Tut es Ihrem Tier weh…?

Leider gibt es nach wie vor keine Veränderung der Normalwerte des Tieres, die ausschließlich mit Schmerz assoziert werden kann. Das Tier kann uns nicht sagen "Es tut mir weh, und das genau hier."

Dennoch zeigt ein Tier einem geübten Beobachter, dass es sich nicht wohlfühlt und unter Schmerzen leidet. Wie auch beim Menschen gibt es unterschiedliche Persönlichkeiten, die durch rasse- und tierartenspezifische Unterschiede noch verstärkt werden. Ein Kaninchen wird immer weniger Schmerz zeigen, als ein Hund zum Beispiel.

Da der Aufbau des Nervensystems unserer Haustiere unserem fast ident ist, gilt als generelle Regel: Wenn mir eine Verletzung weh tut, dann tut dieselbe Verletzung meinem Haustier genauso weh.  Der Unterschied zwischen Ihrem Haustier und Ihnen liegt darin, dass es nicht versteht warum es weh tut und es nicht auf "es wird bald besser" vertröstet werden kann.

Hier bieten wir Ihnen einige Anhaltspunkte wie Sie Schmerzen bei Ihrem Tier erkennen können.

 
KörperhaltungVerhaltenVokalisation / soziale Interaktion
Hund
  • Hängender Kopf
  • Nach oben gekrümmter Rücken
  • Eingezogener Bauch
  • "Schmerzgesicht" (Stirn in Falten, hängende Ohren, verkniffener Gesichtsausdruck)
  • Schonen des schmerzhaften Gebietes
  • Lahm gehen
  • Plötzliche Aggression oder andere Veränderungen des Verhaltens
  • Plötzliches "nicht Ausführen" von Befehlen
  • Winseln, Jaulen
  • Aufschreien, Jammern bei Berührung des schmerzhaften Gebietes
  • Hund sucht Nähe des Besitzers
Katze
  • Hängender Kopf
  • Nach oben gekrümmter Rücken
  • Eingezogener Bauch
  • "Schmerzgesicht" (Stirn in Falten, hängende Ohren, verkniffener Gesichtsausdruck)
  • Vorfall des 3. Augenlides
  • Schonen des schmerzhaften Gebietes
  • Lahm gehen
  • Plötzliche Aggression oder andere Veränderungen des Verhaltens
  • Katzen ziehen sich eher zurück und verkriechen sich
  • Plötzlich Stubenunreinheit
  • Pfauchen, Knurren
  • Aufschreien, Jammern bei Berührung des schmerzhaften Gebietes
  • Katze meidet Nähe des Besitzers
Kaninchen
  • Die Veränderungen in der Körperhaltung des Kaninchen sind sehr gering, außer es handelt sich um dramatische Verletzungen wie Knochenbrüche z.B.
  • Viele Kaninchen zeigen sehr kleine Unterschiede zu Normalverhalten
  • Vermindertes Fressen
  • Weniger Sozialkontakt
  • Das Kaninchen bewegt sich weniger als normal
  • Sehr selten Aufschreien wenn schmerzhaftes Gebiet berührt wird
  • Kaninchen sucht Nähe des Besitzers
 

Beispiel Schmerzgesicht

Katze mit Kopfweh vor (Bild 1) und nach (Bild 2) der Gabe eines Schmerzmittels:

 

Bild 1: vor Gabe eines Schmerzmittels
Bild 2: 10 Minuten nach Gabe eines Schmerzmittels
 

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Abteilung für Anästhesiologie und perioperative Intensivmedizin