Team

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Ludwig Huber  2begann seine Forschung mit Keas in 1999. Sein erstes Interesse lag beim sozialen Lernen, wobei er erkannte wie klug Keas im physischen/technischen Bereich sind, wo sie sich auf ihre außergewöhnlichen Manipulationsfähigkeiten verlassen, angetrieben durch einen riesigen Drang zur Exploration und zum Spiel mit Objekten und Artgenossen. Fast ein Jahrzehnt lang wurde diese Forschung am Konrad Lorenz Institut für Vegleichende Verhaltensfoschung durchgeführt, bevor die Vögel 2010 an die damals neue Haidlhof Forschungsstation übersiedelten. In diesen 19 Jahren wurde Ludwig von höchst motivierten und fähigen Postdoc Wissenschaftlern unterstützt, die zusätzlich zu ihrer eigenen Forschung Studenten vor Ort betreut haben und sich um das Wohl der Keas und deren Tierpfleger gekümmert haben.

 
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Raoul Schwing 4 absolvierte seinen Bachelor of Science (cum laude) am University College Roosevelt der Universität Utrecht in den Niederlanden und schloss mit einer Honours Thesis über die Lebensraumverteilung des Europäischen Hummers ab. Er kam dann nach Wien und hat im Kealabor (damals noch am KLIVV) eine Pilotstudie über die Vokalisationen von Keas in Gefangenschaft gemacht. Danach war er an einer Feldstudie der Uni Wien über die kognitiven Fähigkeiten wilder Keas in den Bergen Neuseelands beteiligt. Er setzte seine Studien als PhD-Student mit einem Vollzeit-Stipendium an der University of Auckland in Neuseeland fort und untersuchte von dort aus vier Jahre lang das vokale Kommunikatiossystem der Keas auf der Südinsel. Seine Arbeit beinhaltete auch die Untersuchung der Syrinx (Anatomielabor in Auckland) und des Hörvermögens (Haidlhof Forschungsstation) des Kea. Kurz vor Einreichung seiner PhD-These ist er als Kealabormanger am Messerli Forschungsinstitutes eingesprungen, um Dr. Gajdon während seiner Karenz zu ersetzen. Nach Dr. Gajdons Rückkehr ist er als Projektmanager für das Kealab angeheuert worden, und als solcher überschaute er die Betreuung der Keagruppe und wissenschaftliche Projekte vor Ort an der Haidlhof Forschungsstation. Im Jahr 2016 übernahm er die Leitung des Kea Lab. Seine Hauptinteressen liegen in den kognitiven Aspekten von sozialen Interaktionen. Kann ein Kea lernen vokal zu imitieren, und wie wird vokales Lernen in der Gruppe eingesetzt? Welche Funktion und/oder Effekte hat Spielverhalten in der sozialen Gruppe der Keas? Wie lernen Subjekte zu kooperieren? Zukünftige Forschung wird sich auch auf die Motivation der Kea bei Kognitionsversuchen konzentrieren.

 
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Gyula Gajdon wurde 2002 als Postdoc Forscher von der Schweizer Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich rekrutiert, wo er seinen Master (1994) über spontanes „matching-to-sample“ von Pflanzen und künstlichen Objekten bei Javaneraffen (Betreuer: Prof. Dr. H. Kummer)  und seinen PhD (2001) über die soziale Änderung der frühen Futtersuche bei Haushühnern gemacht hatte. Im Sommer 2000 zog er an der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle für Ethologie in Grünau im Almtal (Österreich) Graugänse auf und führte eine Studie über das Explorationsverhalten von frei lebenden Gänseküken durch. Als Postdoc im Kea Lab zwischen 2002 bis 2016 führte er nicht nur Experimente über soziales Lernen, Innovation, Kognitionsontogenie und Problemlösung mit Keas in Gefangenschaft durch, sondern stellte auch eine Feldstation zur Erforschung von Keas in Neuseeland auf (Mt. Cook Nationalpark). Dort verbrachte er mehrere Feldsaisons um soziales Lernen und die Verbreitung von Innovation bei wilden Keas zu untersuchen. Ihm gebührt auch große Anerkennung wegen seines Planens und Bauens der Keavoliere am Haidlhof zusammen mit Mark O’Hara und anderen.

 

 
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PhD StudentInnen

 

Melissa Sébilleau 7 (2017–): Imitation in parrots: mechanisms, function and evolution

Melissa Sébilleau hat ihren Bachelor in Life Science (Pferdewissenschaft) an der Universität Limerick (Irland) abgeschlossen. Im Rahmen dieses Studiums nahm sie auch an zwei Forschungsprojekten Teil: Eines untersuchte die Aufmerksamkeitscharakteristiken bei Pferden (Equus caballus) mit ethologischen und neurologischen Methoden (Drs. Hausberger, Henry and Cousillas; UMR 6552 – EthoS, Universität Rennes 1, Frankreich), und ein weiteres, welches Teil ihrer Bachelorthesis war, das den Einfluss von der Schmackhaftigkeit von Futterbelohnungen in der operanten Konditionierung von Pferden untersuchte (Dr. Younge; Department of Biological Sciences, Universität Limerick, Irland). Nach dem Abschluss ihres BSc in 2015, spezialisierte sie sich auf Verhaltenswissenschaften mit einem zwei-jährigen Masterstudium des Verhaltens von Tier und Mensch an der Universität Rennes 1 (Frankreich), welches ihr auch ermöglichte an zwei weiteren Forschungsprojekten teilzunehmen. Sie arbeitete zuerst an der Geräuschwahrnehmung von grossen Tümmlern (Tursiops truncatus) mit Drs. Lemasson und Hausberger (UMR6552 – EthoS, Universität Rennes 1, Frankreich) und anschliessend führte sie eine Studie über die akustische Kodierung von individuellen Charakteristiken in den Distanzkontaktrufen von Hengsten (Equus caballus), auch unter der Betreuung von Drs. Lemasson und Hausberger. Sie began ihren PhD am Messerli Forschungsinstitut im Oktober 2017, wobei sie sich der Erforschung der Vokal- und Bewegungsimitation bei Keas und Wellensittichen widmet. Dieses aktuelle Projekt, Teil des DK Programmes „Cognition and Communication“, wird betreut durch Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Huber, Univ.-Prof. Fitch (Department of Cognitive Biology, University of Vienna) and Dr. Stöger-Horwath (Department of Cognitive Biology, University of Vienna). Ziel ist die Untersuchung der Fähigkeit und Funktion von Imitation bei Keas, einer bedrohten und phylogenetisch alten Papageien Spezies, und den Vergleich dieser mit denen einer „echten" Papageienart, dem Wellensittich, um eine Einsicht in die Evolution von Imitation bei Papageien zu bekommen.

 
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Amelia Wein 9 (2016–): Imitation in Kea (Nestor notabilis)

Amelia Wein hat ihren Bachelor in Sprachwissenschaften (summa cum laude) an der Universität von Maryland absolviert. Sie arbeitete als Englischdozentin und ehrenamtlich bei der Tierrettung bevor sie einen Master in Kognitionswissenschaften an der Universität Wien begonnen hat. Amelia ist 2012 für ein Semesterprojekt zum Kealabor gekommen, und hat im Anschluss ihre Masterthesis auch dort gemacht. Im Rahmen dieser untersuchte sie, ob der Kea Objekte in Bildern erkennen kann, sowohl am Touchscreen-Computer als auch in Fotos. Zeitgleich war sie an einem Feldprojekt mit wilden Keas in Neuseeland beteiligt. Nach Abschluss ihres Masters, wurde sie als Manager für das Projekt „Vokale und Motorische Imitation bei Kea und Staren“ angeheuert, einer Zusammenarbeit mit dem Ethos Department der Universität Rennes in Frankreich. Sie arbeitet momentan an ihrem PhD über die vokale Lernfähigkeit beim Kea Papagei. Ihr Fokus liegt dabei in der ontogenetischen Entwicklung der Küken, deren Interaktionen mit dem Muttervogel, sowie den nest-spezifischen Vokalisationen der Mutter. Im Jahr 2017 hat Amelia das renommierte ÖAW Doc Stipendium bekommen um ihre Forschung über die vokalen Imitationen von Keas zu finanzieren.

 

Mark O'Hara (2011–2016): Inferential Reasoning in Birds

 

Alice Auersperg (2007–2011): Causal understanding and technical intelligence in keas

 

Dagmar Werdenich (2002–2006): Technical and social intelligence in keas, Nestor notabilis, exemplified in problem-solving and cooperation tasks

 

 

 

Master StudentInnen

David Beraha (2018): Quantity Discrimination in Kea (Nestor notabilis)

Francois Weiss (2017): Aesops Fabel bei Keas

Martin Schlumpp (2016): 2.5 D in parrots? Visual size relation and the Ponzo illusion in captive kea (Nestor notabilis)

Corinna Köck (2014): Relational Concepts and Analogical Reasoning in Keas

Dora Szabo (2014): Testing the Generativity Theory in Kea (Nestor notabilis)

Kerstin Pölzl (2013): The effect of social learning on tool discrimination in the kea parrot (Nestor notabilis)

Michael Eigster (2012): Assessing the role of experience in novel tool use tasks in kea (Nestor notabilis) 

Mark O'Hara (2011): Reversal learning in the Kea (Nestor notabilis): Comparing the touchscreen to a reality-approach

Patricia Stamm (2007): Ontogenie von Neophobie/Neophilie bei Keas

Mario Pesendorfer (2007): Individual and social learning of object affordances in kea

Melanie Lichtnegger (2006): Assessing individual sensorimotor competence in captive kea

Ira Federspiel (2006): Social and cognitive aspects of cooperation in keas (Nestor notabilis)

Sabine Rechberger (2000): Beobachtungslernen bei Keas (Nestor notabilis)

 

               

 

Kea Lab