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Neuer Erreger der hämorrhagischen Kaninchenkrankheit erreicht Österreich

Seit 2010 breitet sich ein neuer Virustyp der Hämorrhagischen Kaninchenkrankheit (Rabbit Haemorrhagic Disease type 2, kurz RHDV-2) in Europa aus, der derzeit unter anderem in Bayern zu vermehrten Todesfällen bei Kaninchen führt. Nun wurde dieser Erreger an der Vetmeduni Vienna auch erstmals in einem österreichischen Kaninchen als Todesursache nachgewiesen. Schützende Impfstoffe sind derzeit nur im EU-Ausland verfügbar. Für Menschen ist das Virus ungefährlich.

Ausgehend von Frankreich breitet sich seit einigen Jahren eine neue Form der Hämorrhagischen Kaninchenkrankheit aus. Die virale Erkrankung wird durch das sogenannte Rabbit Haemorrhagic Disease Virus Typ-2 (RHDV-2) ausgelöst und sorgt derzeit in Deutschland für erhebliche Verluste in Kaninchenzuchten. In Österreich war bislang nur die ursprüngliche Variante des Virus (RHDV-1) bekannt, gegen die aber zuverlässig geimpft werden kann. Nun wurde an der Veterinärmedizinischen Universität Wien erstmals auch die neue Form des Erregers bei einem Kaninchen aus Oberösterreich als Todesursache bestätigt.

Der neue Erreger RHDV-2 kann Kaninchen aller Altersgruppen ab der 3 Lebenswoche betreffen, auch Feldhasen gelten als empfänglich für die Krankheit. Für Menschen ist das Virus dagegen unschädlich. Das gegenüber Umwelteinflüssen sehr resistente Virus kann durch Kontakt, kontaminiertes Futter und stechende Insekten übertragen werden. Die in Österreich erhältlichen RHDV Arzneispezialitäten zeigen keine ausreichende Schutzwirkung  gegen den RHDV-2 Erreger. Wirksame Impfstoffe sind EU-weit zugelassen. Wenden Sie sich diesbezüglich an Ihren Haustierarzt.

 

Information der AGES zum West Nil Virus

Das Risiko, sich in Österreich mit dem West Nil Virus (WNV) anzustecken und an West Nil Fieber zu erkranken, ist sehr gering. Über Afrika, Teile Asiens und Südeuropa hat das Virus 2008 Österreich erreicht. Seither sind vereinzelt Erkrankungen bei Mensch und Tier dokumentiert. Seit 2015 sind Erkrankungsfälle beim Menschen in Österreich meldepflichtig. Als gesichert gilt, dass neben „Exoten“ auch unsere "einheimischen" Stechmücken-Arten zur Verbreitung des West Nil Virus beitragen.

Beim Tier ist das natürliche Reservoir des West Nil Virus über 300 Vogelarten (z. B. Rabenvögel). Menschen und andere Säugetiere, insbesondere Pferde, gelten als Fehlwirte, die zwar erkranken können, aber denen für die Weiterverbreitung keine Bedeutung zukommt. Bei Vögeln erfolgt die Übertragung von West Nil Virus vor allem durch Mückenarten, die nur Vögel befallen. Die Übertragung auf den Menschen oder auf Pferde erfolgt durch Stechmücken, die sowohl auf Vögeln als auch auf Säugetieren ihre Blutmahlzeit nehmen. Alle Formen von klinischen WNV-Erkrankungen sind anzeigepflichtig, dh. den zuständigen Behörden zu melden.

Weitere Informationen der AGES zum West Nil Virus: