Magengeschwür beim Rind – Bakterien spielen untergeordnete Rolle

Labmagengeschwüre schwächen die Tiere und verursachen Schmerzen. Hier ein Kalb mit durchgebrochenem Labmagengeschwür. (Foto: Alexandra Hund/Universitätsklinik für Wiederkäuer/Vetmeduni Vienna)

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Verdautes Blut färbt den Kot erkrankter Tiere schwarz. (Foto: Alexandra Hund/Universitätsklinik für Wiederkäuer/Vetmeduni Vienna)

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Labmagengeschwüre führen häufig zum Durchbruch der magenwand. Hier zwei Löcher im Labmagen eines Rindes. (Foto: Alexandra Hund/Universitätsklinik für Wiederkäuer/Vetmeduni Vienna)

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Auch bei Rindern gibt es Magenentzündungen, die zu Geschwüren führen können. Ob die Geschwüre beim Rind ebenso wie mein Mensch mit bestimmten Bakterien in Zusammenhang stehen, haben Alexandra Hund von der Universitätsklinik für Wiederkäuermedizuin und Stephan Schmitz-Esser vom Institut für Michhygiene untersucht. Die Bakterienvielfalt in gesunden und kranken Mägen unterscheidet sich kaum. Bakterien dürften also bei der Entstehung der Labmagengeschwüre nur eine untergeordnete Rolle spielen. Die große Bakterienvielfalt der Rinderlabmägen wurde nun erstmals im Journal Veterinary Microbiology veröffentlicht.

Gastritis und Magengeschwüre beim Menschen werden häufig vom Bakterium Helicobacter pylori verursacht. Aber auch andere Faktoren wie beispielsweise Stress und Ernährung beeinflussen die Gesundheit des Magens. Bei Rindern spielt ebenso der Stress, die Ernährung aber auch Haltungsformen und das Wetter eine wichtige Rolle. Ob Bakterien auch zu den Mitverursachern des Labmagengeschwürs zählen, hat die Tierärztin Alexandra Hund von der Universitätsklinik für Wiederkäuer gemeinsam mit dem Mikrobiologen Stephan Schmitz-Esser vom Institut für Milchhygiene untersucht.

„Der Labmagen der Rinder ist der letzte von vier hintereinander liegenden Rindermägen. Die drei Vormägen, Pansen, Netzmagen und Blättermagen dienen der Vorverdauung. Der Labmagen ist der eigentliche Magen und ähnelt in seinem Aufbau und seiner Funktion dem Magen des Menschen. In ihm können für das Tier schmerzhafte Entzündungen und Geschwüre entstehen, die die Tiere schwächen, zu Magendurchbrüchen und sogar zum Tode führen können“, erklärt die Erstautorin Alexandra Hund.

Mikrobiom kranker und gesunder Mägen fast gleich

Magenproben von geschlachteten Rindern dienten dem Mikrobiologen Schmitz-Esser als Untersuchungsmaterial. Dabei stammte etwa die Hälfte der Proben von gesunden Rindern, die andere Hälfte kam von Rindern mit geringgradigen Labmagengeschwüren. „Schwer erkrankte Tiere werden nicht mehr zur Schlachtung zugelassen“, erklärt Alexandra Hund.

Die Bakterien-DNA aus den Magenproben wurde isoliert und sequenziert. Über die verschiedenen DNA-Sequenzen konnten die Bakterien bestimmt werden. „Am häufigsten kamen Helicobacter, Acetobacter, Lactobacillus und neuartige Mycoplasma-Stämme vor. Der im Menschen häufig gefundene Helicobacter pylori war nicht dabei. Da wir nahezu die gleiche Bakterienzusammensetzung in gesunden und in kranken Tieren gefunden haben, liegt es nahe, dass Bakterien nur eine geringe Rolle bei der Entstehung der Labmagengeschwüre spielen“, so Schmitz-Esser. „Allerdings möchten wir das in zukünftigen Studien noch bestätigen.“

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