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Universität

Cameron Strachan mit dem ALIMENTARIUS-Wissenschaftspreis ausgezeichnet

Der ALIMENTARIUS des Fachmediums DIE ERNÄHRUNG zeichnet hervorragende Abschlussarbeiten aus, die für die Lebensmittelindustrie besonders relevant sind. In diesem Jahr ging der begehrte Wissenschaftspreis unter anderem an Cameron Strachan, PhD am Zentrum für Lebensmittelwissenschaften und Öffentliches Veterinärwesen der Vetmeduni. Er erforscht, wie man Kühe so füttern kann, dass ihr Verdauungssystem stabil bleibt und sie gesund und leistungsfähig sind. Der Festakt fand am 10. Juni 2026 im VIENNABallhaus statt.

v.l.n.r.: Cameron Strachan (Vetmeduni), Dissertation 1. Platz; Esther Weninger, Masterarbeit 1. Platz; Kate Waldert, Dissertation 1. Platz; und Katherina Telser, Masterarbeit 1. Platz
Foto: Husar/FV

Warum diese Forschung wichtig ist

Cameron Strachan beschäftigt sich mit den Mikroben im Pansen der Kuh. Diese winzigen Helfer zerlegen das Futter und produzieren dabei Stoffe, die für die die Tiere wichtig sind. Manche Mikroben arbeiten dabei unterschiedlich. Sie nutzen andere Nährstoffe und erzeugen verschiedene Endprodukte, zum Beispiel kurzkettige Fettsäuren oder Stoffe, die aus Laktat entstehen. Genau diese Produkte beeinflussen, wie gut die Kuh ihr Futter verwertet, wie stabil die Verdauung läuft und wie es der Kuh insgesamt geht. Die zentrale Idee: Wenn wir verstehen, welche Mikroben sich unter welcher Fütterung durchsetzen und was sie dabei produzieren, können wir Rationen besser planen und Zusatzstoffe gezielter einsetzen.

Vom Labor in die Anwendung

Die Arbeit liefert nicht nur Zusammenhänge, sondern erklärt die dahinterliegenden Mechanismen: Warum bestimmte Mikroben bei bestimmtem Futter die Oberhand gewinnen und welche Folgen das hat. Besonders spannend dabei: Cameron Strachan zeigt Unterschiede bei Mikroben, die an der Pansenwand leben, sowie bei zwei Arten, die Laktat abbauen – wichtig, um Fütterungsspitzen und das Risiko für Übersäuerung (Acidose) besser zu managen. Damit entsteht ein praktischer Rahmen, der Messwerte aus der Fermentation mit dem Verhalten der Mikroben verbindet und so Fütterungsentscheidungen unterstützt. Der Transfer läuft bereits. Ein Projekt zu nicht-invasiven Speicheltests ist gestartet, um die relevanten Mikroben im Stall einfach zu erfassen und Fütterung datenbasiert anzupassen.

Strachan ist Computational Biologist mit Schwerpunkt Populationsgenomik und Multi-Omics. Seit 2025 arbeitet er als Postdoc/Principal Investigator am Austrian Competence Centre (FFoQSI); seit 2020 lehrt er an der FH Wiener Neustadt. Zuvor war er Mitgründer und Data Scientist bei Prospect Bio. 2025 promovierte er mit Auszeichnung an der Vetmeduni.


Die Vetmeduni gratuliert recht herzlich!