Hoffnung für Hunde: Das „Projekt Chermon“

Ziel des „Projekt Chermon“ ist eine Weiterentwicklung der Behandlungsmethoden. Foto © Privat

Ziel des „Projekt Chermon“ ist eine Weiterentwicklung der Behandlungsmethoden. Foto © Privat 1

Aus VETMED 02/2019: Als ihr Hund Chermon an Lymphdrüsenkrebs erkrankte, beschloss die Humanmedizinerin Petra Meluzinová, die Dänische Dogge in der Onkologieambulanz der Vetmeduni Vienna behandeln zu lassen. Mit dem „Projekt Chermon“ möchte sie die Erforschung dieser Krebserkrankung vorantreiben und anderen HundebesitzerInnen Mut machen.

Fast die Hälfte aller Hunde über zehn Jahre erkrankt an Krebs. Eine der häufigsten Tumorerkrankungen ist Lymphdrüsenkrebs (Kanines Lymphom), der sich im ganzen Körper des Hundes ausbreiten kann. Das kanine Lymphom befällt nicht nur das Lymphgewebe, sondern auch das Knochenmark oder Organe wie Leber oder Milz. Beim Hund gibt es mehr als 40 unterschiedliche Arten des Lymphoms.

VETMED: Sie waren die erste Spenderin, die das Forschungsprojekt zum kaninen Lymphom unterstützt hat. Sie nehmen damit eine Vorbildfunktion für andere TierhalterInnen ein. Warum ist Ihnen die Lymphomforschung ein so großes Anliegen?

Petra Meluzinová: Unser geliebter Hund Chermon Silva Tarok, eine Dänische Dogge, erkrankte 2017 an einem Lymphom. Wir entschieden uns, Chermon an der Vetmeduni Vienna behandeln zu lassen, was ihm einige Monate mit guter Lebensqualität ermöglichte, bevor er starb. Die Behandlung des Lymphoms ist beim Menschen inzwischen auf einem hohen medizinischen Niveau. Obwohl eine Remission dieser Krankheit bei den meisten Patienten erreicht werden kann, gilt dies leider nicht für Tiere. Bei Hunden ist der genaue Behandlungszyklus für die unterschiedlichen Lymphomvarianten noch nicht bekannt. Dadurch ist die Therapie nur bedingt erfolgreich und die Überlebenszeit leider sehr kurz. Wir haben uns entschlossen, das „Projekt Chermon“ zur Unterstützung der Erforschung des Lymhoms bei Hunden zu gründen, da wir der Ansicht sind, dass wir so diese Krankheit in Zukunft besser bekämpfen und den Patienten Hoffnung auf ein längeres und besseres Leben geben können.

VETMED: Sie leben in Auscha, Leitmeritz in Tschechien. Warum haben Sie Ihren Hund Chermon an der Vetmeduni Vienna behandeln lassen?

Meluzinová: Die Erfahrungswerte mit der Diagnose und Behandlung dieser Erkrankung stecken in Tschechien erst in den Kinderschuhen. Dadurch wurde das Lymphom bei Chermon leider spät und in einem fortgeschrittenen Stadium der Krankheit diagnostiziert. Chermon war unser Ein und Alles und eine exakte onkologische Therapie war unsere einzige Chance, ihn vor dem frühen Tod zu bewahren. Wir wollten die beste Pflege für ihn, die uns nur die Vetmeduni Vienna bieten konnte, welche weltweit führend in der Behandlung dieser Krebsart ist.

VETMED: Klinische Forschung ist mit hohen Kosten verbunden. Wie ermutigen Sie andere, für die veterinärmedizinische Forschung zu spenden?

Meluzinová: Chermon war unser geliebter Freund, dessen Wert durch nichts ersetzt werden kann. Jeder Hundezüchter, der sein Herz am richtigen Fleck hat, würde mir zustimmen. Wir bereuen keinen Cent, den wir für Chermons Behandlung und die Unterstützung der Forschung an der Vetmeduni Vienna ausgegeben haben, denn Geld macht das Leben zwar besser, aber nicht glücklicher. Und Glück kann nicht mit Geld aufgewogen werden, sondern mit Taten, die man vollbringen wird. Wir glauben an eine bessere Zukunft für Hunde mit Lymphomen. Chermon hatte diese Hoffnung zwar nicht, aber wir wollen anderen Hunden diese Hoffnung geben. Unsere Botschaft ist: Bitte unterstützen Sie diese Forschung, denn auch ein kleiner Betrag kann dazu beitragen, große Dinge zu erreichen. Und eines Tages wird unser gemeinsamer Traum in Erfüllung gehen ...

 

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