in die Aufklärung und Sensibilisierung von Kindern und Erwachsenen in Schulen, Gemeinden und Universitäten zu investieren um Menschen über ganzheitliche planetare Gesundheitsansätze zu informieren, wobei gleichzeitig politische Prozesse der Erkenntnis folgen müssen, dass die menschliche Gesundheit letztendlich von der Integrität der Ökosysteme und einem gesunden Planeten abhängt.

  
 

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