Friederike Pohlin erhält FUTURA-Förderpreis 2020

Friederike Pohlin beschäftigt sich mit der Stressphysiologie bei Nashörnern während der Umsiedelung der Tiere in sichere Lebensräume. Foto: Lisi Raich

Friederike Pohlin beschäftigt sich mit der Stressphysiologie bei Nashörnern während der Umsiedelung der Tiere in sichere Lebensräume. Foto: Lisi Raich 1

Afrikanisches Breitmaulnashorn, Foto: SYMCO2013

Afrikanisches Breitmaulnashorn, Foto: SYMCO2013 2

Im Dezember 2020 wurden die FUTURA-Förderpreise für junge SüdtirolerInnen im Ausland vergeben. Friederike Pohlin, Wildtierärztin am Institut für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI) an der Vetmeduni Vienna, erhielt den Förderpreise für ihre Forschungstätigkeit im Bereich des Wildtiermanagements und der Wildtieranästhesie. Die Preisverleihung fand Ende Dezember 2020 in Bozen via Livestream statt.

Die gebürtige Südtirolerin Friederike Pohlin wurde mit dem FUTURA-Förderpreis für ihre Doktorarbeit zum Thema Transportstress bei Nashörnern ausgezeichnet. Die Wildtiermedizinerin beschäftigte sich insbesondere mit der Stressphysiologie bei afrikanischen Breitmaulnashörnern während der Umsiedelung der Tiere in sichere Lebensräume. Damit setzt sich Pohlin für den Artenschutz und das Management der Wildtiere ein.

Zum Hintergrund: Nashörner sind bei Wilderern aufgrund ihres Horns heiß begehrt und werden deshalb weltweit intensiv gejagt. Um die Tiere vor der Wilderei zu schützen und für genetischen Austausch zwischen Populationen zu sorgen, werden sie per LKW oder Flugzeug in gesicherte Gebiete gebracht und dort freigelassen. Doch der Transport ist für die Wildtiere unweigerlich mit Stress verbunden. Im Zuge ihres PhD-Projektes widmete sich Friederike Pohlin insbesondere den pathophysiologischen Änderungen während der Umsiedelung der Dickhäuter. „Ziel meines Forschungsprojektes ist es, die potentiellen negativen Aspekte der Umsiedelung für die Nashörner zu vermindern und dadurch einen Beitrag zum Artenschutz zu leisten“, sagt Friederike Pohlin. Aufgrund ihres stattlichen Gewichts von ca. zwei Tonnen und einer Körperlänge von mehr als drei Metern ist der Transport der Tiere eine logistische Herausforderung. Zudem bedeuten Transporte über lange Strecken Stress für die Wildtiere. Um Nashörner zu übersiedeln, müssen sie zum Verladen anästhesiert und während des Transportes regelmäßig sediert werden. Die Überwachung von Herzfrequenz, Puls und Atmung sowie anderen physiologischen Parametern erfolgt dabei nach wissenschaftlichen Standards. Allerdings bedarf es einer ständigen Evaluierung und Weiterentwickung der angewandten Methoden, um das Wohl der Tiere während des Transportes weiter zu verbessern. So können bestehende Probleme adressiert und die Transportbedingungen für die Wildtiere verbessert werden.

Video: Friederike Pohlin über ihr Forschungsprojekt zu Breitmaulnashörnern 3 *
 

Über Friederike Pohlin

Die gebürtige Südtirolerin aus dem Pustatal schloss ihr Studium an der Veterinärmedizinischen Universität Wien sowie an der Universität für Bodenkultur (BOKU) Wien ab. Darauf folgte das Doktoratsstudium an der University of Pretoria in Südafrika. Derzeit ist Friederike Pohlin als Wildtierärztin am Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI) an der Vetmeduni Vienna tätig. Dort arbeitet sie an einer Vielzahl an Forschungsprojekten zur Verbesserung und Entwicklung moderner und artspezifischer Wildtiermedizin als Beitrag zum Tier- und Artenschutz. Friederike Pohlins Interesse gilt speziell der Wildtieranästhesie und dem Artenschutz.

 

Über den Futura-Förderpreis:

Der Förderpreis wurde 1990 ins Leben gerufen und wird seither im Zweijahresrhythmus an SüdtirolerInnen, die im Ausland tätig sind und sich während ihrer Ausbildung bzw. im Berufsleben durch besondere Leistungen ausgezeichnet haben, vergeben. Die Initiative verfolgt das Ziel, junge Menschen auf ihrem Karriereweg im Ausland nicht nur finanziell, sondern auch ideell zu unterstützen. Link zur Online-Preisverleihung auf https://www.futura.bz/de 4
 

* Video: Thomas Suchanek/Vetmeduni Vienna

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