Der Goffinkakadu

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Technische Intelligenz bei 'brainy birds', also klugen Vögeln, wie Papageien stellt ein äußerst interessantes Thema dar, welches bisher mehrheitlich in der Primaten-Forschung untersucht wurde.

Goffinkakadus (Cacatua goffiniana) zeichnen sich besonders durch ihre Neugierde und anspruchsvolle Objektmanipulationen aus. Ihr Objektspiel scheint intrinsisch strukturiert, wobei sie oftmals Objekte auf verschiedene Arten kombinieren.

 
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In unseren Versuchen 4​​​​​​​ zeigten sie eine Vielzahl an erstaunlichen kognitiven Leistungen bei Problemstellungen wie Objektpermanenz, Impulskontrolle, Wählen nach dem Ausschlussprinzip, sowie dem Lösen von technischen Aufgaben, welche neue sensomotorische Abläufe außerhalb ihres üblichen Bedarfes voraussetzen.

Überraschenderweise sind sie besonders versiert beim Herstellen und Anwenden von Werkzeugen, und ihre Fertigkeit ähnelt (in manchen Bereichen) anderen gewohnheitsmäßig werkzeuggebrauchenden Vögeln, wie der Geradschnabelkrähe (oder Neukaledonienkrähe). Dies ist vor allem interessant, da der Goffinkakadu nicht auf Werkzeuggebrauch angewiesen ist und dieser in der in der freien Wildbahn wahrscheinlich nicht gewohnheitsmäßig vorkommt.

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Der Goffinkakadu ist eine endemische Art, die natürlicherweise auf dem Tanimbar Archipel in Indonesien angesiedelt ist. Letzten Schätzungen zufolge beträgt die in freiheitlebende Population ca. 300.000 Individuen.

Er ist ein Nahrungsgeneralist und verfügt wahrscheinlich über eine generelle Intelligenz, wobei er auf Erfahrungen im Umgang mit verschiedenen Materialien in seiner Umwelt zurückgreifen kann.

Informationen, die beim Problemlösen angewendet werden, scheinen durch Spielverhalten und vor allem durch das Objektspiel angeeignet zu werden. Bei Bedarf können diese dann höchstwahrscheinlich von einer übergeordneten kognitiven Funktion abgerufen werden.

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Goffin Lab