Nachrichtenarchiv 2018

 

Innere Uhr tickt immer: Spitzbergen-Rentiere auch im Dauerlicht der Mitternachtssonne und Dauerdunkel des Polarwinters tagesrhythmisch

Spitzbergen-Rentiere halten ihren Tagesrhythmus trotz Mitternachtssonne und Polarwinter ein. (Foto: © dieter leve / pixelio.de)
Rentierherde im Schnee 1

Alle Lebewesen verfügen über eine innere Tagesuhr mit einer Zykluslänge, die geringfügig von 24 Stunden abweicht und die mit externen „Zeitgebern“, zumeist dem täglichen Tag- /Nachtwechsel, synchronisiert wird. Ob diese innere Uhr auch in den Polarregionen funktioniert, wo im Winter monatelang Dunkelheit und im Sommer Dauerlicht herrscht, wurde bezweifelt. Ein Forschungsteam um Walter Arnold vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna untersuchte in einer Studie an freilebenden Rentieren auf Spitzbergen erstmals mit einem hochauflösenden Telemetriesystem nicht nur das Verhalten, sondern auch die Physiologie der Tiere. Sie fanden heraus, dass – entgegen früherer Befunde - die circadiane Rhythmik das ganze Jahr über bestehen bleibt.

Der Artikel “Circadian rhythmicity persists through the Polar night and midnight sun in Svalbard reindeer 2” von Walter Arnold, Thomas Ruf, Leif Egil Loe, R. Justin Irvine, Erik Ropstad, Vebjørn Veiberg und Steve D. Albon wurde in Scientific Reports veröffentlicht.

(Web-Redaktion, 16.11.2018)

 

FIWI bietet demnächst Ausbildung für neues ÖTK-Diplom in "Farmwildmedizin" an

Rotwild im Gatter (Foto C. Beiglböck/Vetmeduni Vienna)
Zwei männliche Rothirsche im Gatter 3

Tierärztinnen und Tierärzte vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna haben gemeinsam mit der Tierärztekammer und Dr. Karl Bauer vom Steiermärkischen Tiergesundheitsdienst eine Tierärzte-Fortbildung auf die Beine gestellt.  Die neue Ausbildung wurde von Dr. Johanna Painer, Dr. Gabrielle Stalder und Dr. Christoph Beiglböck entwickelt und wird demnächst als zusätzliches Diplom von der Tierärztekammer "honoriert" werden. 

Die Farmwildhaltung entwickelt sich in Österreich positiv, sie wird als alternative Nutzung von Grünland-Restflächen meistens in biologischer Produktionsweise mit Direktvermarktung durchgeführt. Die landwirtschaftliche Gehegehaltung von Wildtieren ist heute eine spezielle anerkannte Nutzungsrichtung, die auch an die betreuenden Tierärztinnen und Tierärzte hohe Ansprüche stellt. Für das Erreichen des Diploms ist die Absolvierung von fünf Modulen innerhalb von zwei Jahren notwendig. Es sollte für die TierärztInnen einen zertifizierten Kompetenzzuwachs ermöglichen.

Kursstart wird im Frühjahr 2019 sein.  Genaue Details werden zeitgerecht auf der Website der Tierärztekammer veröffentlicht.

Mehr Info zu ÖTK Diplomen 4

ÖTK Diplom Farmwildmedizin 5

(Web-Redaktion, 14.11.2018)

 

Alternde Siebenschläfer verkürzen Winterschlaf für mehr Reproduktion

Im Alter verkürzt der Fortpflanzungsdrang den Winterschlaf des Siebenschläfers. (©Jessica Cornils/Vetmeduni Vienna)
Siebenschläfer mit Jungen in der Nestbox 6

Siebenschläfer genießen ein für ihre Größe extrem langes Leben dank des Winterschlafs und sind in dieser „Disziplin“ mit maximal elf und zumindest sechs Monaten auch Rekordhalter in diesem Zustand. Wodurch die unterschiedliche Dauer verursacht wird, abgesehen von den bestimmten Umweltbedingungen, war bisher unklar. Studienleiterin Claudia  Bieber und andere Forschende vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna spekulierten, dass ältere Tiere eigentlich den Winterschlaf für einen Fortpflanzungsvorteil verkürzen sollten. Sie bestätigten diese Theorie nun durch eine in Scientific Reports veröffentlichte Datenanalyse einer in großen Außengehegen gehaltenen Siebenschläferpopulation. Die kürzeren Winterschlafintervalle alternder Weibchen und Männchen waren der zunehmenden Reproduktion geschuldet. Außerdem zögern sie das „Schlafengehen“ hinaus und wachen mit zunehmendem Alter immer früher auf.

Der Artikel „Effects of aging on timing of hibernation and reproduction 7“ von Claudia Bieber, Christopher Turbill und Thomas Ruf wurde in Scientific Reports veröffentlicht.

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(Web-Redaktion, 31.10.2018)

 

Endemische, virale Erkrankungen in der Nutztierhaltung als Bedrohung für Wildtiere

Die virale Tierseuche Pestis des Petite Ruminants (PPR) stellt auch für die Wildpopulationen von Ziegenartigen, wie den mongolischen Saigas, eine große Bedrohung dar. (Foto ©Munkhduuren/ Mongolian State Central Veterinary Laboratory)
Foto einer toten Saiga Antilope in der Steppe 9

Pestis des Petits Ruminants (PPR) ist eine im westlichen Raum kaum bekannte, virale und häufig tödlich endende Krankheit kleiner Huftiere, wie Ziegen. Neben ökonomischen Verlusten stellt sie im asiatischen und afrikanischen Raum auch eine Bedrohung für die Wildtierpopulation dar. WildtierbiologInnen des Royal Veterinary College, der Wildlife Conservation Society (WCS), der Food and Agricultural Organization der Vereinten Nationen (FAO) sowie der Vetmeduni Vienna haben nun in einem Scientific Letter im renommierten Fachjournal Science explizit diese Bedrohung am Beispiel der mongolischen Saigas, einer ursprünglichen Antilopenart, zum Thema gemacht. 

Das Massensterben ist laut den Forschenden, zu denen auch Chris Walzer von der Abteilung für Conservation Medicine des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna zählt, mit dem voranschreitenden Klimawandel, dem Überschwappen von Pathogenen sowie der Ressourcenverringerung durch die Landwirtschaft verbunden. Damit das Verständnis für die Ausbreitung der Erkrankung verstärkt wird wird von Science for Nature und People Partnership SNAPP Steppe Health eine ExpertInnengruppe aus TiermedizinerInnen und WildtierbiologInnen zusammengestellt, die die Auswirkungen von Erkrankungen wie PPR auf Wildtiere in Regionen untersuchen sollen, in denen Wild- neben landwirtschaftlichen Populationen leben.

Der Scientific Letter PPR virus threatens wildlife conservation 10 von Xavier Fernandez Aguilar, Amanda E. Fine, Mathieu Pruvot, Felix Njeumi, Christian Walzer, Richard Kock und Enkhtuvshin Shiilegdamba wurde in der renommierten Fachzeitschrift Science veröffentlicht.

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(Web-Redaktion, 25.10.2018)

 

Neues FWF Projekt: Plastizität der Ontogenese von Energiesparmechanismen bei heterothermen Säugetieren

Ein grundlegendes Rätsel bei der Regulation der phänotypischen Flexibilität besteht darin, ob der Phänotyp der Nachkommen von den Eltern optimiert werden kann, um die Chancen der Nachkommen bei zukünftiger Nahrungsmittel- knappheit zu verbessern. (Photo JC Tramasure, Wikimedia Commons)
Gartenschläfer auf einem Baumblatt 12

Im Zusammenhang mit dem globalen Wandel und der zunehmenden Häufigkeit unvorhersehbarer Klimaereignisse wächst das Interesse daran, wie gut physiologische Flexibilität Organismen vor Umweltgefahren schützen kann. Eine wichtige metabolische Einschränkung durch Umweltschwankungen ist Nahrungsmangel. Heterothermie (Torpor und Winterschlaf) ermöglicht Energieeinsparungen als Reaktion auf reduzierte Nahrungsverfügbarkeit. Die Flexibilität der Heterothermie wurde jedoch fast ausschließlich bei erwachsenen Tieren untersucht. Wie beeinflussen Bedingungen der heterothermischen Expression bei Jugendlichen während ihrer Entwicklung die Effizienz von Torpor? Sind Individuen, die unter harten Bedingungen geboren wurden, besser darauf vorbereitet, Torpor im späteren Leben zu benutzen? Gibt es eine multigenerationale epigenetische Übertragung der Heterothermie?

Im Rahmen eines kürzlich bewilligten FWF-Projekts wird ein Team um Dr. Sylvain Giroud 13 die Entwicklungssequenzen von Torpor währen der frühen Lebensphase in einem Winterschläfer untersuchen, dem Gartenschläfer (Eliomys quercinus, Nagetiere), der sowohl Winterschlaf als auch tägliche oder langanhaltende Torpor-Episoden vor dem Winter einlegt.  Dabei wird vor allem ein Augenmerk auf die Konsequenzen für die adulte Phase und auf zukünftige Generationen gelegt.

Mehr Information zum österreichischen Wissenschaftsfonds FWF 14.

(Web-Redaktion, 16.7.2018)

 

Staupe bei Wildtieren in NÖ

Rotfuchs (Foto rtaylorimages/Adobe Stockphoto)
Portraitfoto eines Rotfuchses

In den letzten Wochen wurden vermehrt Füchse ans FIWI gebracht. Die Tiere zeigten laut Überbringer überwiegend Verhaltensauffälligkeiten und Schwäche. Die mit freiem Auge (makroskopisch) eher unauffälligen Tiere wurden in weiterer Folge mittels molekularer Untersuchungsmethoden (PCR) auf Staupe getestet. In einem ersten Durchgang waren hierbei 16 von 19 untersuchten Tieren positiv.

Dies zeigt eine Intensivierung des seit einigen Jahren beobachteten „Staupezuges“, der bisher vermehrt Dachse betraf. Die hohe Fuchsdichte spielt auch bei diesem Verlauf sicher mit eine Rolle.

Um die weitere Ausbreitung und den Verlauf der Staupe weiterhin beobachten zu können, bitten wir weiterhin um Einsendung von toten Füchsen.

Die Impfung von Hunden ist dringend angeraten!

Für Fragen steht das Team unserer Pathologie 15 gerne zur Verfügung.

(Web-Redaktion, 27.4.2018)

 

Jagdhunde könnten versteckte Überträger der Infektionskrankheit Tularämie sein

Jagdhunde infizieren sich häufiger mit Tularämie-Erregern als gedacht. (Foto: Elli Winter/ moorhunde.de)
Jagdhund läuft mit einem Fasan im Maul 16

Tularämie, die auch als „Hasenpest“ bezeichnet wird, ist eine für Wildtiere, wie Hasen, Wildkaninchen oder Nagetiere, zumeist tödlich verlaufende Krankheit. Als Zoonose stellt sie jedoch auch für den Menschen ein hohes Gesundheitsrisiko dar.  Obwohl der Kontakt mit kontaminiertem Blut oder Fleisch JägerInnen zur Hochrisikogruppe macht, ist kaum untersucht, wie regelmäßig sich Jagdhunde anstecken. Vor allem bei Jagdhunden, die ähnlich wie Jägerinnen und Jäger, direkt mit infizierten Wildtieren, etwa beim Apportieren, in Kontakt kommen, ist die Frage berechtigt, wie regelmäßig sich gerade diese Vierbeiner mit den Erregern anstecken.

Ein Team von Forschenden um Annika Posautz vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna hat nun mit einer an österreichischen Hunden durchgeführten Blutuntersuchung und einer positiven Quote von sieben Prozent eine relevante Häufigkeit von Infektionen bestätigt. Damit könnte sich auch die Diskussion verstärken, ob sich hinter den meist symptomlosen Tieren ein zusätzliches Ansteckungsrisiko für den Menschen verbirgt. Diese Frage muss aber erst durch weitere Studien analysiert werden.

Der Artikel „Seroprevalence of Francisella tularensis in Austrian Hunting Dogs 17“ von Annika Posautz, Miklós Gyuranecz, Béla Dénes, Felix Knauer, Helmut Dier und Christian Walzer wurde in Vector-Borne and Zoonotic Diseases veröffentlicht.

Mehr Info 18

(Web-Redaktion, 19.1.2018)

 

Eulenjahr 2018: Habichtskauz-Cam wieder online

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Seit 24. März brütet Ida im Nistkasten. Der Schlupf der Jungen wird Ende April erwartet. Emil, der Eulenvater, versorgt Ida mit Nahrung. (Screenshot der Webcam, 25.4.2018)
Screenshot von der Webcam mit Habichtskauz 20

Das Eulenjahr 2018 wird vermutlich nicht als erfolgreichstes Jahr in die Annalen eingehen. Es ist davon auszugehen, dass die magere Buchenmast des letzten Jahres für Nahrungsknappheit unter den Großeulen gesorgt hat, was den Brutbeginn vermutlich deutlich verzögert und erschwert hat.  Einige wenige Habichtskauzpaare haben mit der Brut begonnen. Mit Prognosen zum Ausgang dieser Bruten sind wir derzeit noch vorsichtig, hoffen aber natürlich auf das Beste.

Im gesamten Projektgebiet werden derzeit über 430 Nistkästen kontrolliert. Heuer können wir auf die Unterstützung von über 70 ehrenamtlichen Helfenden zählen.Wir sagen danke!

Wir freuen uns, Ihnen auch heuer wieder über eine Webcam den Blick ins Eulennest 21 ermöglichen zu können! Dieses Jahr sind wir zu Gast bei Ida und Emil. Ida bebrütet seit Mitte März ein Gelege.

Mehr zum Projekt Habichtskauz 22

 

(Web-Redaktion, 25.4.2018)

 

Internationaler Luchs-Tag am 11.6.

Logo Internationaler Luchstag 2018 23

2018 wird der erste internationale Luchstag gefeiert. Verschiedene Aktivitäten von Projektpartnern des Europäischen 3Lynx Projekts 24 und darüber hinaus werden am 11. Juni im Herzen Europas stattfinden.  Die Abteilung Conservation Medicine des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie nimmt am Luchsmonitoring in diesem Projekt teil.   Mit diesem Tag möchten die Projektpartner das Bewusstsein für eine faszinierende Spezies erhöhen, die in unseren Wäldern lebt, aber sehr selten gesehen wird. Jeder ist eingeladen, an den verschiedenen Aktivitäten teilzunehmen und eigene zu organisieren.
Konservierung durch Engagement

Auf einer Karte können Sie nachsehen, welche Aktivitäten an diesem Tag in Ihrer Nähe stattfinden.

Mehr Info 23

(Web-Redaktion, 25.5.2018)

 

„Winterschläfer-Nachzügler“ wachsen schneller, vertrauen auf Powernapping und haben mehr Sex

Spätgeborene Winterschläfer, wie der Gartenschläfer führen ein Leben auf der Überholspur. (Foto: Sylvain Giroud)
Junger Gartenschläfer in einer Nestbox 25

Junge Winterschläfer müssen viel Energie in das Wachstum und den Fettaufbau vor dem ersten Winter investieren. Nachzügler könnten dabei einen zeitlichen Nachteil haben. Das kompensieren sie aber, indem sie schneller wachsen und häufiger ein Powernapping einlegen. Das zeigte nun eine Studie von Britta Mahlert und anderen Forschenden vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna an Gartenschläfern. Sie pflanzen sich außerdem häufiger fort als früher geborene Tiere. Der Preis könnte allerdings eine geringere Lebenserwartung sein. Die Studie verbessert das Verständnis wie jahreszeitlich geprägte Tiere von Geburt an auf Umweltbedingungen reagieren und wie sich das auf das Erwachsenenalter und womöglich zukünftige Generationen auswirkt.

Der Artikel "Implications of being born late in the active season for growth, fattening, torpor use, winter survival and fecundity 26" wurde in eLife Science veröffentlicht.

Mehr Info 27

(Web-Redaktion, 2.3.2018)

 

ANKÜNDIGUNG: Dr. Claudia Bieber beim Interdisziplinären Talk im Krinzinger Lesehaus

Foto der Einladung zum interdisziplinären talk am 24.6.2018 28

Am Sonntag, 24. Juni 2018, 11 Uhr findet im Lesehaus Untermarkersdorf, veranstaltet von der Galerie Krinzinger 29, ein interdisziplinäres Podium 30 mit dem Schriftsteller Lukas Bärfuss, dem Künstler Michael Günzburger und der Biologin Dr. Claudia Bieber vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna statt.

Lukas Bärfuss ist Autor und Übersetzer von Romanen, Stücken und Essays und hat zahlreiche literarische Auszeichnungen erhalten. Tiere spielen in seinem Werk eine zentrale Rolle.  Sie fragen nach unserer Sehnsucht, nach der Furcht und der Hoffnung auf die Berührung, auf den "Contact" mit den Tieren.

Michael Günzburger beschäftigt sich mit Zeichnung, Druckgrafik und Installation.  Er  hat ein Verfahren entwickelt, um den Abdruck eines Tieres lithografisch präzise festzuhalten. Jedes einzelne Haar wird sichtbar - die Tiere erscheinen in einer nie gesehenen Unmittelbarkeit. Das gemeinsame Projekt "Contact 31" ist in Buchform im Verlag Edition Patrick Frey, 2018, erschienen.

Claudia Bieber ist Wildtierbiologin und forscht und unterrichtet am Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien. 

Die Interaktion zwischen Wissenschaft und Kunst verspricht spannend zu werden.

 

(Web-Redaktion, 08.06.2018)

 

ANKÜNDIGUNG: FIWI an den Biofeldtagen in Donnerskirchen, 15.-16. Juni 2018

Logo der Biofeldtage 2018 32

Von 15. bis 16. Juni 2018 finden am Bio-Landgut Esterhazy in Donnerskirchen, Burgenland, die ersten österreichischen Biofeldtage 2018 mit rund 150 Ausstellern und über 50 Vortragenden statt. Naturschutz-Experten führen Exkursionen, Forscher geben wissenschaftliche Poster-Präsentationen, Köche und Kräuterexperten zeigen nachhaltiges und gesundes Kochen in der Schauküche.

Einige Wildtierexperten vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie, Vetmeduni Vienna, werden mit Information zu aktuellen Projekten anwesend sein. Angeboten werden u.a. eine Exkursion zum Thema Niederwild (und andere Kleintiere) und neue Forschungsergebnisse zu Populationsdynamik und Klimaeffekten beim Wildschwein. 

Die Veranstaltung wird vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, dem Land Burgenland und vielen Sponsoren unterstützt.

Veranstaltungsort

Bio-Landgut Esterhazy, Seehof 1, 7082 Donnerskirche

Das genaue Programm können Sie auf der Website des Veranstalters einsehen. 

Mehr Info 33

(Web-Redaktion, 29.5.2018)

 

Lange Nacht der Forschung: Citizen Science Marktplatz im Naturhistorischen Museum

Logo Lange Nacht der Forschung 2018 34

„Mitdenken – Mitreden – Mitforschen: Mach mit bei wissenschaftlichen Projekten!" Spannende Forschungsprojekte mit Bürger/innenbeteiligung luden alle Interessierten ein, als Citizen Scientists die vielfältige Forschungslandschaft mitzugestalten.  Der Citizen Science Marktplatz bot an 13 Stationen zum Mitmachen die Möglichkeit, mehr über Forschungsprojekte namhafter Institutionen zu erfahren, bei denen Besucherinnen und Besucher als Citizen Scientists aktiv werden können.

Auch die Teams "Habichtskauz 22" und "StadtWildTiere 35" vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie waren wieder vertreten.  Zahlreiche Besucher nahmen das Angebot wahr.

Mehr Info 36

(Web-Redaktion, 5.4.2018)

 

Neue Strategien zur Behandlung chronischer Nierenleiden kommen aus der Tierwelt

In der Biomimetik versucht man Vorgänge in der Natur, etwa warum Bären nicht an chronischer Nierenkrankheit erkranken, zu entschlüsseln und für die Medizin nutzbar zu machen. (Foto: Georg Rauer)
Foto eines Braunbären im Wasser 37

Bewährte Strategien der Natur nachzuahmen und damit Lösungen für menschliche Herausforderungen zu suchen, macht Biomimetik zu einem innovativen Ansatz. Auch die medizinische Forschung kann davon profitieren, wie internationale ExpertInnen verschiedener Fachbereiche gemeinsam mit einer Wildtierärztin und Wildtierbiologen vom Department für Integrative Biologie und Evolution der Vetmeduni Vienna nun für die chronische Nierenkrankheit aufzeigen. Dafür wollen sie zukünftig Mechanismen untersuchen, die bei bestimmten Tierarten Muskeln, Organe und Knochen in  Extremsituationen, zum Beispiel während des Winterschlafs, schützen.

Der Artikel “Novel treatment strategies for chronic kidney disease: insights from the animal kingdom 38” von Peter Stenvinkel, Johanna Painer, Makoto Kuro-o, Miguel Lanaspa, Walter Arnold, Thomas Ruf, Paul G. Shiels und Richard J. Johnson wurde in Nature Reviews veröffentlicht.

Mehr Info 39

(Web-Redaktion, 19.2.2018)

 

Wenn Gänse die Heizung "zurückdrehen": Vögel optimieren Energieverbrauch mit Körpertemperatur und Herzschlagrate

Graugänse passen Körpertemperatur und Herzschlagrate an das jahreszeitliche Klima an und optimieren dadurch ihren Energieverbrauch. (Foto: Konrad Lorenz Forschungsstelle/Uni Wien)
Graugans Familie mit Jungen im Teich 40

Freilebende Graugänse passen ihre Körpertemperatur und Herzschlagrate an die jahreszeitlichen Erfordernisse an und optimieren so ihre Energiebilanz. Diese Forschungsergebnisse publizierte Walter Arnold vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna gemeinsam mit Claudia Wascher und Kurt Kotrschal von der Konrad Lorenz Forschungsstelle der Universität Wien aktuell in Scientific Reports. Im Winter "sparen" die Tiere ihre Energiereserven, um diese dann vor allem in die Fortpflanzung zu "investieren".

Der Artikel "Free-living greylag geese adjust their heart rates and body core temperatures to season and reproductive context 41" von Claudia Wascher, Kurt Kotrschal und Walter Arnold wurde in Scientific Reports veröffentlicht.

Mehr Info 42

(Web-Redaktion, 1.2.2018)

 

Säugetiere legen in der Kulturlandschaft kürzere Strecken zurück

Bei der Studie flossen die Daten verschiedener Säugetierarten ein. Unter anderem wurden auch die Daten der Forschung an der FIWI Abteilung Conservation Medicine über die Bewegungen von Wildeseln in der mongolischen Steppe erfasst. (Foto P. Kaczensky)
Galoppierende Wildeselherde in der Steppe 43

Im Durchschnitt gehen Säugetiere in stark vom Menschen veränderten Landschaften zwei- bis dreimal kürzere Strecken als in naturnahen, oder Wildnisgebieten. Diese Ergebnisse wurden heute von einem internationalen Team unter Mitwirkung von Petra Kaczensky vom Forschungsinstitu für Wildtierkunde und Ökologie (Abteilung Conservation Medicine) der Vetmeduni Vienna und Leitung des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum und der Goethe-Universität Frankfurt, in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht. Es ist das erste Mal, dass dieses Thema auf globaler Ebene und für viele verschiedene Arten gleichzeitig untersucht wurde. Die AutorInnen betonen, dass diese Ergebnisse weitreichende Folgen für Ökosysteme und damit auch für die Gesellschaft haben können.

Die meisten Säugetiere sind täglich unterwegs, auf Nahrungssuche, um einen Partner zu finden oder auf der Suche nach einem Unterschlupf. Einige größere Säugetiere, wie z.B. Zebras, wandern in der Regel über längere Distanzen, während kleinere Säugetiere, wie Hasen, in der Regel kürzere Strecken zurücklegen. Das interdisziplinäre Forschungsteam hat nun gezeigt, dass das Ausmaß dieser Wanderbewegungen in vom Menschen veränderten Landschaften stark reduziert ist. In intensiv vom Menschen genutzten Gebieten legen Säugetiere nur halb bis ein Drittel der Entfernungen zurück die sie in naturbelassenen Gebieten bewältigen.

Der Artikel  ”Moving in the Anthropocene: Global reductions in terrestrial mammalian movements 44”  von Marlee A. Tucker et al. wurde am 25.1.2018  in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht.

Mehr Info 45

(Web-Redaktion, 26.1.2018)

  
 

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