Als Autodidakt zum anerkannten Verhaltensforscher - 100 Jahre Otto Koenig

V.l.n.r.: Institutsleiter Walter Arnold, Rektorin Sonja Hammerschmid, Leiter der Hochschulsektion des BMWFW Elmar Pichl und Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Eva Weißmann. (Foto: Ernst Hammerschmid / Vetmeduni Vienna)

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Am Wiener Wilhelminenberg wird heute der 100. Geburtstag von Otto Koenig gefeiert. Der Naturforscher und –schützer begründete nach dem 2. Weltkrieg mit seiner Frau Lilli die „Biologische Station Wilhelminenberg“, das heutige Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Vetmeduni Vienna. Die Universität würdigt das Lebenswerk Otto und Lilli Koenigs im Rahmen eines Festaktes und mit der Enthüllung einer Otto und Lilli Koenig-Gedenktafel.

Zur Feier anlässlich des 100. Geburtstages von Otto Koenig sprachen heute am Department für Integrative Biologie und Evolution die Rektorin der Vetmeduni Vienna, Sonja Hammerschmid, Elmar Pichl, Leiter der Hochschulsektion im Wissenschaftsministerium, Eva Weißmann, stellvertretende Bezirksvorsteherin von Ottakring, Gottfried Brem, als Vertreter der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und Walter Arnold, Institutsvorstand am Wilhelminenberg. Im Rahmen der Feier wurde eine Gedenktafel zu Ehren von Otto und Lilli Koenig enthüllt. Eine Führung durch das Departmentsgelände gab den Gästen Einblicke in ein geschichtsträchtiges Forschungsgebiet und die aktuellen Projekte.

 

Bereits in jungen Jahren begann Otto Koenig seine Karriere als Tierfotograf und entwickelte dabei ein tiefes Interesse am Verhalten der Tiere. Als wortgewaltiger Autodidakt ohne akademische Ausbildung erlangte Otto Koenig Anerkennung in der Fachwelt und bei einem breiten Publikum. Lilli Koenig, die überaus talentierte Tierbeobachterin und -halterin, war selbst als Buchautorin und Illustratorin tätig und erlangte auch als Verhaltensforscherin internationale Bekanntheit.

Otto und Lilli Koenig verwirklichten einen Traum

Unter dem Motto „Wachsende Seele“ gründeten die Koenigs im Jahr 1945 die „Biologische Station Wilhelminenberg“ im 16. Wiener Gemeindebezirk. Das Motto der Forschungseinrichtung kennzeichnete den evolutionsbiologischen Ansatz, den Otto und Lilli König verfolgten. Dieser Ansatz orientierte sich an der von Konrad Lorenz vertretenen Auffassung, dass Verhalten ebenso wie körperliche Eigenschaften das Ergebnis eines evolutiven Prozesses sei. Das Studium der Tiere könne deshalb auch zum Verständnis menschlichen Verhaltens beitragen.

Für ihre Forschung hielten Otto und Lilli Koenig zahlreiche Tiere in Volieren, Aquarien und Gehegen auf dem großzügigen Institutsgelände. Dieser Ansatz der wissenschaftlichen Untersuchung von Wildtieren in menschlicher Obhut, zusammen mit deren Studium im natürlichen Lebensraum, wird bis heute am Wilhelminenberg fortgesetzt.

Otto Koenig als Publikumsliebling

Stets mit Bart und in Khakifarben gekleidet war Otto Koenig mit seinen Tiersendungen, zuletzt „Rendezvous mit Tier und Mensch“, ein Markenzeichen des ORF. Von 1956 bis ins Jahr 1992 wurde seine Sendung ausgestrahlt, die bis heute die am längsten gleichgebliebene Serie im deutschsprachigen Raum ist. Mit der volksbildnerischen Wirkung seiner Sendungen war Otto Koenig ein Pionier, der die Verhaltensforschung einer breiten Öffentlichkeit näher brachte.

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