Skip to main content

Highlights

Ein Neu-START (Projekt)

Das neue FWFSTART-Projekt von Alice Auersperg nähert sich seit Mitte 2021 der Frage des Werkzeuggebrauchs des Goffini-Kakadus von 4 Seiten: Es erforscht die Entwicklung des Verhaltens bei Jungtieren, die technischen Herausforderungen in freier Wildbahn, die Verbreitung ähnlicher Fähigkeiten unter nahen Verwandten und die Mechanismen der Wahrnehmung und Kognition beim Werkzeuggebrauch. Wir hoffen, dass wir durch die Ergebnisse dieses sechsjährigen Projekts auch etwas über die Entstehung von Werkzeugebrauch im Allgemeinen lernen können.


Wildlebende Goffinis benutzen Werkzeug-Sets 

Vor kurzem konnten wir Goffin-Kakadus in unserer Feldstation auf Tanimbar (Indonesien) bei der sorgfältigen Herstellung von drei Holz-Werkzeugen mit unterschiedlichen Funktionen (Keil, Klinge und Hebel) filmen. Diese wurden nacheinander verwendet, um Samen aus lokalen Wawai-Früchten herauszuholen. Jedes Werkzeug benötigte eine eigene, komplexe Fertigungs- und Handhabungstechnik. Wir halten dieses Ergebnis, das in Current Biology (O’Hara et al. 2021) publiziert wurde, für eine der anspruchsvollsten Beispiele für Technologie, die bisher bei Wildtieren beobachtet wurde. Video


Die Innovations-Arena: Wild- und Labortiere im Vergleich

Einfallsreichtum ermöglicht Anpassung. Goffins stammen von abgelegenen Inseln, daher ist es plausibel, dass sie sich an erhebliche Umweltveränderungen angepasst haben. Lange schon fragten wir uns, ob die enormen technischen Fähigkeiten und die Innovationsfreude, die Goffins in Gefangenschaft zeigen, ein Spiegelbild ihres natürlichen Verhaltens oder ein Ergebnis von Menschennähe sind. Im Vergleichstest in einer Innovations-Arena mit 20 technischen Aufgaben waren zwar weniger Wildvögel interessiert dafür aber ähnlich erfolgreich wie ihre Artgenossen in Österreich (Rössler et al. 2021; Scientific Reports).