EuroThrax-Projekt unter Federführung der Vetmeduni Vienna

v.l.n.r.: Monika Ehling-Schulz, Maximilian Mayerhofer, BM Klaudia Tanner, Arnold Kammel. *Foto: HBF/Pusch

v.l.n.r.: Monika Ehling-Schulz, Maximilian Mayerhofer, BM Klaudia Tanner, Arnold Kammel. *Foto: HBF/Pusch 1

Das FFG Kooperationsprojekt der Vetmeduni Vienna und des Amtes für Rüstung und Wehrtechnik (ARWT) des Bundesheeres „EuroThrax: Detektion, Bioforensik und Genomik von Bacillus anthracis/hochpathogener Bacillus cereus sensu lato“, soll detailliertes Wissen über die genetische Vielfalt von Milzbrand-Erregern generieren. Monika Ehling-Schulz, Leiterin des Instituts für Mikrobiologie der Vetmeduni Vienna, obliegt die wissenschaftliche Leitung und Konsortialführung des Projektes. Das Institut für Mikrobiologie der deutschen Bundeswehr wirkt als assoziierter Partner mit. Die Vorstellung des Projektes erfolgte am 03. Mai 2021 im Bundesministerium für Landesverteidigung (BMLV).

Kommt es zu einem Milzbrand-Ausbruch, ist die Rückverfolgung der zugrundeliegenden Erreger seitens der Bundesbehörden essentiell, um im Notfall auch geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Da es sich bei Milzbrand um eine weltweit auftretende Zoonose handelt, sind Mensch und Tier gleichermaßen gefährdet. In der Vergangenheit ist dieser Erreger bereits in mehreren Fällen zu terroristischen Zwecken genutzt worden. Daher ist es wichtig, zwischen natürlichen Ausbrüchen und absichtlichen Kontaminationen unterscheiden zu können.

Zuspruch von BM Klaudia Tanner

Am 3. Mai 2021 stellten Prof. Monika Ehling-Schulz und HptmdhmtD (Hauptmann des höheren militärtechnischen Dienstes) Maximilian Mayerhofer MSc. das Projekt EuroThrax im Bundesministerium für Landesverteidigung (BMLV) vor. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und Kabinettschef Dr. Arnold Kammel informierten sich eingehend über das Vorhaben und die geplanten Schritte. Frau Bundesministerin Klaudia Tanner begrüßt die Kooperation mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien und sagte Ihre Unterstützung für das Projekt zu. Mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen der COVID-19 Pandemie unterstrich Bundesministerin Klaudia Tanner die Wichtigkeit biologischer Forschung mit Wirkziel im In- und Ausland sowie die Vernetzung der akademischen Forschung mit öffentlichen Stellen.

Einen Schwerpunkt des EuroThrax-Projektes bildet entsprechend der staaten-übergreifende Genomdatenaustausch, der die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Falle eines Milzbrandausbruchs verbessern soll - Ein bedeutender Beitrag zur Verbesserung der Bioforensik sowie des künftigen Seuchenmanagements. Der Startschuss für das EuroThrax Projekt fiel Anfang 2021.

Im Rahmen des Forschungsprojektes führt Heeres-Mikrobiologe HptmdhmtD Maximilian Mayerhofer (Amt für Rüstung und Wehrtechnik/Institut für Mikrobiologie, Vetmeduni Vienna) seine PhD-Arbeit mit dem Titel „Detection, bioforensics and genomics of Bacillus anthracis and highly pathogenic Bacillus cereus s.l.“ unter Supervision von Monika Ehling-Schulz an der Vetmeduni Vienna durch. Die Co-Supervision erfolgt durch PD RegDir. Gregor Grass, Institut für Mikrobiologie, Bundeswehr München.

Detektion, Bioforensik und Genomik von Milzbranderregern

Das Projekt EuroThrax verfolgt das Ziel, ein umfassendes und tiefgreifendes Wissen über die genetische Variabilität der Bakterienstämme B. anthracis sowie nah verwandter B. cereus sensu lato Stämme klinischen Ursprungs sowie aus historischen Milzbrand (Anthrax)-Loci zu gewinnen. Zudem sollen historische humane und tierische Gewebssammlungen analysiert werden. Die tierischen Gewebeproben von an Milzbrand erkrankten Tieren stammen aus der historischen Gewebesammlung des Instituts für Pathologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Das detaillierte Verständnis der Genotypen der Milzbranderreger und deren Wirtsanpassung in unterschiedlichen ökologischen Nischen trägt wesentlich zum „Tracing“ der Erreger bei.

Das Forschungsprojekt ermöglicht einen intensiven Erfahrungsaustausch zwischen der Veterinärmedizinischen Universität Wien als universitärer Partner und ziviler Wissenschaftseinrichtung mit dem Österreichischen Bundesheer und der deutschen Bundeswehr.
 

* Bildbeschreibung: Ministerin Klaudia Tanner und Kabinettschef Arnold Kammel informieren sich über das FFG-FORTE Projekt "EuroThrax", das die Vetmeduni Vienna unter Leitung von Monika Ehling-Schulz in Kooperation mit dem Bundesheer durchführt. HptmdhmtD Maximilian F. Mayerhofer, PhD Student an der Vetmeduni Vienna, stellt das Projekt im Bundesministerium für Landesverteidigung vor. Foto: HBF/Pusch

Weitere Informationen:

FFG-FORTE Forschungsprojekts "Detektion, Bioforensik und Genomik des Bacillus anthracis/hochpathogener B. cereus sensu lato" 2

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