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Tipps fürs Tier: Pfotenfit durchs ganze Jahr

Hundepfoten sind von Natur aus robust, doch Hitze, Schmutz, Streusalz oder zu lange Krallen können im Alltag zum Stresstest werden. Die Tipps fürs Tier zeigen, wie man die Pfoten seiner Vierbeiner richtig pflegt und in Bestform hält.

Anzeichen für „Pfotenprobleme“

  • Lecken, Knabbern
  • Plötzliches Humpeln
  • Krallen berühren den Boden und drücken sich hoch
  • Ausrutschen auf glatten Böden
  • Verändertes Gangbild, Schonen und Lahmen, Schrägstellung der Pfoten
  • Spezielle Erkrankungen können sich an den Ballen, am Krallenbett und an den Krallen äußern. Bei Veränderungen ist ein Tierarztbesuch empfohlen.

Krallenpflege

Zu lange Krallen

  • können in den Ballen einwachsen und Verletzungen verursachen
  • erhöhen die Verletzungsgefahr durch Hängenbleiben
  • können Fehlstellungen verursachen/verstärken (Druckstellen, Schmerzen, orthopädische Probleme).

 

Krallenschneiden: Vor allem bei dunklen Krallen sieht man das Blutgefäß nicht. Lieber öfter ein wenig kürzen, damit nicht zu tief geschnitten wird, die Stelle blu- tet oder schmerzhaft ist; alternativ eine Feile verwenden.

Pfotenpflege

Vorbereitung: Eine entspannte Atmosphäre schaffen. Idealerweise ist der Hund seit dem Welpenalter an die regelmäßige Pfotenpflege gewöhnt; für Akzeptanz im Rahmen eines Trainings zum Beispiel wöchentlich.

Reinigung: Pfoten feucht und zimmerwarm abwischen oder in klarem warmem Wasser baden. Dabei werden vorhandene Fremdkörper entfernt. Pfoten abtrocknen.

Check: Pfoten, Ballen und Zehenzwischenräume auf Verletzungen, Splitter, Grannen etc. kontrollieren. Achten Sie auf Rötungen, Schwellungen, Empfindlichkeit, Blutungen oder Anzeichen von Hautreizungen. Vorsichtig auf Ballen, Zehen und auf den Krallenansatz drücken. Wenn der Hund zuckt, winselt oder wegzieht, die Stelle näher untersuchen.

Pflege: Pfoten mit einer geeigneten Pflegesalbe nach Bedarf (bis zu einmal täglich, bis sich Besserung einstellt; keine bestimmte Empfehlung) einmassieren. Um das Ablecken zu vermeiden, den Hund ablenken/beschäftigen, bis die Salbe eingezogen ist. Alternativ eine Baumwollsocke überziehen.

Trockene, rissige oder raue Ballen sind Anzeichen dafür, dass die Haut Feuchtigkeit benötigt. Spezielle Produkte mit Inhaltsstoffen wie Propylenglykol spenden Feuchtigkeit.

Tipp: Die Pfotenpflege, besonders aber das Schneiden der Krallen, wird oft als unangenehm empfunden. Belohnung verbessert die Akzeptanz.

Sommertipps

Gefahren: Überhitzter Teer, grober Asphalt, Dornen, Glassplitter, Grannen und Grassamen können zu kleinen Verletzungen führen.

Vor allem im Zwischenzehenbereich auf Grannen achten (bei Hunden mit hellem Fell schwer zu sehen). Wird die Ballenhaut durch Feuchtigkeit (z.B. Planschen im Wasser) aufgeweicht, steigt die Verletzungsgefahr zusätzlich.

Verbrennungsgefahr: Stark erhitzter Asphalt kann binnen Minuten die empfindliche Ballenhaut verbrennen.

Lufttemperatur: 25°C → Temperatur des Asphalts: 52°C

Lufttemperatur: 30°C → Temperatur des Asphalts: 55 – 60°C

Als Faustregel gilt: Wenn die Oberfläche zu heiß für die Handfläche des Menschen ist, ist sie auch zu heiß für Hundepfoten!

  • Hunderunden bei Hitze in die Morgen- oder Abendstunden legen.
  • Achtung bei sportlichen Aktivitäten mit Hunden: Durch die Reibung beim Mitlaufen kann es zu verstärkter Abnutzung kommen, Ballenhaut wird zu stark abgenützt, Haut wird zu dünn.
  • Wurfspiele: Schnelle Stop-and-go-Bewegungen können Verletzungsgefahr verstärken.

Weitere „Hitzetipps“ zum Schutz der Vierbeiner finden Sie hier.

Wintertipps

Gefahren: Nässe, Eis, Streusalz, scharfkantiger Splitt und Eiskrusten können zu Verletzungen führen.

  • Beim Toben im Schnee Pfoten immer wieder von großen Eisklumpen befreien.
  • Fell zwischen den Ballen regelmäßig kürzen (nicht zu kurz, sonst können Haare einwachsen) → weniger Schmutz, Streugut und Eisklümpchen in den Zehenzwischenräumen.
  • Nach dem Spaziergang Pfoten in lauwarmem Wasser baden oder feucht abwischen. Danach gut abtrocknen, damit die Hunde nicht an ihnen lecken.
  • Ballen regelmäßig mit Pfotensalbe pflegen.
  • Je nach Gelände oder Witterung können Pfoten mit speziellen Hundeschuhen geschützt werden.

Erste Hilfe bei kleinen Verletzungen: Mit Wasser reinigen, desinfizieren, Schutzverband locker anlegen (unbedingt mit zum Beispiel Watte polstern, damit keine Druck-/Scheuerstellen oder Abschnürungen entstehen).


Infografik „Pfotenfit durchs ganze Jahr“ zum Download


Fachlicher Input: Klinisches Zentrum für Kleintiere
Grafik: Matthias Moser